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Top News: Produktion des Moogmusic Model D wird eingestellt

29. Juni 2017

Er verkaufte sich zu gut

Das Thema Minimoog nimmt anscheinend kein Ende. In diesem Fall allerdings doch. Die Produktion des Moogmusic Model D wird nach nur gut einem Jahr eingestellt.

Als Moogmusic 2016 ankündigte, den Minimoog Model D nahezu originalgetreu wieder aufzulegen, war das nicht nur eine Überraschung, sondern eine regelrechte Sensation. Die Erwartungen waren extrem hoch und wurden dann tatsächlich auch erfüllt. Unter anderem auch in dem Testbericht und im Vergleich zum Original auf amazona.de, die wir hiermit noch einmal allen ans Herz legen wollen, die sie bislang noch nicht gelesen haben.

Mindest ebenso überraschend kam nun die Meldung vom Produktionsende des Model D. Die Begründung dafür liest sich durchaus kurios. Die Produktion war von vornherein auf eine nicht näher bezifferte Stückzahl limitiert, doch dachte man mit dem kalkulierten Bestand an Teilen für mehrere Jahre abgesichert zu sein. Eine klassische Fehleinschätzung, wie sich nun herausstellte, denn die Verkaufszahlen lagen deutlich höher als erwartet und nun ist man schon nach rund 13 Monaten ausverkauft.
Eine weitere Auflage scheint nicht möglich und auch nicht angedacht zu sein. Moogmusic schreibt dazu: „…this marks the final opportunity to acquire a new Minimoog Model D“.

Wer also dachte, dass der hohe Preis von 3.899 Euro (aktueller Ladenpreis) die Käufer abschrecken würde, hat sich wohl geirrt. Der Markt für hochwertige Synthesizer ist offenbar größer als man allgemein annimmt.
Noch sind bei einigen Händlern Geräte verfügbar, doch mit dieser Abkündigung dürfte der Abverkauf nur ein Frage der Zeit sein.

Dennoch muss man auch in Betracht ziehen, dass auch die Konkurrenzsituation sich in dem einen Jahr geändert hat. Wenngleich noch nicht erhältlich, werden Roland SE-02 (in Kooperation mit Studio Electronics) und Behringer D den Mini-Sektor quasi von unter her angreifen. Gerade erst gestern wurde bekannt, dass der Pre-Order-Preis des Behringer D bei US-Händlern um ganze 100$, das sind immerhin 25%, auf 299$ gesenkt wurde.

Ist es nun schlau, dass Moogmusic den Model D nicht eine weitere Produktsserie spendiert oder ist es tatsächlich ein praktisch unmögliches Unterfangen? Wie dem auch sei, es war sowohl mutig als auch richtig, die Musikerwelt erneut mit einem Jahr Model D zu beglücken. Doch jetzt muss Moogmusic mit etwas Neuem aufwarten. Wird noch einmal so ein Überraschungscoup gelingen? Was meint ihr? Wir würden den Prodigy vorschlagen…

Immerhin gibt es noch ein Abschiedlied für den Minimoog Model D:

Preis

  • 3.899 Euro
Forum
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    xhanibalx  

    Wurden denn da Originalteile verwendet? Wenn dem nicht so ist scheint die Begründung fadenscheinig.
    Kann mir aber durchaus vorstellen das er sich gut verkauft hat und Moog traue ich auch zu so konsequent zu sein die Produktion lieber einzustellen anstatt irgendwie das Original zu verwässern um mehr bauen zu können.

    Es ist quasi der DeLorean DMC 12 unter den Synthesizer. Er wird noch gebaut aber irgendwann sind die Teile alle und können auch nicht mehr Nachgebaut werden weil die Pressen irgendwo versenkt wurden. Oder so.

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    TZTH  

    Die Stückzahlen wären schon interessant. Kurioserweise hat mich ein Minimoog nie interessiert, im Gegensatz zu einem Arp 2600 oder Odyssey.

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    Son of MooG  AHU

    Welche Gründe auch immer Moog zu diesem Schritt geführt haben, sollte man nicht die anderen hervorragenden Synthies wie Sub37 oder Mother-32 vergessen. Jede Ära geht mal zu Ende, und nun ist der Subsequent 37 CV das Top-Model (abgesehen natürlich von den Modularen), und der wird ja auch nur in limitierter Stückzahl gebaut. Ich kann mir vorstellen, dass sich das positiv auf den Wert-Erhalt auswirkt, wenn es weltweit nur 2000 Subsequent’s gibt. Der im Video zu hörende/sehende „Drummer from Another Mother“ macht mich sehr neugierig; war doch ein Werkstatt-Projekt?! Jetzt müsste Moog mit einem neuen Spitzenklasse-Synth die Lücke füllen, die Minimoog und Voyager hinterlassen haben. Und ein Polyphoner ist schon lange überfällig…

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    lightman  AHU

    So ganz schlau werde ich aus der Sache nicht. Obwohl Neuauflagen alter Synths nicht so mein Ding sind, kann ich nachvollziehen, warum sich der neue alte Minimoog wie geschnitten Brot verkauft, er klingt super und ist eine Synth-Ikone wie nur wenige andere. Seit Jahrzehnten wird er auf die eine oder andere Weise geklont, der Bedarf war und ist offenbar groß, und dann verschätzt sich Moog derart bezüglich ihres Bauteilvorrats bzw. wird von der riesigen Nachfrage überwältigt? Hört sich für mich merkwürdig an.

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    AMAZONA Archiv

    Ich stand vor ihm, er war sehr groß. Seine Holzpanelen imponierten mir, der Funke wollte aber nicht überspringen. Ich schraubte an ihm rum und er war nur wenig beeindruckt. Wegen seiner fast hilflosen Art musste ich schmunzeln. Drei Oszillatoren und er wusste nicht damit umzugehen. Daneben stand der KARP. Sexy Typ! Scharfer Sound und fast günstig. Den wollte ich mitnehmen! Dann kam aber ein richtig flexibler Modularer. In dem habe ich mich dann verheddert. Als Abwechslung kam dann noch der Minilogue dazu, der kann sogar polyphon. Gelegentlich denke ich noch an die dicken Holzpanelen, ich komme aber darüber weg. Die vielen Kabel sorgen erstmal für Abwechslung. :)

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    AMAZONA Archiv

    „Ich stand vor ihm, er war sehr groß. Seine Holzpanelen imponierten mir, der Funke wollte aber nicht überspringen. Ich schraubte an ihm rum und er war nur wenig beeindruckt. Wegen seiner fast hilflosen Art musste ich schmunzeln. Drei Oszillatoren und er wusste nicht damit umzugehen. Daneben stand der „KARP. Sexy Typ! Scharfer Sound und fast günstig. Den wollte ich mitnehmen! Dann kam aber ein richtig flexibler Modularer. In dem habe ich mich dann verheddert. Als Abwechslung kam dann noch der Minilogue dazu, der kann sogar polyphon. Gelegentlich denke ich noch an die dicken Holzpanelen, ich komme aber darüber weg. Die vielen Kabel sorgen erstmal für Abwechslung. :)“

    Hahaha…. liest sich wie ’ne Art Porno.

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    Saxifraga  

    Ich verstehe nicht wie man soviel Geld für ein NF Gerät mit soviel Schwachstellen ausgeben kann. Ein gebrauchter Alesis Andromeda A6 ist wesentlich flexibler und klingt besser! Ich war schwer entäuscht von dem Model-D auf der Superbooth. Nach soviel Hype die ganzen Jahre über, klang das Ding wie eben ein NF-Generator mit Mixer und Filter klingt. Nix besonderes, keine magische Zutat. Geldverschwendung.

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    Thomas Columbo  

    Ja, sorry, aber Du hast die Magie eines Minimoogs nicht verstanden: Der klingt immer egal wie Du ihn einstellst – und auch DRY – einfach immer richtig GUT !

    • Profilbild
      iggy_pop  AHU

      Ein recht namhafter Berliner Labelbetreiber und Namensverleiher für die Herstellung recht spezieller elektronischer Musikgeräte meinte mal, der Mini Moog sei ein doofes Instrument, das irgendwie immer scheiße klänge — und verkaufte ihn.
      .
      Ein anderer Elektronikkünstler wollte mal so schöne Klänge haben wie die, die Peter Baumann auf seinen frühen Alben einsetzte. Er kaufte sich daraufhin einen von Rudi Linhard midifizierten Mini Moog — nur, um ihn dann innerhalb kürzester Zeit wieder zu verkaufen, weil er mit der Bedienung des Gerätes nicht zurechtkam.
      .
      Was will uns das sagen? Ein Instrument ist nur so gut wie derjenige, der es in die Hand nimmt und seinem Zwecke zuführt.

      • Profilbild
        Son of MooG  AHU

        Der „Elektronikkünstler“, der nicht mal mit der Bedienung eines Minimoogs klarkommt, hat wohl sonst nur mit Bontempi-Orgeln Erfahrung gemacht, anders kann ich mir das nicht vorstellen. Dass du keine Namen nennst, zeugt von sittlicher Reife, die ich sonst im WWW öfters vermisse…

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