Vergleichstest: Adam A7X, Eve Audio SC207, Genelec 8320A, KS Digital D60, Neumann KH120

Technische Features im Vergleich

Für alle, die einen genaueren Überblick über die Leistungsdaten der fünf Test-Lautsprecher bekommen möchten, habe ich in der folgenden Tabelle die wichtigsten technischen Eigenschaften vergleichend zusammen getragen.

Neumann KH 120Adam A7XEve Audio SC207KS Digital D60Genelec 8320A
Anzahl d. Wege22222
Gehäuse-BauformBassreflex (vorne)Bassreflex (vorne)Bassreflex (hinten)Bassreflex (vorne)Bassreflex (hinten)
Tiefton-treiber5,25 Zoll Composit-Sandwich Membran7 Zoll Carbon/Rohacell/Glasfaser6,5 Zoll Glasfaser/Papier6,5 Zoll beschichtetes, organisches Gewebe4 Zoll
Hochton-treiber1 Zoll Titan-GewebeX-Art Bändchen-Hochtöner (Pegel regelbar)AMT RS2 Bändchen-Hochtöner1 Zoll mit festem Hochtonhorn1 Zoll Metall-Hochtöner
Verstärker-leistung100W A/B Biamp (50W/50W)150W Biamp (TT:100W PWM, HT: 50 Watt A/B)150W PWM Biamp (100W/50W)300W PWM Biamp (150W/150W)100 Watt PWM (50W/50W)
Trenn-frequenz2000 Hz2500 Hz2800 Hz1600 Hz2900 Hz
AnschlüsseXLRXLR , CinchXLR , CinchXLRXLR
DSPneinneinJaJaJa
Raum EQBass-, Höhen- und Mitten-FilterBass- u. HöhenfilterBass-, Höhen- und Desk-FilterBass- u. Höhenfilter an der Front + 3 User-Filter per Remote-Controlautomatische Raum-Korrektur
Besonderheit-MMD-Waveguide -Aluminium-gehäuseBändchen-HochtönerBändchen-HochtönerKoaxial-Chassis-DCW-Waveguide-Aluminium-gehäuse
Gewicht einzeln6,4 kg9,2 kg8 kg7,5 kg3,2 kg
Preis pro Paar1.110,00 €1.098,00 €1.168,00 €1.258,00 €1.299,00 €*

* inkl. GLM Kit zur Raum-Korrektur

 

Testbedingungen

Alle Lautsprecher wurden in meinem akustisch recht breitbandig bedämpften Abhörraum gehört und vermessen. Nicht verschweigen möchte ich hier, dass der Raum im Bassbereich aufgrund seiner geringen Größe eher problematisch ist, da die Raummoden das Klangbild im Bass- und Tiefmittenbereich stark beeinflussen. Je kleiner ein Raum ist, desto weiter oben im Frequenzbereich liegen die Raummoden.

Raummoden werden auch als stehende Wellen bezeichnet und kennzeichnen vereinfacht gesagt die Frequenz, die in ihrer Wellenlänge genau in eine oder mehrere der Raumdimensionen, d.h. Länge, Breite oder Höhe des Raumes, hineinpassen. Das führt zu teils drastischen Überhöhungen und Auslöschungen im Frequenzbereich. Zu allem Übel sind diese Frequenzabweichungen auch noch positionsabhängig, so dass eine Frequenz an einer bestimmten Stelle fast gänzlich unhörbar ist, während sie an anderer Stelle übermäßig laut ist. Den richtigen Abhörpunkt zu finden, kann so zum Geduldspiel werden. Auf der Seite Hunecke.de gibt es ein paar nützliche Rechner zum Thema Raumakustik, u.a. auch einen Raumeigenmoden-Rechner. Eine annehmbare Basswiedergabe, vor allem zwischen 60 und 80 Hz, habe ich in meinem Abhörraum nur durch einen zusätzlichen Subwoofer erreichen können. Für diesen Test blieb der Sub aber ungenutzt.

Die Abhörentfernung lag bei ca. 1,4 Meter, was für Nahfeld-Monitoring ein typischer Wert ist. Alle Monitore wurden nacheinander am selben Ort aufgestellt, vermessen und ausgiebig testgehört. Als Wandler und Monitor-Controller wurde das Apollo 8 von Universal Audio verwendet. Für den Hörtest habe ich meine persönliche Referenzmusik verwendet, die entweder im WAV-Format oder in MP4 mit 320 kb/s vom Rechner abgespielt wurde.

Im Hörtest habe ich die Monitore nach verschiedenen Kriterien bewertet, die mir an einem Studio-Lautsprecher als wichtig erscheinen. Darunter sind Kriterien wie Linearität, Impulsverhalten, Stereoortung, Tiefenstaffelung, Sweetspot, Basswiedergabe und auch das Nebengeräuschverhalten. Es fließen aber auch eher persönliche Kriterien mit ein wie die Wiedergabe von energiereichen, hochfrequenten Signalen wie S-Laute oder Becken. Hier zeigt sich wie sauber der Hochtöner arbeitet.

Ebenso wichtig ist für mich die Wiedergabe von verzerrten E-Gitarren. Da E-Gitarren ein sehr stark geformtes, mittiges und breitbandiges Signal darstellen, reagiert ihr Klang sehr stark auf Abweichungen im Frequenzgang. Dazu kommt, dass die Einsatzfrequenz der Frequenzweiche in einem 2-Wege Lautsprecher zumeist genau da liegt, wo eine Menge an Gitarren-Obertönen zu finden sind, nämlich zwischen 2 und 3 kHz.

Die Bewertung ist somit zwangsläufig auch von meinen persönlichen Vorlieben geprägt. Hören ist numal eine sehr persönliche Sache, denn jeder Mensch hört etwas anders, abhängig von physischen und psychischen Gegebenheiten sowie der Hörerfahrung. Ein allgemeingültiges Urteil kann es also niemals geben, denn was für den einen gut klingt, kann jemand anderes als unangenehm empfinden.

Forum
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    elektrock  AHU

    Hallo.

    Super Test.
    Mich würde auch noch interessieren wie sich die Dynaudio BM5 MK3 hier durchsetzt.
    Leider gibt es so gut wie keine Testberichte.
    Aber wie gesagt sehr guter Test und einer Kaufentscheidung sollte nichts mehr im Weg steh’n.
    Danke.

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      r.biernat  RED

      Die Dynaudios kenne ich noch vom Studium und von einem Kollegen. Ich denke die können da mithalten, wobei die Neumänner vom Sweetspot und Diffusfeld-Klang schon schwer zu schlagen sind, zumindest in der Preisklasse.

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    tenderboy  

    Ich hatte bei den kleineren Genelec (bis zu den 6″erln) immer das Prolem, dass die Mischungen auf ihnen auf anderen Lautsprechern und Systemen fast immer (deutlich) schlechter klangen…sie also schönfärben und damit die Portability leidet.

    Ist das auf den 8320 ähnlich?

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      r.biernat  RED

      Ich finde Genelec-Monitore generell recht crisp vom Klang her. Das muss man wissen, ansonsten kann es woanders schnell dumpf klingen. Ansonsten hat die Übertragbarkeit von MIschungen auch viel mit dem Mischraum und der Lautsprecher-Aufstellung zu tun. Da können durch Raummoden schnell sehr starke Überhöhungen und Auslöschungen im Klangbild entstehen, was das Mischen erschwert. Für mich war ein extra Sub die Lösung.

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    a.e.neumann

    Gute vergleichsübersicht, danke! Aber da ich alle kandidaten ausser Eve SC207 kenne, war das ergebnis von vornherein klar: der KH120 klingt halt in der preisklasse eindrücklicher als die anderen. Das taten die Klein+Hummel seit je. Doch die sibilanzschärfe (S-laute) hätten die Neumann/Sennheiser-ingenieure dem KH120 schon abgewöhnen können, darüber klagt man seit generationen.

    Nur, pardon, „eine Runde Applaus für ihren glatten Frequenzgang von 20 kHz runter bis 40 Hz“ ?
    Unter linearem frequenzgang verstehe ich doch etwas anderes, nämlich:
    http://rec.....a6c0d7.jpg

    Das ist der typische frequenzgang der PSI A17-M. (Meine exemplare, gemessen in der anechoischen messkammer bei PSI, sehen genau so glatt aus.) Überhaupt, um zu ermessen, was im preisbereich bis 1500 € an phasenlinearität und neutralität möglich ist, sollte man die PSI A17M hinzuziehen. Trotz 10% aufschlag wg. des absurd starken CH-frankens. Oder, wenn die grössenklasse Genelec 8320A vorgegeben ist, den kleinen bruder PSI A14-M. Man höre, messe, und staune.

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      r.biernat  RED

      Bei solchen Frequenzdiagrammen darf man den Abbildungs-Maßstab nicht vergessen, der ist bei deinem verlinkten Diagramm nämlich recht grob, da fallen Unregelmäßigkeiten weniger auf. Die Senke bei 1,5 kHz ist hier locker 6dB. Das kann der Neumann besser. Mit meiner Messung solltest du das auch nicht vergleichen, einen schalltoten Raum habe ich nämlich nicht, deswegen sind die Unregelmäßigkeiten auch höher.
      Darüber hinaus habe ich von den PSI-Monitoren aber wirklich nur gutes gehört und gelesen. Auch einen Blick wert sind die Monitore von PMC aus England. Die durfte ich im Studium viel benutzen, leider sind sie hierzulande nicht so bekannt und auch nicht unbedingt Geldbeutel-freundlich.

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      spookyman  

      War nicht gemeint, Monitor-Vergleichstest bis 1’300 Euro? Pro Paar…und nicht pro Stück. Weil bei PSI Audio kostet ein A17m schon über 1’600 Euro pro Stück…die klingen tatsächlich sehr gut (ich besitze ein Paar A14m). Aber sie spielen auch in einer anderen Preisliga (eher ähnlich wie ATC, PMC, usw…).

      Aber vielen Dank für den sehr interessanten Vergleich !

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    gaffer  AHU

    Gute Auswahl, guter Test. Schade, dass die Neumänner gerade 100€ teurer geworden sind. Oder hast Du Dich verrechnet ;) Vielleicht gibt’s bei zwei aber auch Rabatt und ich hab’s nicht gefunden.

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      r.biernat  RED

      Ja, die Neumänner sind kurz nach Fertigstellen des Tests leider wieder teurer geworden.

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    Audiosexual

    Kurze Anmerkung zur Genelec 8320: es können alle Filtereinstellungen über die GLM-Software manuell editiert werden. Die Höhenwiedergabe kann also beispielsweise problemlos an die eigenen Hörgewohnheiten angepasst werden.

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      r.biernat  RED

      Das stimmt und wird im Text korrigiert. Ich hatte die Option nicht gefunden. Dabei hätte es ein Doppelklick auf den Lautsprecher in der Software getan. Das war wohl temporäre Betriebsblindheit;)

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    Polysix

    Netter Test. Was ich aber nicht ganz verstehe ist, die KS Digital D60 mit den anderen Kandidaten zu vergleichen (aber Auftrag ist Auftrag…). Das ist m. E. eine ganz andere Ecke. Ich habe die KS C-55 im Einsatz und finde sie neben den Dynaudio BM12 MKIII unschlagbar für für alles, was die Akustik Ecke angeht. Der Vergleich mit einem „vorbeifahrenden Krankenwagen“ ist wohl eher theoretischer Natur und tritt womöglich hin und wieder auf, wenn man sich im Live Betrieb das Gehör verdorben hat:-) Ich persönlich finde die Nachfolger-Serie der KS nicht gelungen. Sie sind laut, ja, man könnte damit ein Publikum beschallen. Nur: wie im Test bereits bemerkt: das Rauschen ist wie bei einigen Vorgängern mit KS Flirtec Technologie (wie bspw. die ADM Reihe) inakzeptabel. Hier hat man manches verheiratet, aber auch manches verdorben. Na ja, lange Rede kurzer Sinn: die entsprechenden Dynaudio’s (möglicherweise auch ne Nummer kleiner als oben angegeben) hätten besser in die Testreihe gepasst…

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      r.biernat  RED

      Der Krankenwagen war auch nur zur Veranschaulichung des Effekts gedacht;)
      Es ist aber gut zu hören, dass die Vorgänger in Sachen Nebengeräuschverhalten besser sind, da ich nur Gutes darüber gehört habe. Ich persönlich brauche auch keine DSP´s im Lautsprecher. Mir reicht eine grobe Raumanpassung auf analogem Wege und eine gute rauscharme Verstärkung aus. Was soll ich sagen, meine Tannoy Ellipse 10 sind komplett passiv. Da kann man wenigstens noch mit verschiedenen Verstärkern experimentieren:)
      Aber laut und mächtig können die KS D60 definitiv, das reicht schon als Mid-Field aus.

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    arnte  

    Die APS Klasik hätten noch gut in den Test gepasst. Alle Tests die ich bislang darüber lesen konnte waren geradezu euphorisch.

  8. Profilbild
    pytrel  

    Also die Frequenzgang messungen im bild sehen eher aus als würde man einen Raum messen. Also ich kann mir bei besten willen nicht vorstellen das 5 verschieden boxen so einen ähnlichen Frequenzgang haben selbst wenn es sich über Monitor boxen handelt. Also ich glaube das der Raumeinfluß so groß ist das die messungen fast unbrauchbar sind abgesehen das man bei der KS sieht das der Hochton früher abfällt. Der rest des tests ist jedoch schön und ziemlich brauchbar

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Gut erkannt, aber ich habe im Text auch dazu geschrieben, dass ich keinen schalltoten Raum besitze und sich somit der Raumeinfluß stark bemerkbar macht, vor allem unter 800 Hz. Trotzdem sind Unterschiede sichtbar, wenn auch gering. Die Unterschiede im Frequenzgang auf Achse sind in der Tat aber sehr gering. Die Messungen sollten also nicht zu wichtig genommen werden. LG

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