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Top News: Pioneer DJM & CDJ Tour1 Modelle

24. Mai 2016

Displays und amtliche Preise - Das Pioneer-Setup (nur) für große Festivals?

Auf der NAMM 2016 stellte Pioneer die Prototypen vor, jetzt wird ernst gemacht – und zwar richtig: Pioneer CDJ-Tour1 und Pioneer DJM-Tour1. Das Setup in voller Ausstattung bietet vermutlich mehr Technik als die Kontrollzentren der ersten Raketen-Tests.

Beim Anblick kurz erschlagen...

Beim Anblick kurz erschlagen…

Ab Juli 2016 sollen die als „Tour-System“ beworbenen Komponenten erhältlich sein. Zielgruppe für den CDJ und den Mixer mit den großen 13“-Displays sind wohl weniger Clubs als vielmehr die Technikdienstleister großer Festivals wie Tomorrowland und Co. Entsprechend wird das Setup als „festival ready“ beworben. Dafür sprechen zum Beispiel die gesalzenen Preise. Der CDJ-TOUR1 soll 4999,- Euro kosten, der DJM-TOUR1 5999,- Euro – so die aktuelle Aussage. In wieweit die gleichen Dollar-Preise und der Wechselkurs noch zu Abweichungen führen werden, wird sich zeigen. Definitiv nichts für den kleinen Kellerclub. Aber auch die verbaute Audiotechnik lässt vermuten, dass der bevorzugte Einsatzort des Flaggschiff-Setups die ganz große Bühne ist, wo nur amtliches Equipment zum Einsatz kommt. Die Geräte verfügen über ES9018 32-Bit D/A-Wandler, die bei 96kHz/24Bit „incredibly low noise and distortion” liefern sollen. Die wackligen Ethernetbuchsen für die Linkfunktion wurden gegen arretierbare Netzwerkanschlüsse vom Typ Neutrik Ethercon ersetzt, es wurden stabilere Buchsen für die Ein- und Ausgänge verbaut.

"Endlich" anständige Link-Buchsen - Neutrik Ethercon

Die Rückseite des DJM: „Endlich“ anständige Link-Buchsen – Neutrik Ethercon

Der DJM-Tour1 hat als erster DJ-Mixer überhaupt eine XLR-Buchse nach AES/EBU-Standard für den Digitalausgang. Außerdem wurde dem Mixer ein Word Clock-Eingang spendiert. Die Künstler auf den Mainfloors der großen Festivals sind konsistente Setups gewöhnt und so unterscheidet sich die Tour1-Serie kaum von CDJ-2000NXS2 und DJM-900NXS2. Beim Mischer kommt allerdings ein zweiter, separater Kopfhörerweg für b2b-Sets dazu.

Er ist in die Breite gegangen, z.B. für den zweiten Kopfhörerweg rechtsseitig

Er ist in die Breite gegangen, z.B. für den zweiten Kopfhörerweg rechtsseitig

Das Ausstattungsmerkmal, das sofort ins Auge sticht, sind natürlich die großen 13“-Touch-Bildschirme an jedem Gerät. Sie verfügen über eine eigene CPU und sollen verschiedene Anzeigemodi bieten. Die Bildschirme sind berührungsempfindlich und können zusammen mit der Software-Tastatur zum Suchen von Tracks und Filtern von Paylisten genutzt werden. Die Displays sind schwenkbar und verfügen über einen ausklappbaren Sonnenschutz. Selbst wenn man die Displays nicht braucht, so ein Sonnenschutz für die Displays ist schon ganz sexy. Auf der anderen Seite nehmen einem die Displays unweigerlich die Sicht auf das Publikum und anders herum: nicht ganz so sexy.

 

Wirklich notwendig? Ein zweites, großes Display

Wirklich notwendig? Ein zweites, großes Display

Die Displays sind zusätzlich zu den üblichen Anzeigen verbaut. Der Mixer verfügt über normale LED-Ketten zur Aussteuerungsanzeige. In die CDJs sind weiterhin die gewohnten 7“-Displays verbaut. Zum ersten Mal hat Pioneer ein Gateway für sein KUVO-System direkt eingebaut.

Frei erhältlich werden die Geräte sein, die Frage ist nun, wer so viel Geld investieren wird und ob die Funktionen diesen hohen Preis noch rechtfertigen. Am Ende wird das Setup dann wohl nur für die großen Festivals interessant sein, bei denen dieses Setup (vielleicht) gefordert wird oder die es bieten wollen. Aber diese sind eh von Pioneer supportet oder gehören zu einer oder zwei veranstaltenden Unternehmen, die dann ein Setup für mehrere Festivals kaufen.

Forum
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    theFranks

    15000,- für 2CD Player und ein Mischpult?! Für ein paar Clubs/Festivals, die Ihre DJ Setups aus den letzten Jahren abgeschrieben haben eventuell interessant, aber für den DJ (selbst für denjenigen, der von Auftritten leben kann) liegt das weit über der vertretbaren Budget-Grenze. Außerdem hat man jahrelang versucht, das „Hindernis“ Laptop als Barriere zwischen Performer und Publikum loszuwerden und hat nun im Zweifelsfall 3! Screens, die dem Publikum die Sicht darauf verdecken, was der DJ da eigentlich macht… Ich mag ja Superlative im Audio-Bereich aber da fällt mir nicht mehr viel ein..

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      Dacci Pucci  

      Dass das kein Gear für Bernd Bedroom ist, dürfte jedem klar sein. Die Headliner bei den großen EDM-Festivals spielen nicht unter 100.000 Euro Gage. Da sind 15.000 Euro für ein DJ-Set zu verkraften, sowohl für den Veranstalter als auch den Artist.

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        theFranks

        …wie bereits im Test geschrieben – die EDM-Headliner werden sowieso von Marken wie Pioneer gesponsort und in USA ist das etwas anders (was die Gagen betrifft). In Deutschland gibt es meines Erachtens wenige Künstler (DJs), die über die 10000,- pro Gig hinauskommen. Ganz abgesehen davon sind die Features, die die Tour1-Geräte zusätzlich bringen, bei Weitem nicht ausreichend, um diese Preise zu rechtfertigen.

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        hijack  

        Sind diese Festivals nicht auch sehr defizitär ?
        Oder wie geht es denn SFX Entertainment ?
        Ob da so ein Produkt eine gute Strategie ist ?

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    DJ Ronny  

    Erst einmal sieht es gut aus. Unter dem Motto, dass Auge isst mit. Der Preis ist heftig, war und ist er bei Pioneer schon immer. Es werden sich aber Käufer finden. Ich spare z.B. auf einen Rane 2015. Den will ich weil er mir gefällt (Hobby ). Der Sinn dieser Bildschirme erschließt sich mir auch nicht. Erst schreien die Hersteller weg vom Bildschirm, wir bauen den ins Gerät, jetzt sollen wir extra welche kaufen. Das ist ein Lacher. Aber jeder wie er will. Unterm Strich sind die Hersteller aber in Not. In den letzten Jahren hat sich die Technik und die Software im Dj Bereich soweit entwickelt, da ist es schwer etwas auf den Markt zu bringen, was wirklich neu ist. Ich arbeite seit 5 Jahren mit den Denon 6000 und VDJ8 und bin sehr zufrieden. Eine Verbesserung suche ich nur im Sound. Deshalb der Rane als Wunsch. Ich weiß, dass ist nur für mich, denn die meisten Leute hören den Unterschied nicht.

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      chain  AHU

      Der Markt ist ähnlich wie bei den Handys. Auch die preiswerten sind ausreichend,um ordentlich zu unterhalten. Man muss immer auch überlegen, was Statussymbol und was ist notwendig. Warum noch immer MP3 und dann sooo hoch, wegen bißchen mehr an Datenrate. Für mich eher ein Gerät für die Zeitschrift Hifi und Sound ;)

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    tobymoby

    Würde es den Preis der Goldenen Himbeere für Equipment geben, hätte Pioneer diesen für 3 Jahre im voraus verdient! Wer bitte kauft diese Geräte!? dafür bekomme ich 2 CDJ s und 2 macbooks :D! oder 4 Elektron geräte oder oder oder. Ich dachte erst das die Meldung ein Scherz ist! aber scheinbar ist dieser Entwicklungsdünnsch…. wahr. Ich bin schockiert!

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    DJ Ronny  

    Ich will noch etwas zu den Preisen schreiben. Wen ich zurück denke, als ich mit Disko anfang der 80er professionell begonnen habe ( DDR), war das im Verhältnis auch nicht billiger. 2 Kassettendecks und ein selbst gebauter DJ Mixer mit 4 Stereo Kanälen, 3500 Mark. Sehr viel Geld. Wenn ich sehe, was da so als DJ unterwegs ist mit ner 300 Euro Konsole, möchte ich mich schon von unterscheiden. Jedem seine eigene Entscheidung. Kaufen muss man ja nicht.

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    lightman  AHU

    Ich hab in den 80ern mit dem Musikmachen angefangen, aber auch immer wieder aufgelegt, halt mit Platten. Mit dem Finger gepitched, wenn der alte Marantz, den man vor Ort vorfand („brauchst nix mitzubringen, wir haben alles am Start“), mal wieder nicht pitchbar war, später dann die grottigen McCrypt Doppel-CD-Player, Mixer mit Fadern mit Eigenleben (oder gar keinem Leben mehr), 100 Gage (echte 100, leider keine 100.000) plus freie Getränke an der Bar („Wodka? Freigetränk heißt bei uns Bier!“), Türsteher, die einen nicht mehr in den Club zum eigenen Gig reinlassen, etc. Gepaßt hats trotzdem immer, um Vier kommt das Tier, der Schweiß rennt, auf gehts, ab gehts, drei Tage wach… so weit, so gut. Schaue ich mir aktuelles DJ-Equipment an, muß ich grinsen, ich weiß auch nicht, warum, vielleicht weils am Ende doch eher auf andere Dinge ankommt, als Tracks per Touchscreen suchen zu können. Heute überlastet man die Leute, wenn man gebucht wird, aber nicht mit Laptop und Controller anrückt, sondern einem altem Mixer und zwei 1210-Nachbauten. „Hast du was von Tiësto auf Platte?“ Nö, sorry, aber es knallt auch so. Mit solchen Decks wie hier kann man richtig abgehen, da wird die Grenze zwischen DJ, Performance und Livemusik durchbrochen, alles super, aber nix für mich, schon gar nicht preislich.

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