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Top News: Interview mit Jean-Michel Jarre, ELECTRONICA 1

10. November 2015

Godfather of Synthesizer-Music?

Jean-Michel Jarre ist immer noch für eine Überraschung gut. Zuletzt hatte er ein unglückliches Händchen bewiesen, als er die angekündigte Wiedergeburt des ELKA Synthex unterstütze.

Nun aber steht alles wieder im Zeichen seiner Musik, denn seit dem 16. Oktober ist sein neues Album ELECTRONICA 1 – THE TIME MACHINE am Markt, bei dem eine Vielzahl beeindruckender Musik-Ikonen mitgewirkt haben. Darunter Laurie Anderson, John Carpenter, Vince Clarke und sogar der inzwischen verstorbene Edgar Froese von Tangerine Dream.

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Aber die Liste lässt sich fortsetzen mit Massive Attack, 3D, Armin van Buuren und soll für die Fortsetzung des Werks (ELECTRONICA 2) mit weiteren Namen angereichert werden wie Hans Zimmer und Gary Numan.

Bei so viel Prominenz fällt einem natürlich unweigerlich das Sprichwort mit den vielen Köchen ein.

NATIVE INSTRUMENTS ist es nun gelungen, den Star für ein ausführliches Interview vor die Kamera zu holen.

Darüber hinaus hat NATIVE INSTRUMENTS ein schönes Special zu Jean-Michel Jarre auf seiner Online-Plattform veröffentlicht, das wir Ihnen ebenso ans Herz legen möchten:

HIER KLICKEN.

Bildschirmfoto 2015-11-10 um 16.10.00

Am meisten interessiert uns nun aber, was Sie ganz persönlich von seinem neuen Album halten. Mal ganz salopp gefragt: „Hat er es noch drauf oder gehört er zum alten Eisen?“

Wir würden uns sehr über eine spannende Diskussion über unsere Kommentarfunktion freuen.

Forum
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    Filterpad  AHU

    J.M.Jarre war unter anderem DER Grund, warum ich begonnen habe mich mit der e-Musik auseinanderzusetzen und ist bis heute Inspiration und Vorbild für mein musikalisches Schaffen. Seine (früheren) Arrangements finde ich bis heute sehr gelungen und stilprägend. Es vergeht kaum ein Monat, wo ich nicht in eines seiner Songs hineinhöre. Nur: Er selber sollte jetzt aufhören und seine Rente genießen und das meine ich nicht zwingend abwertend. Die e-Musik hat sich ab den Mitte 2000ern gewaltig geändert und J.M.J wird immer mit seinen damaligen Höhenpunkten (Oxygene, Equinoxe) in Verbindung gebracht werden. Dass sollten ER und seine Fans jetzt akzeptieren und außerdem bin ich der Meinung: Es sollten neue Künstler der e-Musik ebenso eine Chance erhalten, ihr Können einem breiten Publikum unter Beweis zu stellen. Aber das sein Image auch bei neuen Alben funktioniert, sieht man an den guten Chartplatzierungen. Ich persönlich habe Hemmungen, in die neueren Alben hineinzuhören. Warum auch immer!

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      TobyB  RED

      Hallo Filterpad,

      keine Frage sollte der Musikalische Nachwuchs gepflegt werden. Nur ist es halt eben so das sich nicht nur die Musikindustrie sondern auch die Radiolandschaft ziemlich gedreht hat. Ich für mich würde sagen, das solche Leute wie Alan Bangs, Klaus Viehe, Volker Rebell, Werner Reinke, John Peel meinen Musikgeschmack ziemlich geprägt haben. Nur gibt es solche Leute mittlerweile sehr selten und demzufolge verflacht auch die Musik im Radio. Und jenseits des Mainstreams findet da nicht mehr viel statt.

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        Filterpad  AHU

        Ja, richtig Toby! Es wäre unfair von mir diese Situation allein auf J.M.J. zu reduzieren. Jeder Künstler muss heute für seine Vermarktung, Anerkennung mehr kämpfen als in den 70ern, wo YTube, Spoty und mp3 noch nicht erfundene Worte waren. Mein Beitrag war eher so gemeint, dass J.M.J. schon einen Namen bzw. die passende Connection hat, um noch einmal auf dem Musik-Markt ‚Gas‘ zu geben was Nachwuchskünstlern i. d. Regel fehlt. Aber es gibt immer wieder Ausnahmen: Fräulein Schlagerqueen Fischer kannte vor 10 Jahren bestimmt auch noch niemand. Hier hat IMO die Vermarktung ganze Arbeit geleistet.

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          TobyB  RED

          Hallo Filterpad,

          also von JMJ zu Frau F. einen Bogen spannen, heftig ;-) Zum anderen ist Helene F. dennoch ein extrem schlechtes Beispiel für die eigene Karriereplanung. Ich erinnere mal daran, ihr Manager war in den MDR Bestechungsskandal um Udo Foht verwickelt war.

          Also ich denke, als etablierter Künstler ist es in 2015 genauso kompliziert wie als Newcomer. Klar wenn ein etablierter Künstler Hits, hatte und kommerziell erfolgreich war, kann das Türen öffnen. Andererseits kann das aber auch Ballast sein. Ich persönlich habe hier die Erfahrung gemacht, das die Medienbranche und MI 2015 im Umbruch sind und man nicht unbedingt mehr das klassische Labelkonstrukt und A&R Manager benötigt. Was nicht heisst ist, das die Thematiken Urheberrecht, GEMA, GVL, Steuern trivial sind. Aber ich habe in 2015 Alternativen und kann so ich unternehmerisch tätig werden und mein eigenes Ding machen. Und Netzwerken tut nicht weh. Für mich überwiegen die Chancen, die Risiken :-)

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          AQ  AHU

          Natürlich kann man „Fräulein F.“ erwähnen, wenn Vermarktung das Thema ist. Allerdings wehre ich mich seit Jahren dafür, dass Musiker (Menschen die etwas neues erschaffen resp. Komponieren und Musizieren) nicht mit Interpreten auf eine Stufe gestellt werden. JMJ hat alleine mit Oxygene mehr hinterlassen als HF als reine Interpretin in ihrem ganzen Leben wird leisten können. Interpreten vor allem -innen, sind austauschbar. Etwas Singen müssen sie können und hübsch aussehen schadet auch nicht, aber bleiben tut nichts, weil sie ausser ihren Stimmen nichts zu einer Produktion beitragen. Immerhin, anschauen tu ich die HF lieber als den JMJ ;-)

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    AMAZONA Archiv

    Musik Ikone hin oder her, was Jarre heute abliefert und meistens auch davor abgeliefert hat, waren für mich Gigantismus Shows und entsprechende Musik mit viel Pathos und für gefühlter 1500facher Polyphonie- Synth-Schmiere- sorry , anderes kann ich die Sachen, die nach seinen IMHO 2 guten ersten (Oxy bahnbrechend, na klar) Alben kamen, nicht bezeichnen. Darüber hinaus hat er ja, wenn es nach seinen eigenen Worten geht, überhaupt erst die elektronische Musk erfunden, was eine seltsame Idee ist (Arte Doku INterview vor ein paar Wochen )

    „Zum alten Eisen“ ist allerdings eine Phrase, die ich selbst nicht unbedingt nutzen würde. Da es Musik ist, muss eh der eigene Geschmack entscheiden , meinen hat Jarre leider nie richtig getroffen. Großer Respekt abert auf jeden Fall , keine Frage. Aber bei seinem aktuellen Album hilft es m.E. auch nicht viel, wenn Air oder Laurie A. oder wer auch immer teuer eingekauft wird.

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      gaffer  AHU

      Jarre hat die elektronische Musik erfunden? Das wüsste ich…. Kraftwerk? Nie gehört? Auf dieses Niveau wir er nie kommen. Gerade in den Siebzigern ist mbMn. unglaublich viel Schrott als elektronische Musik verkauft worden. Da reichte es einen 8-Step Sequenzer eine halbe Stunde laufen zu lassen und das Ostinato halt ab und zu zu transponieren, dazu raschel, raschel und ein wenig fiep und waber und wir alle sind ausgeflippt. Da waren Maschinen am werkeln, die pekuniär gesehen für normal sterbliche Musiker absolut unerreichbar waren. 76-78 passierten absolut spannende Dinge in der Musik, allerdings nicht der elektronischen, da waren fast alle neben der Spur. Die jungen Musiker nannten sie BOFs, Boring Old Farts. TD – nie verstanden, was das sollte, viele Platten der „Berliner Schule“. Sorry, bin vielleicht etwas unsachlich wenn ich hier so vom Leder ziehe, will auch nicht den Geschmack anderer beleidigen, aber eine Platte von JMJ hätte absolut gereicht. Die Aussagen gelten in erster Linie für mich, ich habe sie nur etwas lauter geäussert

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        AMAZONA Archiv

        Danke , sehe ich genau so.

        Du hättest das Special zur neuen CD sehen sollen auf Arte, evtl. noch in der Mediathek. Wass der da von sich gibt ist echt der Hammer. Ziemlich nah am Realitätsverlust der Gute. Daher hat er glaube ich auch noch mit Froese irgend etwas gemacht. Aber TD hat er im Interview ausgeblendet, KW genau so. Andere ebenso. Schau mal, ob die Selbstlobhudelei noch bei Arte zu sehen ist, aber es ist annähernd ärgerlich wie er sich dort geriert. GEZ finanzierte Werbung zur besten Sendezeit, na ja.

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          dilux  AHU

          wow, da haben sich ja zwei getroffen, um mal einen kübel schlechter laune auszukippen…in der arte-doku „journey into sound“ (findet man auf youtube) redet jmj über seinen musikalischen und persönlichen werdegang sowie über die entstehung des hier präsentierten albums, die aussage, er würde sich als erfinder der elektronischen musik sehen kommt darin nicht einmal ansatzweise vor…grenzwertig finde ich auch die überlegung, ein gewisser musikalischer output reicht, mehr „braucht“ es nicht…ich will mich gar nicht über die musik von jmj äussern, da ich musikjournalismus schon immer kritisch gesehen habe (wie will man musik objektiv bewerten?), trotzdem entwickelt man nach jahrzehntelangem intensiven musikhören ein gespür für die qualität von musik…und die hat jmj in jedem fall.

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    Dalai Galama  

    „Hat er es noch drauf oder gehört er zum alten Eisen?“ Was ist denn das für eine Frage? Er gehört mit Sicherheit zum alten Eisen, er ist schließlich ein Urgestein der elektronischen Musik. Er hat es aber genau deswegen noch immer drauf – er hat sein Gefühl für Klänge und Spannungsbögen und den ganzen anderen Kram, den man sonst noch so braucht, nicht verloren.

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    Filterspiel  AHU

    Das ich von dem neuen Album bis eben sowas von überhaupt nichts gehört hatte, spricht jedenfalls für mich Bände! Habe gleich mal in die Amazon-30 Sekundenfragmente rein gelauscht, was natürlich nicht wirklich viel bedeutet, doch das kam mir jetzt ein bisschen so wie die von Herstellern eingespielten Synth-Demos vor. Wem es gefällt, der bekommt sicherlich erste Sahne, für mich darf es mittlerweile mit mehr Kanten daherkommen.

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    monopuls  

    Mein Einstieg in die Musik – sein Erstlingswerk war meine erste Schallplatte – ich war sofort süchtig nach Synthesizern. Heute würde ich Ihn nicht mehr so glorifizieren, aber für die elektronische Musik war er einer der wichtigsten Wegbereiter. Sein neues Album ist natürlich ein Konzept. Seine Auswahl an Künstlern interessant. Und unter diesem Aspekt werde ich sein Album auch genüsslich hören und werten.
    (und auf seinen Synthiepark auch ewig neidisch sein ?)

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    Kosh  

    ich bin jahrgang 74 und die ersten 8 jahre meines lebens zum großteil in ungarn aufgewachsen. ich erinnere mich, dass mein vater damals (noch auf einem s/w-fernseher) regelmäßig eine technik-sendung angeschaut hat (vielleicht in etwa vergleichbar mit galileo oder so). im vorspann sah man eine startende concorde, diverse industrieroboter und so kram, unterlegt mit JMJ, ein stück aus dem album oxygene. jahre später stolperte ich gott sei dank wieder über oxygene, erkannte auch das eine stück wieder, und wußte jetzt auch, dass es da ein ganzes album gab, und diesen musiker. was soll ich sagen, oxygene finde ich bis heute ein ganz ein herausragendes album. viele jahre später entschloss ich mich, mal die JMJ-discographie aufzuarbeiten, und wurde herb enttäuscht. oxygene ist tatsächlich das einzige album, das ich bisher von ihm gehört habe, das mir gefällt. alles andere ist mir zu poppig, zu seicht.

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      Trikker

      Mir geht es genauso wie Kosh, ich bin Jahrgang 72 und 1983 kaufte ich mir durch Zufall das Album Oxygene. Das waren damals Klänge wie aus einer anderen Welt und für mich ist die Tatsache, das dieses Album bald vierzig Jahre alt ist, nahezu unfaßbar. Deswegen wird JMJ für mich immer eine Ikone bleiben, egal was er jetzt noch so raus haut.

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      spacelight  

      Ich habe genau diese Sendung auch gesehen , das war die Wissenschaftssendung “ Aus Forschung und Technik “ mit Prof. Joachim Bublath .

      Das hat mich ebenfalls , so wie die Erkennungsmelodie der 2.Staffel zu “ Mondbasis Alpha 1″ (war damals im ZDF ebenfalls mit JMJ unterlegt) zu Jarre und analoger Synthesizermusik gebracht !!!

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    gutzufuss  

    Ich halte die 3 Scheiben Oxygene, Equinox und Magnetic Fields für zeitlose Klassiker der elektronischen Musik. Toll wie er da Improvisation, Experiment und Masentauglichkeit übereinander bringt. Ich habe die Oxygene sicher hunderte Male gehört, und sie wird einfach nicht langweilig. Trotz vielfacher Versuche, ist es mir nie gelungen, auch nur eine Scheibe nach Magnetic Fields in einem Rutsch durchzuhören. Sie sind als ganz großes Klangerlebnis angelegt, kliingen für meine Ohren aber einfach zu profan und einfallslos. Ausgenommen ist da mal die Neuauflagevon Oxygene, die als Tonträger wie auch als Video sehr zu empfehlen ist. Und die neue Scheibe? Für mich besser als alles andere, was er nach Magnetic Fields gemacht hat, aber dennoch nicht überzeugend. Zu wenig eigene Inspiration – zu viel recyceltes Material zeitgenössischer Popmusik.

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    TimeActor  AHU

    Sorry Leute geht nicht gegen euch persönlich!
    Wenn Musik nur noch in die Richtung „verkommt“ wenn ein Künstler auf seiner nächsten Scheibe nicht das Ultimative Spektakel, Komplett Neues (so noch nie gehörtes), neue Phrasierungen, wilde Tonfolgen (alles mal überspitzt ausgedrückt) bringt dann ist die Musik seicht, schlecht, gehört zum alten Eisen? Musik ist doch mit Verlaub nicht Selbstzweck sondern Mittel zum Zweck nämlich Spaß zu bereiten, Gänsehaut zu erzielen, Stress abzubauen und und und. Ich für meinen Teil höre einfach nur und lasse die Musik/Töne auf mich wirken sowie die Bilder in meinem Kopf dazu entstehen ohne anzufangen, die Musik zu sezieren! Wenn sich dabei ein wohliges Gefühl einstellt ist für meinen Teil die „Mission accomplished“. Sorry so sehe ich das und trotzdem muss ich nicht alles toll finden was meine Lieblingsmusiker/Bands wie J.M.J, KW, TD, KS usw. in den letzten Jahren zum besten gegeben haben. Aber „Altes Eisen“ … No Way! Grüße TimeActor

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    AMAZONA Archiv

    Jarres erste Alben sind ohne Zweifel Meilensteine der Elektronischen Musik, ob man seine Musik nun mag oder nicht. Er hat nur den Fehler gemacht, dass er sein Leben lang an diesen Erfolg anknüpfen wollte und dabei ist er nicht nur einmal ordentlich ins Straucheln gekommen und hat viele Fans enttäuscht. Ich denke es ist wie eine Sucht nach musikalischer Anerkennung die er sein ganzes Leben gesucht, aber wohl nie richtig gefunden hat.

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      TimeActor  AHU

      Einen Meilenstein zu toppen ist für jedes Musikgenre schwierig bis unmöglich. Hinzu kommt noch, dass zum Zeitpunkt des Erscheinens von Oxygene kaum jemand wusste was ein Synthesizer ist geschweige denn schon mal solche Töne bzw. in diesem Kontext vorher gehört hatte. Ich glaube nicht, dass Oxygene ein Meilenstein geworden wäre, wenn das Album z.B. Mitte der 80er entstanden wäre. Bei Oxygene kommen mehrere für den Erfolg verantwortlich günstige Faktoren zum tragen! Als die Platte erschien, war ich so ca. 14/15 Jahre alt und hörte diese auf der Anlage meines Bruders (wenn dieser nicht zu Hause war)…ich war damals mega geflasht und kam danach nie wieder von den Synthesizern los. Ist auch heute noch so!
      Ob J.M.J seither seinem damaligen Erfolg hinterher läuft kann ich nicht beurteilen. Da sieht man mal wieder wie ungerecht die Branche und die Hörer sind – bei Zoolook hat er experimentiert und wollte neues bringen aber das hat offenbar viele enttäuscht (mich allerdings nicht…ich finds gut) – also danach doch wieder „Back to the Roots“ für J.M.J ? Experimentieren und Neues erschaffen wir nicht immer mit Erfolg beim Publikum geandet :-)

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      TobyB  RED

      Ei Gudde Marko,

      ich halte es mit JMJ, wie Paps aus Terminator:Genesys. „Alt aber nicht veraltet“.

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        AMAZONA Archiv

        Es ist immer auch eine Geschmacksfrage. Als kleiner Steppke fand ich seine Musik, und die von Vangelis, großartig und bahnbrechend. Heute ist er mir zu seicht und ich mag andere Musik lieber. Deshalb würde ich ihm aber niemals seinen Anteil an der E-Musik absprechen.

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          TobyB  RED

          Hallo Marko,

          stimmt und Geschmäcker ändern sich auch mal. JMJ und seine „Klassiker“ haben ihren Platz. Ich denke JMJ hat zu mindest vom technischen Ansatz viele von uns inspiriert.
          Und er war dann immer gut, wenn er den technischen Bombast aussen vor hatte. Und sich auf ein oder zwei Elemente fokussierte. Und von allen französischen Elektroniker aus den 70ern/80ern finde ich JMJ immer noch relevant, weil er eben immer noch polarisiert.

  10. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Was JMJ da abliefert habe ich mal in einem Artikel für Flächenklang so beschrieben:

    „Und anstatt sich auf den Hosenboden zu setzen und seinen Stil wieder zu finden, ihn zu erweitern, den lange erwarteten Nachschlag zu liefern, versammelt er um sich herum vermeintliche Leidensgenossen — und ja, Edgar Froese passt da auch gut rein — zusammen mit etwas frischem Blut, und bringt seine ewig gleichen Sounds und Harmonien zu verschiedenen anderen Schneidern, und lässt daraus immer wieder neue Kleider nähen, die dann eben nicht wie die Sammlung seiner größten Pleiten klingen, sondern, nun äh … ein wenig anders.

    Alles das riecht — nein stinkt nach einer reinen Marketingaktion. Nach Ausverkauf. Entstanden am großen ovalen Nußbaum-Konferenztisch in der obersten Etage eines Plattenlabels. Entschieden von Menschen die Umsatz wollen, und dazu die alten Elefanten noch mal in die Arena zerren, bevor sie ihr Futter nicht mehr wert sind. Und allen voran Herr Jarre, der zur Hochzeit in Monaco spielt, oder am 10/10/10 ein kostenloses Webkonzert gibt, nur damit er irgendwie im kollektiven Bewusstsein bleibt. Aber wo er auch auftauchte, er blieb ein Hampelmann am Memorymoog, mit der einen Hand die Akkorde von Equinoxe 4 hämmernd, mit der anderen den Chor weißgekleideter französischer Schönheiten dirigierend.“

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      kiro7  

      Du glaubst doch nicht wirklich, dass JMJ sich einer Entscheidung von irgendwelchen Plattenlabel-Marketingmanagern beugt, und Anweisungen entgegennimmt? Und wegen des Geldes ? JMJ? :-))

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      WackyJacky  

      „Hampelmann am Memorymoog“ :o
      das ist Majestätsbeleidigung, … dafür musst du auf den Scheiterhaufen!
      :P

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    fno  

    Ganz salopp gesagt: Ja, hat er. Das Ergebnis finde ich ähnlich langweilig wie in den 70ern. Geschmacksfrage. Für mich waren Florian und Ralf (Kraftwerk war da noch nicht), Wolfgang Düren und Klaus Schulze „die Ersten“, schon weil deren Konzerte für mich erreichbar waren; es hatte diesbezüglich Vorteile, im Rheinland zu leben. Das war allerdings Jahre nach den Carlos-Geschwistern, deren Musik ich eher als Missvergnügen empfand. Mal ehrlich: Ich finde das todernste Ideologiegefasel im Bereich Musik todalbern. Wer hat´s erfunden? Also, Yello waren´s definitiv nicht… gibt´s eine für die Freude am Musikhören belanglosere Frage?

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      TimeActor  AHU

      Der 2. Abschnitt deines letzten Satzes gefällt mir gut! W. Düren hatte aber auch leider nur 1 Scheibe (Eyeless Dreams – habe ich hier) ist das richtig? Insgesamt dürfte es heutzutage recht schwer werden mit ca. 100% Synth noch wirklich neues zu erschaffen denke ich. Ich bin auch in der Berliner Schule bei meiner Musik gefangen-da es für mich privat ist und ich kein Album verkaufen muss weil reines Hobby dürfte das nicht von Bedeutung sein. :-)

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        Tyrell  RED 2

        Auch bei mir, alles Hobby – und das ist gut so.
        Ich beneide dich aber für Deine „Gefangenschaft“. Ich wünschte ich hätte so viel Disziplin mich nur mit meiner „Hardware“ zu beschäftigen. Aus Bequemlichkeit greife ich dann eben doch gerne zu Plug-Ins, plötzlich ist da ein Chor oder ein ganzes Symphony-Orchester, dass einen Part unterstützt. Immer wieder nehme ich mir vor, nur mit diesen wunderbaren Klassikern analoger Bauart zu arbeiten. Zur Zeit nehme ich mal wieder Anlauf dazu. Bin gespannt ob ich durchhalte :-). Jedenfalls haben JMJ, TD,Vangelis und viele mehr, ihre (nach meinem Geschmack) überzeugendste Schaffensphase genau in jener Zeit gehabt, in denen sie sehr reduziert arbeiten mussten. Ich glaube die Vielzahl der Möglichkeiten ist heute eher ein Fluch als ein Segen.

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          TimeActor  AHU

          Mit Gefangen meinte ich den Musicstyle. Ab den 80ern habe ich recht viel Hardware gesammelt und etwas später kam dann eine Scheidung…Folge davon…Hardware weg :-( Ab dann mit ReBirth begonnen alles mit VST’s zu machen. Fand ich auch toll. Nun hab ich keine Lust mehr mit dem PC Musik zu machen auch wegen nicht vorhandener Haptik! Der PC soll nur noch Steuerungsaufgaben wie Sync Geschichten machen für’s Recording! Hab mir nen Oakley Modular mit 22 Moduln gebaut der mir extrem Spaß macht und werde den jetzt mit dem Sub 37 ergänzen. Die Flächen mache ich mit meinem SY 77 und Drumspuren werde ich demnächst mit DIY Sonic Potion „Klopfer“ machen. Für mich geht nix über Sounds anfassen, spüren! Im VST Bereich auch alles mögliche genutzt Arturia und Co etc. Zurück zu den Wurzeln und kreative Selbstbeschränkung hilft mir im Sinne von Neues Erschaffen sehr! Total Recall ist zwar sehr bequem aber kann auch die Vermeintlich große Kreativität durch größere Anzahl PlugIns verhindern! Hab ich für mich so rausgefunden. Beim aktuellen J.M.J. Album wurde auch recht viel alte Hardware benutzt. Der VCS3 ist da nur einer von vielen gewesen.

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            Heiner Jürs  

            Hallo Martin,

            ich muss – nach meiner musikalischen Auszeit für 10 Jahre – genau das feststellen: Die VSTi-s etc. sind der Kreativität nicht unbedingt förderlich. Zu viel Mausgeschiebe, zu viel Möglichkeiten.
            Gerade ein extremst rauschender DX7 mit albtraumhafter Bedienung, ein 12-Bit-Ensonic Mirage oder eine stampfende TR808 erzwingen mit den beschränkten Möglichkeiten Kreativität.
            Ein Übermaß an Möglichkeiten bringt doch eher (wohlklingenden) Durchschnitt, aber wenig musikalische Innovation.
            Aber einen Vorteil haben die modernen Zeiten: Viele meiner Traumgeräte von früher sind echt zu Spottpreisen zu haben …

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              TimeActor  AHU

              Hallo Heiner, ja genau das ist´s, was mich inzwischen nervt! Das Mausgeschiebe ist nicht kreativ. Ja die alten Klassiker kann man schon mal günstig „schießen“. Meinen Yamaha SY 77 habe ich mit defekter Tastatur (einige Tasten waren abgebrochen) für ca. 80,- bekommen. Optisch/Technisch einwandfrei. Ich habe mir die Ersatzteile besorgt und das Gerät in Ordnung gebracht – alles wieder Top. Wir schweifen zwar vom Thema ab aber wir versuchen hier gerade die Arbeit von J.M.J zu würdigen und Antworten zu seiner Musikalischen Entwicklung und überhaupt zur EM zu finden! Das geht ganz gut, wenn man sich mal selbst reflektiert! Nach wie vor finde ich´s sehr schwer völlig neues zu finden. „Krumme“ Tonarten und Tonartwechsel zusammen mit verrückten Tempi Wechsel oder ebenso „krumme“ Taktarten werden´s genauso wenig „bringen“ – denke ich. Die Möglichkeit ungehörte Töne zu Gehör zu bringen ist auch immer schwieriger. Mit meinem Modularen ist dies zwar möglich aber nicht immer in „nutzbare“ Musik zu verwandeln. Grüße Martin

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        fno  

        Ob´s von WD mehr als eine Platte gibt weiss ich nicht. Damals war ich taschengeldabhängig und musste mich entscheiden, ob ich lieber sein Konzert besuche, seine Platte oder vielleicht doch die näxte von Schulze, Can, Zappa oder vielleicht schlichte Rauchwareninspiration kaufe. Sorry Wolfgang, irgendwie hast du da immer den Kürzeren gezogen. Wie gut, dass auch Hobbymusik nichts „Neues“ sein muss, und vielleicht hätten sich JMJ-Fans auch gar nicht über eine Zwölfton-Geräuschsymphonie gefreut…was zwar nicht grundsätzlich neu, aus JMJs Maschinen für mich jedoch sicher interessanter gewesen wäre. Was den Sinn oder Unsinn von Limitierungen des Instrumentariums anbelangt: ich brauche keine. Die entsteht bei mir schon aus meinen eingeschränkten persönlichen Fähigkeiten, jede mir zur Verfügung stehende Hard- und Software bis ins Detail zu beherrschen. Ich will ja nicht nur lernen sondern auch gelegentlich musizieren. Kreativität ist für mich denn auch etwas, das im Kopf passiert, der Körper bedient nur die Werkzeuge – ist wie Sex. Mir fallen spontan etliche Beispiele kreativer Mausschieberei und eher uninspirierter Instrumentenbedienung ein – das neue JMJ-Album beispielsweise.

  12. Profilbild
    kiro7  

    Ich glaube eine Suche nach musikalischer Anerkennung ist nach den Millionenverkäufen, -konzerten nicht mehr zu unterstellen. Sucht? ok kann sein, ist ja auch ok.

    Wie so sollte er bei seinem „Stil“ bleiben? ich wette dieselben Leute würde dann rumunken:“er kopiert sich selbst“.

    Der Mann hat es (natürlich nicht als Einziger) geschafft, mit Equipment welches bis dato teilweise nur von akademischen Frequenzforschern genutzt wurde, anhörbare Musik zu schaffen. Bei den (online)Veröffentlichungen von Wochenendproduktionen der heutigen Modular- und Modulsüchtigen und Sammlern kann ich fast nur den gegenteiligen Weg erkennen.

    JMJ ist in Bezug auf Finanzen und Renommee schon lange jenseits von Gut und Böse, und macht und sagt und produziert einfach was ER gerade für richtig hält. Wenn uns das nicht so gefällt ist das einzig nur unser Problem.

    Und wenn JMJ der „Hampelmann am Memorymoog“ ist, dann ist von mir aus auch Vangelis das Phantom der Oper am CS80. das wird auch zu deren Lebzeiten immer so bleiben und ich finde das gut so.

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      TimeActor  AHU

      Ich muss mich hier Kiro in seiner Meinung anschließen! Meinem Fav. Mister Klaus Schulze wurde (wird) das allzeit vorgeworfen – obwohl es bei intensivem Hören so nicht stimmt!

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    tomk  AHU

    Ich finde das Album streckenweise extrem kitschig, ist natürlich immer dem persönlichen Geschmack geschuldet. Der Herr macht was, das finde ich klasse!!! Meine Lieblingsnummer ist die mit Massive Attack.

    (Andere Pioniere der elektronischen Musik ruhen sich auf alten Lorbeeren aus, siehe z.B. Kraftwerk. Vielleicht aus Angst sich selbst zu demontieren?)

  14. Profilbild
    Kosh  

    habe mir das neue album jetzt mal angehört. mein fazit: ja, manchmal hört man JMJ durch, aber im prinzip klingt der AIR-track wie ein track von AIR, und so ist das mit allen anderen tracks auch. ja, man findet spuren von JMJ, aber die frage, die sich mir beim hören gestellt hat, war: brauchen die anderen musiker JMJ um so einen track zu produzieren? die antwort ist nein, jeder der gastmusiker/bands hätte so einen track allein hinbekommen, wenn sie gewollt hätten. umgekehrt: hätte JMJ so einen track ohne die gastmusiker hinbekommen? ich weiß es nicht, aber ich habe starke zweifel. unterm strich: erstaunlicherweise stört zwar JMJ auf dem album nicht wirklich, aber er ist auch iwie überflüssig. und da halte ich es lieber mit einem anderen berühmten franzosen, antoine de saint-exupéry: „perfektion ist nicht erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“

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      Tobias Rablbauer

      stimmt. klingt sehr nach air – neben der collabo mit den fuck buttons der wohl stärkste track neben „immortal“ mit eben den fuck buttons.
      man kann dort eben sehr schön die post-rock, shoegazigen und idm lastigen fuck buttons wieder erkennen.

  15. Profilbild
    Dennler

    Altes Eisen? Ja gerne. Das Beste an solch einem Ereignis, meiner Meinung nach, ist doch auch, dass mal wieder an andere alte Eisen erinnert werden kann. Jmj hat unserer Zunft doch vor allem zu Super Popularität verholfen. Das erste Album war doch auch stellenweise schön spacy mit schönen Hooks. Ach ja, ich bin Jahrgang 63 und mein erster Kontakt war, südwestfunk sei Dank, Terry riley. Da war ich dann erstmal geeicht. ;-)

  16. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich fordere Respekt für JMJ. Welchen Gedankenstatus er auch immer habe möge…. Er hat Millionen Menschen mit einer akustischen Vision der Zukunft bereichert die so leider nicht eingetreten ist.

  17. Profilbild
    Tyrell  RED 2

    Ich habe mir das ganze Werk nun auch zu Gemüte geführt. Für mich ist es ein wirres Sammelsurium an Einzelstücken, die sich in kein großes Ganzes zusammenfügen. Durch die Vielzahl der mitwirkenden Künstler ergibt sich kein stringentes Bild. Der Großteil der Stücke trifft dabei auch überhaupt nicht meinen Geschmack und wirkt auf mich sehr uninspiriert.

    • Profilbild
      tomk  AHU

      Ich würde mir wünschen, dass JMJ bei Electronica 2 sich selbst, sein Selbst, seine individuelle Vision nochmalig erneut definiert. All die Erwartungen der Hörer ausklammert, nur in sein ICH geht. Sich nicht an all diesen Künstlern, die Ihm verdient Tribut zollen, versucht aufstützen.

      ABER …

      betrachte ich tief hörend eine andere Seite der individuellen Wahrnehmung … so gibt dieses, außer Frage stehende Genie, Tribut der Neuzeit. Einer Neuzeit die auch durch Ihn erst definiert werden konnte. Pickt seine Lorbeeren die er wünscht, und formt folgend erneut (es gibt nicht viele aus dieser Pionier Riege mit hierfür genug dicken Eiern!).

      Jeder Fetischist der elektronischen Musik würde mit geschwollener Brust „Electronica 2“, nach Anfrage, mit formen wünschen. Ich denke, keiner der hier Anwesenden würde verneinen. NEIN … jeder Ehrliche würde sich eher fragen ob man die Erwartung erfüllen kann. Schwitzend der Realität sein Equipment anschalten.

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      paulilein  

      Da geb ich Dir absolut Recht. Ich denke eine Equinoxe2 hätte wohl mehr gebracht. Leider ist dies Album ein weiterer Sargnagel. Nach den Concerts in China gings leider bergab.

  18. Profilbild
    Tobias Rablbauer

    ausser „Immortals“ was in zusammenarbeit mit den von mir hoch geschätzten „Fuck Buttons“ entstanden ist, gefällt mir diese album auch eher weniger.
    aber die fuck buttons können halt nix falsch machen <3

  19. Profilbild
    gutzufuss  

    „Hat er es noch drauf oder gehört er zum alten Eisen?“

    Diese Diskussion jetzt gerne noch einmal bezüglich des neuen Albums „Machines Of Desire“ von Peter Baumann, um diesbezüglich mal eine positive Diskussion zu entfachen :-)
    Peter Baumann hat ja die relevanten Alben von Tangerine Dream sehr starkt geprägt, bevor er die Band 1977 verließ. Anschließend folgten die beiden großartigen überwiegend instrumentalen Soloalben „Romance ’76“ und „Trans Harmonic Nights“. Hier schließt das neue Album nun an, und ihm ist damit meiner Meinung nach ein ganz großer Wurf glungen!

  20. Profilbild
    teddy

    Ich bin seit 1986 Fan und die besten Alben waren bis Oxygene 7-13 (1997). Danach wurde es weniger und weniger.
    Von den beiden Alben ELECTRONICA gefallen mir jeweils 3 Songs. Irgendwie ist mir das ganze zu oberflächlich
    und zu schnell. Alles so Tralala Musik. Es geht hier mehr um die berümten Leute mit großen Namen, als um
    die Musik selbst. Trotzdem ein Lob muß man ihm geben, weil er sehr viel Zeit in dieses Projekt gesteckt hat.
    Das ist bei einem normalen Soloalbum ja anders. Vielleicht wollte er auch wieder was besonderes machen,
    mehr Abenteuer erleben und Leute treffen, anstatt alleine im stillen Kämmerlein an einem Soloalbum zu arbeiten,
    was heutzutage ja keine große Kunst mehr ist. Ich… kann nur in die Zukunft hoffen ! Ein Album wie in den alten
    Zeiten und dann wäre der Meister (für mich) wieder da !

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    AMAZONA Archiv

    Habe gerade Oxygene 3 gehört, nachdem ich auf Spotify zufällig darüber gestolpert war und dachte erst, es sei eins der Alben, die hier so zerrissen wurden. Aber es scheint recht neu zu sein. Wie auch immer: Mir gefällts!

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