Test: Steinberg Cubase 7, Digitale Audio Workstation

So sieht die neue Akkord-Spur aus

So sieht die neue Akkord-Spur aus

Ganz harmonisch

Für alle, die gerne an den harmonischen Kontexten ihrer Stücke arbeiten und hier so manche Grenze ausloten wollen, hat Steinberg die Akkord-Spur ins Rennen geschickt. Hier werden die jeweils aktuellen Harmonien angegeben. Das schafft Übersichtlichkeit, denn so kann man jederzeit im Arrangement sehen, wo man sich harmonisch befindet. Manch Einer hat hier eine leere Spur angelegt und für die Akkorde Parts angelegt. Die Part-Namen wurden dann entsprechend der Akkord-Bezeichnungen gewählt – damit ist nun endlich Schluss. Und zieht man die Akkorde aus der Akkord-Spur auf eine Instrumenten- oder MIDI-Spur, werden die Harmonien sofort ausgesetzt. Hier hätte man noch das Vocing (=Lage der einzelnen Stimmen im Satz) etwas mehr ausfuchsen können. Es gibt zwar die Möglichkeit, verschiedene Vocing-Arten vorauszuwählen, aber die Funktion, Akkorde im Kontext „aussetzen“ zu können (Stichwort: Choralsatz), wäre eine Wohltat gewesen. Mit dem Akkord-Assistenten bietet Cubase dem Nutzer die Möglichkeit, harmonische Vorschläge zu unterbreiten. Das ist gut und schön und ein echtes Hilfsmittel für den, der damit umzugehen vermag, aber keineswegs ausgereift oder ausgefuchst. Es fehlt die Option, dem Stück eine Grundtonart zu spendieren (sollte als globale Spur wie Taktart oder Tempo ebenfalls verfügbar werden) und auf Basis derer automatisch eine Kadenz zu erstellen. Derzeit sind nur einzelne Akkorde auf einmal veränderbar. Per Knopfdruck ganze Akkordfolgen ins Arrangement zu zaubern – sowie das reine Kompositions-Tools oft anbieten – kann keine Rede sein, hier sehe ich für die Funktion noch Optimierungsbedarf und eine Chance, richtig zu punkten. Steinberg, macht das bitte, das wird der Hammer!

Hier wird kräftig harmonisch gewerkelt.

Hier wird kräftig harmonisch gewerkelt.

Loudness-Metering

Hier muss man Steinberg loben. Sie haben die Zeichen der R128 erkannt und diese konsequent umgesetzt und nahtlos integriert. (Cubase 6/Nuendo5 Nutzer konnten und können sich ein kostenfreies VST-Plug-in zum R128-Metering herunterladen, bravo!)
Die R128 ist ein neues Aussteuerungsverfahren der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und Pflicht in nahezu allen deutschen und sehr vielen europäischen Fernsehanstalten. Diese Aussteuerungstechnologie verfolgt den Sinn, die Lautheitssprünge zwischen einzelnen Programmteilen (Film –> Werbung –> Film –> nächste Sendung …) auf ein erträgliches Niveau zu bekommen. Dabei wird auf eine neue, stark vom Bisherigen abweichende Art gemessen. Diese Technologie beherrscht Cubase jetzt perfekt und das nahtlos, ohne externes Plug-in. Einziger Verbesserungspunkt wäre hier eine Offline-Analyse – aber das wäre wohl eher was für Nuendo und den Loudnesstrack. Hier reiht sich Cubase in die Gruppe der zukunftsorientierten DAWs ein.

Loudness-Metering

Loudness-Metering

Forum
  1. Profilbild
    Uwe Hollmann

    Hallo Florian,
    ein sehr guter und aufschlussreicher Test. Vielen Dank dafür.
    Absolut meine Meinung treffend ist die Aussage bezüglich der neuen Mix-Konsole. Sehr schön, aber nur grafische und ziemlich überflüssige Spielerei.
    Wie viele andere Neuerungen übrigens auch.
    Ich bereue den Kauf des Updates von 6.5 auf 7.
    Das war und ist viel zu teuer. Da reihen sich die Steinberger (bzw. Yamaha) i leider in die Liste der geldgeilen ein. Schade.
    Was die Akkordspur angeht, so gibt es die Funktion, daß der Akkord angezeigt wird, wenn man die Keyboardtasten drückt, bei Logic schon seit Ewigkeiten, nur eben leider nicht mehr für PC.
    .

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hey AmStrat,

      danke für die Blumen. Allerdings hast Du das mit der Akkordspur wohl ein wenig missverstanden. Dort wird nichts angezeigt, sondern mal legt dort an! Im Keyeditor zeigt Cubase schon ewig (glaube, sogar länger als Logic, kann mich aber irren) den gerade erklingnden Akkord an. :-)

      Viele Grüße
      Florian

      • Profilbild
        Uwe Hollmann

        Hi Florian,
        hatte ich wohl etwas falsch verstanden, die Geschicht mit der Akkordspur.
        Allerdings gibt es die Funktion, von der ich geschrieben habe, definitiv nicht:
        Man drückt auf der Tastatur einen x-beliebigen Akkord (ohne ihn aufzunehmen) und Cubase zeigt an, welchen Akkord man drückt. Macht Logic im Transportfenster. Bei Cubase musst du es vorher aufgenommen haben, erst dann wird es im Editor angezeigt.
        Gruß
        AmStrat

  2. Profilbild
    Mick  AHU

    Aaah, soo!

    Cubase 7 Test, und nur 2 Kommentare !?

    …ein Schelm, der hier an „Filter“ denkt ;-)

  3. Profilbild
    rw1957  

    Sehr guter Testbericht. Danke!

    Ich hab´ Cubase 6 Artist und bin damit zufrieden. Für meinen Bedarf erschließt sich der Mehrwert eines Updates auf Cubase 7 Artist nicht.

    Und für 149 EURO für Artist oder 349 EURO (!) für die hier getestete Vollversion schon gar nicht. Auch wenn Cubase zu den besten DAWs gezählt werden kann, aber die Preise für Updates und Upgrades halte ich für unverschämt.

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hai,

      unverschämt finde ich zu hart gesagt! Alleine die R128-Option ist hier voll(!!!) integriert und würde als Plugin richtig Kohle kosten: http://www.....-metering/

      Aber klar, den 0,5 Schritt von 6 auf 6.5 sich bezahlen zu lassen, und somit wieder einen 0,5 Schritt (von 6,5 auf 7) ich bezahlen zu lassen halte ich auch für klar die falsche Entscheidung!

      Gruß
      Florian

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    Michael Wegmann

    Hallo Florian,

    der FreeFilter, den Steinberg früher mal angeboten hatte, hat es meines Wissens nur in Wavelab gegeben und war auch keine Steinberg-Eigenentwicklung, sondern er kam von Spectral Design, die jetzt für Cube-Tec arbeiten. So gesehen hatte Steinberg nie einen Matching-EQ als Eigenentwicklung.

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hey Sundome,

      das das Freefilter von Spectral Design entwickelt wurde ist richtig, dass es nur in WL zur Verfügung stand leider nicht ;-) (hatte es selbst/habe es selbst)

      Klar kann man spitzfindig sagen, dass das so gesehen ja gar keine Eigenentwicklung war. Nur: Es segelte unter der Flagge von Steinberg, als ist und war es ein Steinbger-Produkt, zumindest teilweise ;-) Ich wollt mit der Erwähnung nur andeuten, dass eingeschlagene Pfade (Freefilter) nicht weiterentwickelt wurden/werden, sondern lieber „neu“ gemacht wird, das ist schade und nicht unbedingt nachhaltig!
      Gruß
      Florian :-)

  5. Profilbild
    Artic

    Ein sehr schöner Test von dir…vielen Dank dafür. Der Test in der Keys war ja eher ein Witz und ich werde mir auch keine mehr kaufen. Amazona ist einfach eine super Seite, bitte weiter so.
    Liebe Grüße

  6. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Dazu kommt noch das bei der neuen Version (7) nicht mal neue/andere Instrumente dabei sind (meines Wissens nach). Da lohnt sich definitiv das warten auf V. 8. Diese Version ist nur dem neuen Windows 8 angepasst worden (cleane Oberflächenoptik, besseres Drag ’n‘ Drop, für Tablets usw.).

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hai,

      also „neue Instrumente“ müssen das auch nicht jedesmal sein! Es gibt soviele VSTi, die mitgeliefert werden, und kaum bzw. gar nicht mehr supportet werden. Die kann mann dann 1-2 Jahre nutzen, dann ist es vorbei, das finde ich Banane, dan lieber so, dass es neue Soundkarten gibt und die VSTis aktuell gehalten werden!!!

      Gruß
      Florian

  7. Profilbild
    0gravity  

    Der Test hat die Neuerungen von Cubase7 m.E. treffend beleuchtet.
    Ich weiß nicht wie viele DAWs es gibt die Kompositionswerkzeuge integriert haben, aber ich finde die Akkordspur DAS Kaufargument für V7, zumindest wenn man sich halbwegs für harmonische Strukturen interssiert.
    Möglicherweise gibt es da Lösungen, die noch mehr können, aber ob die sich dann so gut in meine „normale“ Arbeitsumgebung einbinden lassen, wage ich zu bezweifeln. Außerdem brauche ich keine Software die mir einen fertigen Song auf Knopfdruck auswirft, dafür mache ich ja selber Musik. Aber wenn man z.B. mal eine schöne Akkordfolge gebastelt hat, die nicht bei der Grundtonart endet und selbst nicht gleich zurückfindet, kann man einfach einen Zielakkord eingeben, und sich verschiedene Zwischenstufen vorschlagen lassen.
    Auch die einzelnen Spuren mal eben mit einem Mausklick an eine neue Akkordfolge anzupassen zu können, finde ich ein Hammer-Feature.
    Vielleicht bin ich auch nur so begeistert, weil ich noch nie ein solches Tool zur Verfügung hatte.
    Daher mein Vorschlag: wie wäre es mit einer Marktübersicht oder einem Vergleichstest von Kompositionshilfen?

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Heyho,

      alos ich finde das R128-Feature das Hammerargument, die Akkord-Spur leider nicht, auch nach Deinen Ausführungen. Denn so einfach lässt sie sich NICHT bedienen. Es gibt keinen: Mach mir eine Akkordprogression-Knopf! Du musst erst einen Akkord erzeugen, dann kann dieser verändert werden, auch mit Hilfe des Akkordvorschlags…

      Gruß
      Florian

      • Profilbild
        0gravity  

        Hallo Florian,
        aus Sicht des Profis hast du sicherlich recht. Für dich ist R128 vermutlich eine permanente Arbeitserleichterung. Du kannst wahrscheinlich auch die Akkordspur mit anderen Kompositionswerkzeugen vergleichen.
        Für mich als Hobbymusiker ist da erst mal haben oder nicht haben von Bedeutung. Mit der Bedienung hatte ich nach einer kurzen Anlaufphase keine Probleme und wie gesagt, ich brauche nicht die kompeltte harmonische Songstruktur auf Knopfdruck sondern eher das „wie könnte es weitergehen“.
        Gruß
        0g

        • Profilbild
          Florian Scholz  RED

          Hey 0gravity,

          ich verstehe was Du meinst ;-) Nur finde ich selbst für „wie könnte es weitergehen“, die Funktion nicht sehr glungen. Habe es jetzt bei einem Projekt so versucht, es klappt nicht (nicht harmonisch sinnvoll), ohne Zeit ‚reinzustecken… Naja, aber Du damit klarkommst, will ich nix gesagt haben ;-)

          Viele Liebe Grüße

          Florian

    • Profilbild
      el lobo

      da stimme ich, was die Akkordspur angeht, zu 100% zu. Für mich ist das die geilste Entwicklung in DAW’s seit Jahren. Also mal ganz ehrlich. Ich habe mich fast nass gemacht, als ich die Ausführungen von Herrn Michaelis (mein neuer Gott) unter http://mic.....cs/cubase7 , dem Herrn und Meister dieses features gelesen und mich daraufhin intensiv damit beschäftigt habe. Damals noch mit einem 30 Tage trial von Cubase. Klar, wenn mein musikalischer Anspruch sich darin erschöpft, mal eben locker einen Song mit C Moll, G Dur, F Moll und C Moll durchzurotzen, um dazu noch einen nette Geschichte vom schlechten Leben oder einer gescheiterten Liebe zu erzählen, dann brauche ich sowas nicht. Wenn jemand allerdings auf geile Akkordfortschreitungen steht, wenn jemand bei sowas Gänsehaut bekommt, wenn jemand da so tickt wie ich, dann ist das echt der burner. Ich schaffte es, schnell mal eine 8 Takte Progression hinzuschrauben (mehrere Wechsel der Tonart), beginnend mit cis moll, habe dazu ne weibliche Gesangsspur (Original strikt C Dur) von einer Sampling CD druntergelegt, VariAudio aktiviert, die Vocalspur einfach der Akkordspur folgen lassen (den Akkorden direkt, nicht den Bässen oder der Skala, was auch möglich ist) und kippte bei dem Ergebnis fast um. Letztlich kippte ich dann aber doch endgültig um, nachdem ich zu dieser Gesangsspur wie von Geisterhand noch Harmonien hinzufügen ließ. Wohlgemerkt im Audio-Bereich. Das Teil ist so geil in Cubase integriert, dass es sämtliche, ähnlich gelagerte Ansätze wie den Improvisator oder EZ Keys schlichtweg aus dem Wasser bläst. Ich empfehle jedem, den Artikel http://mic.....cs/cubase7 zu lesen. Der Typ ist ein absoluter Freak und hat sich maximale Gedanken zu diesem Tool gemacht Es wirkt so, als würde er sich für die Entwicklung dafür auch noch rechtfertigen oder gar entschuldigen wollen. Seine eigenen Tutorials auf YT sind ihm auch noch peinlich weil nur auf deutsch und soundtechnisch, wie er meint nicht ausgereift. Wie oben bereits erwähnt, für mich ist das ein Gott, die Tutorials finde ich klasse. Da ist einer am start, der es einfach drauf hat und der sich über Jahre Gedanken darüber gemacht hat, so etwas (für mich persönlich evolutionäres, wenn nicht revolutionäres) zu entwickeln. Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit Harmonielehre. Ich würde niemals auf den Gedanken kommen, das unter dem Gesichtspunkt zu kritisieren, die Musik mache ja jetzt nur noch der Computer. Für mich ist derartige Kritik schlicht bullshit und ich weigere mich zu glauben, das die von jemandem kommt, der jemals über das T-D-S-T Schema (wenn überhaupt) hinauskam.

      • Profilbild
        Florian Scholz  RED

        Hey el lobo,

        deine Einschätzung von Michael Michaelis teile ich voll und ganz :-)
        Wer kam auf das T-S-D-T-Schema zu sprechen? Oder meintest Du das allgemein?

        LG
        Florian

  8. Profilbild
    Janis Mad Vector

    Top Bericht Danke hierfür.

    Habe mir nach Jahren des Rumprobierens mit anderen Versionen und auch anderen DAWs die Vollversion vom Cubase 7 gekauft.

  9. Profilbild
    CharlyBe

    Hallo zusammen,
    ich hab das Problem es auf meinem Mac Book zum Laufen zu bringen; Installation ging easy, aber das war´s dann auch.
    Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?
    Gruß CharlyBe.

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