Top News: Pittsburgh Modular Liveforms

2. Januar 2016

Touch-Keyboard mit Sequencer

Und schon gibt es ein Update:

Liveforms wird als eigenes, Eurorack-kompatibles System angeboten werden. Liveforms KB-1 ist ein drucksensitives Keyboard mit einstellbaren Levels. Es kann mono- oder duophon mit verschiedenen Note-Priorities gespielt werden. Der interne Arpeggiator besitzt 8 Sub-Modi mit SingleTrigger, Double-Trigger oder Random. Der Sequencer kann bis 64 Steps haben und vier Pattern speichern. Es gibt Vorwärts-, Rückwärts und Random-Modi.

System+96+Face

Der Synthesizer SV-1 besitzt zwei Oszillatoren mit Sync- und FM-Möglichkeiten. Die Oszillatoren lassen sich vom KB-1 zusammen oder separat (für Duophonie) ansteuern. Zusammen mit zwei Suboszillatoren und Noise gehen sie über den Mixer in das Multimodefilter. MIt nur einer ADSR-Hüllkurve und einem LFO sind die Modulationsquelle etwas knapp bemessen. SV-1 hat offenbar auch einen MIDI-Eingang, die umgesetzten Werte von Noten und einigen CC-Daten werden über frontseitige Buchse als CV/Gate-Signale ausgegeben.

Für Liveforms KB-1 und SV-1 wird es ein eigenes Case geben, die beiden EInheiten lassen sich aber offensichtlich auch in ein Euroracksystem einbauen.

Die ursprüngliche Meldung:

Mit Pittsburgh Modular Liveforms geht der Reigen der Vorankündigungen zur NAMM dieses Jahr schon früh los. Auf Instagram gewährt der Hersteller erste Einblicke – natürlich ohne zu viel zu verraten, aber mit den Hashtags #synth und #eurorack.

Live 5

Pittsburgh Modular hat sein Sortiment an Modulen für Euroracksysteme stetig ausgebaut. Gab es erst nur ein paar einzelne Spezialisten, ist inzwischen ein komplettes Sortiment verfügbar. Nun kommt noch ein passendes CV/Gate-Keyboard dazu.

Liveforms

Pittsburgh Modular Liveforms ist ein 1-oktaviges, transponierbares Keyboard, das offenbar mit Sensortasten ausgestattet ist. Sechs weitere Felder können als zusätzliche Trigger-Tasten verwendet werden. Ein Blick auf das Anschlussfeld verrät einige Features. Neben Trigger-Ausgängen sind auch Pressure-Ausgänge zu erkennen, so dass man annehmen kann, dass auch Druckdynamik erzeugt wird.

Live 2a
Zwei Tasten wecken besondere Aufmerksamkeit: „seq“ und „arp“. Ergo ist ein Stepsequencer und ein Arpeggiator mit an Bord, die naheliegenderweise mit den Sensortasten programmiert werden. Über den genauen Funktionsumfang kann man aber derzeit nur spekulieren. Clock-In und Clock-Out zur Synchronisation in beide Richtungen sind jedoch vorhanden.
Die Beschriftungen „ch1“ und „ch2“ weisen darauf hin, dass die Noten auf zwei unabhängigen Kanälen ausgegeben werden können. Ob nur CV/Gate oder auch MIDI unterstützt wird ist leider nicht zu erkennen.

Live 1

Synthesizer XY

Auf den Bildern ist jedoch auch ein halbmodularer Synthesizer zu erkennen, dessen Name allerdings verborgen bleibt. Den Bildern lässt sich zumindest folgendes entnehmen. Der Mixer hat vier Kanäle, was auf mindestens ebenso viele Klangquellen hinweist. An einer Ecke eines Oszillators sind jedenfalls Einzelausgänge für Square, Triangle und Saw sichtbar, ebenso ist ein FM-Regler vorhanden. Unter dem Mixer liegen Ausgänge für zwei Suboszillatoren, Rauschgenerator sowie einer Sample&Hold-Einheit. Das Filter ist anscheinend ein Multimode mit Tief-, Band- und Hochpass. Neben Hüllkurve und LFO sind Multiples für die Patchwege vorhanden. Ob der Synthesizer neue Schaltungen besitzt oder eine Zusammenstellung einiger bisheriger Pittsburgh Module ist bleibt abzuwarten.

Live 4

Noch hat der Hersteller keine Informationen, Bilder oder gar Preisangaben zu Pittsburgh Modular Liveforms online gestellt. Aber spätestens in unserem NAMM-Report in drei Wochen werden wir das nachreichen können.

Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Modular ist ganz offensichtlich die neue Spielwiese für alles und jeden.
    Jeglicher Kram wird aufs Eurorackformat gebracht, denn irgendjemand wir ein paar TE frei haben, die ansonsten nicht sinnvoll gefüllt werden können.
    Ich warte schon auf den ersten 16-Kanal-Mischer, bei dem die vollparametrischen Mitten via CV gesteuert werden können, oder das iPad-Modul, mit dem ich die lustige Welt der Steuerspannung in er-touch-bar mache…..
    Nix gegen Modularsysteme, aber der Hype nimmt allmählich sehr bizarre Formen an.

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      changeling  AHU

      Einen 3-Band EQ mit voller Steuerbarkeit per CV gibt es bereits: VCEQ-3 von Cwejman.
      Stereo-Mixer Module gibt es mittlerweile diverse, z.B. DubMix oder MIIIIX. 16 Kanäle muss man sich dabei halt kaskadieren.
      Einen Kompressor gibt es mit dem VC-FC auch von Cwejman.

      Also sind schon alle Komponenten für einen voll-modularen 16 Kanal-Mixer verfügbar. Wird nur sauteuer.

      iPad Apps gibt’s ebenfalls schon, z.B. Expert Sleepers Silent Way CV Generator: http://www.....rator.html

      Warum jetzt ausgerechnet das Ding hier eine bizarre Form sein soll weiß ich auch nicht, komplette Kompaktsynthesizer als Modul gibt’s schon lange (Doepfer, Cwejman, Intellijel, mehrere von Pittsburgh, Macbeth, Moog, …).
      Über Sinn und Unsinn davon kann man sich vortrefflich streiten, wenn man zuviel Zeit hat. Zum Kaufen zwingt einen jedenfalls keiner.

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      patchpoint  

      Da stimme ich dir absolut zu. Ich finde auch dass die Preise mancher Hersteller das Fass zum überlaufen bringen. 600-700 Euro für ein Modul! Was soll das? Der Dieter hat ganz vernünftig angefangen und führt es genau so vernünftig weiter. Das reicht doch allemal.

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    AMAZONA Archiv

    Für alle zuerst sich einen Plan erstellen nachdem sie eine große Idee hatten, und dann viel Kabel gepatcht haben, die ein paar wirre Noten in einem Sequenzer eintippen wollen und dann aufs Startknöpfchen drücken dürfen um hinterher bequem am Resonanz Knopf kurbeln um dann musikalisch hoch aktiv zu werden ist diese zweifellos technische hoch entwickelte Maschine.

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    dilux  AHU

    ich musste sofort an den synthi aks von ems denken, als ich die bilder sah; fehlt nur noch das patchfeld.
    warum hier einige schwierigkeiten mit entwicklungen jenseits der ausgetrampelten pfade haben, erschliesst sich mir nicht so ganz. es sollte gelten, was auch für die gesellschaft gilt: vielfalt rules!

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      AMAZONA Archiv

      Witzig: Du denkst an einen fast 40 Jahre alten Synth und der erste Gedanke den du hast: Das ist kein ausgetrampelter Pfad…..
      Ansonsten hast du selbstverständlich völlig recht: Entwickelt und angeboten werden kann und sollte erstmal alles, unabhängig davon, ob die Mehrheit der Leute damit was anfangen kann.
      Augenfällig ist halt nur, dass aktuell aber auch wirklich alles in einen Modularkontext gestellt wird; das ist halt die Sau, die aktuell durchs Dorf gejagt wird…..

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        AMAZONA Archiv

        Nennen wir es mal interoperabilität die mit einem Modularkontext erreicht wird. CV macht schon einiges möglich. Viele wollen auch kein großes Modularrack sondern lediglich ein paar Synths mit Patchfeldern. Kaum einer lötet heute noch sein Modularrack selber zusammen. Ein bischen patchen macht aber fun und es kommen viele neue Produkte auf einen Markt der fast schon tot war. Bevor Korg mit den Mini’s den Trend auf breiter Basis einläutete warteten die meisten nur auf den neuen Motif. Alles geil soweit!

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        dilux  AHU

        witzischkeit kennt keine grenzen… :D
        zu den modularen: ich glaube, bei denen wird der „natürliche“ spiel- und basteltrieb von uns männern – und machen wir uns nix vor, gerade im synthi-bereich sind wir bärtigen fast ausnahmslos unter uns – noch viel intensiver geweckt und das macht sie derzeit so beliebt. ich hatte schon öfter den verdacht, dass in einigen hobbykellern ein modularsystem steht, das nicht vordergründig zum musizieren gedacht ist…

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        Pepper

        Und das ausgerechnet von einer Firma die Pittsburgh Modular heisst….
        Ok, der Modularhype ist gerade ein bisschen überdreht, aber speziell diese Schmiede macht seit Jahren nichts anderes, und das wiederum sehr gut, wie ich finde.

        Ich bin jedenfalls gespannt was da kommt.

        Grüsse

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        mort76  

        Andreaz,
        daß es vor 40 Jahren schonmal einen Synth mit einem ähnlichen Konzept gab, macht diese Konzept jetzt aber nicht zwangsläufig zu einem „ausgetretenen Pfad“…

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    Heiner Jürs  

    Ach ja, die Module. Einfach nicht mein Fall – für mich ist das zu viel Wissenschaft bei zu wenig musikalisch verwertbarer Sound. Ich finde FM- oder Additive Synthese schon grenzwertig, weil teilweise schwer beherrschbar.
    Ich entdecke dafür gerade das Sampling neu – mit eigenen Samples aus meinem Recorder statt Zig-GB-schweren Libraries …

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      AMAZONA Archiv

      Das Problem ist eigentlich nicht der Synth oder der 8 Tonnen Sampler.
      Eher das viel zu viel Sampler und Synths den Markt überschwemmen und sich überbieten wollen. Letzendes Foren und Amazona drauf anspringen und in diesem Strudel aus Gearwahn mitmischen.
      Ich fände es wirklich toll wenn sich ein Onlinemagazin fände was sich auf zeitlose Artikel beschränkt. Das setzt natürlich vorraus das man genügend Hintergrundwissen hat was wiederum vorraussetzt eben jenes Gerät zu besitzen und über längeren Zeitraum(Das dürfen auch mal 4 Jahre sein) zu testen. Von Gerüchten und Ankündigungen bräuchte man dann natürlich nicht mehr berichten. Das können Sequencer.de/Matrixsynth/Muffwiggler übernehmen.

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    swellkoerper  AHU

    Interessante Diskussion. Ich find die gemachten Vergleiche teilweise nicht ganz passend bzw. aus der Relation gerückt. Modular-Hersteller sind Klein- und Kleinstbetriebe, deren Marketing-Budget sicher nicht reicht, um irgendeine Sau durch Dorf zu treiben. Und wenn ein Trend sich das Prädikat „zeitlos“ verdient hat, dann das Eurorack-Format. BTW, macht euch doch mal den Spass und verfolgt den Wiederverkaufswert von Modulen auf den einschlägigen Plattformen. Wertstabil sind sie nämlich auch. Aber zurück zum Lifeforms: dessen Feature-Set hat natürlich die Aufgabe, den User durch das Rabbithole zu locken und darüber die „richtigen“ Module an den Mann zu bringen.
    Grüsse an alle

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich finde das Amazona und die anderen Synmags viel richtig machen. Der Lifeform ist mit Sicherheit auch musikalischer als viele andere Synths die ich mal besessen habe. Ein Cubase mit 100 VST’s ist zudem wesentlich unmusikalischer als ein patchbarer Synth der mit ein paar Tretminen garniert ist. Ich würde mir hier sogar ein Special/Workshop für eigene Modifikationen wünschen. Mein neuer MS-20 Mini z.B., der nebenbei bemerkt kaum rauscht, bekommt von mir VCO-Out, Sync und PWM verpasst. Was meint ein Doc Analog dazu und sind solche Mods verbesserungswürdig? Warum brauche ich eine Diode XY? Ghandi meinte mal das jeder seine Kleidung selbst weben können musste. Ein modularer Synth zwingt den User sich einmal grundsätzlich mit dem „Signal“ was er da hört aueinanderzusetzen. Eine fast religiöse Erfahrung wie ich meine.

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