ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Zoom MS-70CDR+, Multieffektgerät für E-Gitarre

Effektiv auch in den Abmessungen!

7. Juli 2026
Zoom MS-70CDR+ Aufmacher

Test: Zoom MS-70CDR+

Der Zoom MS-70CDR+ ist ein kompaktes Multi-Effektpedal, das sich auf Modulation, Delay und Hall spezialisiert hat und mit über 149 Effektalgorithmen eine bemerkenswerte Bandbreite im Pedalgehäuse bündelt. Das Gerät richtet sich an Gitarristen und Bassisten, die ohne tonnenschweres Rack-Equipment auskommen wollen. Des Weiteren dürften auch Keyboarder hier fündig werden.

Kurz & knapp

Worum geht es? Der Zoom MS-70CDR+ ist ein kompaktes Multi-Effektpedal für Modulation, Delay und Reverb, das 149 Effekte, Stereo-Betrieb und erstaunlich hohe Klangqualität zu einem sehr attraktiven Preis bietet.

  • Effektvielfalt: 149 Algorithmen aus den Bereichen Chorus, Delay, Reverb und Spezialeffekte in einem einzigen Pedal.
  • Stereo: True-Stereo-Signalweg mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten für Gitarristen, Bassisten und Keyboarder.
  • Bedienung: Farbdisplay, vier Regler und übersichtliche Navigation erleichtern die Praxis deutlich.
  • Flexibilität: Netzteil-, USB-C- oder Batteriebetrieb machen das Pedal zum idealen Travel-Begleiter.
  • Preis-Leistung: Klangqualität und Ausstattung bewegen sich deutlich über dem, was man für rund 137,- Euro erwarten würde.
Bewertung

Zoom MS-70CDR+

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors
Affiliate Links
Zoom MS-70CDR+
Zoom MS-70CDR+
Kundenbewertung:
(54)

ANZEIGE

Zoom MS-70CDR+ – Vorgezogenes Fazit

Man muss es so sagen: Wer für knapp 169 Euro ein Effektpedal kauft, das klanglich in Regionen vordringt, die man eher von Geräten der doppelten bis dreifachen Preisklasse kennt, der hat entweder großes Glück gehabt oder tatsächlich etwas richtig gemacht. Der MS-70CDR+ ist der mit einigen Funktionen erweiterte Nachfolger des seit über einem Jahrzehnt bewährten MS-70CDR, der in Shoegaze- und Ambient-Kreisen regelrecht Kultstatus genießt.

Für wen ist das Gerät geeignet? Für den Gitarristen, der auf der Bühne oder im Proberaum eine kompakte Lösung für Modulations-, Delay- und Halleffekte sucht, ohne ein halbes Dutzend Einzelpedale schleppen zu wollen. Für den Keyboarder, der seinen Stereoweg sinnvoll und preiswert erweitern möchte und ggf. auch für den erfahrenen Studiogitarristen, der im Handgepäck ein Travel-Setup mitführt, das dennoch ausreichenden Ansprüchen genügt. Wer hingegen MIDI-Synchronisation oder einen integrierten Looper sucht, schaut hier in die falsche Vitrine.

Zoom MS-70CDR+ Aufsicht 01 auf Steinplatte

Konzept & Hintergrund

Die 1983 gegründete japanische Firma Zoom hat über die Jahrzehnte eine erstaunliche Beharrlichkeit bewiesen, wenn es darum geht, maximale Funktionalität in minimierten Gehäusen unterzubringen. Seit dem 1990 vorgestellten Zoom 9002, einem ultrakompakten Multieffektprozessor, der sich am Gitarrengurt befestigen ließ, zählt das Unternehmen zu den Marktführern im Bereich digitaler Audiobearbeitung. Die MultiStomp-Linie, mit dem MS-50G 2012 gestartet, ist das konsequente Resultat dieser DNA.

Der MS-70CDR+ ist nun die dritte Generation des modulationsfokussierten Vertreters dieser Familie. Gegenüber dem Vorgänger hat sich einiges getan. Waren es beim Original noch 86 Effektemulationen, zählt man beim Plus-Modell ambitionierte 149. Die Anzahl der Speicherplätze wuchs von 50 auf 100, die mitgelieferten Presets von 40 auf 80. Dazu kommen ein vierter Drehregler statt vorher drei, sowie ein farbcodiertes LC-Display, das je nach gewählter Effektkategorie die Hintergrundbeleuchtung wechselt. Auf schummrigen Bühnen ist das kein Gimmick, sondern echte Arbeitserleichterung.

Zoom MS-70CDR+ im Einsatz 01 auf Bühne

Verarbeitung & Haptik

Ich persönlich liebe Produkte, die sich wertig anfühlen und über praxisgerechte Details verfügen, an denen man erkennt, dass sich jemand bei der Entwicklung Gedanken gemacht hat. Beides trifft beim Zoom MS-70CDR+ zu, sodass mir das Pedal bereits im Vorfeld ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Da wäre zunächst das Gehäuse, das es schafft, Langlebigkeit, Praxisnähe und Design in einem Paket unterzubringen. Mit ein wenig Geschick ist es tatsächlich möglich, die vier Druckschalter um den On/Off-Schalter herum mit dem Fuß zu betätigen, wenngleich Schuhgröße 47 hier naturgemäß in eine ergonomische Diskussion führt, die Zoom für sich allein lösen muss.

ANZEIGE

Im Gegenzug sind die vier Drehregler versenkt angebracht, sodass sie mit demselben Fuß nicht im gleichen Atemzug von der Platine gerissen werden. Kleine Kunststoffringe sorgen für eine kratzfreie Montage der Buchsen. Zwei breite Gummistreifen mit einer sinnvollen Mischung bezüglich der Härte sorgen auch auf glatten Flächen für sehr guten Halt. An solchen Details erkennt man dann auch die Erfahrung, die Zoom in den letzten fünf Dekaden gesammelt hat.

Dazu die Möglichkeit des Batteriebetriebs mit bis zu sieben Stunden Laufzeit über zwei AA-Zellen und mein persönlicher Favorit, der versenkt angebrachte Netzstecker. Wer sich jetzt fragt, warum ich mich über eine versenkte Netzsteckerbuchse freue, möge sich folgende Situation vorstellen. Die üblichen Netzstecker der Stromversorgung, seien es die abgewinkelten oder vor allem die geraden, haben alle das gleiche Problem. Wird versehentlich am Kabel oder am Stecker gezogen, entsteht ein vergleichsweise mächtigen Hebel, der die zumeist leicht zu beschädigende Buchse entweder verbiegt oder zumindest die Kontakte belastet.

Durch die versenkte Buchse wird diese Hebelwirkung vom Stecker auf das Anschlusskabel überführt, das durch seine Flexibilität die Krafteinwirkung besser abfedern kann. Alternativ zur Batterie oder dem Netzteil lässt sich das Gerät auch per USB-C mit Strom versorgen – praktisch für alle, die ohnehin eine Powerbank verwenden.

Zoom MS-70CDR+ Aufsicht 02 auf Steinplatte

Bedienung

Rund um den Fußschalter sind vier Kontaktpunkte angeordnet, über die sich Patches (Memory, oberhalb des Schalters) sowie die Effekte innerhalb der Patches (Scroll, unterhalb) anwählen lassen. Die vier beschrifteten Drehregler mit zusätzlicher Push-Funktion verändern beim Drehen die Parameter und öffnen beim Druck die Effektauswahl oder das Systemmenü mit weiterführenden Einstellungen zur Signalkette und Grundkonfiguration. Die Bedienung geht im Vergleich zum Vorgänger spürbar zügiger von der Hand, zumal der vierte Regler längst überfällig war.

Das farbcodierte Display informiert über den aktuell angewählten Effekt. Jede Effektkategorie erhält eine eigene Farbe, sodass man anhand der Hintergrundbeleuchtung schon von Weitem erkennt, womit man es gerade zu tun hat. Für den Start empfehlen sich die von Zoom bereitgestellten Effekt- und Patch-Listen als PDF. Ohne diese tastet man sich durch 149 Algorithmen eher wie durch eine unbeleuchtete Dunkelkammer.

Wer iOS nutzt, kann das Pedal per USB-C mit iPhone oder iPad verbinden und via „Handy Guitar Lab for MS-70CDR+“ extern editieren. Eine bequeme Option, allerdings keine Pflichtübung. Das Gerät lässt sich auch ohne App vollständig editieren.

Zoom MS-70CDR+ im Einsatz 02 auf Bühne

Klang

Klanglich bietet der Zoom MS-70CDR+ eine stattliche Auswahl an Presets, die klanglich zum Teil sogar deutlich besser klingen, als es der Verkaufspreis erwarten lässt. Bei 43 Modulationssounds, 29 Delays und 33 Hall-Varianten, obendrauf 44 weiteren Effekten, sollten auch für ambitionierte Ansprüche keine Wünsche offen bleiben. Interessant ist, dass der MS-70CDR+ einige Algorithmen exklusiv liefert, die man im geschwisterlichen MS-50G+ vergeblich sucht. Darunter befindet sich auch ein Modell des legendären Boss CE-1 Chorus.

Die 24-Bit-Konvertierung und 32-Bit-Verarbeitung sorgen für eine deutlich rauschärmere Basis. Der gefürchtete „Tone Suck“ älterer Digitalpedale ist hier praktisch nicht vorhanden. Besonders profitieren davon Anwendungen im True-Stereo-Betrieb. Nur wenige Effektgeräte in Pedalform bieten einen echten Stereo-Signalpfad mit separaten Ein- und Ausgängen.

In Kombination mit einem Stereo-Amp-Setup, einem FX-Loop oder direkt am Mischpult lassen sich räumliche Effekte realisieren, die ein Mono-Pedal erwartungsgemäß nicht leisten kann, etwa ein Ping-Pong-Delay mit breitem Stereo-Chorus, der in einen Stereohall aufgeht. Ich bin mir sehr sicher, dass dieses Pedal nicht nur bei Gitarristen auf großes Interesse stoßen wird, bietet es doch aufgrund der True-Stereo-Auslegung auch für Keyboarder viele Einsatzmöglichkeiten.

Bei einer derartigen Masse an Effekten finden sich naturgemäß auch einige, die man selten oder nie braucht. Da die praxisnahen Sounds aber deutlich überwiegen, kann man auch diesem Pedal jede Menge Lob aussprechen.

Zoom MS-70CDR+ Profil Links auf Steinplatte

Kritik

In der Tat fällt die Kritik am Zoom MS-70CDR+ sehr moderat aus. Erwartungsgemäß gestaltet sich die MIDI-Steuerung über den USB-Port bei einem Pedal mit diesen Abmessungen etwas „anstrengender“ als bei Pedalen, die genügend Platz für die entsprechenden Standard-MIDI-Buchsen haben. Es gibt zum Beispiel keinen klassischen MIDI‑THRU, das Pedal ist Endpunkt am USB‑Bus. Zudem ist die Standard‑CC‑Steuerung (z. B. „CC7 = Volume“) nicht offiziell dokumentiert.

Die weitergehende Steuerung erfolgt primär über SysEx. Auch „True“ MIDI‑Tuner‑Mute ist wie bei großen Multi‑FX nicht vorhanden. So ist das Bypass/Silent‑Tuning nur über interne Funktionen, nicht aber per MIDI mit vollständiger Stummschaltung möglich.

Ebenfalls anzumerken ist, dass das Wechseln zwischen Presets per Fuß für Schuhgrößen jenseits der Norm nicht ganz trivial ausfällt. Die Kreuzschalter rund um den Fußschalter sind kompakt bemessen. Kein K.-o.-Kriterium, aber ein Aspekt, den man im Vorfeld auf der Messe oder im Laden kurz ausprobieren sollte.

Zoom MS-70CDR+ Profil Rechts auf Steinplatte

ANZEIGE
Klangbeispiele
Fazit

Es ist beeindruckend, wie viel Sound der Zoom MS-70CDR+ für so kleines Geld liefert. Gerade für Working-Musicians, die ein möglichst kompaktes Travel-Setup bevorzugen, dürfte das Pedal hochinteressant sein. Wer gerne mit leichtem Gepäck unterwegs ist und vielleicht nur Platz für ein Modulations-, Delay- oder Hall-Pedal hat, sollte sich den MS-70CDR+ unbedingt näher anschauen – und vor allem anhören.

Plus

  • außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • 149 Effektalgorithmen, darunter exklusive Modelle (z. B. Boss CE-1 Emulation)
  • True-Stereo-Signalpfad, selten in dieser Geräteklasse
  • solide, bühnentaugliche Verarbeitung mit durchdachten Details
  • flexibles Stromkonzept: Batterie, Netzteil oder USB-C
  • farbcodiertes Display erleichtert Orientierung auf der Bühne
  • bis zu sechs Effekte gleichzeitig in frei konfigurierbarer Reihenfolge
  • 100 Patch-Speicherplätze, 80 Werkpresets
  • für Gitarristen, Bassisten und Keyboarder gleichermaßen relevant

Minus

  • MIDI-Synchronisation mit kleinen Einschränkungen
  • Bedienung ohne Einarbeitung und Dokumentation zäh
  • Kreuzschalter für große Füße nur bedingt komfortabel
  • App-Steuerung vorerst nur für iOS (iPhone/iPad)

Preis

  • 137,- Euro
Affiliate Links
Zoom MS-70CDR+
Zoom MS-70CDR+
Kundenbewertung:
(54)
ANZEIGE
Affiliate Links
Zoom MS-70CDR+
Zoom MS-70CDR+
Kundenbewertung:
(54)
Über den Autor
Profilbild

Axel Ritt RED

Axel Ritt studierte Musik + Architektur und arbeitet(e) seit nunmehr 40 Jahren als professioneller Musiker und Tonmeister für die Bands JÄST, GRAVE DIGGER, HELLRYDER, DOMAIN und MONSTERGROOVE.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ollo AHU

    Auf das Teil bin grade auch mal wieder gestoßen, weil Thomann aktuell ja auch das MS200D+für 55€ im Sale hat, was das gleiche macht aber eben nur mit diversen Verzerrern ohne andere FX (und das gelbe Gehäuse sieht viel toller aus). Und das graue MS-50G+ ist auch ähnlich, hat aber nur einen Mono-Input.

    Der größte Konkurrent ist finde ich Harley Benton DNAfx GiT Core. Für 89€ bekommt man da auch diverse FX in einem größeren Gehäuse, die Bedienung mit dem besseren Display erscheint mir aber wesentlich komfortabler.

    • Profilbild
      Numitron AHU

      @ollo stimmt.
      danke, wollte mir schon den Vorgänger kaufen..
      bisher das hier leider auch noch nicht.
      die verzerrer sind leider digital meistens nicht besonders.. hatte Mal ein boss twin Pedal mit lauter verzerrern.
      klang zu gut um wahr zu sein.
      ds1, the Rat, tubescreamer, Metal Zone und mehr in einem.
      klang halt nicht so toll.
      lieber analog bei verzerrern.

  2. Mehr anzeigen
Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Wir behalten uns die Löschung von Inhalten vor. Dies gilt insbesondere für Inhalte, die nach unserer Einschätzung gesetzliche Vorschriften oder Rechte Dritter verletzen oder Diffamierungen, Diskriminierungen, Beleidigungen, Hass, Bedrohungen, politische Inhalte oder Werbung enthalten.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X
ANZEIGE X