Viel Lautstärke in kleinem Gehäuse
Im Dezember 2025 hatte Yamaha die zweite Generation seines kompakten und transportablen PA-Systems Stagepas vorgestellt. Der batteriebetriebene Lautsprecher ist vor allem wegen seiner Kompaktheit und der Unabhängigkeit vom Stromnetz für mobile Anwendungen wie zum Beispiel Straßenmusik gedacht. Ich habe mir den Lautsprecher für euch genauer angeschaut. In diesem Testbericht erfahrt ihr, ob der Yamaha Stagepas 100BTR 2 den Anforderungen gerecht wird.
Was ist es? Yamaha Stagepas 100BTR 2, kompakte und batteriebetriebene PA für mobile Anwendungen.
- Klang: Der Lautsprecher klingt ausgewogen und erreicht eine hohe Lautstärke.
- Anschlüsse: Drei Kanäle, Bluetooth und USB-C bieten vielseitige Einsatzmöglichkeiten.
- Bedienung: Die Handhabung ist einfach, kanalgetrennte EQs und eine Pegelanzeige fehlen jedoch.
- Stromversorgung: Ein passendes Netzteil liegt nicht bei und nicht jedes Ladegerät funktioniert.
- Fazit: Für Straßenmusik und kleine Sessions bietet der Yamaha Stagepas 100BTR 2 ausreichende Reserven.
Inhaltsverzeichnis
Unpacking und Ausstattung
Im Lieferumfang des Yamaha Stagepas 100BTR 2 ist neben dem Lautsprecher selbst nur die Bedienungsanleitung enthalten, sonst nichts. Leider liegt kein passendes Netzteil bei, was für mich im Test besonders problematisch war. Dazu später mehr. Der Lautsprecher selbst ist sehr handlich und wirkt robust.
Das Herz des Yamaha Stagepas 100BTR 2 ist ein 6,5-Zoll-Lautsprecher mit 1,4-Zoll-Koaxialtreiber. Das bedeutet, dass der Hochtontreiber in der Mitte des Tieftonlautsprechers sitzt und nicht wie sonst üblich darüber.
Das Gehäuse des Lautsprechers besteht aus schlichtem schwarzem Kunststoff und macht einen sehr soliden und roadtauglichen Eindruck. Zu diesem Eindruck trägt auch das stolze Gewicht von 5 kg bei. Man hat das Gefühl, mit dem Lautsprecher richtig etwas in der Hand zu haben. Das garantiert zudem eine gute Standfestigkeit.
Der Yamaha Stagepas 100BTR 2 ist mit drei Kanälen ausgestattet. Zwei Kanäle verfügen über XLR-Klinken-Kombibuchsen, wobei der zweite auch als Hi-Z-Instrumenteneingang genutzt werden kann. Der dritte Kanal dient als Bluetooth- und Line-Eingang. Streng genommen gibt es mit der USB-C-Schnittstelle noch einen vierten Kanal. Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Lautsprechers, wo auch ein XLR-Ausgang vorhanden ist.
Auf der Vorderseite befinden sich kompakt unter dem Lautsprecher alle benötigten Bedienelemente: Lautstärkeregler für alle drei Kanäle sowie ein Master-Equalizer für Bässe und Höhen.
Einen Master-Lautstärkeregler gibt es nicht. Ebenso fehlen leider getrennte Equalizer für die einzelnen Kanäle. Mit Blick auf die Kompaktheit und Einfachheit des Yamaha Stagepas 100BTR 2 wäre das wohl auch schwierig unterzubringen gewesen.
Der Standfuß des Lautsprechers ermöglicht eine vertikale Ausrichtung und verfügt auf beiden Seiten über ein Feststellrad, mit dem sich die gewählte Position zuverlässig sichern lässt. Auf der Unterseite des Standfußes befindet sich ein 3/8-Zoll-Gewinde, über das der Lautsprecher auf ein passendes Stativ geschraubt werden kann. So lässt sich der Yamaha Stagepas 100BTR 2 auf Ohrhöhe des Publikums positionieren.
Netzteil
Ich hatte eingangs bereits erwähnt, dass Yamaha leider kein passendes Netzteil beilegt. Im Handbuch steht, der Yamaha Stagepas 100BTR 2 sei mit handelsüblichen Ladegeräten kompatibel. Das entspricht jedoch nur teilweise der Wahrheit. Ich habe mindestens sechs verschiedene Ladegeräte ausprobiert, vom kleinen Handy-Ladegerät bis hin zum großen MacBook-Pro-Ladegerät. Keines davon hat funktioniert.
Erst mein letzter Versuch war erfolgreich. Das 65-W-Ladegerät meines alten Asus-ROG-Strix-Gaming-Smartphones hat den Yamaha Stagepas 100BTR 2 schließlich geladen. Das war für mich im Test ein erhebliches Problem, da ich zunächst davon ausging, dass der Lautsprecher defekt sei, denn schließlich war ich der Meinung, handelsübliche Netzteile zu besitzen.
Beim Kauf sollte man daher unbedingt darauf achten, bereits ein geeignetes Netzteil zu besitzen. Andernfalls muss ein Netzteil beschafft werden, das den Spezifikationen entspricht. Ich hätte mir von Yamaha gewünscht, dass dem Yamaha Stagepas 100BTR 2 ein passendes Ladegerät beiliegt.
Praxistest
Nachdem ich den Yamaha Stagepas 100BTR 2 zum Laufen gebracht hatte, testete ich zunächst die USB-C-Schnittstelle mit meinem MacBook. Das funktionierte erfreulich unkompliziert. Der Lautsprecher wurde sofort erkannt und ich konnte das neue Audiogerät direkt in den Systemeinstellungen auswählen.
Die Lautstärke der USB-Schnittstelle wird übrigens vollständig über das Endgerät und nicht am Yamaha Stagepas 100BTR 2 geregelt.
Allgemeiner Musik- und Klangtest
Für den ersten Test spielte ich etwas Musik ab, um den Klang des Lautsprechers zu beurteilen. Für seine Größe klingt der Yamaha Stagepas 100BTR 2 recht ausgewogen, ist aufgrund seiner kompakten Bauweise aber natürlich kein König im Bassbereich. Für meinen persönlichen Geschmack würde ich die Bässe im Equalizer leicht anheben und die Höhen etwas absenken.
Auch die Lautstärke und das Abstrahlverhalten habe ich direkt getestet. Der Yamaha Stagepas 100BTR 2 erreicht maximal 120 dB SPL und spielt damit bereits sehr laut. Diese Lautstärke bleibt auch über einige Meter erhalten, im Bassbereich lässt die Wirkung jedoch schnell nach.
Mit seinem breiten Abstrahlwinkel von 90 × 90 Grad lässt sich eine recht große Fläche beschallen. Deutliche Klangveränderungen nahm ich beim Hin- und Hergehen vor dem Lautsprecher erst wahr, als ich mich weit zu einer Seite des Yamaha Stagepas 100BTR 2 bewegte.
Die Verbindung über Bluetooth funktionierte genauso problemlos wie über die USB-C-Schnittstelle. Auf den Klang hatte die Bluetooth-Verbindung keinen hörbaren Einfluss. Ob sich die USB-C-Schnittstelle und die Bluetooth-Verbindung parallel nutzen lassen, habe ich nicht überprüft. Mir fällt allerdings auch kein Szenario ein, in dem das nützlich wäre.
Mikrofon
Nach dem allgemeinen Musik- und Klangtest widmete ich mich den beiden ersten Kanälen des Yamaha Stagepas 100BTR 2. Zunächst schloss ich mein Austrian Audio OD303, ein dynamisches Mikrofon mit Supernierencharakteristik, an den Yamaha Stagepas 100BTR 2 an. Im Karaoke-Stil spielte ich einen Song ab und sang dazu. Das funktionierte grundsätzlich hervorragend. Allerdings vermisste ich sofort eine eigene Klangregelung für den Mikrofonkanal.
Das Mikrofon setzte sich grundsätzlich gut durch, doch aufgrund des Nahbesprechungseffekts hätte ich die Bässe gerne abgesenkt oder einen Low-Cut gesetzt. Wer auf eine Klangbearbeitung der einzelnen Kanäle angewiesen ist, muss ein kleines Mischpult vorschalten. Das stellt aufgrund der XLR-Klinken-Kombibuchsen und des schaltbaren Line-Pegels beider Kanäle kein Problem dar.
Rückkopplungen traten mit dem Mikrofon erst bei sehr hohen Lautstärken auf und auch nur dann, wenn ich direkt mit dem Mikrofon vor dem Lautsprecher stand.
Akustikgitarre
Zusätzlich schloss ich meine Akustikgitarre an den zweiten Kanal an, um auch hier den Klang und die Rückkopplungsfestigkeit zu testen. Klanglich wurde ich nicht enttäuscht. Der Yamaha Stagepas 100BTR 2 gab alles ausgewogen und mit ausreichender Lautstärke wieder.
Wie zu erwarten, traten bei der Akustikgitarre aufgrund des großen Klangkörpers schneller Rückkopplungen auf als beim Mikrofon. Allerdings geschah auch das erst bei Lautstärken, die ich in geschlossenen Räumen bei einem Live-Einsatz wahrscheinlich nicht nutzen würde.
Beim Einstellen des Kanals hätte ich mir allerdings eine Clip-LED oder eine Pegelanzeige gewünscht. Durch den relativ hohen Ausgangspegel des Vorverstärkers meiner Gitarre kam es zunächst zu deutlichem Clipping. Ich musste etwas experimentieren, um den passenden Ausgangspegel an der Gitarre einzustellen.
Mikrofon und Gitarre harmonierten im Test gut mit dem Yamaha Stagepas 100BTR 2 und ließen sich in der Lautstärke gut aufeinander abstimmen. Für den vorgesehenen Einsatzzweck, zum Beispiel für Straßenmusik oder als kleiner Verstärker bei einer Session, sind die Lautstärkereserven des Yamaha Stagepas 100BTR 2 meiner Meinung nach ausreichend.

































Nicht uninteressant, ich schaue mich gerade nach solchen transportablen, akkubetriebenen Mini-PA-Boxen um, für den Fall, dass mein alter Yamaha THR10 nicht ausreicht. Positiv finde ich den HiZ Anschluss, das haben nicht alle, da könnte ich dann auch direkt meinen Bass anschließen.
Positiv auch, dass alles am Gerät selber einstellbar ist und keine App benötigt wird.
Fehlende Klangregelung pro Kanal ist schon schade, da würde ich mir noch eine “Pro” Version wünschen mit etwas mehr Regelmöglichkeiten, auch wenn dass dann etwas mehr kosten würde.
Was wären so die alternativen, wenn ich eine transportable (Fahrrad!) Akkubox mit mindestens zwei Kanälen, inklusive Hi-Z, einfache Klangregelung möglichst ohne App für Mikro, Akustikgitarre oder Bass brauche? Muss nicht mit einer vollen Band mithalten können, mehr so für Akustik outdoor Sessions mit ein paar Instrumenten, Cajons etc.
Zum Ladeproblem: wenn dort auf der Geräterückseite steht, dass “60 W“ Ladeleistung notwendig sind, na – dann wird’s mit einem USB-Telefon-Lader’chen sicher nix … denn die haben ja 5 V und nur unterhalb etwa eines Amperes.
In der Bedienungsanleitung steht ja laut & deutlich, dass etwa 20 V und mindestens 3 A (zusammen ergibt das eben diese 60 W) notwendig sind, um den eingebauten Akku zu laden. Wobei 60 W oder (siehe Bedienungsanleitung) sogar bis zu 100 W über einen solchen Stecker schon reichlich Saft darstellt, was sich vielleicht sogar in einer gewissen Wärmeentwicklung zeigen dürfte …
Allerdings haben ja viele Laptop-Lader so etwa 18-19 V und auch etwa 3 (oder sogar mehr) Ampere – so dass ein solcher Lader eigentlich funktionieren sollte . . . (wenn er denn diesen USB-3-Stecker hat . . . !
Ich finde es schon fast schäbig der ja sonst wirklich exzellenten Firma YAMAHA; dass man den Kunden quasi ‚alleine lässt‘ mit dem ja essentiellen Zusatzgerät, dem Lader – ohne den das Gerät ja nicht funktioniert.
Da dieser auch etwas speziell ist (s.o.), sollte ein solch wichtiges Ladegerät wirklich ‚im Paket‘ enthalten sein – auch wenn Thomann dann einen solchen Lader gleich als (eben ‚optionales‘) Zubehör mit anbietet; der ist natürlich auch nicht gerade sehr günstig, so dass dann der Gesamtpreis nochmals etwas höher wird.
Yamaha-Leute – was habt ihr euch denn bei dieser fragwürdigen Entscheidung gedacht (wenn überhaupt) . . .
@Nvelope 2014 wurde Power Delivery 2.0 mit USB-C spezifiziert. Schon ne Weile her.
Es wurde folgendes definiert
5V 3A
9V 3A
15V 3A
20V 2.25A
20V 3A
20V 5A
Somit sind 60W oder 100W über USB C (mit dem richtigen Kabel) wirklich nichts neues.
Wer mehr wissen will, auch über die neueren Standards PD 3.0 und PD 3.1: https://www.tomshardware.com/peripherals/usb/the-usb-power-delivery-pd-specification-everything-you-need-to-know-about-usb-pd
Was die Netzteile bereitstellen steht oft sehr klein gedruckt drauf.
Oder man achtet bei der Bestellung auf die Spezifikationen.
zum Beispiel: https://m.media-amazon.com/images/I/81zgGtQbpIL.pdf
Ich habe genung USB C Netzteile, auch für hohe Leistungen und gerade die modernen GaN Netzteile sind geradezu winzig im Vergleich zu den Ziegelsteinen der Notebooks.
Und preiswert.
Im ersten Moment dachte ich mir, ja, die kleine Box ist interessant. Doch dann habe ich gelesen, dass bei dem Preis nicht mal ein Ladegerät inbegriffen ist. Ein NO GO! Zudem ist die Lösung eines einzigen EQ’s für alle drei Kanäle mehr als unpraktisch. Schade, da wäre mMn mehr drin gewesen.