Top News: Moog bittet um Hilfe gegen die US-Zölle

30. Juni 2018

Legt der Handelskrieg die US-Synthesizer-Hersteller lahm?

Man dachte, dass der Konflikt um US-Zölle und Gegenzölle auf Stahl, Aluminium und Erdnussbutter sich nur auf die Großindustrie auswirken würde. Doch jetzt drohen auch den amerikanischen Synthesizer-Herstellern wie Moog die immer weiter zunehmenden US-Importsteuern mit schweren Folgen.

Laut einem Newsletter von Moog droht ab dem 6. Juli eine Importsteuer (U.S. tariff) auf Platinen und Bauteile aus China. Obwohl Moog seine Endfertigung in den USA hat, würde die Verteuerung durch die Platinen und Bauteile die Kosten der Produktion derart ansteigen lassen, dass man gezwungen wäre, Arbeiter zu entlassen oder im schlimmsten Fall („worst case scenario“) Teile oder gar die gesamte Produktion ins Ausland zu verlegen. Bemerkenswert ist die Erklärung von Moog, dass man entsprechende Platinen zwar aus den USA beziehen könnte, doch diese bis zu 30% teurer als aus chinesischer Produktion wären. („Moog sources circuit boards from US suppliers whenever possible, paying up to 30% over the price of the same circuit boards made overseas.„)

Die Mitarbeiter von Moogmusic haben eine Kampagne gestartet, mit der US-Bürger sich an die zuständigen Abgeordneten wenden können, um das Inkrafttreten der Strafzölle im letzten Moment noch zu verhindern. Dabei stellt Moog via Twitter klar, dass es hier nicht um Politik geht, sondern um die Community, ihre Familien, ihre Jobs und nicht zuletzt um das 60-jährige Vermächtnis eines amerikanischen Herstellers. „This is not about politics. This is about our community, our families, our jobs, and our 60-year legacy of American manufacturing.

Moogmusic hat für diese Kampagne ein Formular vorbereitet, das ihr unter diesem Link ansehen könnt. Ob es sinnvoll ist, wenn auch Nicht-US-Bürger sich an dieser Kampagne beteiligen, können wir nicht beurteilen.
Klar ist, dass es für zukünftige Produkte von Moog, wie der jüngst spekulierte polyphone Synthesizer, drastische Auswirkungen hätte und solche Projekte höchstwahrscheinlich zum Erliegen bringen würde.
Und von der neuen Importsteuer wäre ja nicht nur Moog betroffen. Besonders für die vielen Kleinhersteller der Modularszene könnte es sogar das totale Aus bedeuten.

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Naja, das wäre natürlich schade um Moog und andere Hersteller, aber mit einer Petition wird man da wohl nichts machen können… Warum machen die ihre Geräte eigentlich nicht einfach 30% teurer? Moog können sich sowieso nur Millionäre leisten :)

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      vlkr  

      Wieso für Millionäre??? – Moog war einer der ersten Hersteller die vor ein paar Jahren angefangen haben wieder bezahlbare Analoge zu bauen (Minitaur, Subphatty etc.)
      Hier krakelen doch eh alle schon ständig das es von Ulli alles viel billiger gibt, wie soll eine Firma denn da noch konkurrenzfähig sein wenn sie solche Preisaufschläge an Ihre Kunden weitergeben müssen?

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      AMAZONA Archiv

      Total wertvoller Beitrag, rez_azel. Gäbe es mehr von der Sorte, ich würde viel Zeit sparen.
      .
      Denn bisher habe ich immer Beiträge und (!) die Kommentare gelesen, weil amazona.de eine richtig gute Community hat, die wertschätzend, streitlustig, und mit viel Humor nicht nur weitere Informationen, sondern auch andere Sichtweisen geliefert hat. Die Kommentare waren oft genau so fundiert und wertvoll wie die Artikel.
      .
      Wenn aber alle Kommentare so wären wie Deiner bräuchte ich sie nicht mehr zu lesen. Dann hätte ich mehr Zeit für andere schöne Dinge. Also, rock on, rez_azel!

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          AMAZONA Archiv

          Um hier nicht aufzufallen ist es nicht notwendig still zu sein. Es reicht wertschätzend, streitlustig, und mit viel Humor nicht nur weitere Informationen, sondern auch andere Sichtweisen zu liefern … ;-)

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    fkdiy  

    „Moog sources circuit boards from US suppliers whenever possible“ klingt weniger danach, dass sie die Bauteile auch aus den USA beziehen könnten, es auf Grund des Preises aber bisher nicht machen, sondern danach, dass sie genau das (trotz der höheren Preise) bereits jetzt tun, aber manches eben überhaupt nicht aus den USA beschafft werden kann.

    Das ist ein kleiner, aber wichtiger Unterschied, denn mit dem im Artikel suggerierten Verhalten würden sie sich mit ihrer Petition auf sehr dünnem Eis bewegen und innerhalb der USA keine nennenswerte Zustimmung bekommen.

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    AMAZONA Archiv

    Mal ein bissken abweichend vom Thema Handelskrieg und Importsteuer…
    Fakt ist, dass es in der Spirale der Globalisierung immer weiter abwärts geht – global. Mit den Preisen sinken per se auch die Löhne, Ungleichgewichte entstehen, Mittelstand schwindet und Cluster von Multikonzernen fräsen sich durch Volkswirtschaften. Eigentlich wäre der Weg dahin gar nicht mal schlecht, Betriebe wieder regional und national zu fördern, Gewerkschaften international zu synchronisieren, und Oligopole und Monopole der Industrie aufzulösen, dahingehend, dass sich auch mal die Löhne im positiven Sinne angleichen. Denn die Produktion wird ja dahin verlagert, wo Arbeit am billigsten ist. Es ist schon merkwürdig, wenn wir von der globalisierten Welt sprechen, aber dabei außer betracht lassen, dass es ausgerechnet die Löhne sind, die regional gedrückt werden. Man sollte die Globalisierung also mal komplett andersrum aufziehen…. von der Einkommenssituation her betrachtet. Plump formuliert…. wenn der Lebensstandard überall im gesunden Maß ANSTEIGEN würde (also durch höhere Löhne) und nicht ZURÜCKGEFAHREN werden würde (wie derzeit gehandhabt), dann gäbe es z.B. auch keine globale (Wirtschafts)Flüchtlingsproblematik, sondern autarkes Wirtschaften und fairen Handel überall.

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      Lewis  

      Kann man so nicht sagen … die Löhne in China beispielsweise steigen seit mehreren Jahren jährlich mit teilweise zweistelligen Wachstumsraten. Es findet also eine Angleichung in die richtigen Richtung statt, allerdings von extrem hohen Niveu-Unterschieden aus. Freier Handel ist vorteilhaft, weil jeder sich auf seine komparativen Produkions-Vorteile spezialisieren kann. Das hat erst mal nichts mit der Debatte „Entwickelte Länder – Schwellenländer“ zu tun, sondern funktioniert auch schon lange in der entwickelten Welt – ist einfach für alle Seiten vorteilhafter.

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        @ lewis

        Ja, und wenn sich dann die Niveaus anheben und China kein Billiglohnland mehr ist, dann wird fröhlich ein neues Billiglohnland geschaffen. Die Standards in den entwickelten Ländern sinken und schon dreht sich das Hamsterrad weiter. China ist nicht das erste Billiglohnland und wird auch nicht das letzte sein, so lang, wie „globalisiertes“ Kapital mal schnell seinen Fluss ändern kann. Es ist ja nicht so, dass die Entwicklung wie eine Einbahnstraße verläuft, es geht ja auch genau andersrum. Sieht man derzeit (eigentlich schon seit Jahrzehnten) übrigens auch in den USA oder in Europa. Die Armut verstärkt sich ja hier aufgrund dieser Prozesse, der Lebensstandard sinkt – und letztendlich verschärft sich die Situation global. Sinkende Lebensstandards in einem hochgerüsteten Staat, wie die USA z.B. sollten schon die Alarmglocken klingeln lassen.

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          Lewis  

          Das stimmt insofern, als z.B. China längst kein Billiglohnland mehr ist (z.B. steht auf Apple-Produkten schon “assembled in China”, nichr mehr “made in China”, weil man schon nach Vietnam und Indien ausweicht. Heisst aber auch, dass in China der Mittelstand und damit der Lebensstandard waechst. Diesbzgl. muss man hierzulande aber etwas differenzierter argumentieren. Der Lebenstandard nimmt insgesamt zu. Ich fuerchte nur, dass das immer weitere Auseinaderklaffen der Einkommensschere von der Politk weiterhin als “unagenehmer Nebeneffekt” der angeblichen sozialen Marktwirtschaft toleriert wird. Obwohl relativ klar ist, dass hier sowohl die Geldpolitk (ueber steigende Vermoegenspreise) als auch die prozyklische Fiskalpolitik ((Verschuldung in Krisen, weil es schlecht geht, aber auch in guten Zeiten, weil es ja gut geht => fuehrt zu Schuldentransfer auf die nachfolgenden Generationen) verantwortlich sind. Und letztere basiert immerhin auf demokratisch gewaehlter Regierung … da muessen wir uns also auch ein wenig an die eigene Nase fassen …

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            „Der Lebenstandard nimmt insgesamt zu. Ich fuerchte nur, dass das immer weitere Auseinaderklaffen der Einkommensschere von der Politk weiterhin als “unagenehmer Nebeneffekt” der angeblichen sozialen Marktwirtschaft toleriert wird.“

            Der Lebensstandard nimmt nicht insgesamt zu. Das ist ein Trugschluss. In vielen Regionen der sog. „entwickelten“ Welt nimmt er ja seit Jahrzehnten wieder ab. Frage einmal den US-Durchchnittsverdiener heutzutage, wieviel er arbeiten muss, um sich und Familie am Leben zu erhalten und vergleiche das einmal mit den 70ern oder den 80ern. Heute besteht der Alltag dort vielerorts aus Zweit- oder Drittjobs. Hier auch in vielen Fällen nicht besser. Hier wird mittlerweile auch mit Einkommen gewirtschaftet, die unter dem Existenzminimum liegen – Einkommen durch reguläre Arbeit. Mittlerweile ist das Prekariat dort und hier (wieder) entstanden. Ein Phänomen, dass es zumindest seit unserer Sozialgesetzgebung, so eigentlich über Jahrzehnte gar nicht gab. Von der Situation in Griechenland und Südeuropa generell muss ich nichts extra schreiben. Man gucke sich mal Bilder aus dem heutigen Detroit an, oder die kilometerlangen Obdachlosenquartiere an kalifornischen Highways. Und auch bei uns gibt es strukturarme Gebiete, die mal den Puls der deutschen Wirtschaft darstellten (Ruhrgebiet). Der Lebensstandard ist de facto gesunken. Auch gerade, wenn man noch dazu einkalkuliert, dass immer mehr öffentliches Eigentum in private Hände gewandert ist. Auch in der Hinsicht wird sich noch in den nächsten Jahren vielerorts einiges verschärfen (Wasser- und Energieversorgung).

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              Lewis  

              Du beschreibst den Strukturwandel, der u.a. auch auf den Ausgangspunkt der Diskussion (Vor- und Nachteile des Welthandels) zurückzuführen ist …

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            „Assembled in China“ heisst nichts weiter, als „Zusammengesetzt in China“, eine gewollte Abwertung seitens Apple. „Made in China“ würde nämlich den Chinesen eine intelektuelle Leistung zugestehen. Dass diese aber bei Apple selbst stattfindet wird separat erwähnt.

            Deswegen heisst es bei Apple: [sic] „Designed (by Apple) in Cupertino, California. Assembled in China“

            Wenn ich mich richtig erinnere, war Apple die erste Firma, die solch offensichtlich pejorative Etiketten verwendet hat. Zumindest war es 2004 das erste Mal, dass ich das bewusst wahrgenommen habe.

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    In wie weit helfen Importsteuern die Situation im Billiglohnland zu verbessern? Den Teil verstehe ich noch nicht.
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    Regional produzieren ist grundsätzlich erst mal gut. Aber: Was ich hier produziere muss ich auch regional absetzen. Sonst ist es wieder globaler Handel. Wie komme ich da an einen Moog-Synthesizer, einen Drummer von Elektron, oder einer Minimoog-Interpretation von Behringer? Was ist besser, wenn ich hinfahre es holen, oder wenn wer die Geräte dort abholt und hier verkauft?
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    Die Probleme der Globalisierung lassen sich nicht unbedingt einfach lösen. Für gute Arbeitsbedingungen sorgen ist ein Mittel. Und warum sollte ein Land dem einfach zustimmen, wenn es ohne diese Vorschriften einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der anderen Länder hat?
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    Alleine um dieses winzige Detail, das noch nicht mal das dringendste Problem der Globalisierung darstellt zu lösen, wirst Du keinen Ansatz finden der nicht auch von einem niederbayrischen Stammtisch nach der zwölften Moaß kommen könnte, und entsprechend bescheuert ist.
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    Ungleichheit ist nicht unbedingt falsch. Wir sind nicht alle gleich und brauchen daher unterschiedliche Lebensumgebungen. Viel wichtiger ist das wir alle ohne Angst und ohne Ausbeutung leben können. Und das bekommen wir nicht mal in Deutschland hin. Also, worüber sprachen wir noch mal?

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    AMAZONA Archiv

    „Und warum sollte ein Land…?“
    Weil auch ein Billiglohnland vom Export der darin produzierten Waren existiert. Wenn die Märkte global einbrechen, weil anderswo aufgrund der verlagerten Arbeitsplätze die Kaufkraft fehlt, führt das letzendlich zum Ruin dieser Volkswirtschaft. Was produziert wird, muss auch Käufer finden.

    „Alleine um dieses winzige Detail“….. behaupte ich nicht, dass es den einen Weg gibt, der hier auch nur verkürzt dargestellt werden kann. EIN Schritt dahin wäre z.B. eine Stärkung der Gewerkschaften und eine internationale Homogenisierung derer Forderungen, und zwar auf einen höheren Anteil am Mehrwert.
    Ferner gibt es ja auch Monopolkommissionen etc., die sich schon mit der Frage beschäftigen, wo kein freier Wettbewerb mehr stattfindet. Würde man mal diesen Gremien mehr Gehör schenken und dafür sorgen, dass Monopole zerschlagen werden müssen. Da gilt es schon, zu entscheiden, was der Volkswirtschaft zuträglich ist und was nicht. Und solchen Konzernen, die ihre Macht missbrauchen, könnte man durchaus mit Zwangsabgaben in ihrem Handeln eindämmen.

    „Ungleichheit ist nicht unbedingt falsch. Wir sind nicht alle gleich und brauchen daher unterschiedliche Lebensumgebungen. ….. Also, worüber sprachen wir noch mal?“

    Der Punkt ist, dass wir das durchaus hinkriegen könnten. Und auch hinkriegen müssen. Die aktuelle globale Migrationsbewegung zeigt, dass die Instabilität enorme Konflikte erzeugt, die kurz oder lang zum Kollaps der globalen Systeme führen wird. Was bei der Entwicklung noch mit reinspielt, hat natürlich noch ganz andere Ursachen (allen voran NATO und EU Politik, rein geostrategische Hegemonialpolitik, Leitwährungsfragen, Finanz- und Spekulationsblasen). Es geht nicht um „Ungleichheiten“ hier oder anderswo, sondern um Existenzkämpfe größeren Ausmaßes, um Ausbeutung, um real existierende Enteignung und Armut. Da ist es vermessen, von einem „weiter so“ zu reden. Diese globale Umverteilung führt u.a. auch zu diesem Handelskrieg, weil es hierbei auch nur noch um die letzten Claims von nationalen Egoismen und die Wahrung der Interessen multinationaler Konzerne geht. Ein Perspektivwechsel MUSS einsetzen, es geht so einfach nicht mehr weiter.
    Hat auch nix mit Stammtischparolen zu tun, sondern damit, dass man mal an einem Punkt in der zivilisatorischen Entwicklung kommen sollte, der pragmatisches Handeln zum Wohle aller einschließen sollte. Überschusse und Renditen, Verfielfachung von Spitzeneinkommen und ungebremster Kapitalismus, Raubbau, sind keine Antworten auf die wahren globalen Herausforderungen dieser Jahrzehnte..

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    ReneG  

    Statistisch gesehen hat rund die Hälfte der oben auf dem Foto abgebildeten Personen „dem Verursacher“ des Handelskriegs ihre Stimme an der Wahlurne gegeben – wie man sich bettet, so liegt man… –> in 2,5 Jahren sind dann ja wieder Wahlen.

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      swellkoerper  AHU

      Das war auch mein Gedanke. Ist aber völlig egal, denn sollte die statistische Hälfte an Donald-Wählern von Moog oder Harley demnächst auf der Strasse sitzen, schieben sie es trotzdem den liberalen Kräften oder dem Ausland in die Schuhe. Das ist eine tragisch-verrückt ausweglose Dynamik da drüben, die so in der Form hoffentlich nicht zu uns über den Teich schwappt.

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      Wenn man Korinthen kackt, dann dürften 4 von 10 potentiellen Wählern auf dem Bild erst mal gar nicht gewählt haben. Trump kam insgesamt übrigens mit 62,8 Mio Stimmen auf 2,6 Mio. Stimmen weniger als seine Gegenkandidatin Clinton (Wäre sie tatsächlich eine bessere Wahl gewesen? Kann man durchaus bezweifeln – wer Hillary Clinton da einige Zeit beobachtet hat und ihre „Visionen“ für das Land, die dahinter stehenden Geschichten um die Clintons kennt, der wird durchaus Verständnis dafür haben, dass es auch Wähler gegeben haben wird, die Trump nicht wirklich als Präsident haben wollten, aber noch weniger eine Hillary Clinton. Bei dieser Wahl schien es für die Leute nur noch eine Wahl zwischen Cholera und Pest zu sein)
      In den USA entscheidet ja darüber, wer die meisten Stimmen in den jeweiligen (relevanten) Bundesstaaten abgreift, die die (meisten) Wahlmänner dann stellen. Sehr intransparent, das alles. Und immer wieder mal gibt es massive Eingriffe in das Wahlrecht. Bestes Beispiel Florida (wichtiger Staat), in dem just zur Wahl Bush jr. gegen Al Gore mal schnell, vielen schon das Wahlrecht vorweg einfach genommen wurde. Warum? Zehntausende Afroamerikaner wurden unter rechtlich fadenscheinigen Begründungen – erwiesenermaßen unberechtigt – aus den Wählerlisten gestrichen. Diese Ethnie neigt(e) in der Mehrheit tendenziell dazu, die Demokraten zu wählen (scheint sich aber neuerdings auch zu wandeln). Letztendlich ging damit Florida mit einer hauchdünnen Mehrheit von 537 Stimmen an Bush jr.
      Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Der Gouverneur Floridas dort zu diesem Zeitpunkt war – welch ein Zufall – Jeb Bush, sein Bruder.

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          AMAZONA Archiv

          @ johndrum

          Nicht nur das Gefühl.
          Von den politischen Dynastien der Bushs, Kennedys weiß man. Aber wirklich interessant wird es, wenn man die Stammbäume näher betrachtet.
          (Anm.Red. Link musste gelöscht werden, bitte Link-Shortener einsetzen)

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        ReneG  

        @Wellenstrom: Deine rechnerischen Ausführungen bestätigen es umso mehr. Wenn wir also richtigerweise noch die 40% Nichtwähler hinzuziehen ergibt sich also nun Folgendes: Statistisch gesehen hatten knapp 70% der auf dem Foto abgebildeten Leute kein Problem damit, dass Trump ans Ruder kommt.
        Nun sollen sie das Süppchen auch selbst auslöffeln…

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    AMAZONA Archiv

    Muss Moog jetzt wegen Trump angst haben? Ich glaube die müssen sich anstrengen und die ewigen Spin-Offs aus dem subtraktiven Ladder-Schaltkreis überwinden. Versuchen die auch schon seit einiger Zeit. Der Mother ist sehr erfolgreich, bietet in der Basis jedoch nur Hausmannskost. Die Konkurrenz kommt auch nicht von Behringer, da fliegen noch zu viele Papiertiger, sondern von unzähligen sehr kleinen Unternehmen die „On Demand“ produzieren und richtig weit vorne denken. Wenn ich z.B. für das Eurorack etwas bestellen will, muss ich häufig „subscriben“ und hoffen das ich in der nächsten Bestellung berücksichtigt werde. Dann kommt neben dem oft hohen Grundpreis noch MwSt und Zoll dazu. Kaufe ich dennoch? Ja klar! Eben weil das Produkt entscheidet und nicht der Preis. Bis zu einem gewissen Punkt natürlich. Die Grandmother z.B. ist m.M.n. vollkommen aufgeblasen und anachronistisch. Es muß ja nicht Boutique/Volca-Style sein, aber bei den wenigen Reglern und Patchpunkten… Halt, da sind ja sogar Multiples drin und eine ganze Hüllkurve! Mal ehrlich, da entsteht die Musik quasi aus der Luft im Gehäuse heraus. :) Sieht aber gut aus und steht Moog drauf. Da fällt es schwer objektiv zu bleiben. Davon lebt Moog seit seeehr langer Zeit. :)

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    TobyB  RED

    Für mich klingt der Aufruf sehr stark nach Mimimi. Warum? Mittlerweile dreht sich der Wind in der Globalisierung und vielen Firmen knallen die Fertigungskosten und Logistik Kosten mittlerweile um die Ohren und man kann diese Kosten nicht mehr auf die Kunden umlegen. Oder begrenzt. Also geht man her und guckt das man hochautomatisierte Produktionsstandorte in der Nähe des Zielmarktes baut. Möglichst ohne Zoll und sonstige Schranken. Und Moog hat hier einfach gepennt. Zweiter Punkt Innovation. Waren Moog Mother 32 und DAFM nun zarte Referenzen in Richtung Generation Ableton , kommt nun Grandmother und gerüchteweise wird One ein Polyphoner, der mit seinem kolportierten Preis dezent am Durchschnittsmusiker vorbeigeht.

    Für mich hat Moog hier unglücklich agiert, da sie die wichtigen Themen Innovation und Kundenzufriedenheit a) vernachlässigen, b) nicht US Bürger auf Preiserhöhungen vorbereiten und c) haben Europäer Trump nicht gewählt.

    Mit ein bischen mehr vorrausschauen hätte man Amerika First und die Folgen sehen können. Und sich darauf vorbereiten können. Das ändert zwar nicht an der mangelnden Innovation, hilft aber betriebswirtschaftlich. Siehe auch Harley Davidson als Moog unter den Mopeds.

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      JohnDrum  

      Die Briten sehen ihr Unglück auch nicht kommen!
      Vielleicht sollte es Preisrabatte für Nicht- Trumpwähler geben! Also wir in Europa!
      Kennt jemand eine mittelgroße Firmenhalle, wo Moog outsourcen kann?

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        TobyB  RED

        Hallo John,

        in Great Britain sieht man sehr wohl die nahenden Folgen des Brexit. Diverse Firmen werden bis 2019 ihre Aktivitäten umstellen und auf das EU Festland ziehen. Die Folgen kannst du dir ausmalen. Ich meine hier nicht Banken, sondern Industrie, Konsumgüter.

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          AMAZONA Archiv

          Wobei man auch erwähnen sollte, dass die herstellende Industrie in GB nur noch einen Anteil von gerade mal 9 % am BIP hat. Wie so ziemlich überall in der westlichen Welt gab es dort in den letzten Jahrzehnten den Umbau von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft und -ökonomie. In GB noch stärker als hier bei uns. In Deutschland sieht es noch etwas anders aus. Da liegt der Anteil der Industrie am BIP etwa beim 2,5 fachen dessen (22%) und noch doppelt so hoch wie in Frankreich z.B.

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            TobyB  RED

            Moin Welle,

            9 Prozent hört sich erstmal nett an ;-) wir reden aber von ~20 % des BIPs laut Destatis/Eurostat. In der Konsequenz reden wir hier von Branchen die Lieferketten und Lieferversprechen haben und auf Grund der Arbeitskosten in GBR produzieren. Die Lieferkette ist natürlich mit Zoll kaputt. Hinzukommen z.b. in der chemischen Industrie noch Sondereffekte wie Merger und Aquisitions, welche auch zu Konsolidierung in der Produktion führen. Sowas liest man nicht im Handelsblatt sondern im Tendermanagement Magazin, DVZ und der Lebensmittelzeitung. Für Deutschland ist das okay, hier werden im Pharma, Chemie Bereich etliche neue Arbeitsplätze entstehen. Schlecht für GBR, inbesondere Mittel und Nordengland, Schottland, Nordirland. Da werden mit Eintritt Brexit diverse Produktionsstätten geschlossen. Anderes Szenario für Automobilindustrie, es lohnt sich nicht auf Grund des Brexits die Werke dort weiterproduzieren zu lassen, weil die Auslastung und Stückkosten schon jetzt dagegen sprechen. Selbst mit Brexit wäre Import immer noch günstiger als die vor Ort Produktion.

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    lightman  AHU

    Der Handelskrieg zwischen den USA, China und Europa wird noch viele Firmen in Schwierigkeiten bringen, nicht nur Moog. Demnächst muß ich also für Musikinstrumente, aber auch Bourbon erheblich tiefer in die Tasche greifen, da weiß man nicht, was schlimmer ist…

    Da kann es nicht schaden, auch als Europäer die Petition zu unterstützen, obwohl ich bezweifle, daß sich die Trump-Administration davon beeindrucken läßt. Mister Donald ist ein politischer Dilletant, der wie ein Freibeuter durch die Gesetzgebung seines Landes segelt, alles Brauchbare mitnimmt und den Rest niederbrennt. Die dabei entstehenden Verwerfungen werden kaltlächelnd hingenommen, solange der Wind für ihn günstig steht, und das ist nach wie vor der Fall, seine Gefolgschaft hält ihm die Stange, solange es ihr nicht an den Arbeitsplatz oder die Waffensammlung geht.

    Für Leute wie mich heißt das, sich in manchen Fällen umzuorientieren, was die Anschaffung von Equipment und anderen Dingen betrifft. Ich versuche zwar immer, die Wertigkeit eines Produkts über den Preis zu stellen, aber das hat seine Grenzen, weil ich nicht viel Geld habe. Wenn der Handelskrieg wirklich zu drastischen Preiserhöhungen bei bestimmten Waren führen wird, muß ich auf andere Artikel ausweichen, die meinen Möglichkeiten entsprechen. Dann gibts halt statt Moog und Maker’s Mark Fricke und Nordhäuser Doppelkorn. :)

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    Codeman1965  

    Ich kann hier auch nur relativ bedingt Mitleid entwickeln.
    Die nahe Zukunft wird zeigen, ob Firmen, die Waren für gehobene Ansprüche bauen, in diesem Handelskrieg bestehen können, seien es Moog, Harley Davidson oder wer auch immer.
    Moog wird immer seine Kunden finden, die dann auch bereit sein werden, etwas mehr Geld für die Ware hinzulegen. Es sind eben wertige Produkte. Bei Harley Davidson sieht es ähnlich aus, weswegen ich (persönlich) deren Auslagerungspläne eher für einen Schnellschuß halte.
    Das Handelsdefizit der USA ist ja nur z.T. preislich begründet, das größte Problem ist, daß viele amerikanische Produkte für den europäischen Markt gar nicht geeignet sind bzw. die Qualität dieser Waren. Denn könnten die Amis bspw. vernünftige Autos bauen, wären die Leute nicht so auf europäische/deutsche Karren aus. Bei anderen Waren ist es vergleichbar.
    Letztendlich wird das alles keine so hohe Welle geben, denn die Leute werden wie immer maulen und bezahlen.
    Ansonsten gilt für Moog dasselbe wie für jeden Unternehmer:
    Flexibel sein und auf neuerliche Gegebenheiten am Markt entsprechend reagieren. Was gerade bei kleineren Unternehmen sicherlich leichter geht als bei Großkonzernen…

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      TobyB  RED

      Hallo Codeman,

      bei großen Unternehmen ist mehr Energie nötig und Ruderrumreissen ist nie gut. In sofern ist die Herrausforderung größer. Nicht mehr und nicht weniger. Der Vorteil in großen Unternehmen ist, das du mittlerweile Werkzeuge hast, die dir dein Business in Echtzeit zeigen, Gewinn/Verlust, Produktivität. Kundenzufriedenheit. Wenn Moog Kunden zufrieden sind, ist die Bereitschaft da mehr zu zahlen. Nur sollte man aus PR Sicht an der Formulierung hier arbeiten und die Kundenzufriedenheit erfragen. Und hoffentlich wurden alle Optionen geprüft, bevor man den Kunden auf 25 % – 30 % einschwört. Ich glaube persönlich eine Endverkaufs Preiserhöhung für MOOG in Europa können die schlecht verargumentieren, in Folge dessen brechen denen die Zahlen weg. Wir leben in Zeiten in denen der Durchschnittsmusiker nicht mal eben mit dem Bündel in den Laden steigt und ich hätte gerne einen Moog Modell D und einen DFAM obendrauf in den Laden stürzt. Und Alternativlos sind die Kosten nicht, der Unterschied zwischen einer Moog Mother und Roland SE 02 ist dünn ganz dünn. Und 30 % Prozent auf einen Polyphonen Moog One mit gerüchteweise 8000 € sind dann 10400€ und dann ev. noch mal 19 % drauf. Angewandte Betriebswirtschaft ist ganz einfach, solange man die Politische Komponente weglässt. ;-)

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        JohnDrum  

        Für mich verhält sich Moog teilweise wie Märklin: Früher war es zum Spielen, heute zum Sammeln. Damit meine ich die sehr teuren Geräte – nicht Sub 37 und Co.
        Eine nicht schöne Entwicklung!

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          TobyB  RED

          Hallo John,

          Moog macht ja durchaus Geräte zum musizieren, nimm Mother 32, DFAM, das kommende Sub Harmonicon. Nur sind das Einsteiger Geräte. Und dann kommt noch ein bischen Sub37 und dann erstmal nichts. Und dann Model D. Wo andere auf Plattformen setzen, Aira oder Know How kaufen, Waldorf Kyra, ist bei Moog eine Innovationslücke. Die könnte man verschmerzen, wenn jetzt nicht das Ding mit dem Zoll wäre. M.E hat Moog 2 Optionen und eine Chance die sie nutzen sollten. Chance Innovation. Möglichkeiten, Produktion komplett raus aus USA, Moog USA wird zu einem reinen Handelshaus mit EMV in USA, nationale Fertigung. Letzteres hat aber immer noch das Risiko das der EU Zoll zuschlägt.

  11. Profilbild
    DSL-man  RED

    Laut Paul Schreiber (synthtech) stimmt die Kalkulation nicht, da es nicht alle Bauteile betrifft.
    Am besten mal seine Facebook Artikel lesen.
    Es wird bereits gemutmaßt das man diesen Hebel nutzt um eine größere Preiserhöhung durchzuführen.

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      JohnDrum  

      Ich glaube, dass dann der Uli noch ein paar Schichten mehr einlegen muss!
      Außerdem wird seine Modellvielfalt noch weiter steigen.

  12. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ob die Arbeiter in der chinesischen Fabrik auch so grinsen und Herzchen formen???

  13. Profilbild
    BRATIGEL

    Die Qualität der Bauteile von aktuellen Moog Teilen sind doch keinesfalls besser als die Behringer Geräte.
    Nur der Preis ist völlig überzogen weil Moog einen guten Namen hat und früher mal Super Synths gebaut hat (da wurden ja noch Bauteile mit Army bzw. Nasa Standart verbaut ).
    Wenns jetzt noch teurer wird ist das Preis/Leistungs Verhältnis halt noch schlechter , wen juckts ,muß man ja nicht kaufen …

    • Profilbild
      JohnDrum  

      Naja, jetzt mach einmal Halt! Du weißt doch, wie das mit den kubanischen Zigarren ist: Wir wissen doch alle, auf wessen Schenkel die gerollt werden! ;-)

  14. Profilbild
    Stephan Merk  RED

    So ein Bisschen habe ich das Ganze auch so empfunden. Einerseits natürlich schade, andererseits irgendwie nicht meine Kragenweite. Ich weiß ja nicht um die Marge solcher Geräte, immerhin sind die verkauften Stückzahlen ziemlich gering. Ich frage mich aber, ob nicht eine Preissenkung und somit ein Erreichen anderer Käuferkreise und Erhöhung der Stückzahlen das Problem nicht auch irgendwie lösen könnte.

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