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Tom Morello: Das Gear der besten Gitarristen der Welt

Eine Strat, ein Whammy und ein Bleistift

31. August 2025
Tom Morello

Tom Morello als Support-Act auf einem Konzert von Muse in Bristol, UK (Quelle: Raph_PH, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons)

Tom Morello gehört zu den Gitarristen, die neue Pfade beschreiten und ungewöhnliche Spieltechniken ausprobieren. Man erkennt sein Gitarrenspiel sofort. Mit einer Strat, einem Marshall, Delay, Whammy und einem Bleistift erzeugt er Sounds, die kaum noch an eine Gitarre erinnern.

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Tom Morello ist bekannt für seine Helikopter- oder Scratch-Sounds. Meiner Meinung nach ist seine Art, Gitarre zu spielen ebenso inspirierend, wie die von Hendrix oder Van Halen. Grund genug mal zu schauen, wer der Mann hinter den Sounds ist und vor allem, wie wir seine Sounds mit Gear für kleines Geld nachbauen können.

Die Anfänge von Tom Morello

Thomas Baptist Morello wurde 1964 in New York geboren. Seine Familie ist politisch sehr engagiert: Seine Mutter ist Bürgerrechtlerin, sein Vater ein kenianischer Revolutionskämpfer und sein Onkel der erste frei gewählte Präsident Kenias. Mit diesem Hintergrund war es naheliegend, dass Tom Politikwissenschaften an der Harvard University studierte.

Nebenbei übte er fleißig Gitarre. In einer Band, die unter anderem die Songs von Led Zeppelin coverte, war er mit 13 Jahren als Sänger aktiv. Bereits damals beeinflusste ihn jedoch auch die Musik von Randy Rhoads, Kiss, Iron Maiden, Run-D.M.C. und Jam Master Jay.

Rage Against the Machine

Rage Against the Machine (Quelle: Penner, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons)

Während seiner Highschool-Zeit hörte Tom das Sex-Pistols-Album Never Mind the Bollocks und gründete daraufhin eine eigene Band. Er begann relativ spät mit dem Gitarrenspiel – da war er bereits 16 oder 17 Jahre alt – und übte daher bis zu acht Stunden täglich, um schnell Fortschritte zu machen. Adam Jones, der später bei Tool spielte, war ebenfalls Mitglied dieser Formation. Übrigens stellte Morello Adam Jones, Maynard James Keenan und Danny Carey einander vor – danke dafür! Mit seiner Band Bored of Education gewann er 1986 den Ivy League Battle of the Bands.

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Nach dem Studium und seinem Umzug nach L.A. hatte er – wie so viele Musiker – mehrere Jobs. Unter anderem arbeitete er als Exotic Dancer – sprich: als Stipper. Aber aufgrund seiner akademischen Laufbahn auch im Büro eines US-Senators. Hier soll er aber meist bekleidet seine Tätigkeiten verrichtet haben.

Rage Against the Machine, Audioslave & Prophets of Rage

1989 nahm er mit Lock Up ein Album auf. Zwei Jahre später gründete er zusammen mit Zack de la Rocha in Los Angeles Rage Against the Machine. Die Band überzeugte mit einer Mischung aus Metal-Crossover und politischen Texten. Schon vor dem ersten Demo begeisterten sie große Zuschauermengen bei ihren Live-Konzerten.

Die markanten Riffs von Morello, die harte Gitarrenparts und funkige Elemente mit Sound-Effekten kombinieren, wurden zum Markenzeichen der Band. Oft erinnert sein Sound eher an Synthesizer als an eine Gitarre. Gerne garniert er sein Spiel mit Feedback, ungewöhnlichen Anschlagstechniken (etwa mit Schraubenziehern oder Bleistiften) und Tapping.

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Präzision steht bei seinem Gitarrenspiel an oberster Stelle. Er kombiniert schwere Riffs mit Hip-Hop-Einflüssen und setzt seine Effektgeräte äußerst gezielt ein. Ein wichtiges Werkzeug ist der Toggle-Switch, den er als Killswitch nutzt, um durch präzises Schalten rhythmische Akzente zu setzen.

Als sich Rage Against the Machine im Jahr 2000 nach dem Album Renegades auflösten, gründete er zusammen mit seiner Rhythmussektion Tim C. und Brad Wilk sowie dem ehemaligen Soundgarden-Sänger Chris Cornell die Supergroup Audioslave. Das Debütalbum von 2004 überzeugte mit einem kraftvollen Rocksound. Nach persönlichen Konflikten trennte sich die Band 2007. Erst 2017 kam es zu einer Reunion, die jedoch nur kurz dauerte, da Cornell im Mai desselben Jahres starb.

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Von 2016 bis 2019 war Morello Mitglied einer weiteren Supergroup, Prophets of Rage. Diese bestand aus den drei Musikern von Rage Against the Machine und zwei Mitgliedern von Public Enemy. In den drei Jahren ihres Bestehens veröffentlichte die Band allerdings nur eine EP und ein Album.

Prophets of Rage

Prophets of Rage, Tinley Park, 2016 (Quelle: swimfinfan from Chicago, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons)

Übrigens: Neben seinen musikalischen Projekten gründete Morello zusammen mit Serj Tankian von System of a Down eine Hilfsorganisation. Und er trat auch als Folk-Singer/Songwriter auf und wirkte in verschiedenen Filmen mit. Und Fans wissen schon lange, dass er immer wieder als Sideman bei unterschiedlichen Acts zu sehen ist.

Und seit 2023 ist Tom Morello auch in der Rock and Roll Hall of Fame zu finden.

Die Gitarren von Tom Morello

Tom Morello hat im Laufe seiner Karriere verschiedene Gitarren gespielt. Am bekanntesten sind jedoch seine Stratocaster und seine Telecaster. Die Telecaster – eine Standard American Tele aus dem Jahr 1982 – spielt er in Drop-D-Stimmung. Die Stratocaster, auch bekannt als „Soul Power“, ist eine Fender American Deluxe und wurde zu seinem Signature-Modell.

Übrigens: Seine erste Gitarre war eine Kay K-20T, eine SG-Kopie.

Auch wenn die meisten seiner Gitarren Single-Coils haben, spielt er auch eine Superstrat – eine Custom-Gitarre mit aktiven Humbuckern und Floyd-Rose-Tremolo. Diese Gitarre hat er immer wieder modifiziert; zwischenzeitlich hatte sie wohl auch einmal einen Ibanez- und einen Washburn-Hals. Sie trägt den Namen „Arm the Homeless“.

Tom Morello Occupy Wall Street

Tom Morello engagiert sich immer auch politisch. Hier bein der Protestveranstaltung Occupy Wall Street in New York. (Quelle: David Shankbone, CC BY 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/3.0>, via Wikimedia Commons)

Auf der Bühne kommen außerdem zwei James-Trussart-Steelcaster-Gitarren zum Einsatz. Diese Telecaster-Modelle haben eine Metalloptik und sind mit Hot-Rail-Pickups beziehungsweise einem Alnico-Humbucker in der Halsposition ausgestattet. Auffällig ist zudem die Lackierung mit einem roten Stern.

In den 90er-Jahren bekam Tom Morello eine Signature-Gitarre von Ibanez: die Custom AS200 in rot-schwarzer Lackierung. Sie erinnert in ihrer Form an eine ES.

Bei Audioslave greift er auch schon einmal zu einer Gibson Les Paul Standard, einer ES-1275 oder einer ES-335. Wichtig ist für ihn vor allem, dass die Gitarre einen Toggle-Switch besitzt.

Verstärker

Als Verstärker setzt Tom Morello seit frühester Zeit auf den Marshall JCM 800 2205 mit 50 Watt. Die Wahl fiel auf diesen Amp, als kurz vor seiner ersten Aufnahme sein Verstärker aus seinem Van gestohlen wurde. Er fuhr daraufhin zu seinem Gitarrenladen, wo gerade zwei Amps vorrätig waren – und entschied sich für den JCM 800, den er seither spielt. Als Box nutzte er eine Peavey 4×12, später auch Marshall 1960B-Boxen.

Im Studio doppelt er seine Gitarrenspuren gerne mit einem Fender-Bassman-Top über eine Mesa/Boogie-Box. Zum Songwriting und für Aufnahmen greift Morello auf einen Marshall Lead 20 5002 zurück – einen 20-Watt-Transistorverstärker. Außerdem setzt er mitunter einen Music Man RD212 Combo und einen Colorsound Tone Bender Fuzz ein. Bei Audioslave kam im Studio auch ein Vox AC-30 zum Einsatz.

Tom Morello

Tom Morello im Jahr 2024 auf dem Summerside Festival in der Schweiz (Quelle: Dario De Marco, Public domain, via Wikimedia Commons)

Sein Grund-Sound ist gar nicht so stark verzerrt, wie man vielleicht zunächst annehmen würde.

Das Pedalboard umfasst wenige, sorgfältig ausgewählte Effektgeräte. Das Digitech Whammy ist natürlich ein zentraler Bestandteil. Dazu kommen ein Boss DD-3 Delay, ein MXR Phase 90 und ein MXR Distortion Plus. Bei Audioslave gesellt sich noch ein Boss TR-2 Tremolo und ein Dunlop Wah hinzu. Die Effekte schleift er in den Effektweg seines Amps ein.

Auf Instagram tauchen immer wieder Posts mit verschiedenen anderen Pedalen auf – darunter ein Strymon Volante, eine Talkbox, einige Meris-Pedale und ein Digitech XP-300 Space Station. Er experimentiert also durchaus mit anderen Pedalen. Sein Hauptsetup besteht jedoch aus den genannten Boss-, MXR- und Digitech-Pedalen. Der Vorteil: Auf Tour bekommt man für jedes dieser Pedale im Falle eines Defekts leicht Ersatz. Die Stromversorgung übernimmt ein Voodoo Lab Pedal Power 2.
Tom Morello on a Budget

Da Tom Morello bei Rage Against the Machine hauptsächlich Strats und Teles mit Single-Coils spielt, bei Audioslave jedoch zu Gibson-Gitarren mit Humbuckern greift, ist es schwierig, eine Gitarre zu finden, die alle Sounds abdeckt. Ein guter Kompromiss wäre eine Telecaster – vielleicht mit einer Kombination aus Single-Coil und Humbucker. Aber auch eine Tele mit zwei Single-Coils ist eine Option. In seinen YouTube-Workshops spielt er seine Audioslave-Riffs ebenfalls mit Single-Coils. Eine Tele bringt etwas mehr Druck im Sound als eine Strat.

Wichtig ist auf jeden Fall ein Pickup-Wahlschalter, den man zum Killswitch umlöten kann. Alternativ, wenn die Gitarre zwei Volume-Potis und einen Toggle Switch hat, dreht man das Volume eines Potis ganz zu – das funktioniert ebenso.

Das Holz der Gitarre ist für diesen Sound nicht entscheidend. Ziel ist nicht, einen möglichst authentischen Vintage-Gitarren-Sound zu erzeugen, sondern eher gitarrenfremde Scratch-Sounds und markante Riffs zu spielen.

Da Morello auf einen Marshall-Röhren-Amp setzt, kann man damit kaum etwas falsch machen. Ein Marshall-DSL-Combo liefert auf jeden Fall den richtigen Grundsound.

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Großen Wert sollte man auf ein Whammy legen. Es gibt einige Versionen ohne Pedalfunktion, doch da man es passend zum Song steuern sollte, ist das Original die beste Wahl.

Ein günstiges Digital-Delay reicht für klare Repeats vollkommen aus. Da das von Morello verwendete Boss DD-3 keine Tap-Funktion besitzt, kann man ein beliebiges digitales Pedal wählen – die perkussiven Repeats sind jedoch wichtig.

Pedalboard Tom Morello

So sah das Pedalboard von Tom Morello lange Zeit aus. (Quelle: Eden, Janine and Jim from New York City, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons)

Als Verzerrer nutzt Morello einen MXR Distortion Plus. Dieser lässt sich gut durch ein günstiges Distortion-Pedal ersetzen, mit dem der Röhren-Amp – der bereits ordentlich zerrt – weiter geboostet werden kann.

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Behringer OD300 Overdrive Distortion
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Als Phaser bieten sich günstige, vintage-orientierte Modelle von Harley Benton oder Behringer an.

Und dann fehlt natürlich nur noch der Bleistift, Schraubenzieher oder ein ähnliches Hilfsmittel – sowie viel Übung –, um die brillante Spieltechnik von Tom Morello nachzubilden. Den Schraubenzieher nutzt Morello wie einen Stick: Er prallt von den Saiten ab und erzeugt so einen kurzen, perkussiven Anschlag. Zusammen mit einem kurzen Slapback-Delay entsteht der typische „Helikopter“-Sound. Dafür lohnt es sich, einige DJs aus dem Hip-Hop-Bereich anzuhören und deren Scratch-Technik zu imitieren – experimentelle Techniken sind ausdrücklich erlaubt.

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Über den Autor
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DelayDude RED

Zur Musik kam ich über meinen Dad und seine alte Klampfe, die sich nicht vor meinen dreckigen kleinen Kinderhänden verstecken konnte.
Es war Liebe auf den ersten Ton (auch wenn davon sicher viele ziemlich schief waren).
Über Cover-Versionen von Guns N’Roses und Aerosmith ging es zu Pantera, Sepultura und Metallica.
Nach einem kurzen Intermezzo in der obligatorischen Grunge-Phase und einem Besuch beim Frisör in den 90ern landete ich zielsicher beim Nu Metal (Korn, Deftones ...

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    Numitron AHU

    ein spezieller Musiker mit eigenem Stil
    man hört ihn gleich raus
    eins der besten Beispiele der Song „one man Army“ mit Prodigy für den Spawn Soundtrack von 1997.

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    elbonzoseco

    Wo kommt eigtl die Information her, das sei eine 1982 Telecaster? Er sagt ja selbst, die Gitarre sei „completely stock“ also unverändert. Diese Brücke gab es erst mit der American Standard Serie von 1987. Auch wenn die Seriennummern teilweise auf ein früheres Datum hindeuten, habe selber eine Strat beginnend mit „E4…..“. Ist aber trotzdem von 1987.

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      elbonzoseco

      @elbonzoseco Ja ich weiß, die Quelle kenne ich. Da wird das aber nur behauptet, finde leider kein hochauflösendes Foto von der Kopfplatte. Morello selbst hat die Gitarre wohl Ende der 80er erhalten. Würde zur American Standard Serie passen.

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      Funkyfanman

      @elbonzoseco Hm. Wah und Tremolo hatte er schon bei RATM ausgiebig im Einsatz. Gerade das Wah ist auch wichtig für viele der Scratchsounds. Dazu kam der Boss EQ7 als linearer Booster.
      Ansonsten schöne kurze Übersicht.

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