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The Jimi Hendrix Book (21) – Jimi Hendrix neue Wege

Jimi on Sunday 21: Jimi Hendrix' Pläne, Ideen, Träume

5. Februar 2023

Jimi Hendrix Book 21 Neue Wege

Hätte Jimi Hendrix neue Wege eingeschlagen? Was hätte dieser Musiker noch getan, wäre er nicht so früh verstorben? Als kreativer Komponist, Gitarrist, Studio-Musiker und energetischer Live-Performer wäre sicher noch einiges Interessante von ihm gekommen. Gedanken und Spekulationen über Jimi Hendrix‘ neue Wege, Pläne, Projekte.

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Jimi Hendrix‘ Inspirationen

Wie bereits in einem vorangegangenen Kapitel erwähnt, sehe ich Multitracking-Veteran Les Paul, Wall-Of-Sound-Architekt Phil Spector und The-Beatles-Produzent & -Förderer George Martin als zentrale Größen, die über ihre Arbeit einen direkten Einfluss auf Jimi Hendrix’ musikalische Entwicklung hatten. (Mehr zu diesem Thema in Folge 10 über das „Das Studio als Instrument“)

Ob es außer zu Les Paul auch direkte Kontakte Hendrix‘ zu Phil Spector und George Martin gab, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass er schon 1965 in New York Ronnie Spector, Ehefrau von Phil und Leiterin der Gesangstruppe „Ronnettes“ kennenlernte, mit denen er aber vermutlich erst im Januar 1970 zusammenarbeitete (u.a. im Song ,Earth Blues’, von der LP: ,Rainbow Bridge’). Durch seine frühen Kontakte zu Paul McCartney und John Lennon war er auch mit deren Arbeiten unter der Regie von Martin vertraut.

Hendrix hat sein Musikkonzept (wie Les Paul) von der Gitarre her entwickelt. Grundsätzlich hat er das Instrument E-Gitarre in Verbindung mit dem Instrument Verstärker und Effekttechnik definiert. Das Ergebnis dieser Verbindung, die klanglich erweiterte „orchestrale Gitarre“ hat er dann mit dem Instrument Studiotechnik verbunden und hierdurch noch weitere entscheidende Möglichkeiten eröffnet. Das hier entwickelte Sound-Ideal, basierend auf dem Multitrack-Verfahren der Studiotechnik, gibt der Gitarre eine zweite, nicht spieltechnische oder klangliche, sondern kompositorische Qualität. Steht die Spieltechnik der orchestralen Gitarre so gesehen in der Sound-Tradition von Phil Spectors „Wall Of Sound“-Konzept, so ist das studiotechnische orchestrale Element mit Ideen George Martins durchaus vergleichbar – nur ist es eben von der Gitarre her entwickelt. Hendrix‘ Studioarbeiten sind bis auf einige Sessions, die mit zweiter Gitarre oder Orgel entstanden sind (z.B. ,Voodoo Chile‘, LP: ,Electric Ladyland‘) entweder mehr oder weniger live eingespielt in Trio-Besetzung, und/oder mit Gitarren- und Vocal-Overdubs ausgearbeitet worden.

Jimi Hendrix Book 21 Neue Wege

Neue Wege, große Besetzungen

Das Gleiche gilt für seine Live-Auftritte; der Normalfall war das Trio. Die Studioarbeiten zeigen jedoch, dass Hendrix durchaus über diese Besetzung hinausgehende musikalische Vorstellungen hatte. Ob es ein Grundkonzept war, im Studio mit mehrfachen Gitarren-Overdubs zu arbeiten, oder ob es aus der Unzufriedenheit mit anderen Musikern erwuchs, ist nicht klar zu sagen. In Hendrix letzter New Yorker Band, den „Blue Flames“ (1966), spielte mit Randy Zehringer (der später unter dem Namen Randy California mit der Band Spirit berühmt wurde), ein hervorragender, erst fünfzehnjähriger Gitarrist. Die ersten Londoner Sessions in Quartett-Besetzung (mit Orgel oder zweiter Gitarre) gefielen Hendrix nicht, so dass er sich damals endgültig entschloss, nur noch im Trio zu arbeiten. Die Art und Weise, wie viele seiner Studio-Aufnahmen angelegt sind und auch Interview-Äußerungen über geplante oder Wunsch-Projekte, etwa eine große Band mit ausgebildeten Musikern, zeigen, dass dieses Trio-Konzept zwar eine aus der Tradition heraus schlüssige Besetzung, aber andererseits immer nur ein Kompromiss war.

Auch andere Musiker hatten Hendrix‘ Interesse an größeren Besetzungen erkannt: Alan Douglas‘ Projekt, Hendrix mit Miles Davis zusammenzubringen, scheiterte letztendlich an den finanziellen Forderungen des Trompeten-Stars und anderer eingeplanter Musiker. Gil Evans‘ Plan, eine an seinen mit Miles Davis in den 50er-Jahren produzierten Aufnahmen orientierte LP mit Hendrix als Star-Solist aufzunehmen, wurde durch Jimis Tod durchkreuzt. ähnlich ging es Quincy Jones, der den Gitarristen zu einer Session für seine LP ,Gula Matari‘ eingeladen hatte, oder auch Al Brown, der ein Konzert für Gitarre und Orchester mit Hendrix als Solist geplant hatte.

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Neue Wege? The Cry Of Love & Crash Landing

Manager Michael Jefferys und Produzent Eddie Kramers posthume Produktion ,The Cry Of Love‘ hat versucht, teilweise fertiggestellte Aufnahmen, durch Hinzufügen von Vibraphon und Backing Vocals nach Hendrix‘ Tod in erweiterter Besetzung zu Ende zu führen – ihrer Meinung nach in dessen Sinne. Alan Douglas versuchte ähnliches mit der LP ,Crash Landing‘ von 1975, wobei er nur noch von einzelnen Spuren mit Jimi Hendrix‘ Gitarre und Gesang ausging und diese ansonsten mit anderen Musikern ergänzt (zweite Gitarre, backing vocals, percussion, etc.) und zu Stücken arrangiert hat. Diese Produktion hat, vielleicht aufgrund der minderen Qualität des verwendeten Reste-Materials (und der eingesetzten Musiker) bei weitem nicht die Dichte von Hendrix‘ authentischen und autorisierten Aufnahmen. ,Crash Landing‘ bleibt wegen des aufnahmetechnisch bedingten sterilen Sounds trotz der großen Besetzung sogar hinter jeder Experience-Live-Aufnahme zurück, was Intensität und Druck angeht. Es ist überhaupt zu bezweifeln, dass Hendrix‘ Vorstellung in diese Richtung einer konventionellen Studio-/Rock-Band ging. Auch das Experiment der Woodstock Band (mit zweiter Gitarre und zusätzlichen Percussionisten) hat er zugunsten des Trio-Projekts Band Of Gypsys nach relativ kurzer Zeit wieder fallen lassen.

Musik die Jimi Hendrix hörte

Hendrix‘ musikalische Interessen, gerade in dieser Zeit waren relativ vielseitig. In einem Interview mit John Burks (aus: GuitarPlayer Magazine, Sept. 1975, S. 8ff., ‘The end of a big long fairy tale’. Interview vom 04.02.1970) nannte Hendrix als besondere Vorlieben neben Bach und Händel, Nina Simone, Rick Derringer, The Fugs und Pinkie Lee. Hendrix-Biograf David Henderson (Jimi Hendrix, New York 1978, S. 321ff.) nennt neben einer Begegnung mit den Musikern des avantgardistischen Art Ensemble Of Chicago 1969 in Marokko, auch Hendrix‘ Begeisterung für Frank Zappa und seine Band The Mothers, sowie für die Komponisten Charles Ives und Karlheinz Stockhausen. Außerdem soll Hendrix sich für die Musik von Jazz-Musikern wie John Coltrane, Rashied Ali, McCoy Tyner, Ornette Coleman und Roland Kirk, zu dem auch persönliche Kontakte bestanden, interessiert haben. Kein Wunder, handelte es sich dabei doch um aktuelle schwarze Musik der 1960er-Jahre, die so etwas wie der intellektuelle Soundtrack dieser politisch aufgeladenen Zeit der Bürgerrechtsbewegung war.

In einem Interview (zitiert nach: Menn, Don: Jimi Hendrix, GuitarPlayer, Sept. 1975, S. 34) meinte Hendrix einmal: „I dig Strauß and Wagner. Those cats were good, and I think they are going to form the background of my music. Above it will be the blues …“ Eine solche Aussage kann wahrscheinlich nur eine Tendenz angeben, nämlich, dass er an Streicher- und Bläsersätzen im Sinne des klassischen Orchesters interessiert war. Konkretes Material, das in diese Richtung geht, ist bisher kaum aufgetaucht, von eventuellen Testaufnahmen mit Gil Evans oder Al Brown ist nichts bekannt, diese und andere an ihn herangetragene Projekte sind letztendlich nicht zustande gekommen.

Jimi Hendrix Book 21 Neue Wege

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Aufbruchstimmung: South Saturn Delta

Der Rundfunkjournalist Bruce Gary stellte im September 1988 in einer Radiosendung über Hendrix die bisher unveröffentlichte Aufnahme ,South Saturn Delta‘ (aufgenommen 1969) vor. Sie wurde erstmals 1989 in der 5LP-Box ,Live & Unreleased. The Radio Show‘ veröffentlicht und zeigt den Gitarristen in einer durch Bläsersatz erweiterten Band, ganz im Jazz-Rock-Stil der Zeit um 1970. Diese Aufnahme war angeblich für das geplante Doppelalbum ,First Rays Of The New Rising Sun‘ geplant. Die Bläser sind hier nur dazu eingesetzt Klangflächen und kurze Shout-ähnliche Riffs und Einwürfe zu produzieren, über und zwischen denen Hendrix mit mehreren Overdub-Gitarren verschiedene Riffs und Lead-Passagen spielt. Es handelt sich also auch hier wieder um eine gitarrenorientierte Musik; die Instrumente, die für diese Aufnahme neu hinzukamen haben eigentlich nur Gitarren-Parts früherer Aufnahmen abgelöst und neu gestaltet. Diejenigen Aufnahmen, die am typischsten Hendrix‘ orchestrale Gitarrenidee studiotechnisch weiterentwickeln, hat er in Mehrspurtechnik und mit Rhythmusgruppe eingespielt.

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Jimi in Jazz: Nguyên Lê

Einen etwas größeren Abstand zum Objekt seiner Verehrung hat der in Frankreich lebende Gitarrist Nguyên Lê (*1959), dessen Vorfahren aus Vietnam stammen. Er hat sich an die Musik einer Gitarren-Ikone rangewagt: ,Purple – Celebrating Jimi Hendrix‘ heißt das 2002 erschienene Album, eingespielt mit Bassist Michel Alibo und Sängerin/Drummerin Terri Lyne Carrington, als Gast ist u. a. Meshell Ndegeocello (b) zu hören. Was Nguyên Lês Interpretation auszeichnet ist einmal der große Respekt vor den Kompositionen – deren Reiz hat er erkannt und er macht noch mehr daraus: Song-Lyrics in einer exotisch klingenden Sprache, swingende Improvisationen, Arrangement-Deutungen von Hendrix-Gitarren-Voicings – großartig. Dabei hält er sich gitarristisch insofern zurück, als dass Lê keinesfalls versucht „wie Hendrix“ zu klingen. Er spielt die Kompositionen so aus, wie er es wahrscheinlich auch mit Jazz-Standards oder folkloristischen Themen tun würde. Neben den bekannten Hits wie ,Manic Depression‘, ,Purple Haze‘, ,Voodoo Child‘ etc. hat er mit ,South Saturn Delta‘ aber auch eine regulär erst 1997 veröffentlichte Nummer im Repertoire, die Hendrix 1968 mit einem vierköpfigen Bläsersatz eingespielt hatte, ein Instrumental mit klaren Jazz-Rock-Fusion-Tendenzen. Nguyên Lê beweist hier intensive Beschäftigung mit der Materie, geniale Umsetzung in packende Arrangements & eine enorme Kreativität in der Interpretation.

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Erinnerst du dich erinnern, wann du zum ersten Mal einen Song von Jimi Hendrix gehört hast?

Ganz sicher bin ich nicht, aber ich war auf jeden Fall noch ein Kind. Und obwohl Jimi Hendrix‘ Musik unter den Jugendlichen damals extrem populär war, mochte ich sie nicht allzu sehr. Jedenfalls nicht, als ich zehn oder zwölf war. Für mich war seine Musik zu rough und zu dreckig, da hörte ich doch lieber Deep Purple, weil sie cleaner klangen und leichter zu konsumieren waren.

Dann hat sich dein Geschmack anscheinend geändert.

Klar. Ich wurde Jazz-Musiker und bekam irgendwann das Angebot mich bei einem Jazz-Festival der Musik von Jimi Hendrix zu widmen. Ich sagte sofort zu, auch wenn ich seine Musik zu der Zeit noch kaum kannte. Jetzt musste ich sie also kennenlernen und begann, mich mit der Materie auseinanderzusetzen, sie zu lernen und zu analysieren. Und dabei habe ich mich verliebt, und zwar interessanterweise aus denselben Gründen, wegen derer ich seine Musik zuvor nicht gemocht hatte: Als Kind mochte ich die Roughness und die Direktheit noch nicht. Aber jetzt, im Alter von 25 Jahren um so mehr. Für mein Empfinden ist Jimi Hendrix extrem organisch, jede einzelne Note von ihm hat so viel Feuer und so viel Seele, dass man ihn sehr direkt in jedem Ton spüren kann. Davon bin ich heute Fan. Es ist schon lustig, wenn man bedenkt, dass erst der Jazz meinen Kopf und meine Ohren für diese Art Musik geöffnet hat.

Der Wegbereiter: Eddie Kramer

Und noch einmal: Wichtig ist auch, dass Hendrix das Glück hatte, mit Eddie Kramer einen fähigen Studiotechniker und Produzenten gefunden zu haben, der ihm half, seine eigenen Ideen zu verwirklichen. Aufgrund der bescheidenen technischen Möglichkeiten der ersten LP-Aufnahmen (s. Kapitel Studiotechnik) konnte Hendrix maximal drei Gitarrenstimmen für ein Stück einspielen. Im einfachsten Falle spielte er zu der grundlegenden Rhythmusgitarre eine zweite Spur mit stehenden Feedback-Tönen und in ein Gitarrensolo führende Fills ein, die klanglich durch verschiedene Effektgeräte voneinander abgehoben wurden. Das auf diese Art konzipierte ,Love Or Confusion‘ der ersten LP hat er live nur selten gespielt. Die einzige bisher offiziell erschienene Live-Aufnahme zeigt eine hervorragende Kombination beider Stimmen auf; der Effekt von zwei Gitarren bleibt teilweise wirklich erhalten. Auch in ,I Don’t Live Today‘ kombiniert er eine Riff-Gitarre mit Feedback-Sounds, die gegen Ende des Stückes so ausgeweitet werden, dass unklar bleibt, ob hier eine dritte Gitarre beteiligt ist, oder dieser Effekt alleine durch Echo und Verzerrung erreicht wird. Während ,Spanish Castle Magic‘ von der zweiten LP ,Axis: Bold As Love‘ noch die konventionelle Trennung von Riff-, Rhythmus- und Lead-Gitarre aufzeigt, sind ,If Six Was Nine‘ oder ,One Rainy Wish‘ schon von einer solchen Klangverschmelzung und Überlagerung gekennzeichnet, das wirklich von „Sound Painting“ die Rede sein kann. Während das erste Stück sich im letzten Teil bis hin zur Dichte einer Free-Jazz-Orchesterimprovisation steigert, knüpft ,One Rainy Wish‘ spieltechnisch an Hendrix‘ Balladen an. Die Basisgitarre ist jedoch überspielt mit Lead-Licks, die kanonartig auf Verzierungen antworten. Der Song ,Bold As Love‘ baut ebenfalls auf der Balladenspielweise auf, steigert sich aber dann zu einer Drei-Gitarren-Orgie‘ (akustische Rhythmusgitarre, verzerrte Akkordgitarre und verzerrte Lead-Spots), klanglich verfremdet durch einen Phasing-Effekt, der zusätzlich noch den Eindruck von Bewegung im Raum und mehrfach besetzten Stimmen erzeugt.

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,House Burning Down‘ (LP: Electric Ladyland) beginnt mit Lead-Gitarren-Echos über einer in Mandolinenart gespielten Rhythmusgitarre. Die Strophe im Tango-Rhythmus, der Refrain Shout-artig und alles durchsetzt von Fills einer verzerrten E-Gitarre, die durch Klangfarbenveränderung mit Hilfe eines WahWah-Pedals zwei verschiedene Instrumente vortäuscht. Der Einsatz der Rhythmusgitarre erinnert hier an Bläsersätze einer BigBand.

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Das umfassendste Bild von Jimi Hendrix‘ Vorstellungen von Gitarren-Sounds vermittelt wohl ,1983 – A Merman I Should Turn To Be‘ und ,Moon, Turn The Tides … Gently, Gently Away’, als Anhang, der wieder zum ,1983‘-Thema zurückkehrt. Hier stellt Hendrix ein wirkliches Orchester von Gitarren vor. Eine zweite Version, in anderer Abmischung (zu finden auf: Jimi Hendrix Live and Unreleased, Castle Communication, 1989), fällt durch die extremere Effektbearbeitung und das fehlende Schlagzeug auf. Die Anlage der Gitarrenstimmen ist dafür hier klarer erkennbar: Konventionelle E-Gitarrenklänge sind kombiniert mit verzerrten Sounds, Slide- und Feedback-Effekten, alles in räumlicher Bewegung; die klangliche Gestaltung steht eindeutig vor der harmonischen oder rhythmischen.

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Hendrix hat in seinen Studioproduktionen, genau wie in seiner Gitarrenspieltechnik, die standardisierte Funktionstrennung der E-Gitarre in Rhythmus- und Lead-Instrument teils in Frage gestellt, teilweise ganz aufgehoben. Die Lead-Gitarre kann Background für eine andere Sologitarre sein; ein stehender Akkord der Rhythmusgitarre kann durch Feedback- und Echoeffekte solistische Bedeutung bekommen, d.h. Spielweise und Funktion bedingen sich nicht mehr zwangsläufig. Grundsätzlich ermöglicht wurde dieses Konzept durch seine Spieltechnik. Ihre Weiterentwicklung und klangliche Ausgestaltung basiert allerdings auf der Studiotechnik, speziell dem Mehrspurverfahren. Hiermit entwickelte er Gitarren-Sounds, die jetzt wirklich orchestrale Qualität haben. Durch ihre abwechslungsreiche Kombination und Gestaltung auf der seine meisten Studio-Aufnahmen aufbauen, steht Hendrix hier als ein Produzent im Vordergrund, der es verstanden hat, experimentell am Blues orientierte Musik mit zeitgenössischen Studiokonzepten weiterzuentwickeln.

Who Knows

Was war:

  • Hendrix war ein großartiger Musiker, Gitarrist, Songwriter und Sänger.
  • Die Jimi Hendrix Experience war ein Glücksfall, dank Chas Chandler.
  • Die Original-Alben sind Meisterwerke, entstanden in kreativer Kooperation mit Produzent Eddie Kramer.
  • Die Woodstock-Band Gypsy Sun & Rainbows war ein Experiment, aus dem eigentlich nur das Trio hervorstach.
  • Die Band Of Gypsys war mit ihrem eigenen Repertoire eine komplette Neuausrichtung des Trio-Konzepts hin zu mehr modaler Improvisation.
  • Was sich auf dem posthumen Album ,Cry Of Love‘ zeigte, war eine Weiterentwicklung des alten Studio/Song-Konzepts von Jimi Hendrix.
  • Einzelne stilistisch spektakuläre Aufnahmen und Sessions mit John McLaughlin, Lightnin‘ Rod, Stephen Stills u.a. zeigen in erster Linie Hendrix‘ Interesse an Begegnungen mit anderen Künstlern. Konkrete Neuausrichtungen lassen sich darüber nicht ableiten.

Was wäre:

  • Was hätte Van Gogh noch gemalt?
  • Und was hätte Leonardo Da Vinci noch erfunden? Eventuell den Kühlschrank oder das Atomkraftwerk, wenn er 444 Jahre älter geworden wäre.
  • Welche neue Wege hätte Jimi Hendrix eingeschlagen?

Wenn man darüber spekuliert, was Hendrix nach 1970 noch so alles gemacht hätte, kann man nur zu einem Ergebnis kommen: Er hätte uns alle überrascht! Entweder mit weiteren, großartigen Alben, die je nach Ausrichtung vielleicht auch alte Fans verschreckt und neue hinzugewonnen hätten. Oder – was ich für unwahrscheinlicher halte, was aber durchaus möglich ist – mit langweiligen, sich selbst wiederholenden Songs aus der 1966-bis-‘70-Trickkiste.

OK, für letzteres war er eigentlich noch zu jung und die Musikszene um ihn herum zu lebendig. Vielleicht hätte er aber auch komplett die Sphären gewechselt und irgendwann nur noch akustische New-Age-Schönklänge abgesondert um die amerikanische Post-Hippie-Esoterik-Gemeinde zu beglücken? Und vielleicht sogar Mike Oldfield, Andreas Vollenweider und Enya als Popstars verhindert …? Vielleicht sogar mit Schlimmerem …..?!

Stop! Hallo! Aufwachen!

Es war nur ein böser Traum!!! Und ein Witz.

Denn mal ernsthaft: An dem Punkt zeigt sich doch, wie sinnlos Spekulationen werden, wenn sie ganz sicher zu keinem Ergebnis und auch noch schlechter Laune führen, weil man das, was man sich wünscht nicht bekommen hat und wird, und das, was man theoretisch befürchtet, einen praktisch schlecht drauf bringt.

Daher hier der sichere Weg ins Glück: Höre dir die Aufnahmen an, die an dieser Stelle in den zurückliegenden zwanzig Folgen von „Jimi On Sunday“ vorgestellt wurden, die offiziellen Studio-Aufnahmen, die großartigen Live-Mitschnitte, die Raritäten und auch die etwas obskuren Mitschnitte. Denn all das führt ganz überwiegend und ganz sicher zu guter Laune! Und du entdeckst dabei eine ganze Menge von Jimi Hendrix‘ neuen Wegen.

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Statement: Steve Lukather

„Ich bin eben absoluter Hendrix-Fan, genau wie mein Freund Michael Landau. Denn Jimi Hendrix war einfach unbeschreiblich. Das ist eben die Musik aus meiner Jugend. Ich liebe alles was Jeff Beck gemacht hat, alles was Hendrix gemacht hat, und dann liebe ich noch die Songs von David Gilmour, und danach kam noch so viel, was mir gefiel. Und manchmal sehe ich hier Typen in irgendwelchen kleinen Clubs, da weiß ich noch nicht einmal ihren Namen, und sie sind fantastisch.

Das Wichtigste, was ich als Musiker gelernt habe, ist immer offen gegenüber Neuem zu bleiben, nicht auf sich selbst fixiert zu sein und die Leistungen anderer Musiker anzuerkennen. Das ist es.“

Jimi Hendrix Book 21 Neue Wege

Steve Lukather bei Aufnahmen mit Toto im großen Studio von Capitol Records, Hollwood, Los Angeles. Im Hintergrund der seltenste Signature-Amp der Welt, das Lukather-Modell von Leonardy Electronics Germany. Jetzt aber mal googeln, Kolleginnen & Kollegen! ;-) ©Lothar Trampert

Nächsten Sonntag, 17 Uhr …

geht es weiter mit der letzten FOLGE 22 von JIMI ON SUNDAY über ROBIN TROWER: DER ERSTE NACHFOLGER.

Danke fürs Lesen und bis demnächst!

 

 

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