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Top News: Native Instruments erhält Millionen-Investment

27. Oktober 2017

Finanzspritze für das Berliner Unternehmen

Der Berliner Soft- und Hardware-Entwickler Native Instruments wird wohl in naher Zukunft wachsen wollen. So könnte man es zumindest auslegen, da das Unternehmen gerade einer Finanzspritze von einigen Millionen Dollar entgegen blicken kann.

Laut dem Onlineportal Crunchbase wird Native Instruments zeitnah ein Investment in der Höhe von rund 59 Millionen Dollar ( rund 50,5 Millionen Euro) erhalten.
Investmentgeber ist die Münchener Investment-Firma EMH. Das Unternehmen ist eine der führenden Beteiligungsgesellschaften für den Mittelstand. Dabei wird seit einiger Zeit ein besonderes Augenmerk auf den Digital-Bereich geworfen, der viele neue Ideen aufbringt, die das Unternehmen testet.

„As next generation investors, we want to help these businesses take full advantage of their digital potential,”
Maximilian Kuss, Managing Partner des Unternehmens

Die Finanzspritze dürfte unweigerlich zu einigen Spekulationen führen. Weniger, ob das Unternehmen in finanzieller Schieflage steckt, mehr, für welche Investitionen dieser Betrag genutzt werden wird.

Tatsächlich scheint die Entwicklung im Hause NI aktuell divergent zu sein. Zum einen sehen wir nach wie vor regelmäßig neue Entwicklungen aus dem Studio- und Produktionsbereich kommen, in den letzten zwei Jahren zum Beispiel die Maschine Jam oder die neuen Komplete Controller Keyboards. Auch Software-seitig wird hier regelmäßig nachgeliefert.
Dagegen ist es auf dem DJ-Sektor still geworden. Major-Updates für die Traktor-Pro Software hat es lange nicht gegeben. Der letzte große Wurf war die Einführung von STEMS, wo man leider sagen muss, dass die Idee dahinter besser war, als der Markt es honoriert hat, denn wirklich durchgesetzt, hat sich weder das Format noch der damit mögliche Workflow. Hardware-seitig gab es noch ein Update für den sehr erfolgreichen MIDI-Controller Kontrol S4, während sich der S5 wie auch die Kontrol D2 ebenso wie STEMS nie durchgesetzt haben.
Schon lange munkelt man, dass bald etwas großes Neues kommen wird. Allerdings munkelt man schon so lange, dass die Realität dem Gerücht eher entgegen spricht.
Dringend nötig wäre es, sonst machen das Rennen am Ende Serato in Kooperation mit diversen Hardware-Herstellern wie auch Pioneer mit den Controllern und der hauseigenen DJ-Software Rekordbox.

So könnte diese Finanzspritze möglicherweise diesen in letzter Zeit vernachlässigten Sektor wieder ein wenig in den Vordergrund bringen.
Ideen dazu gäbe es einige, sei es zum Beispiel ein lang ersehntes Update auf Traktor 3, oder aber ein kompletter stand-alone Player und Controller mit Display, vielleicht Touch, auf dem die Traktor Software läuft. Andere Hersteller haben diesen Punkt bereits erreicht, dass sie stand-alone Controller und Player anbieten, die dank Display einen Laptop überflüssig machen.

Hier hat Native Instruments noch nichts zu geliefert, dabei wären sie diejenigen gewesen, die eigentlich hätten vorangehen können und müssen.

Auch die weitere Verbindung von DJ-Software und Produktions-Elementen wäre ein Fortschritt, eine bessere Einbindung der Maschine zum Beispiel. Hinsichtlich Schnittstellen ging ja zu letzt Ableton mit Ableton Link mit gutem Beispiel voran.

Forum
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    Coin  AHU

    Von mir aus können sie Massive, FM8 und Absynth
    für iOS startklar machen.
    Aber bitte keine Cloud, Bitte keine Cloud, Bitte keine Cloud.

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      antiandi  

      ja, kundenbindung maximieren ist doof aber aktuell.
      da stelle ich mich mit dir zusammen gerne auf lange grabenkämpfe ein ;)

      ich frage mich bei der cloud auch immer, wieviele meiner presets und songs sonstwohin wandern wie sonst meine daten auch. nun auch noch meine kreationen.

      content lebt NUR online, was machen wir jetzt?

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    swellkoerper  AHU

    Ich habe zwar keine Ahnung, welche Auswirkungen solche Investitionen auf ein mittelständiges Tech-Unternehmen haben, aber sicher nicht so harmlos wie hier dargestellt. Ich könnte mir vorstellen, dass sie einen neuen Anlauf zur Integration von Soft- und Hardware unternehmen und damit alles Dagewesene in den Schatten stellen. Die deutliche Tendenz dazu haben sie ja seit Jahren und dabei wäre zu befürchten, dass sie die Konkurrenz mit allerhand propertiären Formaten und Schnittstellen unter Druck setzen. Eine andere Möglichkeit wäre, die Produkte zur Musikproduktion weiter zu banalisieren und damit massiv in die Breite zu gehen und nicht-technik-affine Käuferschichten anzusprechen. Jedenfalls denke ich, dass man sehr schnell sehen wird, wohin die Reise gehen soll.

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      AMAZONA Archiv

      Ich habe kein einziges NI-Plugin und es gibt auch keinen Grund eines zu kaufen. Andere müssen wohl wegen den Kontakt-Libraries. Eine Cloud wäre des Shitstorms wegen lustig. Vielleicht übernehmen die Ableton und dann ab in die Cloud. Das wäre genial!

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      Bolle  RED

      Vielleicht. Wäre vielleicht sogar zu hoffen, klar ist natürlich, die Investition muss sich lohnen.

      Man sieht es vielleicht zum Anfang bereits bei Pioneer DJ, die nach dem Verkauf der Sparte an eine amerikanische Investment-Firma derweil ja ein Produkt nach dem anderen raushauen. Was nicht negativ gemeint ist. Die ein oder andere MK2-Version mag nicht begeistern, andere Produkte zeigen von deutlicher Weiterentwicklung.

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        swellkoerper  AHU

        Kore war damals ein erster Versuch mit vielen guten Ansätzen. Kontrol war schon ein Riesenschritt nach vorne. Jetzt stelle man sich eine dritte Generation vor, mit einer Standalone-Hardware a la MPC Live oder X, auf der perfekt integriert der Complete-Kontent läuft. Nur als Beispiel. Ich glaube, sie haben hier die Chance den gesamten Markt umzukrempeln. Hoffentlich bleiben sie dabei sympathisch und mutieren nicht zum Kraken.

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          AMAZONA Archiv

          Nichts weniger als ein NI-Multiversum wird das Ziel sein. Ein wie auch immer geartetes Hardware-Dongle und dann ab in die Producer Cloud. Alles in einer Hand. Von der Erde bis Alpha Centauri wird man deine Musik hören können. Wer hat es erfunden? Nein, nicht die Schweizer sondern Mate Galic nach einer hohen Dosis Ayahuasca im südamerikanischen Urwald. :) Noch eine Variante gefällig? Die Kohle nehmen und in der Karibik parken, ein Produktfolio aufblähen, den Laden für das 10fache verkaufen und fortan wie Ritchie Branson auf einer Insel Urlaub machen und das Elend der Welt bejammern.

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    AMAZONA Archiv

    Bin skeptisch bei solchen Geschichten. Wer so viel reinbuttert, will auch sehr viel wieder rausholen und labert dementsprechend viel rein – hemmt eher Visionen, als dass es sie stützt.
    M.E. ist Native Instruments schon lange nicht mehr an den Wünschen der User dran. Schade, hab deren Produkte irgendwann wirklich mal gemocht.

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        Mick  AHU

        Habe den Artikel auch Anfang der Woche gelesen.
        Was soll da kommen? Der Videomarkt?…genau, weil es den noch nicht gibt, bzw. kaum Firmen die da rumwühlen! Der x-te Controller?, die x-te Libary?… aufgenommen bei Vollmond gespielt von Elfen? Ich habe was gelesen von „jeder soll Musik machen können“…kann er jetzt schon! Software über eine Cloud?…ich würde vorher eben bei Roland fragen, wie es läuft!;-) Die sollen das Geld beim Investor lassen, und sich um Absynth,Massive,FM8 und Co. kümmern, die können noch nicht einmal freie Skalierung, geschweige den VST3, und sind „uralt“!

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      phyl0x1  

      Jo, das sehe ich auch so. NI ist „tot“ für seine ursprünglichen Nutzer (Poweruser). Der finanzielle Erfolg wird aber eben deswegen womöglich in bisher unerreichte Höhen steigen.

      Ich vermute eine stärkere Ausrichtung auf Gelegenheitsnutzer, die eher Konsumenten als Produzenten sind. (Der FAZ Artikel legt dies Nahe mit dem einleitendem: „Die digitale Produktion von Musik für jedermann verständlich“)

      Alte Produkte dienen zunächst vermutlich noch als Cash-Cows und dann kommen viele bunte iPad-Apps, cloudbasierter next-level Shit und irgendwas mit Social Media.

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    AMAZONA Archiv

    Ich könnte mich irren, aber gehe trotzdem davon aus, daß NI n i e m a l s ein stand alone Produkt einführen wird. Der Name ist Programm.

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      HX  

      Warum nicht? Wenn die Zielgruppe aus Leuten besteht die heute noch gar nicht wissen das sie Musiker sind, braucht man ja auf Existierendes keine allzugrosse Rücksicht nehmen. Aber bei der Marketingexpertise werden die schon wissen was sie tun …

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      swellkoerper  AHU

      Wenn „Standalone“ heisst, dass wie bei Akai der PC zurück in den Controller wandert, ist es ja immer noch „native“ :-)
      Was mich an der Sache einzig und wirklich interessiert, ist ob Reaktor und Kontakt weiterentwickelt werden. Reaktor hatte ich damals schon längst abgeschrieben, haben sie doch 10 Jahre (!) für einen vollen Versionssprung gebraucht. Aber schlussendlich sie haben geliefert, und das hat mich in der Überzeugung bestärkt, dass sie ihre langjährige Poweruser-Basis nicht vergessen haben, auch wenn sich ihr Portfolio in der Zwischenzeit weg von Synthese hin zu Samplecontent gewandelt hat.

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    ffx  

    Ich vermisse die frühere Kern-Kompetenz von NI, nämlich performante, gutklingende VSTis zu programmieren in schnellem C++ mit Assembler und nicht mit Reaktor zusammen klicken. Solide Workstations. Aus FM8 z.B. könnte man den FM-Synth schlechthin machen, eine Art Yamaha Montage. Viele GUIs benötigen Updates, z.B. Resizing. Pro53 lassen sie einfach vergammeln… Absynth ist ein richtig gutklingender Synthi mit furchtbarer GUI. Den neuen Produkten und Sample-Libraries kann ich persönlich überhaupt nichts abgewinnen. Auch interessieren mich die Bundles gar nicht. Aber scheinbar bin ich da ein Sonderling.

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