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Top News: Gibson vs Kiesel

3. März 2020

Der Goliath wütet weiter

Es wird nicht ruhig um Gibson – die Firma ist nach wie vor entschlossen, kleineren Firmen auf die Pelle zu rücken, die sich in ihren Augen großzügig an der Ästhetik der Klassiker-Modellen bedienen. Nachdem Dean Guitars ins Klage-Visier des amerikanischen Gitarrenherstellers gerieten, sind es nun Kiesel Guitars, die sich vom Goliath der Gitarrenmarken bedroht fühlen muss.

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Kiesel Custom Guitars ist in Südkalifornien angesiedelt und in erster Linie für seine Signature Modelle bekannt, die in den Staaten beispielsweise von Andy James gespielt werden. Doch um die zahlreichen Signature-Modelle geht es nicht – Kiesel Custom Guitars haben ein Exemplar in ihrem Katalog, das dazu geführt hat, dass die Firma jetzt einen „Cease-and-desist“-Brief bekommt hat – eine Unterlassungsverfügung, in der Gibson ausdrücklich davor warnt, das Instrument weiter zu bauen und zu vertreiben. Grund – die frappierende Ähnlichkeit mit Gibsons Flying V-Modell.

Da kann man sich nur an den Kopf fassen und sich fragen, warum Gibson ausgerechnet sich auf Kiesel Guitars stürzt. Die Ähnlichkeit des Ultra-V mit dem Flying-V sei dahingestellt – aber ist dann die legendäre King V von Jackson als nächstes dran? Denn wenn überhaupt, lässt sich in den Raum werfen, dass die King V die maßgebliche Inspiration für die Ulta-V sein dürfte. Aber an Jackson traut sich Gibson wahrscheinlich weniger heran, denn Jackson Guitars sind größer und haben mehr Ressourcen, sich juristisch zur Wehr zu setzen.Was bedeutet das konkret? Für Jeff Kiesel zumindet kein schönes Gefühl, von den ehemaligen Vorbildern so angegangen zu werden:

I named the Ultra V, so I think it was about ’86 when it came out, I was seven years old, so it’s a really special model to me.

„So, to have those bozos try to tell us we can’t make it anymore when it looks literally nothing like it… I mean, come on guys, look at the pointed body, look at the bevel on it: does that look anything like their V?

Für Jeff verhalten sich Gibson also wie Bozos, Idioten, die in erster Linie von Ressentiments und Emotionen geleitet werden. Und bei der King V ist es nicht geblieben: Das Kiesel CS6 California Single Modell ist auch Zielscheibe einer Unterlassungsverfügung geworden. Und das im Jahre 2006, ein Jahr nachdem Gibson im wegweisenden Prozess gegen die PRS Singlecut den kürzeren gezogen haben. Die Firma scheint davon überzeugt zu sein, das richtige zu tun und dass der Imageschaden langfristig überschaubar bleiben wird.

Da habe ich so meine Zweifel.

 

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Forum
  1. Profilbild
    roseblood11  

    Testet doch die fraglichen Gitarren von Kiesel mal. Das sind richtig gute Teile. Früher hießen sie mal Carvin.
    Wenn die Sch…aktion zur Werbung für die beklagten kleinen Firmen wird, und für Gibson zum Imageschaden, ziehen die ihre Klage vielleicht zurück.

  2. Profilbild
    Numitron  AHU

    Find ich etwas unsympathisch von gibson ein 60 jähriges design plötzlich zu verteidigen.
    Die patente sind doch längst abgelaufen.
    Ob sie sich durch solche aktionen nicht selber schaden?

  3. Profilbild
    Chufu  

    Für den Image schaden sorgt Gibson schon selbst. Wie man beobachten kann. So etwas macht Gibson mir nicht sympatischer!

  4. Profilbild
    paap narF ZK  

    Marktaufteilung. Es soll möglichst nicht mehr viel Konkurrenz geben auf dem Markt. Nur noch Gibson und Fender. Die lassen die auch in Ruhe. Die lassen sich auch gegenseitig in Ruhe. Der Rest wird mit Rechtsstreits möglichst ausgehungert. Welche Marken inzwischen unter den Haupthäusern firmieren kann man u.a. in youtube videos übers Thema erfahren. Ich war jedenfalls erstaunt welche „gute alte“ Marke inzwischen unter der Fuchtel von Fender verhökert wird. Aber mit den ursprünglichen Marken Fender, Gibson etc hat das NICHTS mehr zu tun..
    Wer z.B. ne gute „echte „Gibson““ haben will schaut sich bei Heritage Guitars um! Die kosten halt auch was mehr. Wie auch immer, ich finde diese Saurierfirmen sterben aus. Genauso wie in der Musikbranche Saurierfirmen aussterben. Das Problem der Produktionen durch kleine FIrmen/unbekannte Musiker ist nicht das Produkt selbst sondern die mangelnde Vermarktung, natürlich gepaart mit der lameness der Massen. Wer nur „JustinBiebers“ dauerhaft zu hören bekommt denkt irgendwann das sei das Höchste der Gefühle…das funktioniert auch so bei Instrumenten. Wenn ich in einen Store gehe und sehe nur Massen über Massen an Strat-style Bodies oder LesPaul kopien, denkt halt daß das DIE Gitarren sind und macht sich lustig über andere Formen, die davon abweichen

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