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Test: Zivix Jamstik Core, MIDI-Gitarre

Kann MIDI, kann Gitarre. Macht glücklich.

1. März 2026
Zivix Jamstik Core Aufmacher

Zivix Jamstik Core MIDI-Gitarre

Die Jamstik Core ist eine kompakte, reisefreundliche E-Gitarre mit integrierter MIDI-Funktionalität. Sie lässt sich sowohl wie eine normale E-Gitarre spielen als auch als MIDI-Controller für Software-Instrumente, DAWs und Synthesizer nutzen.

Kurz & knapp

Was ist es? Zivix Jamstik Core, kompakte E-Gitarre mit integrierter MIDI-Funktion und USB-/TRS-Anbindung für DAWs und Synthesizer.

  • Integriertes MIDI: Kein externer Wandler oder 13-Pin-Kabel nötig – MIDI direkt aus der Gitarre via USB-C oder TRS.
  • Schnelles Tracking: Sehr geringe Latenz und saubere Polyphonie machen das Instrument studiotauglich.
  • Drei Modi: Single-Channel, Multi-Channel und MPE ermöglichen flexible Setups bis hin zu polyphoner Expression.
  • Hybrid-Konzept: Analoger Humbucker plus MIDI-Out erlauben paralleles Arbeiten mit Amp-Sound und Software-Instrumenten.
  • Kompakt & mobil: Reisegröße, Akku-Betrieb und Creator-Software machen die Jamstik Core zum flexiblen Produktionswerkzeug.
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Zivix Jamstik Core

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Zivix Jamstik Core – was ist das und für wen?

Die Jamstik Core MIDI‑Gitarre ist im Grunde die moderne Antwort auf das alte MIDI-Gitarren-Thema. Statt nachgerüstetem Hex-Pickup, Spezialkabel und externem Wandler bekommt man hier ein kompaktes, eigenständiges Instrument, das MIDI direkt integriert hat. Per USB-C oder TRS-MIDI-Adapter verbindet sich die Jamstik Core mit der DAW, einem Synthesizer oder der mitgelieferten Software. Das Handling ist also schon mal eleganter als bei den bekannten, klassischen Lösungen von Roland, bei denen immer eine der geliebten Gitarren umgebaut werden musste.

Zivix Jamstik Core full

Die Zivix Jamstik-Reihe umfasst insgesamt vier Modelle unterschiedlicher Preisklassen. Vom hier getesteten Modell Jamstik Core, dem günstigsten der vier Varianten, über die Ausführungen Standard und Deluxe bis hin zur deutlich teureren Strandberg-Gitarre mit integrierter Jamstik-Technologie. Wer also MIDI-Daten per Gitarre aufzeichnen möchte oder einfach seinen Gitarrensound mit einer fetten Schweineorgel doppeln möchte, der kommt hier auf seine Kosten.

Facts & Features

Die Jamstik Core MIDI-Gitarre verfügt über einen auf ¾ der normalen Strat-Größe geschrumpften Korpus aus Pappel, einen eingeschraubten Hals aus Ahorn mit voller 648-mm-Fender-Mensur und 22 Bünden. Der Steg wirkt wie eine verkürzte „Telecaster-Wanne“ mit sechs Einzelreitern, am Kopfende finden wir sechs Locking-Mechaniken. Das kommt dem Zweck der Jamstik Core entgegen, da für korrektes Tracking der gespielten Noten eine einwandfrei gestimmte und verstimmungssichere Gitarre unabdingbar ist. Auch die teureren Modelle verfügen nicht über ein Vibratosystem.

Zivix Jamstik Core Hexaphonic Pickup

Der hexaphonische Pickup der Jamstik Core Gitarre in trauter Eintracht mit dem „normalen“ Humbucker

Der Hals verfügt über ein vertraut wirkendes C-Profil, der Hals-Korpus-Übergang ist ergonomisch abgerundet. Am Steg sitzt ein Humbucker aus eigener Fertigung, über den es leider keinerlei Informationen gibt. Geregelt wird ausschließlich die Lautstärke. Die Ausgabe des analogen Gitarrensignals erfolgt über eine herkömmliche 6,3 mm Klinkenbuchse an der unteren Zarge.

Die Jamstik Core ist zunächst einmal eine vollwertige E-Gitarre mit vertrauter Ergonomie. Saubere Verarbeitung, nichts klappert, nichts wirkt wie ein Prototyp aus dem 3D-Drucker. Der entscheidende Unterschied zur herkömmlichen Gitarre liegt im Inneren. Hier arbeitet ein hexaphonischer Pickup mit integriertem MIDI-System (600 MHz High-Speed DSP MCU mit einer Latenz unter 10 ms), das die Tonhöhe pro Saite analysiert und direkt als MIDI ausgibt. Wahlweise via USB-C oder TRS, für beide Varianten liegt entsprechendes Zubehör bei.

Einen kleinen Schalter habe ich noch vergessen zu erwähnen, der ist entscheidend dafür, was das Instrument nun an Controller-Daten liefert. Drei Modi stehen zur Auswahl:

  • I Single-Channel
  • II Multi-Channel
  • III MPE
Zivix Jamstik Core Switch

Dreiweg-Schalter mal anders: Die drei MIDI-Modes werden über den kleinen Switch aufgerufen

Im Single-Channel-Mode werden alle erzeugten MIDI-Daten auf einem MIDI-Kanal ausgegeben. Multi-Channel dagegen gibt jede Saite als einzelnen Kanal aus, womit zum Beispiel ein Bass auf die E- und A-Saite gelegt werden kann und die übrigen vier Saiten einen Pianosound steuern.

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MPE steht für „MIDI Polyphonic Expression“ und benötigt ein paar Kanäle mehr. Bei MPE handelt es sich um einen relativ jungen MIDI-Standard, der es ermöglicht, dass Hard- und Software-Hersteller an einem Strang ziehen. Kurz zusammengefasst sieht das so aus (Nerdstuff incoming):

  • Soweit möglich, wird jeder erklingenden Note zwischen ihrem Note-on- und Note-off-Zeitpunkt vorübergehend ein eigener MIDI-Kanal zugewiesen. Dadurch können Control-Change- und Pitchbend-Befehle an diese bestimmte Note gesendet werden.
  • Eine registrierte Parameternummer wird verwendet, um den Bereich der Kanäle festzulegen, die zum Senden oder Empfangen von Noten verwendet werden. Zwei Befehle steuern die Aufteilung des MIDI-Kanalraums in Unterbereiche, sogenannte Zonen, sodass auch mit nur einer physischen MIDI-Schnittstelle multitimbrales Spielen möglich ist.
  • Wenn in einer Zone mehr aktive Noten als verfügbare Kanäle vorhanden sind, müssen sich zwei oder mehr Noten denselben Kanal teilen. Unter solchen Umständen werden alle Noten weiterhin erklingen, können jedoch nicht mehr einzeln gesteuert werden. Jede Zone verfügt über einen eigenen zusätzlichen Kanal, den sogenannten Master-Kanal, der allgemeine Informationen wie Programmwechsel-Meldungen, Pedaldaten und die allgemeine Tonhöhenbeugung überträgt. Diese Meldungen gelten für die gesamte Zone.
  • Die MPE-Spezifikation definiert auch, wie Pitchbend-, Aftertouch- und CC-Meldungen zu behandeln sind, um maximale Interoperabilität zu gewährleisten.

(Quelle: Midi.org)

Zivix Jamstik Core Elektrik

Das Innenleben mit der Platine, auf der ein Prozessor arbeitet

Ein gut 2,5 m langes, hochwertiges USB-C-Kabel und ein TRS‑MIDI‑Adapter dienen dem Anschluss an Computer oder Synthesizer. Außerdem liegen zwei Inbusschlüssel, ein Plektrum und ein Strap-Lock mit Kabelführung für den hinteren Gurtpin bei.

Die Jamstik Creator Software

Möchte man zunächst mal ein wenig herumprobieren und die Funktionen der Jamstik Core kennenlernen, bietet sich die Jamstik Creator Software an, die man als Besitzer einer Jamstik MIDI-Gitarre kostenlos herunterladen kann. Diese Software läuft standalone, kann aber auch als Plug-in innerhalb einer DAW aufgerufen werden.

Zivix Jamstik Core Creator Software

Die Jamstik Creator Software

Die Software bietet Zugriff auf Synthesizer-Sounds, aber auch auf die Einstellungen des Instruments. Hier kann man festlegen, wie die Creator Software mit der Jamstik MIDI-Gitarre interagiert, so kann etwa die Empfindlichkeit des Triggers für alle Saiten getrennt eingestellt oder ein Open-Tuning programmiert werden. Hierzu muss sich die Jamstik Core MIDI-Gitarre im MPE-Modus befinden.

Ein paar typische Synth-Sounds sind ebenfalls Teil der Software. Diese können nach Belieben editiert und mit Effekten versehen werden. Auch Makros können hier erzeugt werden, mit deren Hilfe man später mehrere Parameter gleichzeitig beeinflussen kann.

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Mehr Informationen

Jamstik Core und DAW

Selbstverständlich kann die Jamstik Core-Gitarre auch als Eingabegerät für die DAW agieren. Will man hier den MPE-Mode nutzen, muss die DAW das unterstützen. Die Liste der MPE-fähigen DAWs ist relativ lang und sollte kaum einen User vergessen:

  • Bitwig Studio
  • Apple Logic Pro
  • Ableton Live (ab Version 11)
  • Steinberg Cubase
  • PreSonus Studio One
  • Reaper
  • MOTU Digital Performer
  • Tracktion Waveform
  • GarageBand (macOS)

FL-Studio und ältere Versionen von ProTools und Reason können das nicht.

Wie oben schon angemerkt, kann die Creator-Software auch innerhalb der DAW genutzt werden, aber hier steht einem dann natürlich auch die große, weite Welt der Plug-in-Synths offen, was einen als Neuling in diesem Universum zunächst völlig überfordern kann, aber auch jede Form der bisherigen, kreativen Begrenzung sprengt.

Zivix Jamstik Core Locking Tuner

Die Praxis

Das Setup der Jamstik Core MIDI-Gitarre ist vorbildlich, so dass bei ordnungsgemäß gestimmter Gitarre der Spaß direkt losgehen kann. Ein bisschen Eingewöhnung ist nötig, denn nicht alle Spieltechniken funktionieren von Anfang an, und schnell merkt man, wo die eigenen Schwächen in der Technik liegen. Akkurater Anschlag und saubere Grifftechnik sind unabdingbar. Wer meint, er könnte jetzt mal schnell eine Paganini-Etüde mit Geigensound frickeln oder Late-Night-Barjazz am Piano hinlegen, sollte beachten, dass nicht nur das Eingabeinstrument ein anderes ist, sondern dass auch andere Virtuosen an anderen Instrumenten irgendwann geübt haben.

Zivix Jamstik Core Neck Joint

Lockeres Spiel auch in den oberen Lagen

Was das Tracking angeht, ist sie die mit Abstand schnellste MIDI-Gitarre, die ich je in der Hand hatte. Das Konzept aus Onboard-Prozessor und USB-Direktverbindung geht auf. Die Kommunikation mit der DAW funktioniert zuverlässig. Notations-Software, die MIDI-Eingabegeräte unterstützt, kann ebenfalls mit der Jamstik Core zusammenarbeiten. Eine Software wie zum Beispiel Guitar Pro, die derzeit noch keine Echtzeit-MIDI-Implementierung unterstützt, erfordert nach der Note-für-Note-Eingabe jedoch Nachbearbeitung bei Spieltechniken wie Hammer-ons, Pull-offs, Slides oder Vibrato.

Im Folgenden möchte ich mit ein paar Soundfiles demonstrieren, was ohne lange Spielpraxis mit einer MIDI-Gitarre als Eingabegerät möglich ist. Natürlich hätte ich hier die Möglichkeit, die MIDI-Events nachträglich zu bereinigen und zu verschönern, habe das aber in allen folgenden Beispielen außer dem letzten mit Absicht nicht getan.

Was wir nicht vergessen dürfen, ist die ganz normale Gitarrenfunktion. Schließlich hat der Hersteller nicht ohne Grund einen Humbucker eingebaut. Was der so kann, hört ihr hier. Ein wenig steril klingt er ja, so für sich allein, ist aber „zweckmäßig“.

Richtig Spaß macht das Doppeln von Gitarrenparts mit etwa einem Synth oder einer Orgel:

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Klangbeispiele
Fazit

Die Zivix Jamstik Core ist eine der derzeit elegantesten Lösungen für das alte MIDI-Gitarren-Thema: integriertes MIDI, schnelles Tracking und keine Zusatz-Hardware. In Verbindung mit USB arbeitet sie absolut studiotauglich, MPE erweitert das Ausdrucksspektrum deutlich. Wer sauber spielt und weiß, was eine MIDI-Gitarre leisten kann, bekommt hier ein durchdachtes, praxisnahes Produktionswerkzeug, das dank der kompakten Bauweise des Core-Modells auch als Reisegitarre eine gute Figur macht.

Plus

  • schnelles und präzises Tracking
  • integriertes MIDI ohne externen Wandler
  • MPE-Unterstützung
  • USB- und TRS-MIDI-Anbindung
  • kompakte Bauform mit voller Mensur
  • zuverlässige DAW-Integration
  • saubere Verarbeitung

Minus

  • interner Humbucker klanglich eher zweckmäßig

Preis

  • 795,- Euro
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Über den Autor
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Jan Steiger RED

1972 geboren, von der Gitarre Anfang der 80er gefunden worden. Im Team von Amazona seit 2018, immer neugierig auf neues Equipment und froh, so viel neues Zeug ausprobieren zu dürfen. Bekennender Kemper-Fan und InEar-Fanatiker. Save your ears, you crazy fools!

 

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    pootnik

    Laut einem Artikel auf Vguitarforums.com soll sich hier um Fishmann (Tripleplay) Hardware handeln. Es stellt sich damit die Frage für mich: Soll ich lieber eine meiner lieblings-Gitarren mit Fishmann Tripleplay aufrüsten?

    • Profilbild
      Jan Steiger RED

      @pootnik Gute Frage! Darauf wird Zivix natürlich keine Antwort liefern, laut deren Homepage ist es eine Eigenentwicklung. Wenn der Fischmän natürlich genauso exakt arbeitet und im Zweifel sogar baugleich ist, wäre die eigene Gitarre natürlich mein bevorzugter Sparringspartner. Guter Input für einen Vergleichstest 😎

  2. Profilbild
    RoGo541

    Super Test!
    Habe mir zum Vergleich auch mal die beiden anderen Varianten angeschaut, wobei die Standard- und Luxusvarianten sich anscheinend nur im Material/Verarbeitung unterscheiden. Im Vergleich zur hier getesteten Core ist der Korpus 1/1 und nicht 3/4 (und auch 24 anstatt 22 Bünde), 2 Humbucker mit 3fach Umschalter, Tone und Volumeregler , kein Midi-Umschalter wie bei Core, eingebauter Akku (Core nur USB-Buspowered) und Bluetooth Midi. Mehrpreis Standard zur Core ca. 400€. Bin echt am überlegen …

    • Profilbild
      Jan Steiger RED

      @RoGo541 Danke 😀
      Ja, die anderen Modelle sind größer und klanglich als „Normalgitarre“ natürlich vielseitiger. Der Akku ist ganz reizvoll bei den größeren Modellen. Bluetooth-MIDI soll, Gerüchten zufolge, mit Latenzen zu kämpfen haben. Werde wohl mal eine für einen Test ordern.

    • Profilbild
      chardt AHU

      @RoGo541 Zuerst war ich auch etwas interessiert: Strat mit Hardtail, minimalistischer Schaltung und MIDI – lecker! Aber leider Pappel-Korpus. Naja, gibt ja noch andere Modelle. Aber das Standard-Modell hat ebenfalls Pappelkorpus, erst die Deluxe-Variante (1600 €) verwendet Esche. Schade. Also doch lieber eigene Gitarre mit MIDI nachrüsten.

  3. Profilbild
    dAS hEIKO AHU

    Das Thema MIDI + Gitarre ist spannend, aber auch nicht neu.
    Derweil Gitarristen idR eine besondere Bezeihung zu IHREM Instrument pflegen, weiß ich nicht, ob von der ohnehin kleinen Zielgruppe sich viele dagegen entscheiden, weil man die eigene Klampfe nutzen möchte.
    Soviel ich weiß, haben die legendären Guitar2MIDI converter von Bluechip/Axon auch schon Fishmänner genutzt. Und die sollen hervorragend funktioniert haben…aber Konkurrenz war ohnehin selten wie Einhörner.

    Technisch spannend – vermarktungstechnisch gewagt.

  4. Profilbild
    Paradiddle

    Ich habe vor 40 (!) Jahren einen 5-Saiter Wal Midi Bass gekauft. Latenz war auf allen Tonhöhen schon damals nur 4 ms.
    Das System arbeitete mit 5- fach unterteilten Bundstäbchen als Trigger.
    Dieses System aus Australien gibt es noch heute, auch für Gitarre z.B. die Solange Midi Guitar. Die Firma heißt Industrial Radio und hat da System noch weiter entwickelt.
    Ebenso gibt es von Rorguitars ( Rob OReilly) aus Irland ein ähnliches System. Die Teile kosten ab 2900 bzw.
    3900 Euro ohne Mehrwertsteuer. Sehr teuer aber super zuverlässig und Latenz ist mit diesen neuen
    Systemen, die jetzt noch schneller sind als damals, kein Thema mehr.

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