Top News: Waldorf Kyra, VA-Synthesizer

9. Juni 2018

Exodus Valkyrie heißt jetzt Waldorf Kyra

Waldorf / Caballero – Kyra (Render)

Waldorf kündigte per Pressetext eine Zusammenarbeit mit englischen Entwickler Manuel Caballero an, nicht dem venezolanischen Historiker, sondern dem Entwickler der Exodus Valkyrie. Die Präsentation des Valkyrie war definitiv die Sensation auf der Musikmesse 2018. Als Hommage an den ACCESS VIRUS gedacht, wurde im Gespräch mit Manuel schnell klar, dass der Exodus Valkyrie weit mehr bietet als sein Vorbild.  Das Interview mit Manuel Caballero findet ihr hier.

Prototyp des Valkyrie

Wir gehen davon aus, dass der WALDORF KYRA quasi als Design- und Markennachfolger des EXODUS VALKYRIE die selben Features enthalten wird. Diese waren beim Valkyrie folgende:

Mögliche Facts des Waldorf Kyra

  • subtraktiver Synthese mit Wavetables
  • 128-stimmige Polyphonie
  • Dual-Mode-Filter
  • 8 unabhängige Parts mit jeweils bis zu 9 Effektmodulen
  • zwei OSCs pro Stimme
  • Schwingungsformen: SAW, Pulse, Noise und Wavetable – gleichzeitig verfügbar
  • Hard-Sync, Ring-Modulation und FM
  • Hypersaw mit bis zu 12 Oszillatoren
  • 4096 18 Bit linear PCM-single-cycle Samples für die Wavetables
  • 2 Wavetables pro Voice verfügbar
  • drei ADSR-Hüllkurven
  • 3 LFOs
  • Modulations-Matrix (6 Kanäle mit je bis zu drei Modulationszielen)
  • Arpeggiator mit 128 Presets und Chord-Mode
  • Editsoftware für MAC und PC
  • USB-Audio
  • Keyboard Microtuning

Der Chef von Waldorf Joachim Flor und Manuel Caballero liefen sich auf der Musikmesse in Frankfurt 2018 über den Weg und Joachim Flor war sofort begeistert.
So wurde aus der Valkyrie, die Kyra und „der Rest wird Geschichte sein“.

Das Datenblatt fängt mit dem komplett programmierbaren FPGA (Field-Programmable Gate Array), dem Herz des Kyra an. Die Synth-Engine hat genug Kapazität für 128 Stimmen, unabhängig von den benutzten Effekten. Jede Stimme besteht dabei aus 10 Oszillatoren und einer insgesamt achtfachen Multitimbralität, jede verfügt dabei über ihr eigenes Effektmodul mit neun Modulen.

Der Duale Wavetable Synthesizer bietet 32-faches Oversampling und über 4000 mitgelieferten Schwingungsformen. Die 10 Oszillatoren pro Stimme können noch verdoppelt werden, indem zwei Stimmen zusammengelegt werden. Als Synthesemöglichkeiten kommen zudem noch echte Stereobearbeitung, Hard-Sync, FM und Ring-Modulation hinzu.
Als Filter kommen Emulationen klassischer Ladder-Filter (Moog-Style?!) in 12 und 24 dB/Oktaven zum Einsatz, die hoffentlich nicht einknicken, wenn Resonanz ins Spiel kommt. Im Dual-Voice-Modus können die Filter entweder eigenständig oder gekoppelt sein.

Jeder multitimbrale Part bietet gleichzeitig einen dreibändigen EQ mit stimmbarer Mitte, dualen Röhren-Limiter, Formantfilter, Distortion, 6-Stufen-Phaser, digitales StereoDelay, Comb/Flanger/ Chorus/Doubler-Einheit und ein programmierbares Reverb. Das alles bei 96 kHz Sampling-Frequenz und 32 Bit D/A-Stereoausgang.

Über die klassenkompatible USB2-Schnittstelle können MIDI-Daten wie auch die 8 Parts einzeln in den Rechner gestreamt werden. Es gibt über USB2 aber auch einen Audiokanal in Richtung Kyra. Mac-Nutzer benötigen dazu keine Treiber, Windows-Nutzer einen ASIO-Treiber.

Bis zur NAMM-Show 2019, vom 24. – 27. Januar in Anaheim, California, soll die Kyra wohl soweit sein. Waldorf sprechen in der Pressemitteilung von einem „kompletten Produktionsstart und einer Verfügbarkeit“ zum angekündigten Termin.

Amazona berichtete bereits vom Valkyrie in einer News mit der „Virus-Kampfansage“. Vielleicht wird auch Access mit einem Virus 3 auf die Kyra reagieren. Das wäre dann wieder wie vor 20 Jahren, als die Access-Waldorf-Debatten hochschlugen. Ach, waren das Zeiten.
Zumindest kann man davon ausgehen, dass es ein vernünftig geschriebenes Handbuch zur Kyra geben wird.

Auf der SUPERBOOTH 2018 hatten wir übrigens Gelegenheit Christoph Kemper, Erfinder des ACCESS VIRUS, zu seiner Meinung zum Exodus Valkyrie zu befragen.

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Ein tolles Projekt trifft eine tolle Firma, besser geht es nicht.

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      kettu

      Gemäss einer anderen Website ist eine Tastenversion geplant und soll später im Jahr 2019 erscheinen.

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        Wasserspeier

        Irgendwelche Ideen, in welcher Preisklasse sich die Tastenversion bewegt? Wenn Waldorf das macht, wird der günstige Preis des Valkyrie (gehört auf Musikmesse 2018) wohl nicht bleiben.

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    h3rtz  

    Sehr, sehr cool. Ich fand Caballero und sein Konzept sehr überzeugend in allen Interviews und Präsentationen und hatte gehofft, er würde jemanden finden, der ihn unterstützt, das Ding sexy und realisierbar zu bekommen. Richtig geglaubt habe ich es allerdings nicht. Umso cooler, dass es jetzt Waldorf geworden ist. Gut für Caballero, gut für Waldorf, gut für uns Synthnasen. Triple win!

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    Hectorpascal  

    Da möchte Waldorf wohl im Revier von Access wildern und eine ordentliche Prämie einheimsen. Der Preis ist jedenfalls unverschämt.

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    AMAZONA Archiv

    Ich sag nur noch Synthesizer overkill. Mich lässt das ganze nur noch kalt. Noch mehr Stimmen und noch mehr Oszillatoren. Die Schallmauer wurde mal wieder durchbrochen und mir ist mein monophoner analoger mit seinem einsamen Stimmchen lieber als dieser omnipotente Kasten.

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    psv-ddv  AHU

    Tolle Sache! Ich finde den Synth super interessant. Schön, dass er tatsächlich auf den Markt kommt, unter welchem Label auch immer.
    Das wird ein Flächenmonster :-)
    Ob der Synth dann am Ende wirklich schöner wird, wenn Axel Hartmann wieder seinen Einheits-Design-Denf drüber verteilen darf wage ich zu bezweifeln.
    Das Rendering mit den glatt-kantigen und daher vollkommen unergonomischen Waldorf Potikappen und der verzuzzelten Gehäusesilhouette lässt nichts Gutes ahnen.
    Das sieht schon vor der Marktreife nach Scheinwerferdesign aus dem vorletzten Jahr aus.
    Wunderschön sah der Valkyren Prototyp zwar auch nicht aus, aber der hatte aufgrund der Unbeholfenheit der Gehäuseform wenigstens noch irgendwie was eigenes, inhaltsbezogenes. Eben wie ein Virus auf Steroiden.

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      h3rtz  

      Mmn kriegt Mr Hartmann oder auch sonstwer bei Waldorf den auf jeden Fall besser hin als den Prototypen. Schlimmer gings ja fast nicht. Die Waldorf Edelstahl Knöppe sind nicht die griffigsten, da stimme ich voll zu, aber die Materialqualität macht das locker wett. Ein Ipad wär auch ergonomischer mit Griff auf der Rückseite und fetter Gummiumrandung.

      Ich find das Eckchen Rendering sehr sexy. Der Materialmix, die Schattenfuge, das polygonale Profil… das ist einfach gutes Produktdesign.

      Bei Designfragen mische ich mich immer gerne ein, bitte nicht persönlich nehmen.

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        psv-ddv  AHU

        Das nehme ich nicht persönlich, ich habe das Rendering ja nicht gemacht :)
        Über Gestaltung kann man wunderbar unterschiedlicher Meinung sein.
        Für mich sieht das Design unausgegoren aus. Da hat Jemand eine nette Idee gehabt, die sich toll skizziert, aber in der Realität schwächelt.
        Schau Dir mal die Schattenfuge genau an. Dort wo nahe der Rückseite die Doppelung der Frontplatte endet, ergibt sich eine Halbierung der Materialstärke des Fugenrandes, dadurch wirkt die Fuge optisch nicht mehr einheitlich breit. Das Holzpanneel muss den viel zu feinen Knick materialuntypisch mitgehen, um das Spaltmass durchgehend zu halten. Die Fuge wirkt trotzdem ungleichmässig. Die Ränder der Metallteile sind sehr scharfkantig dargestellt. So scharfkantig kann man das nur eloxieren. Das geht aber nicht in Weiss. Also pulverbeschichten. Nur dann muss man die Kanten brechen, da sonst das Pulver nicht hält. Nicht so schick. Durch die Kantenradien heben sich die gedoppelten Paneele von einander ab, es sieht nicht mehr so aus wie im Rendering. Man hat im Gebrauch eine höhere Gefahr von Farbabplatzungen je geringer man die Kanten bricht. Soetwas muss man von Anfang an Berücksichtigen. Das sind konzeptionelle Anfängerfehler, die einem auf der Uni um die Ohren gehauen würden.

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          psv-ddv  AHU

          Die Potikappen sind für eine Live Situation mit Schweissfingern viel zu glatt. Die Markierung auf den Kappen ist zu schmal, in der Draufsicht zu kurz (daher Potistellung im Bühnenlicht schlecht zu erkennen) und in der Seitenansicht dafür zu wieder lang. Das nennt man Manierismus. Hier versucht Jemand modern, reduziert zu entwerfen, ohne die funktionalen Hintergründe ausreichend zu berücksichtigen. Daher bleibt nur eine hohle Ästhetik, die sehr schnell altert. Gutes Produktdesign geht anders.

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            h3rtz  

            Sauber argumentiert, das muss ich dir lassen. Da habe ich mich von einem fluechtigen Eindruck blenden lassen und nicht genau genug hingeschaut.

            Andererseits gehts bei dem Rendering sicherlich auch mehr darum, eine Intention darzustellen, denn ein fertiges Produkt zu praesentieren. Und die Richtung gefaellt mir nach wie vor.

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              psv-ddv  AHU

              Danke Dir. Ich kann nachvollziehen, dass Dich das Rendering anspricht
              und ich finde einige der dargestellten Ideen (Schattenfuge, versenkt eingesetztes Holzpaneel, wrap-around Frontplatte) grundsätzlich gut, nur leider nicht bis zu Ende gedacht.
              Vielleicht wird ja bis zur Marktreife noch nachgebessert. Die Hoffnung stirbt zuletzt…

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      fritz808  

      „synthies für die elite…“ für meinen ersten synth habe ich zwei jahre nebenbei gejobbt, auf auto und urlaubsreisen verzichtet. all jene nun abfällig als elite zu bezeichnen, ist offensichtlich eine frustreaktion. du hast mein mitgefühl.

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        Numitron  

        War ja mit einem augenzwinkern. Ich weiss verglichen mit den 70er oder 80ern haben wir es heute gut. Elite ist übrigens kein schimpfwort. Lg

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    fritz808  

    hatte gelegenheit den prototypen auf der messe zu hören und war sehr beeindruckt. nur das design hat mich definitiv abgeschreckt. mit hilfe von herrn hartmann, könnte das nun aber seit langem wieder ein synthesizer werden, den ich mir zulegen würde.

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    Tolayon  

    Also für mich sieht das immer noch nach einem gewissen Overkill aus.
    128 Stimmen sind Rompler-Standard, aber für einen VA mit denselben Spezifikationen dürfte etwa das Dreifache, wenn nicht mehr an Rechenleistung erforderlich sein.
    Ist alles machbar, aber ich hoffe wenn es geht ohne allzu lauten Lüfter.

    Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen:
    128 Stimmen, und jede einzelne davon mit einem „perfekt“ modellierten Moog- oder sonstigen Vintage-Filter!
    Und dann wären da noch die Effekte: Neun Module pro Part, macht nach Adam Riese 72 gleichzeitig nutzbare Effekte. Dafür braucht’s ordentlich DSP-Power …

    Ganz ehrlich:
    64 Stimmen wären für mich bei den ansonsten gleichen Spezifikationen mehr als genug. Ich frage mich ohnehin, wie Access auf diese Herausforderung reagieren soll – kommt dann vielleicht demnächst ein T3 mit 256 Stimmen, Flux-Kompensator und Wasserkühlung?

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