ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Tonstudio und Bühnensound 3: Guter Monitorsound

Wissen im Detail - nicht nur für Freaks

11. Mai 2023
Tonstudio und Bühnensound 3: Optimaler Monitorsound

Tonstudio und Bühnensound 3: Guter Monitorsound

Thema des heutigen Specials: Guter Monitorsound auf der Bühne. Das hat direkt damit zu tun, wie ihr das hört, was ihr hören wollt und möglichst wenig von dem mitbekommt, das ihr nicht braucht. Es geht um gutes klassisches Monitoring mit Lautsprechern auf der Bühne unter Aspekten, die ihr in dieser Form wahrscheinlich nicht an jeder Ecke mitbekommt. Das Thema In-Ear-Monitoring erwähnen wir hier nicht, denn dort gelten andere physikalische Grundsätze, vor allem findet dort keine akustische Interaktion mit den Kollegen oder den Mikrofonen statt.

Dieser Artikel ist für jeden gedacht, der Pegel auf einer Bühne erzeugt. Ein wichtiger Schwerpunkt ist dabei die Interaktion Mikrofon <==> Monitorlautsprecher. Deswegen richten sich einige Tipps besonders an Sänger, die im Bandkontext oft die einzigen sind, die sich nicht mit einem Dreh am Lautstärkeregler beim Gitarristen nebendran revanchieren können.

ANZEIGE

Die Aspekte, die uns dabei besonders interessieren:

  • Was ist wichtig, damit ich mich besonders gut höre
  • Wie beschalle ich mein Umfeld genau dort, wo es auch gewünscht wird
  • Wie vermeide ich es, mein Umfeld dort zu beschallen, wo es NICHT gebraucht wird
  • Einstellung der Monitoranlage
  • Interaktion Bühnensound <=> PA

Verschiedene Monitorfunktionen auf der Bühne

Affiliate Links
dB Technologies Flexsys FM12
dB Technologies Flexsys FM12
Kundenbewertung:
(139)

Das Wort (Audio-) Monitor trägt schon die richtige Bedeutung in sich: Es geht hier um die auditive Kontrolle von akustischen Signalen. Für die Bühne gibt es drei verschiedene Intentionen, die letztlich zum gewünschten Ergebnis führen:

1) Das kontrollierte, korrekte Zusammenspiel mit Mitmusikern. Man lässt man sich deren Signale so zuspielen, dass man eine verlässliche Orientierung hat. Das Gleiche gilt für Zuspielungen wie z. B. Samples.

2) Persönliche Kontrolle. Das ist für (fast) jeden Musiker ein elementar wichtiger Punkt. Was für den E-Gitarrist seine Lautsprecherbox, ist für den Sänger oder akustische Instrumentalisten der Bühnenmonitor.

3) Persönliches „Zuföhnen“ fürs gute Gefühl. Auch das ist nicht zu vernachlässigen. Wer sich (und die Mitmusiker) gut hört, musiziert besser. Dabei sollte man, wenn es geht, Rücksicht auf seine Mitmusiker nehmen.

Affiliate Links
dB Technologies FMX 10
dB Technologies FMX 10
Kundenbewertung:
(9)

In der Praxis werden alle drei Aspekte mit unterschiedlichen Wichtungen eine Rolle spielen.

Voraussetzungen für guten persönlichen Monitorsound

Je besser die Signalqualität, desto leichter fällt gutes Hören. Das heißt zunächst, dass die Qualität des Lautsprechers und die des Signals möglichst gut sein sollen. Ein technisch minderwertiges Gesangsmikrofon klingt auch auf dem besten Lautsprecher schlecht. Dazu kommt eine erhöhte Feedback-Neigung und oft noch das Problem, dass durch eine schlechte Richtcharakteristik neben der Gesangsstimme die restliche Bühne deutlich hörbar mit übertragen wird und auch das mit miserablem Sound. So kann ein einziges Mikro dafür verantwortlich sein, dass der komplette PA-Sound minderwertig ist.
Also: Je besser mein Schallaufnehmer (Mikrofon/Pickup) das Originalsignal aufnimmt und „Fremdschall“ ausblendet, desto sauberer wird das Signal weiter verarbeitet. Der Lautsprecher sollte, dem Einsatzzweck entsprechend, über ausreichende Pegelreserven verfügen, einen möglichst linearen Frequenzverlauf bei geringen Verzerrungen aufweisen und ein gleichmäßiges, zum Einsatzzweck passendes Abstrahlverhalten bieten.

ANZEIGE

Die richtige Soundeinstellung

Ein guter Monitorsound hat in erster Linie nichts mit maximaler Lautstärke zu tun. Je leiser die Bühne, desto besser, denn so kann der Monitor auch mit geringeren Pegeln immer noch für eine gute Orientierung sorgen.

Grundsätzlich hat man zwei Ziele:
a) Der Sound des eigenen Signals sollte am eigenen Ohr 6-10 dB über der restlichen Bühnenlautstärke ankommen (können).
b) Bis zur Feedback-Grenze, also der ersten Rückkopplungsfrequenz, sollten mindestens 6 dB Headroom sein.

Ein guter Monitorsound bietet eine gute Orientierung an Obertönen und ist dabei so eingestellt, dass er möglichst wenig „Mulm“ auf der Bühne produziert.

Eine einfache Einstellstrategie findet ihr im weiteren Verlauf dieses Artikels.

Korrekte Ausrichtung: Hier ist es unser Ziel, möglichst viel Direktschall, wenig Reflexionen oder Kammfiltereffekte am Ohr zu produzieren.
Wir wollen unsere eigenen Signale (oder die unserer Kollegen) möglichst unverfälscht hören, deshalb richten wir die Monitore im Rahmen unseres (Haupt-) Aktionsradius möglichst genau auf unsere Ohren aus. Bei einem Keyboarder, der stationär auf einem Hocker sitzt, ist das relativ leicht: Er kann die Lautsprecher recht präzise positionieren. Anders bei einem Sänger, der sich auf der Bühne bewegt. Hier ist es angebracht, das Schallfeld der Monitore so einzustellen, dass der Sweet-Spot für den Sänger nicht zu eng wird. Das wird über die Auswahl und Aufstellung der Lautsprecher realisiert. Wichtig sind hierbei das Abstrahlverhalten und der Aufstellwinkel horizontal/vertikal. Einige Basis-Setups zeigen wir später.
Bei der Aufstellung immer drauf achten, dass der Monitor an benachbarten Wänden oder über die Decke keine unerwünschte Reflexionen erzeugt.

Unnötigen Störschall vermeiden. Damit sind z. B. aufgerissene Gitarrenamps gemeint, die in Kniehöhe des Gitarristen stehend, quer über die gesamte Bühne „blasen“ und somit die Bühnenlautstärke unnötig hochtreiben. Gleiches gilt für Schlagzeuger, die durch ihre Equipment Auswahl und Spielweise auch in vielen kleinen Clubs einen Brachial-Pegel vorgeben, der den Mitmusikern das Leben schwer macht. Ganz nebenbei ist es dann auch unmöglich, einen guten Sound im Raum zu mischen. Da hilft es nur, miteinander zu reden und die Lautstärke zu drosseln. Der Gitarrist z. B. kann seine Box gekippt auf den Boden stellen. So hört er mehr und besser, gleichzeitig wird der Bühnensound deutlich leiser und besser. Dann ergibt es auch Sinn, den Gitarrensound bei Bedarf auf die Monitore der Mitmusiker zu geben.

Unterschiedliche Monitorkonzepte für die Stage

Monitorlautsprecher sind als aktive Variante mit eingebauten Verstärkern oder als passive Variante ohne weitere Elektronik erhältlich. Im Profibereich werden meist Lautsprecher eingesetzt, die kompromisslos für das Bühnenmonitoring konzipiert sind.
Im Musiker- und semiprofessionellen Bereich kommen häufig sogenannte MuFus (Multifunktionslautsprecher) zum Einsatz, die über z. B. Hochständerflansche und weitere Ausstattungsmerkmale einen variablen Einsatz auch in anderen Bereichen erlauben.

Breitbandlautsprecher
Das sind, bis auf wenige Ausnahmen, meist kleine Breitbandlautsprecher ohne zusätzliche Hochtöner. Meist werden sie für niederpegelige Aufgaben eingesetzt, wo es nicht auf hohe Präzision ankommt. Allerdings gibt es portable Lautsprecher im „Bonsai Format“, die Erstaunliches leisten, was Pegel und Sound angeht.

Mehrwegelautsprecher
Hier finden sich meist 2-Wegelautsprecher. Diese bestehen aus einem Basislautsprecher mit 6-15“ Durchmesser und einem entsprechenden Hochtonhorn.
Faustformel: Je kleiner der Basislautsprecher, desto begrenzter sind Frequenzgang und Lautstärke.
Hat man eine leise akustische Band ohne basshaltige Instrumentierung, reicht schon ein kleiner Lautsprecher aus.
Als Standardmonitor wird häufig eine 12“ Kombination genommen, da hier schon extreme Pegel möglich sind und auch mal zur Orientierung ein bisschen Bassdrum mit dazugemischt werden kann. Mit einem 15“ oder 18“ Subwoofer kombiniert, lässt sich schnell ein Drumfill bauen, das auch kräftige Bässe produziert.

Koaxiallautsprecher
Ein sehr interessantes Konzept, da das Signal virtuell aus einer Punktquelle kommt und kaum die Probleme üblicher Lautsprecheranordnungen kennt, bei denen durch versetzte Anordnung der Einzellautsprecher Phasing- und Laufzeit Artefakte entstehen können.
Üblich ist hier ein Hochtöner, der mittig durch das Zentrum des Basislautsprechers abstrahlt. Bei den günstigeren Varianten wird dessen Lautsprechermembran zur Schallenkung genutzt, bei den „besseren“ Koaxen wird ein zusätzliches Horn eingesetzt, das den Schall definiert bündelt. Je größer das Horn, desto breitbandiger ist auch sein Nutzbereich und somit die Kontrolle über die Beschallungszone. Um extreme Pegel zu erreichen, wird ein Koaxialmonitor oft auf der Basis mehrerer im Quadrat angeordneter Basislautsprecher aufgebaut, in deren Mitte dann meist ein richtig großes Horn sitzt.

Affiliate Links
the box pro Mon A10
the box pro Mon A10
Kundenbewertung:
(167)

Einfluss der Mikrofoncharakteristik auf die Monitoraufstellung

Guter Monitorsound, speziell beim Gesang, basiert immer der richtigen Aufstellung der Monitoranlage, bezogen auf die Aufnahmeeigenschaften des Mikrofons. Grundsätzlich üblich bei Gesangsmikrofonen im Live-Bereich sind zwei Aufnahmecharakteristiken:

Die Niere (Cardoid)

Mikrofone mit Nierencharakteristik haben eine breite Einsprache und bei 180° minimale Empfindlichkeit

Die Superniere (Supercardoid).

Mikrofone mit Supernierencharakteristik haben eine schmale Einsprache und bei 135° minimale Empfindlichkeit

Bildhaft seht ihr zu den beiden Typen eine 3-D Balloon Darstellung und eine 2-D Darstellung, ein sogenanntes Polardiagramm. Die 3-D Grafik lässt sich so interpretieren, dass überall dort, wo der Balloon dick ist, sehr gut Schall aufgenommen wird und an den kleineren Bereichen eben schlechter bis gar nicht. Beim 2-D Polardiagramm ist es ähnlich, allerdings über die dB Skala einfacher interpretierbar: Je weiter die Linien am Außenkreis liegen, desto besser ist die Schallaufnahme. Es lassen sich hier auch Linien für unterschiedlich Frequenzen darstellen. Je gleichmäßiger, desto besser, denn so wird auch seitlich einfallender Schall zwar leiser, aber ohne Soundverfälschung übertragen.

Sofort fällt auf, dass bei der „Niere“ hinten bei 180°, also genau gegenüber der Einsprache, ein besonders unempfindlicher Bereich ist. Und genau dort und etwas nebenan ist die beste Position, um einen Monitor zu platzieren, da er so am wenigsten Rückwirkung auf das Mikrofon hat. Das äußert sich darin, dass der Monitor deutlich lauter eingestellt werden kann, bevor es zu Rückkopplungen in Form unangenehmer Quietsch- oder Heultöne kommt. Was man auch schön sieht: In eine „Niere“ kann man auch ruhig etwas seitlich Nutzschall reinschicken, der wird immer noch gut verstärkt. Das kann man sich beispielsweise bei einem Chor zu Nutze machen, indem drei Vokalisten zusammen ein Mikrofon nutzen.

Anders bei Mikrofonen mit der Charakteristik „Superniere“. Nur damit keine falschen Assoziationen aufkommen: Das ist keine Premium-Variante der Niere, sondern einfach eine etwas andere Aufnahmecharakteristik der Mikrofonkapsel. Diese Mikrofone blenden seitlich einfallenden Schall früher aus als ein Cardoid. Außerdem sehen wir im Bild direkt den kleinen „Nebenzipfel“ bei 180° gegenüber der Einsprache des Mikrofons und daneben, im Winkel von ca 135°, die Punkte minimaler Empfindlichkeit.

Und genau hier sollten beim Einsatz eines Supernieren Mikrofones auch die Monitore stehen. Hat man lediglich einen Monitor zur Verfügung, sollte dieser seitlich stehen.

Links: Monitoraufstellung beim Nieren Mikro // Rechts: Monitoraufstellung beim Supernieren Mikro

Wichtig: Achtet bei der Mikrofonauswahl unbedingt darauf, ob euer Mikrofon als „Niere“ oder „Superniere“ arbeitet, damit das Zusammenspiel Mikrofon – Monitor optimal läuft.
Außerdem sollte man noch wissen, dass die beiden Modellgrafiken idealisiert sind. Je präziser die Richtcharakteristik über den gesamten Frequenzbereich ist, desto besser. Im Bild beispielhaft das Diagramm eines bekannten dynamischen Mikrofons mit dem Polarplot bei verschiedenen Frequenzen.

Darstellung der Richtcharakteristik beim Shure Beta 58 über alle Frequenzen

Setup-Beispiele für Einzel- und Gruppenmonitoring

Hier unterscheiden wir, ob der Monitor eine Person (Personal) oder mehrere Personen (Gruppe) beschallen soll. Bei den Empfehlungen kann natürlich variiert werden. Das Limit liegt, technisch gesehen, bei der Feedback-Grenze (deswegen die 180° beim Cardoidmikro und die 135° beim Hypercardoid immer im Hinterkopf behalten). Sozialverträglich gesehen liegt die Grenze da, wo die Kollegen oder das Publikum beeinträchtigt werden.

Aufstellung:  Ein Bodenmonitor (Wedge-Aufstellung)

Personal
Wie oben beschrieben, bei einem Cardoidmikro im 180° Winkel aufstellen, bei einem Hypercardoid im 135° Winkel. Dabei liegen die Hochtöner vorzugsweise an der Außenseite.

Gruppe
Man stellt den Monitor etwas weiter weg und seitlich so, dass der am nächsten stehende Musiker im Randbereich des Hochtöners steht, der am weitesten entfernte Musiker axial auf der Hochtöner Achse hört.

Aufstellung: Zwei Monitore auf dem Boden (Wedge-Aufstellung)

Personal
Wie oben besprochen, vorne flach bis leicht eingedreht, Hochtöner außen (Niere)

Shure SM58 (Niere) und HK Audio ConTour CX12

Oder halb seitlich im 135° Winkel (Superniere).

Sennheiser e-945 ( Superniere) mit HK Audio CX12 als Monitor

Gruppe
Möglichkeit 1
: Die „ Schneepflug“ Aufstellung mit Hochtöner innen. Dabei werden die Lautsprecher soweit gewinkelt oder/und auseinander gezogen, dass in der Mitte beim Hochton kein ausgeprägter Hotspot entsteht. Diese Aufstellung ist überall dort brauchbar, wo breit beschallt werden soll und in der Pegel gleichmäßig in der Bühnentiefe abnehmen soll.

Monitoring für ein breites Schallfeld

Möglichkeit 2: Ein Monitor rechts, einer links von der Gruppe. Dabei liegen die Hochtöner außen. Das zu beschallende Areal wird durch den Abstand der Monitore zueinander und eine entsprechende Drehung der Monitore nach innen eingestellt.

Nearfill-Monitor

IMG-STAGELINE-Flat-M100 als Nahfeldmonitor

Das ist eine typische, sehr elegante Möglichkeit für das Personal-Monitoring, wenn sich der Musiker nur wenig bewegt. Sänger können sich einen kleinen Monitor am Mikrostativ befestigen. Keyborder können das mit zwei kleinen Lautsprechern fürs Stereo-Gefühl tun und ggf. mit einem Subwoofer erweitern.

Vorteile:

  • Man kann am Mikro vorbeizielen
  • Der  Lautsprecher ist  nah am Ohr => weniger Gesamtlautstärke  nötig, viel Direktschall

Sidefill-Monitor

Interessant für den „ Gesamtsound“ auf der Bühne, auch für Sänger, die die gesamte Bühne nutzen.
Gut zur „Ergänzung“ des Einzelmonitorings.

Mittel der Wahl bei großen Gruppen, die alle das Gleiche hören wollen (Chöre). Dabei ist es wichtig , dass insgesamt etwas Abstand gehalten wird, damit der Pegelunterschied vom ersten bis zum letzten Musiker nicht zu groß wird (Pegeldifferenz 6 dB/Abstandsverdopplung). Wenn es geht, die Lautsprecher möglichst hoch positionieren und mit einem Schrägsteller etwas neigen. Bei großen R&R Bühnen wird generell mit Sidefills gearbeitet, allerdings in einer Größenordnung, die für ein mittleres Open-Air als Front-PA ausreichen würden.

Grundsätzliche Bühnenmonitor-Einstellung

Richtige Positionierung: Jeder Lautsprecher, auch ein Instrumentallautsprecher z. B. im Gitarrencombo, zeigt dorthin, wo beschallt werden soll, alle anderen Bereiche sollten ausgeklammert werden.

Feedbackfreie Einstellung: Im Kontext mit dem Mikro, das am meisten Pegel braucht, wird der Monitor möglichst so eingestellt, dass die ersten Feedback-Frequenzen per Equalizer eliminiert werden. Dazu wird die Lautstärke langsam hochgefahren, bis das erste Feedback hörbar wird. Die zugehörige Frequenz wird abgesenkt. Die Lautstärke wird weiter erhöht, bis das nächste Feedback erscheint, es wird wieder abgesenkt und so fort. Es ist ratsam, nicht zu viele Frequenzen zu ziehen, damit ruiniert man sich leicht den Gesamtsound. Der Monitor sollte eher schlank und präsent klingen als laut und dumpf. Um die Koppel-Frequenzen zu finden, haben die meisten modernen Mischpulte einen Analyzer, der die Frequenzen grafisch anzeigt. Ansonsten mit dem Equalizer die relevante Frequenz gehörmäßig anfahren und absenken. Dabei empfiehlt es sich, aufgrund der höherer Präzision bei Frequenz- und Bandbreiteneinstellung, mit parametrischen EQs zu arbeiten.

 4 gesetzte Filter + Hochpass für einen Gesangsmonitor

Vier gesetzte Filter + Hochpass für einen Gesangsmonitor

Ziel der Einstellung ist es, genug Nutzlautstärke zu produzieren und genug Reserve – mindestens 6 dB – zu haben, bevor man sich der nächsten Rückkopplung nähert.

Beim Einstellen beachten: Schallreflektionen am Gesicht oder den Decken akustischer Gitarren in die Einsprache des Mikros können Feedback produzieren, ebenfalls die Resonanzen eines geöffneten Mundes.

Eine tolle Anleitung zur Monitoreinstellung hat der Kollege Markus Galla auf AMAZONA.de verfasst. Diese findet ihr hier .

Zusammenspiel von Bühnensound und PA

Besonders in Clubs und kleineren Konzertlocations liefert der Bühnensound meist einen dominanten Anteil am Gesamtsound im Publikum. Umgekehrt ist die PA oft genug recht prominent auf der Bühne zu hören. Im Allgemeinen kommt von der Bühne ein sehr grundtonreicher Sound ohne Präsenz- und Hochtonanteile im Publikum an. Da ist es ratsam, diese Bereiche in der Front-PA etwas abzusenken. Genau so auf der Bühne: Wenn die PA dort einen zu lauten Grundtoneintrag hat, werden diese Bereiche vorsichtig im Monitor reduziert. Das macht man wechselweise so lange, bis es soundmäßig auf der Bühne und im Saal stimmt.

Zwei Tipps für das Monitoring zum Schluss

Mit dem Mikrofon richtig zu arbeiten, kann man lernen. Dabei sollte man den Nahbesprechungseffekt und die richtige Handhabung kennen und ihn bei der Soundeinstellung direkt mit einbeziehen. Dazu gibt es hier einen kurzen Artikel, der eindrucksvoll mit Audiobeispielen zeigt, welche dramatischen Effekte schlechtes Mikrofon-Handling haben kann.

Wer den Mikrofonkopf (ohne böse Absicht) zuhält, ruiniert sich seinen Sound und die Monitoreinstellung.  Hier gibt es was zu lachen und zu lernen:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

ANZEIGE
Fazit

Mit etwas Know-how, dem richtigen Equipmenteinsatz und guter Planung lässt sich fast überall ein guter Monitorsound produzieren. Dieser ist elementar wichtig für ein gutes Zusammenspiel und ganz nebenbei verbessert sich auch automatisch der Sound im Auditorium. Einen kleinen Beitrag auf dem Weg dahin kann dieser Artikel leisten.

ANZEIGE
Forum
  1. Profilbild
    Jörg Kirsch StageAID RED

    Danke schon mal für die netten Kommentare.✌ Es hat auch Spaß gemacht, den Artikel zu schreiben.
    Es gibt natürlich noch viele weitere Tricks, um den Monitorsound zu optimieren.

    👍Da würde ich mich richtig freuen, wenn ihr eure besten Tipps in die Kommentare schreibt. Also Tipps, gerne auch aus eurer Geheimkiste, die euch auf der Bühne richtig helfen.

    Danke

  2. Profilbild
    flo

    Sehr interessanter Beitrag mit unheimlich viel Fachwissen, das toll erklärt wurde! Werde versuchen, den ein oder anderen Tipp bei nächster Gelegenheit selbst umzusetzen 👍
    Vielen Dank für all die Infos und hilfreichen Beispiele!

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Politische Inhalte und Statements werden durch die Redaktion gelöscht.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X