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Vergleichs-Test: Pioneer DJM-S11 vs. RANE Seventy Two MKII

5. August 2021

Kampf der Titanen: Wer hat den besten Battle-Mixer?

Pioneer DJM-S11 vs. Rane Seventy-Two MKII

RANE Seventy-Two MKII vs. Pioneer DJM-S11

Pioneer DJM-S11 vs. RANE Seventy Two MKII: Welcher Battle-Mixer ist jetzt der Bessere? Soll ich mir den Pioneer DJM-S11 kaufen oder doch lieber den RANE Seventy Two MKII? Diese Fragen wurden mir schon sehr häufig gestellt. Die richtige Antwort zu geben ist keine leichte Aufgabe, denn es kommt immer drauf an, was die persönlichen Vorlieben sind. Was muss ein Battle-Mixer für mich mit sich bringen? Welcher Mixer ermöglicht mir die beste Performance und welcher Mixer hat die nützlichsten Features für meinen Stil? Bei welchem Mixer ist der Workflow am einfachsten und welcher Mixer hat eine tadellose Verarbeitung? Beide Mixer wurden hier bereits vorgestellt und ausführlich getestet. Nun schicken wir die zwei Giganten in den Ring und lassen sie im Duell gegeneinander antreten. Let´s Get Ready To Rumble!!

Pioneer DJM S-11 vs. RANE Seventy Two MKII

Pioneer DJM S-11 vs. RANE Seventy Two MKII

Anschlüsse der DJ-Mixer

Von den Anschlüssen sind die beiden Battle Mixer nahezu identisch. Hier sticht keiner groß heraus, Club- und Bühnen-reif sind beide Battle-Mixer. Das Master-Signal senden beide per XLR und/oder Cinch raus. Booth-Out wird bei beiden per Klinke (6,35mm) gesendet. Das Audiointerface (48 kHz / 32-bit) in beiden Mixern bietet je zwei USB-Inputs, um den back-to-back Wechsel zwischen zwei DJs zu ermöglichen.

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Die Anschlüsse vom RANE Seventy Two MKII

Zusätzlich zu den Cinch Anschlüssen für die Phono- und Line-Eingänge besitzen beide DJ-Mixer ebenfalls zwei USB-Anschlüsse für CDJs oder andere Controller wie z.B. RANE Twelve oder Phase. Für die MCs gibt es für das Mikrofon zwei Anschlussmöglichkeiten, beide Mixer bieten die Wahl zwischen XLR oder Klinke. Hat denn keiner von den beiden etwas, was der andere nicht hat?
Doch, und dazu kommen wir jetzt.

Die Anschlüsse beim Pioneer DJM-S11

Die Anschlüsse beim Pioneer DJM-S11

Der DJM-S11 geht mit „nur“ einem Mikrofon-Anschluss ins Rennen. Der RANE Seventy Two MKII stellt zwei Mikrofon-Eingänge zu Verfügung; diese sind separat von einander steuerbar. Außerdem hat der RANE Seventy Two MKII auch zwei AUX-In-Anschlüsse, die über die beiden Decks gesteuert werden. Damit haben wir vollen Zugriff auf die EQs und Effekte für unseren AUX-Signal im RANE Seventy Two MKII. Der DJM-S11 hat nur einen AUX-In, und dieser lässt sich nicht auf einen Deck legen. Zu guter Letzt gibt es doch noch eines, was der Gegner gar nicht hat, nämlich den „Session-In“-Anschluss beim RANE Battle Mixer. Hiermit haben wir noch einen Audio-Eingang zusätzlich. Ich z.B. benutze diesen Anschluss in meiner DJ-Schule, um das Signal von meinem dritten DJ-Set zu empfangen.
Ding! Ding! Erste Runde geht an den RANE Seventy Two MKII.

Front: Vorderseite der Battle-Mixer

Nehmen wir uns jetzt mal die Frontseite zur Brust. Auch hier gibt es keine weltbewegenden Unterschiede zwischen den beiden Rivalen. Über die Vorderseite lassen sich alle drei Fader justieren. Es sind drei Hamster Switch-Schalter und Fader Curven-Regler je Mixer vorhanden. Der Widerstand vom Crossfader lässt sich bei beiden Mixern stufenlos einstellen. Die Kopfhörer können über einen 6,3 mm und einen 3,5 mm Klinkenanschluss angeschlossen werden. Und wer hat in der Front die Nase vorn? Schauen wir uns zunächst einmal die Mikrofon Bedienelemente an.

Front des Pioneer DJM-S11

Bei dem Pioneer DJM-S11 sind sämtliche Mic-Regler auf der Vorderseite des Mixers. Wie bereits erwähnt, hat der RANE Mixer zwei Mikrofonanschlüsse; Mic 1 wird auf der Oberseite des Mixers gesteuert, was ich persönlich für übersichtlicher halte. Mic 2 wird bei dem RANE Battle Mixer über der Frontseite reguliert. Des Weiteren hat der RANE Mixer einen „Footswitch“-Anschluss und einen „Deck Swap“ Kippschalter. Diese hat der DJM-S11 nicht im Repertoire.

Front vom RANE Seventy Two MKII

Die Regler beim RANE Mixer lassen sich beinahe widerstandslos drehen. Das Problem hierbei ist, dass ich beim Mixen/Scratchen dauernd gegen den Regler der Crossfader-Kurve komme und diesen unabsichtlich verstelle. Da reicht es auch schon, wenn man mit dem T-Shirt gegen kommt. Damit mir dies nicht mehr passiert, habe ich im Test (und bei meinem RANE Seventy) den Poti für die Crossfader-Kurve entfernt. Beim S11 sind die Front-Regler kürzer und fester. Eine unbewusste Veränderung der Poti-Position ist ausgeschlossen.

Da weder Footswitch noch Deck Swap für meine Performance relevant sind, geht der Punkt, dank der besseren Regler-Haptik, an den Pioneer DJM-S11.

Das Display-Battle – wer hat die bessere Übersicht?

Verschaffen wir uns mal einen Touchscreen-Überblick der beiden Wettbewerber. Das 4,3 Zoll Farb-Display ist ohne Zweifel das Hauptmerkmal der beiden Kolosse. Alle Mixer-Settings wie z.B. Fader Cut-In oder LED-Helligkeit werden über das Display eingestellt. Zudem bieten beide Displays nützliche Grundfunktionen, wie zum Beispiel die Darstellung der Waveform oder das Anzeigen der Library. Welcher Hersteller bindet Serato DJ Pro besser ein und kann das Display-Game für sich entscheiden? Die Antwort gibt es von mir vorweg: Pioneer schlägt RANE in dieser Kategorie.

Ich werde natürlich auch sagen, warum ich das so sehe, und ich denke, am Ende werden viele von Euch mit mir einer Meinung sein. Um es verständlich zu erläutern, hier eine Auflistung der Display Modi im DJM-S11 mit kurzer Erklärung der Funktion:

  • Browse: hier sehen wir unsere Crates und Tracks auf dem Display
  • FX Settings: zeigt den FX-Bildschirm an
  • Touch MIDI: pro Deck haben wir 4 Bänke mit je 4 voreingestellten MIDI-Funktionen
  • Touch FX: X-Y-Touchpad-Effekt-Funktion über den Touchscreen
  • DECK 3: Steuerbildschirm und Modus Auswahl für Deck 3
    Steuerbildschirm = Wellenanzeige, Cue 1, Stop-Start, Loop, Browse und Mute
    Modus Auswahl = Simple Mode, Mash Up + Dual Mode, Hot Cue Mode und Mixer Mode
  • DECK 4: : Steuerbildschirm und Modus Auswahl für Deck 4
    Steuerbildschirm = Wellenanzeige, Cue 1, Stop-Start, Loop, Browse und Mute
    Modus Auswahl = Simple Mode, Mash Up + Dual Mode, Hot Cue Mode und Mixer Mode
  • Waveform: zeigt neben der Wellenform auch die Deck-BPM, Effekt + Effekt-BPM, Sync und Key auf dem Display an

Anschließend die Auflistung der Display Modi vom RANE Seventy Two MKII

  • Waveform: zeigt neben der Wellenform auch die Deck-BPM, Sync, die verbleibende Zeit je Deck und Key auf dem Display an
  • Bibliothek: hier sehen wir unsere Crates und Tracks auf dem Display
  • Effekte: steuern und einstellen der Effekte über den Touchscreen
  • Touch FX: X-Y-Touchpad-Effekt-Funktion über den Touchscreen

Wie anhand der Auflistung zu erkennen ist, hat der Pioneer hier mehr zu bieten. Im Waveform Modus sehen wir mit einem Blick auf das Display, welcher Effekt ausgewählt ist, ohne den Modus wechseln zu müssen. Die Möglichkeit, Deck 3 und Deck 4 in der DJ-Software zu steuern, ist einfach Weltklasse. Dazu kommt noch, wie sagenhaft und umfangreich Pioneer die Steuerung von Deck 3 und 4 gestaltet hat. Was das genau auf sich hat, erkläre ich gerne anhand eines Beispiels:

Track A spielt auf Deck 1 (linker Plattenspieler), nun kann ich Track A auf Deck 4 verschieben, Track A läuft nun im internen Modus weiter und somit ist Deck 1 frei. Das funktioniert ebenso mit Deck 2: ich verschiebe Track B von Deck 2 auf Deck 3. Jetzt laufen die beiden Tracks (A und B) im internen Modus auf Deck 4 und Deck 3. Das Verschieben der Tracks wird über den Touchscreen (Move Deck) gesteuert. Über das Display habe ich die volle Kontrolle der beiden Tracks und Decks. Meine beiden Turntables (Deck 1 und 2) sind frei und einsatzbereit. Jetzt könnte ich theoretisch Track C auf Deck 1 bzw. Track D auf Deck 2 laden und diese mit Track A und Track B mischen. Der Kreativität sind absolut keine Grenzen gesetzt.

Mashups und Remixe können somit in Echtzeit beim Auflegen erstellt werden. Dank der Sync-Funktion bleibt das Ganze auch immer on-beat. Im Dual-Mode wird das Ganze noch komplexer: hier können wir auch noch eine Dual-Steuerung aktivieren.

Das bedeutet: Deck 1 (Plattenspieler) und Deck 3 (Intern-Mode) werden aneinander gebunden und können somit beide gleichzeitig über die Control-Vinyl gesteuert werden. Halte ich nun die Platte auf Deck 1 an, stoppt auch die Musik auf Deck 3. Mache ich einen Backspin auf Deck 1, wird meine Plattenbewegung in der DJ-Software auch auf Deck 3 übertragen und zurückgespult. Eine wirklich komplexe Automatisierung, die der Kreativität keine Grenzen setzen kann – und damit geht der Punkt an den DJM-S11.

DJ-Effekte und ihre Bedienung

Beide DJ-Mixer / Battle-Mixer bieten uns eine Vielzahl an DJ-Effekten. Die Auswahlmöglichkeiten sind bei beiden Rivalen schier endlos. Von den Grundfunktionen her nehmen sich die beiden auch hier nicht viel. Im Detail könnte sich da aber etwas ergeben. Schauen wir uns mal an, wer das Konzept besser umgesetzt hat.

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Die Effekte im RANE Seventy Two MKII scheinen zwar umfangreicher zu sein, sind aber zugleich ein wenig komplizierter in der Bedienung. Die unglaublich vielen Effekt-Einstellungen könnten bei dem einen oder anderen für große Verwirrung sorgen. Manchmal ist weniger mehr, und dadurch ist dann auch einiges einfacher.

Der RANE Mixer hat für jeden Kanal unabhängige Effekt-BPM-Zähler. Klingt eigentlich nicht schlecht, denn beim Mixing bringen wir die beiden Decks ja ohnehin beim Beatmatching auf die gleiche BPM. Aber das hat auch einen kleinen Nachteil: Was ist, wenn ich auf Deck 2 ein Instrumental mit 100 BPM laufen habe und auf Deck 1 ein Scratch Sample mit 70 BPM? Wenn ich jetzt einen Echo auf meine Cuts legen will, sendet die DJ-Software einen 70 BPM Echo auf einen 100 BPM Beat. Nun muss ich die BPM von Deck 2 entweder mit der „TAP“-Taste auf 100 BPM tippen oder die BPM von meinem Scratch Sample in der DJ-Software manuell auf 100 einstellen. Bei jeder BPM-Abweichung zwischen dem Beat und meinem Sample muss dies manuell eingestellt werden, und das immer wieder aufs Neue. Das ist zusätzliche Arbeit, die mir kostbare Zeit bei der Performance raubt.
Der DJM-S11 hat einen Effekt-BPM-Zähler. Dieser errechnet automatisch die BPM vom durchgehend laufendem Deck. Hier muss nichts umgestellt oder manuell getippt werden. Außerdem gibt es im DJM-S11 per Knopfdruck den neuen „Smooth Echo“ Modus. Effektanteil und Beatlänge wird über das Display in den FX-Settings reguliert.

Das sind die 6 Bedienvorgänge (Multi-Select) für den „Smooth Echo“-Modus:

  • Cross Fader: Echo wird erst angewendet, wenn der Fader auf die gegenüberliegende Seite bewegt wird
  • Kanal Fader: Echo wird angewendet, wenn der Ton des Kanals stummgeschaltet wird
  • Hot Cue: Echo wird erst angewendet, wenn ein Hot Cue getriggert wird
  • Gate Cue: Echo wird erst angewendet, wenn der Sound durch Loslassen der Performance Pads im Gate-Cue Modus stummgeschaltet wird
  • Silent Cue: Echo wird erst angewendet, wenn ein Silent Cue ausgelöst wird
  • Load: Echo wird angewendet, wenn ein Track auf ein Deck geladen wird

Einfache Effekt-Bedienung und Smooth Echo sichern Pioneer DJ und dem DJM-S11 den nächsten Punkt.

Bedienelemente und Haptik der Kontrahenten

Auf den ersten Blick sieht der Pioneer DJ DJM-S11 übersichtlicher aus. Der RANE Senvety-Two MKII  macht einen leicht überladenen Eindruck. Zwar sind bei beiden Mixern die Potis und Tasten sehr leserlich beschriftet, allerdings sind beim DJM-S11 einige Schriftzüge nicht auf der Faceplate, sondern auf der dazugehörigen Taste selbst. Dadurch haben wir eine teilweise beleuchtete Beschriftung bei dem DJM-S11. Ist in dunklen Umgebungen, wie z.B. im Club, natürlich ein enormer Vorteil. Einen weiteren Unterschied gibt es bei den Modi-Auswahl-Tasten. Beim DJM-S11 sind es Hartplastik-Tasten. Hier gefallen mir die Tasten des Seventy Two MKII besser. Der RANE Mixer hat Gummi-Pads, ähnlich wie die der Performance Pads. Beide Mixer unterstützen die Multi-Pad Steuerung; so können wir z.B. in Kanal 1 in den Hot-Cue-Mode und in Kanal 2 in den Sampler-Mode versetzen.

Links S11 Pads vs. rechts die RANE Pads

Was die Haptik der Tasten und Drehregler angeht, merkt man kaum einen Unterschied zwischen den Giganten. Die EQs verfügen über eine einrastende Nullstellung und der Widerstand beim drehen der Potis ist optimal. Was mir persönlich beim Rane Mixer nicht so gut gefällt, ist der „Load/Scroll“-Encoder. Für meinen Geschmack ist der „Load/Scroll“-Encoder etwas zu schmal und zu dicht am Parameter-Regler.

Verarbeitung, Pioneer DJ vs. RANE

Es ist kein Geheimnis, das RANE viel Wert auf hochwertige Verarbeitung legt und hierfür auch einen ausgezeichneten Ruf genießt. Das Gehäuse des RANE Seventy Two MKII besteht aus strapazierfähigem Stahlblech und wirkt solide wie ein Panzer. Dank der erstklassigen Pulverbeschichtung werden Gebrauchsspuren kaum sichtbar. Vor allem im Bereich des Crossfaders ist die Beschichtung viel wert. Wir kennen die Kratzer bei den meisten Battle-Mixern; um den Fader herum entstehen dann die typischen „Scratch“-Kratzer. Diese Sorgen hat RANE bei keinem seiner Produkte. Sieht erstens gut aus und steigert dadurch auch den Wiederverkaufswert.

Der RANE Seventy Two MKII in der Praxis

Das sieht beim Pioneer DJM-S11 leider ein wenig anders aus. Die allgemeine Verarbeitung ist auch hier solide und optisch macht der Mixer auch einiges her. Allerdings wurde hier für das Gehäuse viel Kunststoff verwendet und die Lackierung der Faceplate wird nicht immer frei von Kratzern bleiben. Die meisten DJs, die ich kenne, haben einen Skin für ihre Pioneer Geräte, um den Lack auf der Faceplate zu schützen. Das Feedback spiegelt sich auch von vielen Usern auf den Pioneer DJ-Foren wieder. Hier schwächelt der Marktfürer schon seit langem, wenn man sich mal die DJ-Mixer in Clubs anschaut. Zusammen mit Schweiß und Fluid-Resten, mit Asche und Staub, hinterlassen  die Faderbewegungen an jedem Mixer deutliche Spuren.

Der Pioneer DJM-S11 in der Praxis

Ansonsten auffällig sind noch die unterschiedlichen Effekt-Schaltwippen. Die Effekt-Wippen im Rane Mixer haben eine Aluminiumlegierung und fühlen sich um ein Weites besser an als die Wippen der Pioneer DJ Kontrahenten. Der Widerstand ist schön fest, aber nicht zu fest, um diese angenehm zu triggern. Die Wippen selbst sind sehr solide und fühlen sich bei der Handhabung fantastisch an. Im Pioneer DJM-S11 sind leider billig wirkende Plastik-Kippschalter verbaut. Die Schaltwippen lassen sich mit sehr wenig Widerstand kippen und fühlen sich innen hohl an. Das hätte Pioneer DJ definitiv besser lösen können, gerade bei einem solchen Effekt-Tool.

Damit geht der Punkt an den RANE Seventy Two MKII.

Fader: MAGVEL vs. MAG FOUR

Beide Hersteller versprechen einen sensationellen Fader für die Turntablism Community. Dieses Versprechen haben sie sogar übertroffen. Beide Fader sind nahezu perfekt in der Performance. Aber manchmal ist es nur eine Nuance, die für den DJ den Unterschied macht.

Fader-Bereich vom Pioneer DJM-S11

Im RANE Mixer sind drei hochwertige MAGFOUR-Fader verbaut. Kurve und Cut-In sind einstellbar. Der DJM-S11 bietet leider unterschiedliche Line- und Crossfader. Auch hier sind Curve und Cut-In einstellbar. Der MAGVEL-Fader im DJM-S11 fühlt sich vom Gewicht her etwas leichter an als der MAGFOUR-Fader im RANE Mixer. Auch bei niedrigster Tension bzw. Feel Adjust lässt sich der RANE-Fader im direkten Vergleich etwas schwerer führen.

MAGFOUR Fader vom RANE Seventy TWO MKII

Die Cut-In Zeit beim Pioneer DJM-S11-Fader lässt sich kürzer einstellen als beim RANE-Fader. Zugegeben, beim DJM-S11 ist die kürzeste Cut-In echt viel zu kurz. Der öffnet mir den Kanal gefühlt schon bei 0,1mm. Hingegen hätte RANE ruhig einen kürzeren Cut-In ermöglichen können, denn einen späteren Cut-In kann man dann ja immer noch einstellen. Auch sehr wichtig für viele: Wie laut klappert der Fader? Der RANE-Fader klappert beim cutten etwas lauter als der MAGVEL-Fader. Der Pioneer Fader hat außerdem noch drei weitere Fader-Bumper (weich, mittel, hart) unter der Faceplate. Ein weiterer Punkt für den Pioneer DJM-S11.

Endstand RANE vs. Pioneer DJ: 2:5

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Fazit

Mein Gewinner in diesem Duell der Giganten ist der Pioneer DJM-S11. Für mich ist der MAGVEL-Fader und der Display-Zugriff auf Deck 3 und Deck 4 ausschlaggebend. Die „Smooth Echo“-Funktion finde ich persönlich super cool und möchte sie auch nicht mehr missen. Im Grunde genommen zählen die beiden Rivalen absolut berechtigt zu den besten Battle-Mixern auf dem Markt. Es sind die feinen Unterschiede, die dazu führen, sich für den einen bzw. gegen den anderen zu entscheiden.

Der Pioneer DJM-S11 bietet mehr Einsatzmöglichkeiten für das Display. Dafür hinkt der DJM-S11 teilweise bei der Verarbeitung hinterher, das betrifft vor allem die Effekt-Wippen und die Lackierung. Der RANE Mixer besitzt drei identische Fader als Line- und Crossfader. Der MAGVEL Fader im S11 lässt sich hingegen schärfer stellen. Der RANE bietet eine unglaublich breite Effekt-Palette, die Effekte beim S11 lassen sind allerdings leichter zu handhaben. Die Kopfhörer-Cue Steuerung wird bei dem S11 mit einem kleinen Fader ausgewählt. Im RANE Seventy Two MKII hat jeder Kanal eine Kopfhörer-Cue-Taste.

Wie bereits erwähnt sind es nur kleine Nuancen, die den Unterschied machen. Am Ende des Tages geht es um die individuellen Vorlieben eines Künstlers. Wer sich zwischen dem RANE und Pioneer Mixer nicht entscheiden kann, sollte sich durchaus überlegen, welche Feinheiten für die eigene Performance bedeutsamer sind.

Preis

  • Pioneer DJM-S11: 1999,- Euro
  • Rane Seventy-Two MKII: 1918,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    zirkuskind  

    Der Pioneer gewinnt? Erstaunter ungläubiger Blick…. Eigentlich erwarte ich eine Behringer-artige Debatte wie frech es bitte von Pioneer ist den Aufbau, das Design und überhaupt das Konzept zu klauen. Was dann aber teurer als das Original ist. Sowas traut sich nichtmal Behringer.
    Auch wage ich die These, dass der Pioneer-mixer in ein paar Jahren runtergerockt ist, die Fader und Potis langsam lavede werden, und die Schrift auf den Buttons leiden wird.

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Ich werfe dazu mal folgendes ein, als Hintergrund-Info: Pioneer DJ plant seine Produkte im Rahmen von mind. 2-4 Jahren im Voraus. Mit dem weiteren Hintergrund des Wechsels der Personalie von Rik Parkinson, vormals 15 Jahre als führender Produkt-Entwickler bei Pioneer DJ bis 2019, danach gewechselt zu inMusic, also auch Denon DJ / RANE als neuer strategischer Produkt-Entwickler, kann man mal die Frage in den Raum werfen, wie viel Know-How über kommende Produkte mit diesem Wechsel mitgegangen sind zu einem Unternehmen, welches schneller auf den Markt bringt / weniger weit vorauplant als Pioneer DJ. Möglich, und ich sage möglich obwohl ich es für wahrscheinlich halte, dass einige der Ideen von Pioneer DJ für die Zukunft dann doch in einem Rane Mixer Platz gefunden haben, bevor Pioneer DJ sein Produkt veröffentlicht hat.

      Aufbau, ja gut, Rane hatte mit dem Sixty-Two/Four schon einen Mixer am Markt seit..2013? mit Tasten für Loops, Sampler etc.. Daran mag Pioner DJ sich ohne Frage orientiert haben, eine Kopie ist der S9 in meinen Augen jedoch nicht. Am Ende: Heute schauen die Mixer aus wie der S9, nicht mehr wie der Sixty-Two – Pioneer DJ hat es offenbar besser gemacht. Zum Thema Display in der Mitte. Da war Pioneer mit dem DJM-909 schon sehr weit vor Rane dabei…wo man dann auch schon wieder sagen könnte, Rane hat von Pioneer „geklaut“. Konkurrenz…belebt das Geschäft :)

      • Profilbild
        Johannes Bollmann  RED

        Ah jo…und bezüglich Abnutzung…ja, das wurde im Test ja auch angemerkt, die Oberflächen von Pioneer DJ Mixern bei Clubnutzung leiden leider definitiv mehr als die anderer Hersteller. Das ist leider wahr…

      • Profilbild
        zirkuskind  

        Interessante Hintergrund Info. Danke dafür.
        Zum Thema Konkurenz und Geschäft wird belebt: Es gibt bei Mediaplayern und Mixern gute Konkurenz, aber gerade bei Mediaplayern ist „Belebung“ das letzte was mir einfällt, wenn ich die Preispolitik von Pioneer betrachte. Und im Gegensatz zu einem 1210er sehe ich bei den Pioneer-Geräten keinen Grund, warum das irgendwie der quasi Clubstandard geworden ist bzw bleibt. Da befinden wir uns meiner Meinung nach in einer Sackgasse, unter der die Qualität der Geräte und damit auch die Finanzen von Clubs und Ausleihern leiden, und von der allein Pioneer und deren Gewinnmargen profitiert.

        • Profilbild
          Johannes Bollmann  RED

          Das stimmt leider – auf dem Player-Markt sind es bitter aus, aber zum Glück ist Denon DJ da und räumt das Feld von hinten auf. Das macht es spannend und wird es sicher auch in Zukunft spannend machen und auch den Preiskampf ankurbeln. Wobei ich da harte Kritik an der Preispolitik von Denon DJ üben müsste, denn Preis-Drops um 50% oder buy 2 get one free Kampagnen sprechen nicht unbedint für die Geräte bzw. deren Werterhalt. Und könnten Fragen zu den offenbar großen Margen aufwerfen…

  2. Profilbild
    Linus  AHU

    Wundert mich nicht, dass hier der Pioneer gewonnen hätten.
    Nach 20 Jahren, international als DJ tätig, bin ich in diversen Clubs immer wieder an einem Pioneer Gerät gestanden und bin nie enttäuscht worden.
    Zuverlässig bis zum Schluss 👍🏻👍🏻

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      True that. Pioneer DJ bringt vielleicht „später“ auf den Markt als andere…aber da kann ich zustimmen..nach hunderten von Gigs kann ich die Male, bei denen ein CDJ ausgesetzt hat…an einer halben Hand abzählen – ein DJM lief immer. Kleine, behebare / umgehbare Schäden an Einzelfunktionen mal ausgenommen…

      • Profilbild
        zirkuskind  

        Dann hattest du wohl Glück weil immer die Clubs oder Verleiher die Dinger ordentlich gewartet haben. Was auch ständig nötig ist bei denen. Als ein Beispiel, erst letztes Wochenende: Gig in Leipzig in einem Club, bei 2 von 3 CDJs Cue- und Playtaste im Eimer. Das ist die absolute Sollbruchstelle bei den Dingern. Und wenn du da mal reinguckst: Die sind auf leichten Platinen ohne Gegenstück oder Halterung. Obwohl klar ist, dass dies die meistgenutzten Tasten sind, die auch mal hektisch gedrückt werden. Wenn jemand Qualität liefern will, setzt der da quasi Militär-standard um. Klar, die Tasten und Co gibts für was weiß ich – 30 oder 40€ – , kannste oft reparieren. Punkt für Pioneer. Aber, das sollte erst gar nicht nötig sein, zumindest nicht in solchen kurzen Intervallen. Cue- und Playtaste, Jogwheel, USB Einschub, hat sich alles schon mitten im Spielen oder beim Ankommen als kaputt erwiesen. Und für den Preis, bei dem Anspruch „wir sind der Standard“, fehlt mir da auch jegliches Verständnis. Die Dinger sind voller Plastik, geben mir nicht das 1210er Feeling von „ich halte ewig, verlass dich auf mich“, kosten aber trotzdem 2000-3000€.
        Pioneer kann von mir aus gerne Sachen später rausbringen, wenn die dann „in gut“ sind, und nicht nur „in teuer“.

        • Profilbild
          Johannes Bollmann  RED

          Mehrere hunderte Male Glück halte ich für sehr unwahrscheinlich. Glück habe ich vielleicht dahin gehend, dass ich für viele Clubs die Geräte warte.
          Recht hast du mit Cue- und Play-Tasten. Diese gehen aber nicht deswegen kaputt, weil sie direkt auf einer Platine verlötet sind, sondern weil diese mehrere hundert Male pro Nacht gedrückt werden. Und auch, weil viele DJs nicht in der Lage sind diese sanft zu drücken, sondern darauf rumhauen als wären es Pads. Und da bin ich straight: Gegen Fehlbedienung muss der Hersteller nicht gegenan produzieren. Auch nicht gegen Drinks im Jog-Wheel. Spoiler: Es gibt klare Unterschiede in der Quantität und auch Kosten für Reparaturen zwischen Clubs. Klar erkennbar haben Clubs mit Techniker und einer guten Bühnen-Situation deutlich weniger Kosten für Reparaturen als Clubs, in denen jeder Hans und Franz selbst Geräte umherschiebt und keine Sau darauf achtet, was auf den 3 Floors über die Nacht passiert. Auch das ist nicht Schuld der Technik. Da es Clubs gibt, in denen CDJs bei teils bis zu 3 Einsatznächten pro Woche mehrere Jahre fehlerfrei, kann ich sagen: Ein Großteil der Schäden sind schlicht Nutzer-basiert. Besoffski XY der auf Tasten rumhämmert, Kippe in der Hand, Drink neben dem Player..sorry, unprofessionelles Verhalten beschädigt Technik -so ist das halt.

  3. Profilbild
    Tru-to-da-game

    Pioneer DS11 bestellt – DS11 kam mit schief eingebautem Poti für Bass in der 0-Stellung. Offensichtlich hat Pioneer-DJ Probleme in der Endkontrolle der Fertigung. Schade für Pioneer als Quasi-Standard und das in dieser Preisklasse , auf Youtube und auch im Pioneerforum mehren sich die Beschwerden über Abnutzung der Faceplate um die Fader auch beim S11 – war ja schon beim S9 ein Thema. Schade, daß Pioneer DJ hier die Userwünsche ignoriert hat. Die Bedienung selbst insbes. der Marvel hat echt Spaß gemacht. Das Pioneer-Produkt ging in der Konsequenz zurück und der Rane 72 MK II kam. Das Display fühlt sich hier weniger träge an als im Vergleich zum Pioneer S11. Klar gibt es hier keine 4 Decks und auch nicht die umfangreicheren FX. Als Mac User sichert mir die class-compliant-Kompatibilität vom Rane 72 MK II langfristig die Einsatzmöglichkeit – clever, während die Pioneer-User von der Treiberunterstützung des Herstellers über die Jahre abhängig sein werden. Die Hardwarequailität hier Plastik (Pioneer) dort Metall (Rane) hier 1 Marvel dort 3 MagFour, die FX-Hebel hier Plastik dort Aluminium ist beim Rane für den gleichen Preis definitiv (mindestens) eine Klasse besser. Rane lieferte auch noch Serato Control Vinyls und einiges mehr mit wo Pioneer geizt – warum ?

  4. Profilbild
    DJ Ronny  

    Danke für den Vergleich. Für mich ist rein theoretisch der Rane der Bessere.
    Da ich aber noch keinen der Geräte in der Hand hatte, ist das eine Wertung nur an Hand der Möglichkeiten, die du hier angeführtet hast.

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