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VANGELIS Interview 2016, Deutsche Version


Über Synthesizer, Kunst und die Zukunft

Vangelis aktuelles Studio in Paris

Vangelis aktuelles Studio in Paris

Peter:
Es gibt einige Alben wie Beaubourg, die damals – sagen wir mal – aus der klassischen Vangelis Welt ausgeschert sind. War das eine Rebellion, ein Experiment, eine Selbstfindung?

Vangelis:
Das Centre Pompidou [ein bekanntes Kunstmuseum in Paris, das wegen seines Aussehes von den Parisern auch „die Raffinerie“ bezeichnet wird. Anm.d.Red.] ist eine architektonische Monstrosität [in dem Stadtteil Beauborg, Anm.d.Red.] was wiederum zu einer musikalischen Monstrosität geführt hat. Ich habe dieses Projekt niemals wirklich ernst genommen und bin darauf auch ehrlich gesagt nicht besonders stolz. Am besten sprechen wir hier nicht weiter drüber.

Peter:
Die Begriffe VANGELIS und SYNTHESIZER sind heute fest miteinander verschmolzen, obwohl es auch eine Zeit vor den Synthesizern gab und Du heute bei manchen Werken mehr nach einem klassischen Orchester klingst, statt nach Synthesizern. Welche Rolle spielten Synthesizer für dich in Deiner Synthesizer-Hochphase und welche Rolle spielen sie heute?

Vangelis:
Während all den Jahren habe ich gesagt, dass die Musik die wichtigste Kraft des Universums ist und auch ihr Antrieb. Es ist für mich bemerkenswert, dass der frühzeitliche Mensch, der ums Überleben kämpfen musste, gleichzeitig die Zeit gefunden hat, die ersten Instrumente zu entwickeln. Aus einer gespannten Haut wurden Trommeln, ein paar Löcher in einem Bambusrohr wurden zur Flöte und ein paar gespannte Saiten wurden zur Harfe und so weiter. Ich betrachte dies [die Musikinstrumente bzw. Musik] nicht als überflüssigen Luxus für diese Menschen, sondern als ein Grundbedürfnis. Dies hat sich fortgesetzt bis in unsere heutige Zeit. All diese Instrumente bezeichnen wir als akustische oder natürliche Instrumente. Meine Frage hier ist, was ist mit dem Donner, dem Regen, dem Wind, dem Wald und dem Meer? Selbst unsere Körper oder die Erde sowie jeder andere Planet? Kommen diese Geräusche nicht von der Natur? Alles in der Natur ist ein Herzschlag, eine Welle und Vibration. Es ist nachweislich so, dass von jeder Quelle ein Klang ausgeht. Es langweilt mich, das Offensichtliche erklären zu müssen, denn ich sehe hier keinen Unterschied – wenn es überhaupt einen gibt – in der Art und Weise, wie wir Klang verwenden. Die Grundsatzdiskussion entsteht, wenn wir Elektrizität verwenden, um einen Klang zu generieren. Alle vorher erwähnten Instrumente werden im Allgemeinen als natürlich bezeichnet, während Synthesizer, weil sie Strom benötigen, um den Klang zu schaffen, als unnatürlich betrachtet werden. Was für ein Gedanke! Wer will mir weismachen, dass Elektrizität kein natürliches Element ist? Ich betrachte es als glücklichen Umstand, in einem Jahrhundert zu leben, wo Wissenschaft und Technologie mehr Möglichkeiten bieten, die Bedürfnisse der Musik zu erweitern. Ich halte es für einen großen Fehler, diese beiden Quellen zu differenzieren.

Peter:
Bitte lass mich doch nochmals zurück gehen in Deine Geschichte und nach diesem Moment fragen, als du erstmals die Faszination eines Synthesizers für dich erkannt hast.
Kannst du dich an diesen Moment noch erinnern?

Vangelis:
Es war um 1973-1974, als ich zum ersten Mal einige „KORG“ monophone Synthesizer erhielt und sofort das Gefühl hatte, dass sich eine neue Welt für mich auftut. Das ist etwas, was ich einen positiven Fortschritt bezeichne und nicht eine so unmenschliche Architektur wie das Beaubourg [das Centre de Pompidou Gebäude in Paris; Anm. d. Red].

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    Taschenmusik

    Ein toller Musiker, der auch als Mensch Wichtiges zu sagen hat. Etwas kurzes Interview, da möchte man gerne noch mehr über ihn erfahren.
    Vielleicht etwas ernüchternd für einige, dass er den Synthesizern keinen allzu großen Stellenwert einräumt, sondern mehr oder weniger als Mittel zum Zweck benutzt.

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    Filterspiel AHU

    Kann mich hier nur anschließen, danke für das Interview. Aber welcher Synth war denn nun sein allererster?

    Allen Lesern und dem Amazona-Team frohe Feiertage!

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      pppch

      His first electric instrument was a Hammond B3 organ, while first synthesizer a Korg 700 monophonic

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      iggy_pop AHU

      „It was a small Korg, very humble.“
      Gemeint war der 700S, den er später mit dem 800DV ergänzte. Dazu gesellten sich noch ein Korg PE-1000, ein Elka Rhapsody 610, EKO Stradivarius, Ondioline (nicht „Audioline“ wie im Text geschrieben), Elka Tornado, Hohner Clavinet, Bandmaster Rhythm Machine, mehrere Binson Echorecs, und fertig war „Heaven and Hell“.

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        Dirk Matten RED

        … Ondioline (nicht „Audioline“ …)
        Vielen Dank für den kompetenten Hinweis. Der Text wurde entsprechend geändert.

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    Marko Ettlich RED

    Es hat also doch noch geklappt! Super. Vangelis ist auch für mich einer der ganz großen Vorbilder. Eine lebende Legende. Ja Synthesizer sind für ihn „nur“ ein Werkzeug, aber er holt das Beste aus ihnen heraus und das hebt ihn von der Masse ab.

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      pppch

      dem kann ich mir nur anschliessen, heutzugage herrscht einfach zuviel hype und neid.

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    pppch

    evtl. noch interessant:

    Vangelis setzt(e) häufig den Synthesizer Yamaha CS-80 ein, der prägend in den Filmmusiken zu Blade Runner und Die Stunde des Siegers zu hören ist. Zeitweise waren acht Synthesizer dieses Typs in seinem Besitz (einige fürs Studio, einige für Konzerte, die restlichen als Ersatzteilquelle). Der damalige Kaufpreis eines CS-80 betrug etwa 7000 US-Dollar (heute ca. 27.300 US-Dollar).

    Neben den akustischen Konzertflügeln von Steinway & Sons und Imperial von Bösendorfer nachstehend eine Auswahl der von Vangelis benutzten elektronischen Instrumente:

    Fender Rhodes Stage 88 Electric Piano, Hammond B3 Organ, Hohner Clavinet, Korg 800DV, Korg Mini 700, Korg Poly Ensemble, Roland SH3A, Roland SH1000, Roland System 100, ARP 2600 modular, Korg PSS-3300, Moog Minimoog, Moog Satellite, Oberheim 4-Voice, Oberheim 8-Voice, Roland Jupiter 4, Sequential Circuits Prophet 5, Sequential Circuits Prophet 10, Yamaha CP80 Electric Grand, Yamaha CS40M, Yamaha GS1 FM synth, Korg Poly 800, Roland D50, Roland Juno 106, Roland Jupiter 6, Roland MKS20, Roland MKS70, Roland MKS80 Super Jupiter, Roland VP-330 Vocoder Plus, Sequential Prophet VS module, Yamaha DX7, Yamaha DX7II FD, Elka Rhapsody 610.

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    Kyotonic AHU

    Hat er das Interview gegengelesen? :)
    Vangelis war irgendwie immer da. Vieles habe ich verdrängt wie Albedo und Spiral, ABER!!!! Wenn ich Bladerunner die ersten 5 Minuten mir anschaue, dann weiß ich, das ist es! Die absolute Einheit von Film und Musik, mit einer Stimmung der man sich ergeben muss und die immer stärker wird, je älter man wird. Eine wahre Prophezeiung der Neuzeit. Ich bekomme Gänsehaut…..

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      Tyrell RED

      Oh ja – und zwar nicht nur er, sondern auch ein enger Vertrauter von ihm. Es wurde GENAU darauf geachtet, dass sein Wortlaut nicht verbessert oder umgestelt wurde.

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        Kyotonic AHU

        Hab es mir fast gedacht weil einiges doch sehr konstruiert klingt. Ist halt eine Diva aber er kann sich das auch erlauben. Manchmal wird es nur ein bischen too much wenn er an seiner Außenwirkung und freigeistlichen Message feilt. Für mich ist er vom künstlerischen Werk her unschätzbar aber von der Person her widersprüchlich. Er ist wohl in seiner Kunstfigur „Vangelis“ aufgegangen. Darf ihn überhaupt noch einer Evangelos nennen?

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      moogist

      Als der Film Ende 1981 in die Kinos kam, war ich 18 und total beeindruckt. Damals war ich von der Story mit ihrem philosophischen Gehalt sowie der Synthese von Bildern und Musik unglaublich beeindruckt. Heute, 35 Jahre später, kann ich den Film kaum noch sehen, die Musik hingegen höre ich immer noch sehr, sehr gerne! Sie ist so stark, dass ich den Film dazu eigentlich nicht mehr brauche.

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        Wellenstrom AHU

        Zu den Bildern, die Teil der Synthese sind noch was Interessantes.

        Die visuelle Inspiration für diesen Film kommt aus einem Comic. Geschrieben und gezeichnet von Dan O’Bannon (der auch die Vorlage und das Drehbuch für „Alien“ schrieb) und Moebius, bekannt für diverse Western und Sci-Fi Comics (zeitweise auch für Marvels „Silver Surfer“ verantwortlich).
        Auch Moebius war Teil des „Alien“ Teams (gestaltete u.a. die Raumanzüge).
        Die Geschichte und die Zeichnungen, die Scott zu „Blade Runner“(und vermutlich auch andere) inspirierte, ist diese hier:
        https://www.youtube.com/watch?v=zXQbuqQ3wU0

        The long tomorrow (’75 geschrieben, ’76 im französischen Comicmagazin „Metal Hurlant“ veröffentlicht. Später im angelsächsischen Ableger „Heavy Metal“)

        Dan O’Bannon spielte übrigens in einem meiner Lieblingsfilme (auch hier schrieb er mit am Drehbuch, war dort u.a. nebenher für Schnitt und auch z.T. für die Technik verantwortlich) einen meiner Lieblingscharaktere.

        https://www.youtube.com/watch?v=dSgmYWaQbR8

        Sgt. Pinback

        Zeichnungen von Moebius: https://www.youtube.com/watch?v=CiNsc2UjoqI

        M.E. wären Ridley Scott (Sci Fi) Filme um einiges besser geworden, wenn er dieses Team (wie auch Giger) immer um sich herum gehabt hätte.

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          moogist

          Na ja, welcher Ridley Scott SF-Film – außer vielleicht „Prometheus“ – hätte denn noch verbessert werden können? Und weiter: Die Ästhetiken von Möbius – den ich ich noch als Jean Giraud, den Zeichner von „Lieutnant Blueberry“, kenne – und H.R. Giger unterscheiden sich sehr voneinander. Künstler von diesem Rang in EINEM Team unter der Führung von Scott, der als kreativer Diktator bekannt ist? Das kann ich mir kaum vorstellen. Nun, leider sind beide (Möbius und Giger) schon seit Jahren tot.
          Das Thema „Der Einfluß des Comic auf den zeitgenössischen SF-Film“ ist indes ein hochinteressantes: Was wären z.B. „Star Wars“ und „Das 5. Element“ ohne die Kreationen von Mérzières und Christin („Valerian und Veronique“)?

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            Wellenstrom AHU

            Auch Dan O‘ Bannon ist tot übrigens.

            Unterschiede in Stil und Ausführung bedeuten lange nicht, dass da nix Fruchtbares zustande kommen könnte.
            Für „Alien“ haben ja beide – Giger und Moebius – gewerkelt.

            Giger und Sci-Fi setzte ich bewusst in Klammern. Giger geht ausschließlich für Sci-Fi.
            Bannon und Moebius (Giraud) als Gespann (Drehbuch & visuelle Gestaltung) hätten vermutlich auch in anderen Genres funktioniert (die Historienfilme z.B.). Wie Comicartists in solche Genres Leben bringen, sieht man gut an Snyders Film „300“ nach Comicvorlage.

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          krautkopf

          wow, danke für die Infos über Dan O’Bannon!
          Ich liebe Blade Runner (Musik UND Film) und Dark Star!

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      gido

      Yes! Genau daran dachte ich auch gerade. Die Musik untermalt die Bilder, beschreibt sie, erfüllt und verstärkt sie und … Seufz … das gilt für den ganzen Film, den ganzen Soundtrack … Symbiose.

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      gido

      Yes! Genau daran dachte ich auch gerade. Die Musik untermalt die Bilder, beschreibt sie, erfüllt und verstärkt sie und … Seufz … das gilt für den ganzen Film, den ganzen Soundtrack … Symbiose.

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    iggy_pop AHU

    Demis Roussos war übrigens ein Cousin von Vangelis.
    Das Album mit Irene Papas heißt „Rhapsodies“, „Rhapsody“ wäre der Elka String.
    Vangelis verließ 1967 Griechenland im Zuge des Militärputsches und zog nach Paris, weil es dort eine große griechische Exklave gab.

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    Synthfreak ••••

    Erst noch einmal ein großes Lob meinerseits, gepaart mit einer Nachfrage. Könntet ihr es nicht hinkriegen ein Interview mit Klaus Schulze zu führen? So für Heiligabend nächstes Jahr…

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      Tyrell RED

      Ich probiere das gerade, aber seine gesundheitliche Situation lässt es momentan nicht zu.

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    k.rausch RED

    Zitat: „Alles in der Natur ist ein Herzschlag, eine Welle und Vibration.“ Und genau das ist der Kern seiner Musik. Super Interview!

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    Marcus_Kiel

    Friedliche Weihnachten! Danke fuer das coolste deutsche Musik-Magazin!
    Lieber Peter, eine Frage: Konntest Du/ Ihr Vangelis persoenlich treffen? Wie war denn Euer persoenlicher Eindruck/ Eure Erwartungen / Euer Gefuehl? Es ist doch auch ein Erlebnis, was man sich persoenlich vorher ausmalt.
    Greetings marcus

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      Tyrell RED

      Danke für die Blumen. Auf Deine Frage: Leider nein. Wir hatten unseren Fuß bereits im Flieger nach Paris, da wurde das persönliche Treffen abgesagt. Daher lief das ganze Interview dann über Schriftverkehr. Nach wie vor ist aber ein persönliches Treffen mit dem Meister im neuen Jahr geplant. Mal sehen ob es was wird.

  12. Profilbild
    costello RED

    Den Blick hat der Meister leicht entrückt in die Ferne gerichtet, das Interview ist insgesamt sehr kontrolliert, so richtig mag er sich nicht öffnen. Als er über seine Begegnung mit André Kuipers spricht, taut er auf. Interessant, dass er „Beaubourg“ so negativ abtut. Ist jetzt keine Musik zum 2. Weihnachtsfeiertag, aber wer Ringmodulation in Aktion erleben will und etwas avantgardistischeren Klängen aufgeschlossen gegenüber steht, kann dem durchaus etwas abgewinnen. Ich persönlich finde zum Beispiel Rosetta jetzt nicht so berauschend. Da gibt es einige typische Vangelis-Stellen, und andere, die klingen wie Fahrstuhlmusik zur Weihnachtszeit. Danke für das Interview und den nicht ermüdenden Eifer, dass es überhaupt zu Stande kam. Ich finde auch die Interviewhaltung gut, was gar nicht so leicht ist, wenn man erklärtermaßen Vangelis-Fan ist. Ich finde Peter zeigt Respekt, biedert sich aber in keiner Weise an. Sehr schöne Weihnachtslektüre!

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      krautkopf

      gut formuliert Costello, empfinde ich auch (etwa) so.
      Rosetta läßt mich kalt…
      Vangelis weicht viel aus, bleibt zu allgemein.
      Und ich hoffe auf ein zweites, intensiveres Interview.

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        costello RED

        Hallo Krautkopf, drücken wir Peter mal die Daumen, dass es im neuen Jahr mit einem echten 1 zu 1-Interview mit Vangelis hinhaut. Dann kann er auch mal nachhaken, wenn eine Aussage zu schwammig bleibt. Ich denke niemand hier würde ein solches zweites Interview als Doublette empfinden.

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        iggy_pop AHU

        Sehr treffend bemerkt.
        Rosetta klingt wie lustlose Plansollerfüllung und Funktionsmusik aus einem Library-Album. Dabei und deshalb bleibt sie klanglich wie musikalisch ziemlich unverbindlich. Wie würden die Leute es finden, wenn statt „Vangelis“ Kalli Schranz als Urheber draufstünde? „Solide Amateurproduktion mit ein paar Längen“ oder so.
        Vangelis hatte nie Lust, sich in den Medien über sich und seine Arbeit zu äußern, und im Ernst: Was soll er den Leuten nach über 50 Jahren im Business noch erzählen bzw. möchte noch irgendjemand irgendwelche Benzingespräche hören? ICh glaube nicht, daß der Mann besonders technikaffin ist und seine Begeisterung für das Instrument über das hinausgeht, was der Synthesizer immer für ihn darstellte: Eine Erweiterung seiner klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten. Kein Kultobjekt, kein „Was war das damals noch toll, als wir noch kein MIDI hatten und alles von Hand spielen mußten“ oder dergleichen.
        Daß der CS80 sein Lieblingsinstrument ist und toll klingt… wissen doch eh schon alle.
        „Beaubourg“ zeigt mal die andere Facette dieses Instruments, abseits von Fanfaren und Blade Runner und dergleichen.

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    moogist

    Vielen Dank, Peter, für dieses tolle Interview mit dem wohl größten Synthesizer-Musiker aller Zeiten! Du hast definitiv die richtigen Fragen gestellt, Vangelis‘ Antworten waren und sind aber oft allgemein und unspezifisch: So zur Frage nach der Unterscheidung zwischen „Synthesizer-“ und „Orchester-“ orientierten Alben. Eine darin anschließende Frage hätte „analog oder digital?“ lauten können, die wäre wahrscheinlich ähnlich allgemein beantwortet worden. Es freut mich aber anhand der aktuellen Fotos zu sehen, dass es dem Meister gut geht und er nach wie vor (an seinem CS80) aktiv ist!

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      k.rausch RED

      Vangelis Äußerungen ist zu entnehmen, dass seine Perspektive sich weniger mit Details wie Synthesizer vs. Orchester aufhält. Der Mann denkt ganz offensichtlich weitgehend inhaltsbezogen, d.h. es kommt stets auf diesen an. Instrumentarium ist daher Mittel zum Zweck, nicht mehr und nicht weniger. Das erklärt seine Herangehensweise zu Mythodea, deren Live Umsetzung entsprechend war. Der damalige Dirigent Blake Neely beschrieb dieses Event als einmaliges Erlebnis, was sicherlich auch an Vangelis‘ Custom Equipment liegt, das in Realtime zu bedienen ist. Sein Kommentar zur Entstehung Blade Runner spricht Bände genau in dieser Richtung. Vielleicht kommt er ein bisschen zugeknöpft rüber, aber die Antworten haben zwischen den Zeilen eine Menge Inhalt. Siehe die Beschreibung seiner Arbeit mit Jon Anderson. Das ist genau genommen Hose runtergelassen, im positiven Sinn :)

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    klingend

    Ich finde das Vangelis-Interview gut. Kurz und knapp – wunderbar! Ich denke man interpretiert viel zu viel in die Sache hinein. Letztendlich war es die Zeit, sein Spirit zu der Zeit und natürlich sein Talent, das daraus diese tollen Alben entstehen konnten.

    Der Yamaha CS80 war einfach auch sehr teuer. Aber gut – ein hochwertiges akustisches Instrument kann auch sehr teuer sein. Aber das war wahrscheinlilch das definitive Ausschlusskriterium, weshalb die wenigsten damit experimentieren konnten.

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    aszent

    Mich würde mal interessieren welche Gerätschaften Vangelis in dem YT-Video verwendet, die mehrfach zu sehen sind und deren „Displays“ mechanisch umschalten.

  17. Profilbild
    polyaural ••••

    Ich wüsste gar nicht was ich Vangelis fragen sollte. Ich würde wahrscheinlich die ganze Zeit nur erzählen wie toll ich sein Werk finde. Auch wenn das Interview nur wenig fruchtbar war, so gibt es einen (Ab-) Satz den ich sehr bemerkenswert finde.
    .
    „Alles in der Natur ist ein Herzschlag, eine Welle und Vibration. Es ist nachweislich so, dass von jeder Quelle ein Klang ausgeht.“
    .
    In diesem Absatz ist er ein wenig aus sich heraus gekommen. Und das auf eine Weise die tief blicken lässt. Vangelis hat mir gezeigt, das Synthesizer nicht das Gegenteil von Naturgeräuschen, bzw. nicht-elektrischen Instrumenten sein muss. Vangelis hat immer Klänge gefunden hat, die den Synthesizer dahinter vergessen lassen. Es sind „natürliche“ Klänge, die wir einfach nur noch nie gehört haben. Während alle anderen immer nur den Synthesizer benutzten.
    .
    Vangelis hat mir klar gemacht, dass ein Synthesizer auch ein Instrument sein kann (bzw. soll). Er ruft nicht einfach bisher ungehörte Klänge ab und spielt Noten damit. Er spielt mit dem Klang, so wie ein Gittarist mit dem Klang spielt. Oder ein Cellist, ein Flötist, Trompeter …
    .
    Allerdings komme ich mit allem seit „1492“ nicht mehr klar. Ist nicht mehr meine Welt. Ich muss dann immer „Direct“ auflegen, oder „Spiral“, dann kann ich seine Ausrutscher wieder vergessen. Und sogar verzeihen.

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