Top News: Modulusmusic Modulus 002, Hybrid-Synthesizer

11. Juli 2014

Ein polyphoner Monowave oder doch viel mehr?

Neuste Info zu diesem Produkt vom Oktober 2015, bitte HIER KLICKEN.

Mit Modulusmusic Modulus 002 wird ein ambitionierter Synthesizer vorgestellt, der nicht zuletzt bei dem Briten Paul Maddox und dem fast schon legendären Monowave seine Wurzeln hat.

Modulus-front

Modulus 002 ist ein 12-stimmiger Hybrid-Synthesizer mit digitalen Oszillatoren und analogen Filtern sowie analogen VCAs.
Die Oszillatoren werden als NCOs (numerically controlled oscillator) bezeichnet und nicht von einem DSP erzeugt. Die Modulus-Technik soll eine wesentlich höhere Auflösung haben und somit größere Stabilität und bessere Klangqualität über den gesamten Tonumfang erzielen.
Eine Stimme des Modulus 002 besitzt zwei Oszillatoren mit über 50 Schwingungsformen, die in der Symmetrie moduliert werden können. Dazu kommen zwei Suboszillator, die sowohl das klassische Rechteck, aber auch die gleiche Schwingungsform wie der Hauptoszillatoren erzeugen können. Die Audiobeispiele auf der Webseite zeigen erst im Ansatz, was damit möglich sein kann.
Als Filter kommt ein 24 dB Ladder-Filter zu Einsatz, das mit einem besonderen Feature aufwartet, welches „Polesweeping“ genannt wird. Damit lässt sich von 24 dB Tiefpass über einen Bandpass zu einem 6 dB Tiefpass blenden. Das dürfte vor allem bei Flächenklängen interessant klingen.
Zur Modulation gibt es zwei LFOs, einer pro Stimme sowie ein globaler. Außerdem sind ein 32-Step-Sequenzer mit 16 Spuren und ein Arpeggiator vorhanden. Hüllkurven für VCF und VCA sind natürlich auch an Bord.

Modulus-left

Modulus 002 kann im 12-fachen Multimode mit frei einzurichtenden Splits oder Layern betrieben werden. Alle 12 Kanäle lassen sich einzeln abgreifen. Dafür gibt es eine Sub-D-Buchse, für die hoffentlich auch die entsprechende Breakoutbox oder zumindest eine Kabelpeitsche angeboten werden wird. Zur DAW-Einbindung ist eine extra Mehrkanalverbindung (via Ethernet-Port ?) angedacht, die aber erst später nachgereicht wird.

Trotz zahlreicher Regler, mit denen alle Funktionen erreichbar sind, gibt es ein 4,3“ LC-Display, das über einen großen Blickwinkel verfügen und alle Regleraktivitäten direkt anzeigen soll. Updates werden per Internet durchgeführt, wodurch sich MIDI-Sysex-Dumps erübrigen werden. Ebenso ist eine Cloud-Anbindung vorgesehen.

 

Modulus Display

 

Das Ganze klingt nach einem überaus interessanten Projekt, wir werden zwecks eines Testgerätes natürlich dranbleiben.
Die ersten Modulus 002 sollen bereits Ende Juli ausgeliefert werden. Der Preis beträgt 3.795 Euro, zuzüglich VAT. Händler bzw. Vertriebspartner werden für die verschiedenen Länder in Kürze bekannt gegeben werden.

Preis

  • 3.795 Euro zzgl. VAT
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Klingt ja schon mal interessant; meines Wissens nach ist es der erste Synthie, der auf NCO als Oszillatoren setzt.
    Wie das genau technisch vonstatten geht, dürfte ebenfalls interessant sein; mir sind NCOs bisher aus der Signaltechnik als „glättende“, bzw. „formgebende“, letztendlich also filtertechnische Komponenten bekannt.
    Ob man das bei „neutraler“ Filtereinstellung bei diesem Gerät in irgendeiner Weise raushören kann ist die Frage…
    Bin schon auf den dazugehörigen Test und vor allem die Soundbeispiele gespannt.

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      swissdoc  RED

      Wenn Paul den Term NCO so nutz, wie er allgemeinhin interpretiert wird, so wird über einen Phase Accumulator eine ansteigende Phase (am Ende ein Sägezahn) erzeugt, mit der dann der aktuelle Amplitudenwert aus einer Tabelle ausgelesen wird. Genau so wurden schon beim PPG Wave die Oszillatoren realisiert. Microwave macht es auch so, sogar der SID vom C64 nutzt einen Phase Accumulator. Am Ende eine Frage der Auflösung. Alles ist hier schön erklärt: http://www.....e=info.dds

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        AMAZONA Archiv

        Ja das klingt ja dann schon mal nicht mehr ganz so neu, wenn das denn genau so gemeint ist.
        Dann bin ich aber mal gespannt, was mit „Die Modulus-Technik soll eine wesentlich höhere Auflösung haben [..]“ gemeint ist. Denn nur durch die Nutzung von Wavetables hab ich rein akustisch gesehen (schönes Paradoxon) keine höhere Auflösung.
        Also dann entweder höhere Wortbreite (dann wäre es sicherlich deutlich rechenintensiver als ein Standard-DSP) oder der Satz ist reines Marketing-Blabla.
        Wir können gespannt sein.

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          swissdoc  RED

          Nun ja, höhere Auflösung heisst einfach mehr Bits und höhere Sample Rate, bei einem NCO ist dann also die Clock höher getaktet und die Pitch Auflösung auch höher.

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    bobs world  

    Auf den ersten Blick scheint das Gerät weniger spektakulär zu sein als sein Preis.
    DCO’s hatte bereits der Roland Juno 106 und kontrollierte digital die analogen Oscillatoren. Hier wird es VA als Hybrid umgesetzt.
    Trotzdem sollte man dem Gerät eine Chance geben und den ersten Test abwarten.

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      AMAZONA Archiv

      Nicht DCO mit NCO verwechseln.
      DCOs sind selbstverständlich auch der Terminologie nach „numerisch kontrolliert“, aber dann hört die Analogie auch schon auf.
      Irgendwie ist eine Schubkarre ja auch ein Lastenfahrzeug und hat trotzdem nix im Vergleichstest von LKWs zu suchen :)

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      AMAZONA Archiv

      Aber ansonsten gebe ich dir recht: Der Preis sticht als erstes ins Auge, und wie ich ja auch eingangs schon erwähnt habe bleibt abzuwarten, ob die vermeintlich neue Oszi-Technologie auch klanglich überzeugen kann, sprich mehr als ein Nerd-Marketing-Trick ist….

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      SpotlightKid  

      Die DCOs der Junos sind analoge Oszillatoren, die durch einen Timer-Baustein getaktet werden. Die NCOs, die im Modulus verwendet werden, sind anscheinend eher den PPG Wavetable Oszillatoren üblich, arbeiten also mit einem Counter mit variabler Rate. Die Bemrkungen dazu im video von SonicSate sind etwas verwirrend, es ist da auch von unterschiedlichen Wavetables für die Notenbereiche die Rede, das wäre dann dem Korg DW ähnlicher. Hier sind die verschiedenen Techniken ganz gut erklärt: http://www.electricdruid.net/

      Kleine Korrektur zum Artikel: pro Voice gibt es nur ein LFO plus ein globaler LFO. So steht es jedenfalls in allen anderen News im Web.

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        bobs world  

        @SpotlightKig
        Nicht alle analogen Junos waren gleich.
        Der Juno 106 konnte bereits mit seinem DCO PWM digital verarbeiten, um so bei den analogen Oszis den gespeicherten Sound identisch zu reproduzieren.
        Beim Juno 60 waren die Oszillatoren noch per VCO gesteuert – also spannungsgesteuert.
        … Zwei verschiedene Welten !
        Temperaturänderungen in der Umgebung hatten zu Folge, dass der VCO den Klang anders ausgab als am Tage zuvor gespeichert. Trotzdem versucht man genau diese Analogdynamik heute mit mehr oder weniger Erfolg nachzubauen :-)

        Das hier gezeigte Gerät ist zu teuer, und überzeug klanglich überhaupt nicht – zumindest die hier gezeigten Presets. Es gibt bessere Alternativen für weniger Geld.

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          microbug  

          Diesen Unterschied möchtest Du mir bitte mal anhand der Serviceunterlagen zeigen. Die DCOs von Juno 60 und 106 sind vom Aufbau her nämlich gleich, unterscheiden sich höchstens in Details. Die diskreten Bauteile zur Wellenformung wurden beim 106 in einen Chip, den MC5534A, gepackt. Einen VCO gibts da nirgends, wohl aber bei beiden einen Masteroszillator, der allerdings auf einer festen Frequenz schwingt und durch die Schaltung dahinter abhängig von der Fußlageneinstellung heruntergeteilt wird. Auch die PWM wird bei beiden an der gleichen Stelle erzeugt, ist auch in den Unterlagen beschrieben.

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    GEM-D  

    Optisch ein wahres Schmankerl!
    Aber die Audiobeispiele der Webseite hauen mich mal so gar nicht vom Hocker!
    Klingen wie ein Billig-SID-Plugin.
    Bin mal gespannt ob da noch was ordentliches rausgehholt werden kann…

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    bugler  

    Der Synthesizer ist für so ein kleines Unternehmen ein sehr beachtliches Projekt, in dem bestimmt ordentlich Entwicklungszeit „verbaut“ ist. Von daher halte ich den Presi für gerechtfertigt. Der Filterklang gefällt mir persönlich sehr gut. Endlich etwas, was nicht nach Moog oder Arp klingt.
    Die eingesetzte Technik bei den Oszillatoren ist zu Glück nicht nur mir ein wenig schleierhaft. Ich bin jedenalls auf die ersten ausgiebigen Demos gespannt.

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    tomk  AHU

    Abseits der obig-nerdigen Tech-Diskussion überzeugt mich der Synth in den hörbaren Klangbeispielen nullkommanull. Gerade im Bezug zur geforderten Investition, denn dafür kann man einige Evolver oder Blofeld´s erwerben. Mit dem DSI-Pro2 als Konkurrenz dürfte nicht viel Luft bleiben. Da hilft auch der Manufaktur Bonus, der sicherlich nicht gepachtet ist, darüber hinweg. Ich sehe hier noch kein gesundes Preis- Leistungsverhältnis.

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    TZTH  

    Ich finde es erstmal sehr löblich, dass jemand mit einem guten und durchdachten hybrid Ansatz einen polyphonen Hardwaresynth baut. Respekt. PPG/ Prophet VS/Microwave1 waren tolle Geräte. Alles weitere wird man sehen und die Sounds sind jetzt nicht so schlecht. Ein Blofeld kommt meine Erachtens nicht ran, siehe Bass sound.

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    TZTH  

    ach ja – Kritik (geht auch Richtung Prophet12/Pro2): wenn man schon digitale OSC’s verwendet, warum so konvervativ und altbacken? Es wären spannende OSC Typen wie z.B. beim Braids (mutable instruments), FM, tunable noise, Phasemod, Wavetables möglich!

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    Artic

    Hallo Zusammen,
    der Klang scheint wohl immer noch eine Frage des Geschmacks zu sein, also mir gefällt er sehr.
    Eine Mischung aus Oberheim und Prophet VS soweit ich das Beurteilen kann. Zum Preis kann ich nur sagen, dass sich dieser durch die Tatsache relativiert, dass er seine 12 Stimmen im Multimode verteilen kann und angemessen erscheint (siehe Andromeda ) sofern man denn so viel Geld anlegen kann oder möchte. Bin schon sehr auf den Test gespannt. Und super sieht er auch noch aus. Die Synthgemeinde kann doch über jeden Neuzugang Polyphoner glücklich sein, alles andere gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Sehr Mutig von dieser kleinen Firma, ich wünsche Ihnen auch viel Erfolg damit.
    Liebe Grüße

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    tompisa

    Soviel negative Stimmer hier zum Gerät , obwohl es noch niemand gespielt hat oder anfassen konnte. Und dann noch Leser, die allen ernstes so ein Gerät mit einem Blofeld vergleichen oder mit einem Evolver. Jesses, hier haben 2 Synth- Nerds , die man übrigens direkt über email erreichen kann, ihr eigenes, plus venture- capital aufgetrieben um einen Highclass Synth zu 100% in GB zu bauen. Das sind keine Massen-Tischhupen, sondern sehr konsequent zu Ende gedachte Top Produkte , die nicht jedem gefallen müssen und die sich sicher auch nicht jeder leisten kann (beides hängt leider oft zusammen) . Ich jedenfalls bin super gespannt , das Teil zu spielen und anzufassen und dann werde ich mir ein Urteil erlauben. Digi OSC plus analoge Filter gabs zuletzte im Spectralis von Jörg Schaaf , dazu I/O Digi Boards, die schon angekündigt sind von einem der Macher, total- Integration in Richtung Internet. Encoder von Alps alugedrechselte Knöppe , das kostet nunmal und ist ist insgesamt schon ein hoch interessantes Gesamtkonzept.
    Das ist zumindest so spannend wie zuletzt der Solaris.

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      TZTH  

      Sehe ich auch so. Der Spectralis war mit analogfilter dann allerdings nur noch monofon (schade), trotzdem ein sehr innovatives Produkt.
      Jetzt gibts halt noch den Prophet12 und im DIY gibts den Ambika.

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    3.790 € zzgl. Mehrwertsteuer? Da seh ich aber Schwarz für tolle Bilanzen.

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      studiodragon  

      Den Monowave gab es ja vor rund 10 Jahren für 555 Pfund Sterling, wenn der Modulus 002 also 12 mal mehr macht ist er im Gegensatz noch ganz günstig, lol.
      Aufjedenfall wieder was intéressantes das sich ein kleinen Platz zwischen P12 und Solaris machen könnte…

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    Modulusmusic Modulus 002 vs. Ensoniq ESQ-1 ?

  12. Profilbild
    Zierenberg  

    Hallo Leute,

    ich habe mich eben mit dieser Kiste beschäftigt, d.h. per I.net. Vom Weiten kann ich sagen das der Synthmarkt um einen weiteren Super-Synthesizer reicher geworden ist. Er hat einen gerechtfertigten Preis und einen highendigen Klang, welcher genau den Beschreibungen der Hersteller (Struktur-Audiopfad) entspricht.

    So etwas kann ich indessen schon per Youtube raushören. Allerdings habe ich mich extrem viel mit Synthesizer Klang beschäftigt.

    Der 002 hebt sich ein wenig von der Masse ab. Ein etwas roher, jedoch wirklich brillianter Klang, ganz nach der hybriden Schaltung. Dabei hört man klar das Entscheidenste im Klang – die digitalen OSZis. Gegenüber DSP Varianten, klingen diese vor allem bei Modulierung harscher, mechanischer (fehlerhafter) und auch per SE kühler (drahtiger).

    Was wirkl. Charme hat. Ein ganz großer Wurf. Allerdings hat man es hier anscheinend mit einer recht einfachen, jedoch sehr detailliert zu bearbeitenden Maschine zu tun.

    Irgendwie erinnert mich das Teil an Viscount OB12. Hat damit natürlich letztendlich nicht mehr viel zu tun.

    Ich bin absolut positiv entzückt… ..und wenn das ein Zierenberg schreibt, dann heißt das entweder Du liebst den Sound, oder Du hasst ihn.

    Für mich der neue Stern am Himmel.

    Grüße Zierenberg

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