Vergleichstest: Adam A7X, Eve Audio SC207, Genelec 8320A, KS Digital D60, Neumann KH120

KS Digital D60

KS Digital D60

KS Digital D60

Der leistungsmäßig stärkste Monitor im Test kommt aus dem Saarland von der Firma KS-Digital. Hier bekommt man nämlich satte 300W Leistung geboten, die sich zu gleichen Teilen auf die beiden PWM-Endstufen für den Hoch- und Tiefton aufteilen. Der D60 ist der legitime Nachfolger des beliebten C5. Mit ihm gemeinsam hat der D60 die koaxiale Anordnung der beiden Treiber. Dabei sitzt der Hochtöner zentral in einer Öffnung des Tiefmitteltöners und bildet mit ihm eine perfekte Punktschallquelle. Das bedeutet, dass alle Frequenzanteile stets aus der gleichen Richtung abgestrahlt werden, was die Stereoortung und Tiefenstaffelung im Vergleich zu herkömmlichen Konzepten verbessert.

Die Koaxial-Bauweise hat aber nicht nur Vorteile. Dadurch dass der Hochtöner im Zentrum des Tieftöners sitzt, wirkt der Tieftöner quasi als Waveguide für den Hochton. Da der Tieftöner sich selbst aber nach vorn und hinten bewegt, wird der Hochtonbereich moduliert. Es entsteht ein Doppler-Effekt, bei dem eine Schallwelle in ihrer Ausdehnung abwechselnd gestaucht und gedehnt wird. Wie beim vorbeifahrenden Krankenwagen ist das Resultat eine Verschiebung der Tonhöhe, die hier jedoch nur sehr gering ausgeprägt, aber dennoch hörbar ist.

Um dem entgegenzuwirken, besitzt der D60 von KS Digital nun ein feststehendes Hochtonhorn, was die Modulation des Hochtons durch den sich bewegenden Tieftöner vermeidet. Auch im Innern hat sich einiges getan. Während der C5 komplett analog aufgebaut ist, übernimmt die Entzerrung und Filterung im D60 nun ein DSP, der direkt an eine PWM-Endstufe angekoppelt ist. Damit hat die von KS patentierte FIRTEC-Entzerrung nun auch Einzug in die Koaxial-Linie des Herstellers gehalten. Diese ermöglicht neben den Bass- und Höhenfiltern auf der Front auch drei zusätzliche parametrische Filter, die aber nur über die optionale Fernbedienung RC-100 oder die FIR-Wlan Software eingestellt werden können.

Pegel, Bass und Höhen an der Front einstellbar

Pegel, Bass und Höhen an der Front einstellbar

Genelec 8320A GLM

Genelec 8320A

Genelec 8320A

Der kleinste Monitor im Test, der Genelec 8320A, kommt aus finnischen Landen und wiegt gerade einmal 3,2 kg. Schon im letzten Jahr hatte ich ihn im ausführlichen Amazona-Test als sehr gut befunden. Logischerweise besitzt er auch den kleinsten Tiemitteltontreiber im Testfeld, wobei es geradezu erstaunlich ist, wie gut ein so kleiner Monitor auch im Bassbereich spielen kann. Auffällig ist das komplett abgerundete Gehäuse aus Aluminium sowie das ausladende DCW-Waveguide. Dieses sorgt ähnlich wie beim Neumann KH120 für eine optimierte Abstrahlung des Hochtonbereiches in der Horizontalen, was einen breiten Sweetspot sowie einen verfärbungsfreien Raumklang zur Folge hat. Das Alleinstellungsmerkmal des Genelec 8320A ist die automatische Raumkorrektur per DSP, wofür aber das optionale GLM-Kit benötigt wird. Die GLM Software gibt es nun glücklicherweise auch für den Mac, was das Einmessen nun auch für Windows-Allergiker wie mich komfortabel macht. Das dafür benötigte Messmikrofon ist im GLM-Kit enthalten. Ohne das GLM-Kit ist keine Frequenzanpassung an den Raum möglich, weshalb ich es auch unbedingt empfehle.

Rückseite

Rückseite

Wie der Neumann KH120 kann auch der Genelec 8320A bündig an einer Halterung befestigt werden. Dazu gibt es zwei M6-Aufhängepunkte an der Rückseite und auch die Eingänge sind über einen Versatz nach unten ausgeführt, so dass keine Kabel im Weg sind. Zusätzlich kann der kleine Genelec-Monitor aber auch auf ein Mikrofon-Stativ geschraubt werden oder man stellt sie einfach per Iso-Pod auf den Tisch. Diese Genelec-eigene Entwicklung entkoppelt den Lautsprecher nicht nur vom Untergrund, sie macht auch eine Neigung nach oben möglich.

Forum
  1. Profilbild
    elektrock  AHU

    Hallo.

    Super Test.
    Mich würde auch noch interessieren wie sich die Dynaudio BM5 MK3 hier durchsetzt.
    Leider gibt es so gut wie keine Testberichte.
    Aber wie gesagt sehr guter Test und einer Kaufentscheidung sollte nichts mehr im Weg steh’n.
    Danke.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Die Dynaudios kenne ich noch vom Studium und von einem Kollegen. Ich denke die können da mithalten, wobei die Neumänner vom Sweetspot und Diffusfeld-Klang schon schwer zu schlagen sind, zumindest in der Preisklasse.

  2. Profilbild
    tenderboy  

    Ich hatte bei den kleineren Genelec (bis zu den 6″erln) immer das Prolem, dass die Mischungen auf ihnen auf anderen Lautsprechern und Systemen fast immer (deutlich) schlechter klangen…sie also schönfärben und damit die Portability leidet.

    Ist das auf den 8320 ähnlich?

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Ich finde Genelec-Monitore generell recht crisp vom Klang her. Das muss man wissen, ansonsten kann es woanders schnell dumpf klingen. Ansonsten hat die Übertragbarkeit von MIschungen auch viel mit dem Mischraum und der Lautsprecher-Aufstellung zu tun. Da können durch Raummoden schnell sehr starke Überhöhungen und Auslöschungen im Klangbild entstehen, was das Mischen erschwert. Für mich war ein extra Sub die Lösung.

  3. Profilbild
    a.e.neumann

    Gute vergleichsübersicht, danke! Aber da ich alle kandidaten ausser Eve SC207 kenne, war das ergebnis von vornherein klar: der KH120 klingt halt in der preisklasse eindrücklicher als die anderen. Das taten die Klein+Hummel seit je. Doch die sibilanzschärfe (S-laute) hätten die Neumann/Sennheiser-ingenieure dem KH120 schon abgewöhnen können, darüber klagt man seit generationen.

    Nur, pardon, „eine Runde Applaus für ihren glatten Frequenzgang von 20 kHz runter bis 40 Hz“ ?
    Unter linearem frequenzgang verstehe ich doch etwas anderes, nämlich:
    http://rec.....a6c0d7.jpg

    Das ist der typische frequenzgang der PSI A17-M. (Meine exemplare, gemessen in der anechoischen messkammer bei PSI, sehen genau so glatt aus.) Überhaupt, um zu ermessen, was im preisbereich bis 1500 € an phasenlinearität und neutralität möglich ist, sollte man die PSI A17M hinzuziehen. Trotz 10% aufschlag wg. des absurd starken CH-frankens. Oder, wenn die grössenklasse Genelec 8320A vorgegeben ist, den kleinen bruder PSI A14-M. Man höre, messe, und staune.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Bei solchen Frequenzdiagrammen darf man den Abbildungs-Maßstab nicht vergessen, der ist bei deinem verlinkten Diagramm nämlich recht grob, da fallen Unregelmäßigkeiten weniger auf. Die Senke bei 1,5 kHz ist hier locker 6dB. Das kann der Neumann besser. Mit meiner Messung solltest du das auch nicht vergleichen, einen schalltoten Raum habe ich nämlich nicht, deswegen sind die Unregelmäßigkeiten auch höher.
      Darüber hinaus habe ich von den PSI-Monitoren aber wirklich nur gutes gehört und gelesen. Auch einen Blick wert sind die Monitore von PMC aus England. Die durfte ich im Studium viel benutzen, leider sind sie hierzulande nicht so bekannt und auch nicht unbedingt Geldbeutel-freundlich.

    • Profilbild
      spookyman  

      War nicht gemeint, Monitor-Vergleichstest bis 1’300 Euro? Pro Paar…und nicht pro Stück. Weil bei PSI Audio kostet ein A17m schon über 1’600 Euro pro Stück…die klingen tatsächlich sehr gut (ich besitze ein Paar A14m). Aber sie spielen auch in einer anderen Preisliga (eher ähnlich wie ATC, PMC, usw…).

      Aber vielen Dank für den sehr interessanten Vergleich !

  4. Profilbild
    gaffer  AHU

    Gute Auswahl, guter Test. Schade, dass die Neumänner gerade 100€ teurer geworden sind. Oder hast Du Dich verrechnet ;) Vielleicht gibt’s bei zwei aber auch Rabatt und ich hab’s nicht gefunden.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Ja, die Neumänner sind kurz nach Fertigstellen des Tests leider wieder teurer geworden.

  5. Profilbild
    Audiosexual

    Kurze Anmerkung zur Genelec 8320: es können alle Filtereinstellungen über die GLM-Software manuell editiert werden. Die Höhenwiedergabe kann also beispielsweise problemlos an die eigenen Hörgewohnheiten angepasst werden.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Das stimmt und wird im Text korrigiert. Ich hatte die Option nicht gefunden. Dabei hätte es ein Doppelklick auf den Lautsprecher in der Software getan. Das war wohl temporäre Betriebsblindheit;)

  6. Profilbild
    Polysix

    Netter Test. Was ich aber nicht ganz verstehe ist, die KS Digital D60 mit den anderen Kandidaten zu vergleichen (aber Auftrag ist Auftrag…). Das ist m. E. eine ganz andere Ecke. Ich habe die KS C-55 im Einsatz und finde sie neben den Dynaudio BM12 MKIII unschlagbar für für alles, was die Akustik Ecke angeht. Der Vergleich mit einem „vorbeifahrenden Krankenwagen“ ist wohl eher theoretischer Natur und tritt womöglich hin und wieder auf, wenn man sich im Live Betrieb das Gehör verdorben hat:-) Ich persönlich finde die Nachfolger-Serie der KS nicht gelungen. Sie sind laut, ja, man könnte damit ein Publikum beschallen. Nur: wie im Test bereits bemerkt: das Rauschen ist wie bei einigen Vorgängern mit KS Flirtec Technologie (wie bspw. die ADM Reihe) inakzeptabel. Hier hat man manches verheiratet, aber auch manches verdorben. Na ja, lange Rede kurzer Sinn: die entsprechenden Dynaudio’s (möglicherweise auch ne Nummer kleiner als oben angegeben) hätten besser in die Testreihe gepasst…

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Der Krankenwagen war auch nur zur Veranschaulichung des Effekts gedacht;)
      Es ist aber gut zu hören, dass die Vorgänger in Sachen Nebengeräuschverhalten besser sind, da ich nur Gutes darüber gehört habe. Ich persönlich brauche auch keine DSP´s im Lautsprecher. Mir reicht eine grobe Raumanpassung auf analogem Wege und eine gute rauscharme Verstärkung aus. Was soll ich sagen, meine Tannoy Ellipse 10 sind komplett passiv. Da kann man wenigstens noch mit verschiedenen Verstärkern experimentieren:)
      Aber laut und mächtig können die KS D60 definitiv, das reicht schon als Mid-Field aus.

  7. Profilbild
    arnte  

    Die APS Klasik hätten noch gut in den Test gepasst. Alle Tests die ich bislang darüber lesen konnte waren geradezu euphorisch.

  8. Profilbild
    pytrel  

    Also die Frequenzgang messungen im bild sehen eher aus als würde man einen Raum messen. Also ich kann mir bei besten willen nicht vorstellen das 5 verschieden boxen so einen ähnlichen Frequenzgang haben selbst wenn es sich über Monitor boxen handelt. Also ich glaube das der Raumeinfluß so groß ist das die messungen fast unbrauchbar sind abgesehen das man bei der KS sieht das der Hochton früher abfällt. Der rest des tests ist jedoch schön und ziemlich brauchbar

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Gut erkannt, aber ich habe im Text auch dazu geschrieben, dass ich keinen schalltoten Raum besitze und sich somit der Raumeinfluß stark bemerkbar macht, vor allem unter 800 Hz. Trotzdem sind Unterschiede sichtbar, wenn auch gering. Die Unterschiede im Frequenzgang auf Achse sind in der Tat aber sehr gering. Die Messungen sollten also nicht zu wichtig genommen werden. LG

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.