Viel Keyboard fürs Geld
Yamaha PSR-E583 und Yamaha PSR-E483 sind die beiden neuesten Updates in der Keyboard Einstiegsklasse des japanischen Herstellers. Die beiden Keyboards richten sich an Einsteiger und verstehen sich nicht ausschließlich als Home Keyboards, sondern wollen Begleiter auf den ersten Schritten in die Welt der Musikproduktion sein. Ob das gelingt, lest ihr hier.
Was ist es? Yamaha PSR-E583 und Yamaha PSR-E483 sind Einsteiger-Keyboards mit 61 anschlagdynamischen Tasten, die neben klassischem Keyboardspiel auch erste Schritte in Musikproduktion, Recording und Sampling ermöglichen.
- Einsteiger-Keyboards: Zwei eng verwandte Modelle mit vielen Funktionen wie Styles, Arpeggiator, Sampling, Effekten und USB-Audio/MIDI.
- Stärken: Große Funktionsvielfalt, Motion- und DSP-Effekte, USB-C für Audio/MIDI sowie Einsatz als Masterkeyboard für DAWs und iPad.
- Unterschiede: Das PSR-E583 bietet u. a. Modulationsrad und Expression-Pedal-Anschluss, während das günstigere PSR-E483 darauf verzichtet.
- Schwächen: lange Speicherdauer beim Sampling, Speicherverwaltung umständlich und das PSR-E483 fehlt es an wichtigen Performance-Controllern.
- Fazit: Sehr gute Keyboards für ambitionierte Einsteiger mit viel Funktionsumfang zum fairen Preis – das E483 reicht vielen Nutzern, das E583 lohnt sich für mehr Ausdruckskontrolle.
Inhaltsverzeichnis
- Yamaha PSR-E583, Yamaha PSR-E483 Keyboards
- Features
- Unterschiede zwischen den beiden Modellen
- Bedienung
- Besondere Features
- Motion-Effect
- Assignable Knobs
- Sample-Pads
- Weitere Features
- Song-Recorder (MIDI) und USB-Recorder (Audio)
- MIDI und AUDIO über USB
- Song-to-Style Converter Software
- Praxis
- Kritikpunkte und Alternativen
Yamaha PSR-E583, Yamaha PSR-E483 Keyboards
Lange Geschichte
1984 begann die Geschichte der Yamaha PSR-Keyboards als Nachfolger der PortaSound-Reihe. Dass die Yamaha PSR-Keyboards Abkömmlinge von PortaSound ist, zeigen sie in ihrem Namen, denn das Kürzel PSR steht für PortaSound Regular. Regular weist auf die normalgroßen Tasten hin. Yamaha aktualisiert diese Reihe regelmäßig und sie umfasst Einsteigermodelle ebenso wie die gehobene Mittelklasse, die direkt unterhalb der Oberklasse mit Yamaha Genos 2 angesiedelt sind. Der Buchstabe nach dem PSR-Kürzel zeigen in der Regel die Klasse an. Die günstigsten Einsteigermodelle besitzen die Bezeichnung Yamaha PSR-F. Das aktuelle Modell ist das Yamaha PSR-F52. Den F-Modellen fehlt die Anschlagdynamik.
Es folgen die E-Modelle, EW-Modelle und A-Modelle. Die EW-Modelle verfügen alle über 73 Tasten, die A-Modelle sind auf orientalische Musik spezialisiert. Die Hunderter der dreistelligen Zahl differenziert dabei noch einmal die Ausstattung innerhalb der Modellreihe und die Zehner und Einer geben die Version an. Aber dem Modell Yamaha PSR-E383 gehört eine anschlagdynamische Tastatur zur Ausstattung, die dem Yamaha PSR-E282 noch fehlt. Die größeren Modelle haben auch eine höhere Polyphonie sowie mehr Sounds und Styles.
Das Yamaha PSR-SX600 hat eine Sonderstellung und markiert den Übergang zur Mittelklasse und gehobenen Mittelklasse. Das Yamaha PSR-SX600 versteht sich bereits als kleine Workstation, hat eine 128-stimmige Polyphonie, ein Farbdisplay, Multipads, einen Mikrofon- und Aux-Eingang, eine deutlich bessere Arranger-Funktion und kann die Tastatur in drei Zonen aufteilen (Right 1, Right 2, Left). Es schließt sich das Yamaha PSR-SX720 an, das die Mittelklasse markiert und schon viele Features des Yamaha Genos mitbringt, sowie das Yamaha PSR-SX920 als Flaggschiff der Mittelklasse, das auch gerne als „kleiner Genos“ bezeichnet wird und die Yamaha PSR-Reihe nach oben abschließt.
Drum prüfe wer sich ewig bindet, …
… ob das nächst größere Modell nicht die bessere Wahl wäre. Auffällig ist, dass die Preissprünge zwischen den Modellen nach oben hin immer größer werden. So stellt sich gerade bei den Einstiegsmodellen die Frage, ob hier nicht wenige Euro, die man beim Kauf spart, ein Sparen am falschen Ende sind. Ein Beispiel:
Der Aufpreis für das Modell Yamaha PSR-E283 zum Einstieg in die PSR-Serie Yamaha PSR-F52 beträgt gerade einmal 37,- Euro. Für 37,- Euro mehr bekommt man aber fast viermal so viele Sounds geboten und auch einige andere Features mehr wie Effekte und MIDI-Recording.
Für weitere 63,- Euro mehr gibt es das Yamaha PSR-E383 mit noch einmal mehr Sounds, mehr Styles, User Styles, MIDI-Player, Music Database, Registration Memories, USB-to-Host für MIDI und Audio. Ab diesem Modell ist es also möglich, das Keyboard mit einem Computer oder iPad zu verbinden.
Erst ab jetzt werden die Preissprünge größer und für das Yamaha PSR-E483 Keyboard müssen bereits 200,- Euro Aufpreis gezahlt werden, zum Yamaha PSR-E583 sind es dann noch einmal 144,- Euro. Vom Yamaha PSR-E583 zum Yamaha PSR-SX600 sind es dann 150,- Euro Aufpreis, von diesem zum Yamaha PSR-SX720 412,- Euro Aufpreis. Das obere Ende der Skala erreicht man nach weiteren 733,- Euro. Die komplette Preisspanne zwischen dem günstigsten und teuersten Modell der PSR-Reihe liegt aktuell bei 1759,- Euro. Von der oberen Mittelklasse bis zum Topmodell Genos 2 sind es übrigens satte 2046,- Euro Aufpreis!
Die Aufstellung zeigt, dass man in der Einstiegsklasse am meisten überlegen muss, welches Modell die richtige Wahl ist, denn hier sind die Preisunterschiede gering. Bei unseren beiden Testkandidaten Yamaha PSR-E483 und Yamaha PSR-E583 sind die Ausstattungsunterschiede allerdings auch so gering, dass wir beide in einem Test behandeln können. Außerdem wirft das einige kritische Fragen auf.
- Yamaha PSR-483
- Yamaha PSR-E583
Features
Die Modelle Yamaha PSR-E483 und Yamaha PSR-E583 besitzen ähnliche Features. Beiden gemeinsam sind:
- 61 anschlagdynamische Tasten
- Touch Response einstellbar (Off, Soft, Medium, Hard)
- 64-stimmige Polyphonie
- GM-/XGlite-Kompatibilität
- 345 Preset Styles
- 100 Chord Progressions plus 10 User Chord Progressions
- 10 Expansion Styles im SFF Style File Format
- 2 DSP-Effekte mit 41 Types für DSP 1 und 12 Types für DSP 2
- 57 Motion Effekte, 15 Reverb Types, 7 Chorus Types, 5 Master EQ Types
- Dual Layer/Split
- Melody Suppressor
- 26 Harmony/Echo Types
- 164 Arpeggio Patterns
- 2 Preset Songs
- 10 User Songs
- 6 Spuren (5 Melodiespuren, 1 Style Spur) mit bis zu 19.000 Noten (insgesamt für alle 10 Songs)
- Playback von Standard MIDI-Files im Format 0 und 1
- Recording mit SMF 0 Konvertierung
- USB-Audio-Recorder mit bis zu 80 Minuten Aufnahmedauer pro Song
- Recording/Playback mit 16 Bit, 44,1 kHz Stereo
- Quick-Sampling auf 4 Sample Pads (Oneshot, Loop) mit 44,1 kHz, 16 Bit, Stereo
- maximale Sampling-Zeit von 9.6 Sekunden
- Sampling-Quellen: Aux In, Mic In, USB, WAV-Files
- USB-Audiointerface (44,1 kHz, 16 Bit Stereo)
- Registration Buttons: 4, 8 Bänke
- 1,72 MB interner Speicher, erweiterbar über USB-Flash-Drives
- Fußschalteranschluss
- USB-to-Device und USB-to-Host
- Line Out, Mikrofon-Anschluss (TRS), Aux In (TRS-Mini), Kopfhöreranschluss (TRS)
- hintergrundbeleuchtetes LC-Display
- Pitchbend-Rad
- Articulation Switches
- 2 frei belegbare Regler
- Lautsprecher: 2 x 12 cm
- Batteriebetrieb und Betrieb über mitgeliefertes Netzteil
Unterschiede zwischen den beiden Modellen
Kommen wir zu den Unterschieden:
| Yamaha PSR-E483 | Yamaha PSR-E583 |
|---|---|
| – | Modulationsrad |
| 860 Voices (322 Voices, 40 Drum/SFXKits, 40 Arpeggio Voices, 458 XGlite Voices) | 890 Voices (352 Voices, 40 Drum/SFXKits, 40 Arpeggio Voices, 458 XGlite Voices) |
| 15 S.Art Lite Voices | 19 S.Art Lite Voices |
| – | Expression Pedalanschluss |
| 2 x 6 W Verstärker | 2 x 12 W Verstärker |
Welches Modell soll ich kaufen?
Angesichts dieser wirklich geringen Unterschiede sollte man sich die Frage stellen, welches Modell man benötigt. Nun ist der Aufpreis auch nicht immens, aber 144,- Euro sind für manche Käufer eben auch viel Geld. Die leicht erhöhte Anzahl an Voices und S.Art Lite Voices würde für mich keine Rolle spielen. Schwerer wiegt das Fehlen eines Modulationsrades und des Expression-Pedalanschlusses, denn gerade Synthesizer- und Orgel-Sounds lassen sich erst damit so richtig expressiv spielen. Ein kleiner Ersatz für das fehlende Modulationsrad ist immerhin der Articulation-Switch, der bei beiden Modellen vorhanden ist und auch die Modulation triggern kann.
Wer mit dem Keyboard vielleicht auch als Masterkeyboard Plug-ins spielen möchte, wird ebenfalls ein Modulationsrad und auch ein Expression-Pedal zu schätzen wissen. Wer das alles nicht benötigt, kann bedenkenlos den Aufpreis sparen und das kleinere Modell kaufen. Das gesparte Geld könnte man dann besser in einen Keyboard-Verstärker investieren oder in günstige Studiomonitore, denn die integrierten Lautsprecher sind bei beiden Modellen eher mittelmäßig.

Für beide Modelle ist auch ein passendes und stabiles Stativ erhältlich. Eine Notenablage zum Einstecken liegt den Keyboards bei.
Bedienung
Da das Display keine Touch-Funktion besitzt, findet die Navigation in Menüs fast auschließlich über zwei Drehregler und vier Schalter in der Voices- und Style-Sektion statt. Die entsprechenden Funktionen werden über je eigene Schalter aufgerufen, was gerade für Einsteiger ein großer Vorteil ist. Es gibt zwar einige Doppelbelegungen, die per Shift-Taste erreichbar sind, doch diese sind deutlich beschriftet und schon nach kurzer Zeit findet man sich gut zurecht.
Besondere Features
Um den Rahmen des Testberichts nicht zu sprengen, möchte ich mich auf die Features genauer eingehen, die in meinen Augen das Yamaha PSR-E583 und Yamaha PSR-E483 besonders machen:
DSP-Effekte
Zusätzlich zu den globalen Effekten wie Reverb oder Chorus/Flanger (jeweils mit verschiedenen Effekttypen) stehen zwei davon unabhängige DSP-Effekte zur Verfügung. Die DSP-Effekte werten die Sounds deutlich auf. Die beiden Effekte sind über eigene Schalter zu aktivieren. Drückt man gleichzeitig die Shift-Taste, lässt sich nicht nur der Effekttyp auswählen, sondern auch bestimmen, worauf die Effekte wirken sollen. Hier müssen wir zwischen DSP 1, der immer auf die eingestellte Main Voice wirkt, und DSP 2, der frei zuweisbar ist, unterscheiden.
DSP 2 kann wirken auf:
- All: alle Parts von 2 bis 6
- Keyboard: Main Voice, Dual Voice, Split Voice
- Backing: Style, Looper, Song
- Mic: Mikrofoneingang
- Sampling: Sampling-Pad-Wiedergabe
Auffällig ist, dass nur wenige Preset-Voices von Yamaha PSR-E483 und Yamaha PSR-E583 überhaupt DSP-Effekte verwenden. Wenn ein Effekt verwendet wird, ist es meistens ein Effekt von DSP 1. Das ist eine gute Nachricht, denn so stehen uns meistens beide DSP-Effekte für das Sounddesign zur Verfügung.
Die gute Nachricht ist: Die Einstellungen für DSP 1 und DSP 2 lassen sich in den Registration-Memories abspeichern. Die schlechte Nachricht kommt gleich hinterher: Sie werden leider nicht mit den User-Songs aufgenommen und müssen hier jedes Mal neu zugewiesen oder über eine Registration geladen werden. Die Effekte lassen sich aber bei einer USB-Audioaufnahme mit aufzeichnen.
Bei den DSP-Effekten ist alles vertreten, was man sich denken kann. Ob Hall, Delay, Pitch, Amp Simulation oder Modulations- oder gar Filtereffekte. Über die zwei Assignable-Knobs lassen sich pro Effekttyp zwei Parameter verändern.
Die Effekte klingen gut und werden das Yamaha PSR-E583 und Yamaha PSR-E483 Keyboard deutlich auf.
Motion-Effect
Der Motion-Effect ist eine weitere Besonderheit von Yamaha PSR-E583 und Yamaha PSR-E483. Beim Drücken des Motion-Effect-Tasters wird ein zuvor definierter Effekt solange angewendet, wie der Taster gedrückt bleibt. Erneut lässt sich neben dem Effekttyp auswählen, auf was der Effekt wirken soll. Hier ist die Auswahl sogar noch deutlich größer als bei DSP 2:
- All: alle Parts
- Keyboard: Main Voice, Dual Voice, Split Voice
- Style: alle Parts eines Styles
- Syle Dr: Drum Part eines Styles
- Style Ac: übrige Instrumental-Parts des Styles
- Looper
- Song: alle Songspuren
- Sampling: Sampling Pads
- KBSampling: Main, Dual, und SplitVoices sowie Sampling Pads
Die Auswahl an Motion-Effekttypen ist riesig und erstreckt sich über die Kategorien Filter, Pan, DSP, Expression, Pitch, Modulation. In allen Kategorien finden sich zahlreiche Effekttypen. Alle wichtigen Effekte der Popmusik lassen sich hier erzeugen: Stottereffekte, Filtereffekte, Pitch-Effekte, Hall, Panning, Tape-Stop-Effekte, Modulationen und vieles mehr. Mit 57 Typen findet hier garantiert jeder, was er sucht.
Assignable Knobs
Über die zwei frei belegbaren Regler lassen sich nicht nur die Effekte anpassen, sondern beim Keyboard-Spiel auch sinnvolle Funktionen steuern, wie zum Beispiel Cutoff und Resonance des Filters. Gerade bei Synthesizer-Sounds bieten diese zwei Regler somit weitere Klangmöglichkeiten und viel Spielspaß. Die Zuweisung geschieht bequem über den Assign-Schalter neben den Reglern. Nun kann man auswählen, worauf Regler A und Regler B wirken sollen.
Sample-Pads
Sampling ist wieder in. Gerade erst hat AKAI mit der AKAI MPC Sample einen Hit gelandet und auch andere Hersteller springen auf den Zug auf. Dabei geht es weniger um das Sampling von spielbaren Instrumenten als von Sounds und kurzen Phrasen, die dann zu einem Song kombiniert werden. Und genau hier setzt auch Yamaha bei den Yamaha PSR-E483 und Yamaha PSR-E583 Keyboards an. Das Sampling funktioniert ganz einfach:
- Capture drücken
- gewünschtes Sample-Pad drücken
- Aufnahme durch erneutes Drücken des Sample-Pads starten
- Wiedergabe starten
- Wiedergabe beenden
- Speichervorgang abwarten
- Capture verlassen
Stille zu Beginn und am Ende kann automatisch entfernt werden. Samples lassen sich als Loop abspielen und synchron zur Begleitautomatik starten. That’s it.
Als Sample-Quellen dienen: Aux In, Mic In, USB To Host.
Was leider fehlt, ist das Sampling des Keyboards selbst, z. B. einer auf dem Keyboard gespielten Phrase, einer Arpeggio-Figur oder eines Loops. Auch Overdubs oder Editierungen sind nicht möglich.
Sehr irritierend ist die Tatsache, dass der Schreibvorgang nach dem Sampling extrem viel länger dauert als die Aufnahme des Samples. Beim ersten Mal dachte ich, dass das Keyboard sich aufgehängt hätte. Der Vorgang ist gefühlt vier- bis fünfmal länger als die Aufnahmezeit.
Zu beachten ist außerdem, dass die Aufnahmezeit nicht auf den noch zur Verfügung stehenden Speicherplatz begrenzt wird, wenn die übrigen Sample-Pads schon belegt sind. Steht kein Platz mehr zur Verfügung, wird der Speicherinhalt der anderen Pads einfach gelöscht. Das ist sehr unglücklich gelöst.
Immerhin: Samples lassen sich auf einem Flash-Drive speichern, laden und auch WAV-Files importieren. Es bietet sich an, die Organisation der Sample-Pads extern zu erledigen und jedes aufgenommene Sample erst einmal auf einem USB-Stick zu speichern. Auf diese Weise geht bei weiteren Aufnahmen nichts verloren.
Weitere Features
Looper
Mit dem Looper lässt sich eine Phrase aufnehmen, die dann kontinuierlich wiederholt wird. Es lässt sich dabei die aufzunehmende Länge sowie die Quantisierung bestimmen. Auch Overdubs sind möglich. Wichtig ist zu wissen, dass es sich hier um einen MIDI-Looper und nicht um einen Audio-Looper handelt, weshalb bei Overdubs stets mit derselben Voice der Overdub gespielt werden muss wie bei der ursprünglichen Aufnahme, da sich sonst auch der Klang der ursprünglichen Aufnahme ändert. Das Tolle am Looper ist, dass er synchron zum Style spielen kann. Die aufgenommenen Phrasen lassen sich zudem auf einem USB-Stick speichern.
Chord-Play
Chord-Play ist im Prinzip ein Chord-Looper, der vorgefertigte Kadenzen (Kadenz = Akkordfolge), aber auch eigene abspielen kann. Dabei wird dann auch der Style entsprechend über Chord-Play gesteuert. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn man bei einem Song ein Solo spielen möchte. Die linke Hand wird frei und steht dann für Pitchbend- oder Modulationsrad, Motion-Effect, Knobs oder die Quick-Sampling-Pads zur Verfügung. So wird eine Performance erst richtig lebendig. 100 Presets stehen hier zur Verfügung, wobei die letzten sieben Plätze mit eigenen Akkordprogressionen versehen werden können.
Arpeggiator
Der Arpeggiator ist mit 164 Arpeggio-Typen gut ausgestattet. Passend zum Arpeggiator gibt es außerdem bestimmte Arpeggio-Voices, die für bestimmte Arpeggio-Typen empfohlen werden. Es gibt neben den üblichen klassischen Arpeggio-Patterns verschiedene Stile wie Trance, Acid, Piano Rock, Piano Ballad, Rock Piano, Reggae, Gospel, Salsa, Latin, Samba und vieles mehr. Auch Strumming-Patterns für Gitarren sind mit dabei sowie verschiedene Percussion Patterns, zu denen dann auch passende Arpeggio Voices gehören.Was mir sehr gut gefällt, ist, dass die Arpeggio-Typen so viele Patterns enthalten, die sich für aktuelle Popmusikstile prima eignen. Auch für das Songwriting sind sie eine gute Ideenquelle.
Song-Recorder (MIDI) und USB-Recorder (Audio)
Ein nettes Feature ist der Song-Recorder, mit dem sich sechs Spuren aufzeichnen lassen. Fünf davon sind Melodiespuren, eine Spur ist eine Style-Spur. Auf diese Weise lassen sich schon einfache Songs arrangieren und anschließend als MIDI-File sichern. Auch externe MIDI-Files können geladen und wiedergegeben werden. Das Aufnehmen ist sehr einfach. Gefällt eine Spur nicht, kann sie einfach gelöscht und erneut aufgenommen werden. Leider fehlen Möglichkeiten, das aufgenommene Material zu editieren oder auch zu quantisieren. Das muss dann leider extern in einer DAW erledigt werden.
Sehr gut gefällt mir die Möglichkeit, mal eben das eigene Spiel als Audiodatei auf einem USB-Stick aufzuzeichnen. Auch hier muss lediglich die Aufnahme mit Shift+Rec gestartet werden, um in den Standby-Modus zu gelangen. 80 Minuten Aufnahmezeit pro Song stehen zur Verfügung (sofern der USB-Stick groß genug ist). Natürlich lassen sich auch WAV-Songs laden und abspielen.
MIDI und AUDIO über USB
Ein Highlight ist für mich als iPad- und iPhone-Nutzer der USB-C-Anschluss auf der Rückseite des Yamaha PSR-E583 und Yamaha PSR-E483 Keyboards. Hier lassen sich direkt zum Beispiel iPhones oder iPads anschließen und zum Beispiel Software-Synthesizer mit dem Keyboard spielen und gleichzeitig deren Sounds auf den integrierten Lautsprechern des Keyboards wiedergeben. Auch das Sampeln ist so möglich.
Apple-User werden sich somit auch über die Verbindung mit dem kostenlosen GarageBand als DAW freuen oder, sofern man ein leistungsfähiges iPad besitzt, über die Verbindung mit Logic Pro. Da mittlerweile für das iPad und iPhone zahlreiche AUv3-Plug-ins zur Verfügung stehen und sich auf leistungsfähigen iPad Air und iPad Pro Tablets sogar mehrere gleichzeitig nutzen lassen, eignen sich sowohl das Yamaha PSR-E583 als auch das Yamaha PSR-E483 perfekt als Masterkeyboard, um deren Sounds zu spielen. Bedenken sollte man, dass nur das Yamaha PSR-E583 ein Modulationsrad besitzt und die Möglichkeit, ein Expression-Pedal anzuschließen.

Der rückwärtige USB-C-Port erlaubt den direkten Anschluss von iPhones und iPads inklusive MIDI- und Audio-Übertragung
Song-to-Style Converter Software
Wie auch für die größeren Yamaha Keyboards besteht auch für das Yamaha PSR-E583 und das Yamaha PSR-E483 die Möglichkeit, eigene Styles zu laden und sogar selbst zu erstellen. Während das beim Yamaha Genos, Yamaha PSR-SX720 und Yamaha PSR-SX920 im Arranger-Keyboard selbst möglich ist, muss man bei den kleineren Modellen dafür die Song-to-Style Converter Software bemühen. Wie gut das funktioniert, hängt maßgeblich vom MIDI-File ab, das als Vorlage dient. Einige Überlegungen zur Akkordstruktur sollten auch angestellt werden, damit später die Akkorde richtig beim Spielen transponiert werden.
Ich habe die Konvertierung mit dem Song „Westend Girls“ ausprobiert und war erstaunt, wie weit man schon ohne Nachbearbeitung kommt. Zwar hätte ich hier für Main A und Main B noch den Akkord entsprechend anpassen müssen, aber die Auswahl der Patterns für Intro, Main A, Main B und Outro ist durchaus gelungen.
Die Software steht für Windows und macOS zum kostenlosen Download auf der Yamaha Website bereit.
Praxis
In seinen Grundfunktionen sind das Yamaha PSR-E583 und das Yamaha PSR-E483 einfach zu bedienen. Man kann also problemlos das Instrument einschalten und losspielen. Dennoch sollte man sich sofort das Referenzhandbuch von der Internetseite herunterladen, denn wer gerne eigene Songs aufnehmen möchte, Sampling nutzen will oder auch mit den DSP-Effekten arbeiten möchte, wird bestimmt die eine oder andere Frage haben.Meistens reicht es, wenn man einmal weiß, wie etwas funktioniert, um das Instrument dann auch ohne Nachschlagen bedienen zu können.
Was mir sehr gut gefällt, aber in den Untiefen des Function-Menüs verborgen ist, sind die Einstellmöglichkeiten für Reverb und Chorus sowie die Anpassungsmöglichkeiten für Sounds, die sich dann in den Registrations mit abspeichern lassen. So kann man für die Main-Voice und Dual-Voice dort die Attack- und Release-Zeiten der Amp-Hüllkurve verändern, Filter Cutoff und Resonance und so weiter. Auch die Lautstärkeverhältnisse der einzelnen Parts werden hier eingestellt sowie der Split-Punkt der Tastatur verschoben.
Das Function-Menü ist sehr umfangreich und man sollte sich mit seinen Funktionen gut vertraut machen, möchte man das neue Keyboard in all seinen Belangen ausreizen.
Die meisten Einstellungen lassen sich stets per Shift-Taste plus einer Funktionstaste erreichen. Da die Funktionen auf dem Gehäuse abgedruckt sind, ist das sehr intuitiv zu benutzen.
Das Display lässt sich sehr gut ablesen, auch bei Sonneneinstrahlung.
Die Sound-Auswahl ist gelungen, den vollen und variantenreichen Sound der Mittelklasse sowie der Oberklasse darf man aber hier nicht erwarten. Wir haben es hier mit der Einstiegsklasse zu tun. Mit den Effekten lassen sich die Sounds weiter aufwerten.
Die Styles sind größtenteils gut programmiert, einzelne Parts, die überflüssig sind, lassen sich auf Knopfdruck einfach ausschalten oder sogar mit neuen Sounds versehen. Allerdings ist mir nicht immer sofort klar geworden, wo ein gesuchter Style zu finden ist, weil die Bereiche sehr weit gefasst sind. Für den europäischen Markt hätten es etwas weniger Styles aus anderen Kulturkreisen sein dürfen und dafür etwas mehr für das Performen angesagter Popsongs und Schlager.
Richtig Spaß machen die Effekte und vor allem auch die Motion-Effekte. Die einfache Verbindung mit Smart-Devices wie iPhone oder iPad ist ein weiteres Highlight von Yamaha PSR-E583 und Yamaha PSR-E483, zumal sich dessen Sound ohne ein Audiointerface einfach über die Lautsprecher des Yamaha Keyboards wiedergeben lässt oder über an dieses angeschlossene Lautsprecher. Sehr gut. Ich habe das gleich mal mit meinem Moog Minimoog Software-Synthesizer und einem iPhone 16 Pro Max ausprobiert. Keine spürbare Latenz, so habe ich mir das vorgestellt.

Das Yamaha PSR-E583 zusammen mit einem Moog Minimoog Software-Synthesizer auf meinem iPhone 16 Pro Max
Die integrierten Lautsprecher sind für den Hausgebrauch ok, mehr Druck machen die Sounds beim Spiel über Kopfhörer oder über angeschlossene externe Lautsprecher.
Kritikpunkte und Alternativen
Neben den bereits genannten kleineren Nachteilen wie zum Beispiel der langen Speicherdauer für Samples und das fehlende Modulationsrad beim Yamaha PSR-E483 möchte ich einen weiteren Punkt nicht verschweigen, der mir aufgefallen ist. Die Kunststoffoberfläche des Yamaha PSR-E483 und Yamaha PSR-E583 ist sehr empfindlich. Bei meinem originalverpackten Testgerät zeigten sich an allen Seiten, an denen Styropor das Gehäuse berührte, leichte Verfärbungen in Form grauer Schlieren, die sich auch nicht abreiben ließen. Diese fallen zwar nur bei entsprechendem Lichteinfall auf, sind dann aber gut sichtbar. Wie sich das über die Zeit hinweg entwickelt, muss man schauen. Dieses Problem betrifft aber keinesfalls nur die Yamaha-Modelle, sondern auch Kunststoffgehäuse anderer Hersteller.
Als Alternativen seien die Keyboards von CASIO und der Thomann-Hausmarke zu nennen. Insbesondere das Thomann-Modell spielt eigentlich vom Funktionsumfang her schon eher in der PSR-SX-Klasse und hat ein Farb-Touchdisplay. Hier sollte ggf. vor einem Kauf verglichen werden. Bei CASIO bieten die Modelle CASIO CT-X3000 und CASIO CT-X5000 einen vergleichbaren Funktionsumfang. Auch hier bietet es sich an, direkt im Musikgeschäft zu vergleichen.
Korg hat ebenfalls zwei interessante Modelle: Das Korg EK-50 ist ein gutes Einsteiger-Keyboard, das Schwestermodell Korg EK-50 L bietet ein verbessertes Lautsprechersystem und ebenfalls viel Sound fürs Geld, kann MP3s abspielen und bietet vor allem zahlreiche Sounds aus dem Dance-Genre.
Der Einstieg in die Mittelklasse knapp unter der magischen 600,- Euro Marke gelingt mit dem Korg PA-300, das schon fast eine kleine Workstation ist: 16-Spur Sequencer, tolle moderne Sounds, gute Styles, MP3-Wiedergabe, sehr gute Effekte, Style- und Sound-Programmierung möglich.











































In einem Zeitraum von etwa 40 Jahren hat sich hat nicht so viel verändert wie angenommen: Die Klänge und Styles sind natürlich zeitgemäßer und klingen auch etwas „edler“. Was blieb ist das mattschwarz und die kratzenpfindliche Oberfläche wie auch der abnehmbare Notenständer, was aber sehr nützlich sein kann. Dummerweise verlegt man ihn gerne und sucht ihn dann verzweifelt. Aufgrund ausgefuxter Displays sind natürlich die Bedienelemente weniger geworden. Die Zeiten, in denen es für alles einen Knopf gab, sind vorbei, was die Sache aber vermutlich übersichtlicher macht. Ich bin überrascht das Korg im Einsteigerbereich eher die Nase vorne hat. Hätte man nicht gedacht, weil ich Yamaha mehr mit Entertainment Keys verbinde als Korg. Bei Yamaha sind es dann vermutlich die Flaggschiffe, die überragen. Tyros, Genos etc. Eigentlich wollte ich immer ein neues kaufen, aber ich bin zum DAWler geworden. Vielleicht ergibt es sich irgendwann mal. Dann nicht ungern ein PSR. Robust sind sie allemal und verrichten Jahrzehnte ihren Dienst. Die Tastatur ist ein Träumchen und wird selbst bei hochwertigeren Synthesizern vermisst. Bei Midikeyboards sind in dieser (günstigeren) Preisklasse meiner Meinung nach keine anständigen Tastaturen zu finden. Merkwürdig eigentlich! Verstehe ich auch nicht!
@Filterpad Man muss natürlich ein Instrument immer innerhalb einer Klasse bewerten. Was mich aber bei Yamaha und Korg wundert ist, dass beim Sound bewusst immer noch Abstriche gemacht werden. Speicherplatz und CPU-Leistung kosten fast nichts mehr und Synthese und Samples sind im eigenen Hause vorhanden.
Roland spendiert hingegen den günstigen GO:KEYS Zen-Core und der Sound ist fantastisch, findet man die Sounds auch im Fantom. Hätten diese eine Begleitautomatik, würden sie vom Klang her den Rest vom Markt fegen. Ohnehin packt Roland Zen-Core in immer mehr günstige Produkte, teils sogar mit Erweiterungsmöglichkeiten über Roland Cloud.
Yamaha könnte hier auch auf FM zurückgreifen, selbst wenn es wie früher nur 4-OP FM wäre, plus bessere Samples aus den Topmodellen und der Midrange. Es ist schon kurios, dass ein 399€ Stagepiano hochwertige Sounds bekommt, die Keyboards in der gleichen Preisklasse aber nicht.
Das ist alles Wunschdenken und da kein Hersteller seine Home Keyboards entsprechend ausstattet und erst deutlich oberhalb von 1000€ in der Arranger-Klasse vererbt wird, kann man es nicht ankreiden. Aber Fakt ist, dass es mehr günstige Synthies und Stagepianos mit Sounds aus der Topliga gibt als Home Keyboards. Sehr schade.
@Markus Galla bild über smartphon…ist das geschrägte kante oder schatten?
rechts
2. wieso ist ladevorgang sampling kritik? ssd ist ja nicht.
@Filterpad bei den Kleineren Toykeyboards finde ich alte Interessanter. sind aber natürlich auch ähnlicher wie Synths als heutige.
das Yamaha pss 470 war das erste Keyboard in unserer Familie und funktioniert noch immer.
mit FM Chip und kleiner „digital Synthesizerß Sektion.
hatte vor 30 Jahren eine Yamaha mit großen Tasten und Midanschlüssen.
damit die ersten Tracks am Atari ST gemacht.
@Numitron atarai+c64🙂okay so ich nie klarkommen würde
aber casio auch gute keys hat mit soundparameter.
mein vater hat noch casio ct 670. cheesy okay. nur man kann edit am sound
machen und sony effects nehmen. hat mich aus sneaker gehauen.
okay treten gegen alten ofen kann auch klingen..irgentwie😀
@Viertelnote cubase am Atari!
hab sogar die letzte Version mit Karton und dongle (Kopierschutz) aber auch den berühmten mca crack der Version 2.0!
mein Opa hat die vorher benutzt! hatte Glück. mein Bruder wusste, dass die eine Midi Schnittstelle haben. 😃
@Numitron wie ist timing so vom interface?
@Viertelnote Hi.
Das Timing vom Atari war äußerst gut für die damalige Zeit.
Wir hatten ein 1040 STe-Modell mit 4MB RAM. Klingt wenig für heute, aber das lief damals recht flüssig. So gut wie keine Abstürze, kein „Ruckeln“, kaum Latenz beim Einspielen usw.
Mit unserem ersten Setup (Atari > ASR10 > Yamaha DS55 / Casio CZ 1000 / TR505) hatte der 1040 keine Probleme. Die gab’s erst später, weil wir alles aus dem MIDI THRU rausholen wollten, was uns die Geräte erlaubten.
Das THRU der Instrumente war da wohl eher der Flaschenhals als die Schnittstelle vom Atari. Deshalb musste man schon probieren, was hinter welchem Gerät am besten funktioniert.
Aber dann gab es ja noch das Steinberg MIDEX+, mit dem der Atari um 4 parallele Outs und 2 Eingänge erweitert werden konnte. Das gab dir mehr Freiheiten bei „größeren“ Setups.
So wie Numitron hatten wir Cubase 2.0 „MCA“ im Einsatz, obwohl wir die offizielle 3.0 gekauft hatten. Die MCA hatte bei uns weniger Abstürze und war besser für gemeinsame Projekte, weil die gefühlt fast jeder hatte.
Im Prinzip kann man mit den Teilen immer noch Musik machen.
hab das psr 9000 leider display defect.
okay sound ist ende 90s und actually ist es nicht.
dafür sehr gute und großer library of styles compatibel sogar
bis q700. inspiriert sofort so ich meine.
neue modele ganz klar soundvorteil im dem klang
nur eben zu klar hifi. psr kann man immer gut raten gerade bei klavierbeginner
die auch spas wollen.
ja man bekommt sehr viel für das geld
Danke für den test war sehr gut so zu lesen!