Vergleichstest Analogsynthesizer Korg, Moog, DSI, Novation und Moog

16. November 2013

Analog-Synthesizer mit Tastatur unter 1.000 €

Vergleichstest Analogsynthesizer Korg, Moog, DSI, Novation und Moog

Vergleichstest Analogsynthesizer Korg, Moog, DSI, Novation und Moog

Der Schub wirklich neuer monophoner analoger Synthesizer unter 1.000 Euro umfasst Arturia MiniBrute, Korg MS-20 mini, DSI Mopho, Moog Sub Phatty, Novation Bass Station 2, die erstmals hier in einem Synth-Battle gegeneinander antreten. Der Arturia MicroBrute kam leider für diesen Vergleichstest zu spät und wurde in einem Einzeltest übrigens HIER auf AMAZONA.de vorgestellt.

Erstmals wurden auch gefühlt mehr Geräte mit Tastatur und USB-MIDI unter der dreistelligen Preismarke bereitgestellt. Inzwischen geht es preislich sogar unter 500,- Euro los.

Zur Auswahl kamen nur Maschinen mit zwei bis zweieinhalb Oktaven-Tastatur, USB-MIDI. Davon sind drei mit Speicher ausgestattet und zwei nicht. Die Ausstattung ist trotzdem noch sehr unterschiedlich. Aber ein Mindestmaß an Komplexität sind zwei Hüllkurven, jeweils für Filter und Lautstärke sollte es sein. Diese Vorwahl hätte lediglich den neuen MicroBrute ausgeschlossen, der die 300,- Euro Marke erreicht und damit wie sein Vorgänger einen neuen Marktbereich belegt.

Im Test sind folgende Keyboards

  • Arturia MiniBrute – nicht speicherbar
  • Korg MS-20 mini (im Folgenden nur „MS-20“ genannt) – nicht speicherbar
  • Dave Smith Instruments Mopho Keyboard (im Folgenden nur „Mopho“ genannt) – speicherbar
  • Moog SubPhatty – speicherbar
  • Novation Bass Station 2 (im Folgenden Bass Station) – speicherbar

Vergleichstest Analogsynthesizer Korg, Moog, DSI, Novation und Moog

In den folgenden Abschnitten werden bestimmte Aspekte verglichen und in eine Rangordnung gebracht. Mal werden Leistungsmerkmale gezählt und mal musikalische Aspekte für Bühne und Studio untersucht. Los geht’s mit Grundsätzlichem für Steuerung und Synthese:

Vergleichstest Analogsynthesizer Korg, Moog, DSI, Novation und Moog

Steuerbarkeit via USB-MIDI und Basisfeatures

Anders als bei anderen Gattungen sind analoge Synthesizer noch nicht ganz so verlässlich-selbstverständlich identisch ausgestattet. Dabei sind Bewegungen der Bedienelemente nicht bei allen per MIDI verfügbar. Das kann schon bei den Modulationsrädern sein oder erst bei den einzelnen Knöpfen, die keine Controllernummern bekommen und damit auch nicht automatisierbar sind. Wer keinen Speicher hat, hat meist auch keine vollständige Controllersteuerung an Bord, sondern nur eine kleine Auswahl.

MS-20 mini und MiniBrute haben dies nicht zu bieten, dem MS-20 kann man auch als einzigem keine Anschlagdynamik entlocken. Beim MS-20 wird generell einfach nur das Notensignal verarbeitet. Das Clock-Signal wird im MiniBrute für den Arpeggiator umgesetzt und einige Parameter sind erreichbar über die Steuerräder und den Aftertouch. Die Anschlagdynamik wird nicht umgesetzt, aber das Keyboard kann sie versenden. Die Speicher-Kandidaten können mit MIDI Clock schon deshalb umgehen, weil sie Sequencer an Bord haben, der Moog ist allerdings ohne Sequencer und Arpeggiator, bei ihm sorgt die Clock für LFO-Synchronisation bei Bedarf übers „Geheimmenü“ – dazu später mehr. Um eine Rangposition nach Punkten herzustellen, wird es nach jedem Abschnitt eine kleine Aufstellung geben. Bevor das passiert, noch ein Wort zu eingebauten Sequencern. Hier gibt es zweit grundverschiedene Typen, die meist als Step-Sequencer geführt werden. Der Mopho hat vier frei zuweisbare Spuren für jeden Parameter mit 16 Schritten im klassischen Stil. Der Zugriff auf diese Steps erfolgt über einen Auswahldrehregler. Dagegen hat die Bass Station vier über die Tastatur einspielbare Notenfolgen mit Anschlagdynamik zu bieten nach Art des SCI Pro One oder des SH101.

Das ist in Art und Qualität anders und vor allem verschieden. Während Mopho eher einen Modulationssequencer hat, ist die Bass Station eher ein Ideenwerkzeug für spontane Melodien, nicht aber für Modulationen. Das ist gefühlt extrem intuitiv. Ganz anders Spaß macht das Automatisieren beim Mopho über den Sequencer in vier Spuren. Sie sind zwar gut zugänglich, jedoch als Live-Performance dann doch etwas zu reduziert, um schnell alles machen zu können – für einzelne Eingriffe und Korrekturen oder bereits vorbereiteter Sequenzen ist es jedoch an Komplexität und Bewegung kaum zu überbieten.

Damit sind Mopho im Besonderen und Bass Station in diesem Feld offensichtlich die Sieger, gefolgt vom SubPhatty, der mangels Sequencer etwas zurück steht. In dieser Kategorie kann der MS-20 dann leider in keiner Disziplin punkten, denn er überträgt nicht einmal das Modulationsrad. Beim Zugriff gibt es Unterschiede, um die geht es etwas später. Der MiniBrute hat einen Arpeggiator an Bord und ist in dieser Hinsicht auch dem Moog überlegen, dafür gibt er seine Knopfpositionen nicht an MIDI weiter und ist daher eher für spontane Aufnahmen da und für die Bühne spannend. Beim MS-20 ist alles handbetrieben.

Steuerbarkeit via USB-MIDI – Rangliste

  1. Bass Station 2 Arp Seq Controller Clock*
  2. Mopho Keyboard Arp Seq Controller Clock*
  3. SubPhatty Controller Clock*
  4. MiniBrute Arp Clock*
  5. MS-20 mini nur Noten (ausschließlich)

* MIDI Clock Signal für LFOs / Arp / Seq

Analoge Steuerbarkeit

Wenn wir über analoge Synthesizer sprechen, ist der Gegencheck natürlich, wie gut sich die Synthesizer mit CV, Gate und anderen Anschlüssen versteht. Selten sind dabei Ausgänge zur Steuerung anderer Synthesizer zu finden, etwas häufiger sind hingegen neuerdings Eingänge für die wichtigsten Baugruppen. Bei Minibrute, MS20 und SubPhatty sind analoge Anschlüsse vorgesehen. Der Bass Station und dem Mopho fehlen sie. Letztere sind für MIDI-lose Analoge oder Modularsynthesizer nicht die perfekten Begleiter. Aber so kleine Synthesizer sind etwas mehr auf sich bezogen.

Für die anderen muss CV und Gate vorhanden sein, um sie zu steuern und umgekehrt wiederum um andere Analoge zu steuern. Beides hat der MiniBrute zu bieten, er berücksichtigt sogar das Pitch-Bending und ist definitiv der König auf dem Analogt(h)ron. Der Moog lässt sich lieb steuern, als Steuerzentrale für andere Analoge ist er jedoch nicht ausgerüstet. Der MS-20 mini ist wie der klassische alte MS-20 ausgestattet. Er hat gegenüber den anderen den vollen Zugriff über die Patchmatrix. Hier sei nur angemerkt, dass keiner der Synthesizer die analoge Ansteuerung der beiden Oszillatoren unabhängig voneinander ermöglicht, sondern stets als ein Ziel angeboten wird. Der MS-20 siegt in jedem Falle beim Zugriff, da kein anderer so viele Buchsen anbietet. Ein Kleinstdämpfer ist nur die Hz/Volt-Ansteuerung des regulären Eingangs. Für die Steuerung über die üblichere Volt/Oktave muss der Tonhöheneingang genutzt werden wie beim Original. Bei der Betrachtung aus der analogen Sicht dreht sich die Rangliste der Steuerbarkeit um. Den MS-20 muss man hier einfach die besten Karten geben. Weiter oben als der MiniBrute stünde der MicroBrute mit seiner vollständigen Anschluss-Abteilung und ist im Preis mit einem Ein-Oszillator-Konzept noch attraktiver (300,- Euro), allerdings spielte er in diesem Test mangels Testgerät noch keine Rolle. Aber den zweiten Platz hat er mehr als verdient. Analoge Synthesizer ansteuern können die anderen drei nämlich nicht.

  1. MS-20 mini alle Parameter zugänglich, CV/Gate in/out
  2. MiniBrute CV in / out, Gate in / out, Filter, Pitch, Amp CV in
  3. SubPhatty CV in / Gate in / Filter CV in
  4. Bass Station 2 nur via MIDI / USB
  5. Mopho Keyboard nur via MIDI / USB

Synthese – nach Punkten

Jetzt wird es spannend, denn dies ist der eigentliche Kern: die Synthesemöglichkeiten. Was kann das Gerät wirklich? Noch ist das unabhängig vom Klang zu sehen. Dieser ist bei der Entscheidung sicher mindestens genau so gewichtig. Man kann allerdings jetzt schon sagen, dass der Klang selbst bei keinem der Probanden „schlecht“ oder „mittelmäßig“ ist. Aber dieser wird trotzdem in einem eigenen Abschnitt abgeprüft, um eine Hilfe beim Grundsound zu geben. Der Klang ist wirklich sehr verschieden und damit eine DER wichtigsten Entscheidungsmerkmale für einen Synthesizer. Interessanterweise ähneln sich nur MS-20 und MiniBrute ein bisschen bei bestimmten Filtereinstellungen. Aber nun geht es um das, was technisch möglich ist.

Der MiniBrute ist hier im Dauernachteil, da ihm der zweite Oszillator fehlt. Er kann durch eine geschickte Nutzung durch Waveshaping allerdings ähnliche Klänge erzeugen, die sonst durch Supersaw, FM oder Sync ausschließlich mit zwei Oszillatoren möglich sind. Es ist zumindest ein freundliches Gegenangebot. Aber Intervalle mit den Oszillatoren (außer Oktaven) kann er nicht bieten. Tonal wird er dadurch aber auch nicht „ausflippen“. Trotzdem ist das gegenüber den anderen ein Nachteil. Aber können alle dies auch für sich nützlich umsetzen? Das ist der Fall, wenn mindestens Ringmodulation, Oszillator-Synchronisation (Sync) oder Frequenzmodulation (FM) möglich ist. Das ist der Fall, weshalb „wir“ noch genauer hinschauen müssen.

Die Oberflächen aller Probanden sind klar und luxuriös. Menüfunktionen gibt es am meisten beim Mopho. „Menüs“ unterscheidet sich von Menüs ohne „Gänsefüßchen“ durch die Notwendigkeit des „Durchsteppens in einer Liste von Parametern in einem Display“. Versteckt sind sie bei Bass Station und Moog da, um auch Details einzustellen. Beim Moog ist das ohne einen Blick in die Anleitung nicht direkt intuitiv zugänglich. Es gibt eine kleine Merkliste, welche der 8 Taster wie gedrückt sein müssen, um bestimmte Parameter einzustellen. Allerdings kann der SubPhatty nicht mit anderen Filtertypen aufwarten als Tiefpässen. Dafür ist er bei der Flankensteilheit flexibel von 6 bis 24 dB pro Oktave. Der Mopho hat das Tiefpass-Manko auch und ist zudem mit seinem 2-Pol Tiefpassmodus nicht in der Lage, nennenswerte Resonanzwerte oder Färbung des Klanges zu erreichen.

Der Mopho ist beim Auswählen der Sequencerspuren etwas indirekter, jedoch hat er diese Möglichkeit als einziger. Auch die meisten Modulationsquellen bietet der Mopho (4 LFOs, 3 Hüllkurven gegenüber meist 2 Hüllkurven und 1-2 LFOs), zudem hat er als einziger auch eine Modulationsmatrix. Beim MS-20 kann man es nicht per Schalter und Drehknopf, aber dafür per Kabel analog patchen. Diese Freiheit ist für andere analoge Synthesizer die Schnittstelle zu ihm und Audiosignale sind so spielerisch an jeder Stelle einsetzbar. Pulsbreitenmodulation gibt es beim MS-20 als einzigem nicht. Die Pulsbreite selbst ist allerdings nicht fest. Dafür ist er jedoch der einzige mit zwei unabhängigen Filtern mit eigener Resonanz und damit auch allen Filtertypen, da man diese über die beiden Filtertypen Hochpass und Tiefpass herstellen kann. Eine Oszillator-FM bietet keiner der ausgewählten Synthesizer an, dies war mit der abgekündigten Moog Phatty Serie noch möglich, mit dem Sub jedoch nicht mehr. Bei den Schwingungsformen kann der Moog mit einer stufenlosen Wahl punkten, welche sogar modulierbar ist. Dies allerdings für beide gleichzeitig.

Alle anderen bieten lediglich Schalter an. Rauschen ist bei allen vorhanden, beim MS-20 auch in pink. Suboszillatoren sind bei allen vorhanden, außer beim MS-20. Beim Moog stört, dass jede Modulation durch den LFO über das Modulationsrad bestimmt werden muss. Feste LFO-Einwirkung ist bei allen aktuellen Klein-Moogs aller Serien nicht vorgesehen. Das ist bei tastaturlosen Varianten absolut nervig, bei den hier getesteten kann man es als optimierbar bezeichnen. Übrigens hat der LFO des MS-20 als einziger eine Symmetrieeinstellung für den LFO. Das macht ihn sehr flexibel (Pulsbreite oder Sägezahn bis Dreieck). Die beiden ersten Plätze sind schwer auszumachen und sollten als gleichwertig aufgefasst werden. Geschwindigkeiten und Verhalten der LFOs und Hüllkurven und Ähnliches sind hier noch nicht berücksichtigt. Der MS-20 und die Bass Station müssten hier wohl auf ähnlichem Level operieren, da Filter von vielen höher bewertet werden und in der Tat sehr spielerisch sind. Der Mopho hat bei der Filterflexibilität den ersten Platz durch alle anderen Möglichkeiten verdient. Wie immer bei Synthesizern, so ist es nie klar und einfach, sondern ein Abwägen, was zu bevorzugen ist. Daher ist der Punktsieg wie folgt.

  1. Mopho Keyboard Sync PWM Filter-FM Tiefpass 4LFOs 3EG Modmatrix
  2. Bass Station 2 Sync PWM Filter-FM Ring Tp,Hp,Bp 2LFOs 2EG
  3. MS-20 ,ini PW Ring 2 Filter* 1LFO 2EG Patchfeld
  4. SubPhatty Sync PWM Tiefpass 1LFO 2EG
  5. MiniBrute PWM alle Typen 2LFOs 2EG

* durch 2 Filter alle Typen aus Tp und Hp, dadurch alle Typen möglich!
EG = Envelope Generator = Hüllkurven
Tp = Tiefpass, Hp= Hochpass, Bp= Bandpass, alle Typen= alle wie gelistet plus Notch

Vergleichstest Analogsynthesizer Korg, Moog, DSI, Novation und Moog

 

Die Praxis – Performancetauglichkeit und Zugriff

Die Übersicht und die musikalische und möglichst anleitungsfreie Verwendung stehen im Vordergrund dieser Rubrik. Wie gut kann man einen Synthesizer nutzen? Muss man auf andere zurück greifen, weil die Flexibilität nicht hoch genug ist? Die erfolgreicheren Synthesizer waren sicher auch stets jene, die eher einfach zu erschließen sind und zumeist waren sie auch nicht immer komplex. Dennoch soll er auch flexibel genug sein, damit man dem Klang maximalen Ausdruck verleihen kann. Das wird durch die Möglichkeiten und die Grundkonzeption vorgegeben. Ein fehlender oder falsch umgesetzter Knopf kann den Flow beim Arbeiten bremsen.

Performance – via Panel

Die Geräte haben ein übersichtliches Layout. Vielleicht ist der MS-20 für manche etwas verwirrender als die Bass Station, MiniBrute und Moog. Der Komplexeste ist in jedem Falle der Mopho. Für Synthese ist das ein Vorteil, für den direkten Zugriff ist es etwas verstrickter. Was ein anderer Synthesizer allerdings gar nicht erst anbietet, findet man beim Mopho über Taster und Drehknöpfe zur Anwahl des entsprechenden LFOs oder Hüllkurve.

Der Sequencer und die Modulationsmatrix brauchen natürlich die gleiche Aufmerksamkeit wie in vielen anderen, sie ist sogar sehr gut gelöst, da für Ziel und Quelle und der Intensität einzelne Drehencoder vorgesehen sind und für die Anwahl der Spuren sind die 1-4 Taster da. Richtig genial und vorbildlich sind die Taster für Arpeggiator und Sequencerbetrieb. Aus Performance-Sicht ist es am besten, wenn man ohne nachzudenken und mit unkonzentriertem Kopf möglichst spielerisch alles erreicht. Dies ist sicher ein Punkt für den MiniBrute und die Bass Station. Abgesehen von den Menüfunktionen ist der Moog der Übersichtlichste. Im Gesamten ist der Zugriff auf alles unter Berücksichtigung der Komplexität auf Seiten der Bass Station. Nichts bleibt im Dunkel und die Bedienung ist, nie mehr als 2 Tasten zu drücken – keine Menüs sind notwendig. Die Hüllkurvenfader bieten eine gute Übersicht und es gibt nie mehr als zwei Schaltergruppen, die man im Auge halten muss.

Die Idee, Baugruppen wie Oszillatoren, LFOs oder Hüllkurven mit einem Set von Bedienelementen auszustatten, hatten Novation und DSI. Die anderen haben alles vollständig so im Layout des Panels wie es ist.

Einsteiger versus Nerd

Das Panel des Moog ist das einfachste und übersichtlichste. Ihm folgt die Bass Station. Der Nerd wird einen Kompromiss zwischen dem Patchpanel und den zwei Filtern des MS-20 mit seiner sonst allerdings nicht vorhandenen Speicherbarkeit und dem insgesamt vielfältigen Mopho für die Meisten im Nachteil.

Deshalb werden die Speicher höher bewertet. Als Mittel dieser Tatsachen zwischen Nerdtum und Einfachheit steht die Bass Station mit gut zugänglichen Knöpfen und Funktionen allerdings als allgemeine Empfehlung weiter vorn, da die werte Nerdschaft sich in speziellen Möglichkeiten wie dem Stepsequencer, Modmatrix oder Ähnlichem bevorzugend laben kann, aber ein sehr intuitiver Sequencer und Synthesefeatures bei der Bass Station an die alte roländische Tradition in Sachen Übersicht und Möglichkeiten noch am besten anknüpfen. Die Bedienungsleichtigkeit in allen Licht-Situationen ist für das Moogpanel perfekt. Aber man braucht nun mal eine Liste für die Flankensteilheit des Filters und Ähnlichem. Moogs Umschaltlösung für die LFO-Bereiche ist recht zufriedenstellend, aber wird den Einsteiger vielleicht irritieren. Es ist aber in jedem Falle besser, als den LFO sterbenslangsam zu machen. Moog sieht für Nerds bei der Topgeschwindigkeit von 1000 Herz am besten aus. Diesbezüglich ist der MS-20 im Hintertreffen, alle anderen bieten mindestens Audiogeschwindigkeit an. Es gibt massenhaft solcher Details. Deshalb werden diese im Bereich Skalierung untersucht.

DSI Mopho Keyboard

Der zweite Performance-Aspekt ist der der musikalischen Steuerung. Hier ist Aftertouch und Anschlagdynamik wichtig und wie man diese im laufenden Betrieb nutzen kann. Dem MiniBrute fehlt die Nutzung der Dynamik, dafür hat er Aftertouch. Die Dynamik kann man aber immerhin als Steuerkeyboard verwenden. Aftertouch und Dynamik bietet auch die Bass Station und der Mopho. Dem MS-20 fehlt diese vollständig. Bass Station und Moog haben mindestens eine Steuerung der Hüllkurven für Filter und Lautstärkenhüllkurve anzubieten und sind damit im Mittelfeld gelandet.

Die Zuweisung ist nur beim Mopho frei, alle anderen bieten dafür recht leicht anwählbare Voreinstellungen wie oben als Mindestbedingung beschrieben. Die ausschließliche Modulation durch den LFO via Modulationsrad muss man dem Moog leider auch im Bereich Performance als Nachteil bescheinigen. Der MS-20 hat nur ein Modulationsrad und das ist per Kabel zuweisbar und wird nicht über MIDI übertragen. Dafür kann man live patchen. Wie viele das allerdings auf der Bühne tun und dazu in der Lage sind in einer angemessenen Zeit, das ist eher einigen Nerds zuzusprechen wie einst Chrislo Haas (Liaisons Dangereuses – bekannt durch „Los Ninos del Parque“).

Fazit (Performance)

In diesem Sektor blitzt als Empfehlung die Bass Station hervor. Je nach Vorlieben und Anspruch könnte auch der Moog diesen Aspekt gewinnen. Aber unjournalistisch neutral ist die Liste nun wie folgt:

  1. Novation Bass Station 2 (der Komplette)
  2. Moog SubPhatty (der Übersichtliche und der mit dem schnellen LFO)
  3. Arturia MiniBrute (der Spielerische)
  4. Dave Smith Instruments Mopho Keyboard (der Vielseitige)
  5. Korg MS-20 Mini (der Klassiker)

Sweet Spot – Skalierung und technische Eckdaten

Der Sweet Spot eines Synthesizers ist der Bereich, in denen Einstellungen gut klingen. Es gibt Synthesizer, die dafür sehr bekannt sind. Einige davon sind einfach simpel und deshalb entsteht nie ein „schräger Sound“. Paradebeispiel dafür ist die analoge Juno Serie von Roland, der Moog Prodigy, der Korg Polysix und andere. Aber eine gute Voreinstellung bedeutet mehr als nur „einfach sein“. Es gibt Hüllkurven, die feinfühlige Einstellungen benötigen, andere klingen „immer gut“. Ähnlich ist das nicht nur da.

Ansonsten gibt es auch die Eckdaten, die einfach stimmen müssen. Dazu gehören LFOs, die gut skaliert sind und sowohl langsam als auch sehr schnell sein müssen. Das ist bei Analogen einfach, bei Speicherbaren kann die Auflösung die Schritte unflüssig erscheinen lassen. Audio-Geschwindigkeit ist für aktuelle Synthesizer Pflicht, die zudem auch deutlich mehr Klänge ermöglichen wie wirklich granulare Regenklänge bis hin zu mehr als nur Vibrato fähig sind. Das ist beim MiniBrute und Moog sehr gut gelöst, auch Bass Station und Mopho bieten das an. Nur der MS-20 hat beim Thema LFO-Geschwindigkeit nur langsame Tempi zu bieten. Das ist schade, da dieser analog ist und mit nur wenigen Änderungen schneller zu machen wäre. Immerhin ist es so, denn digitale Synthesizer könnte man auf keinen Fall auf solch eine Weise verbessern.

Arturia wirbt beim MicroBrute mit schnellen Hüllkurven und das ist auch wahr. Man kann in einen schnelleren Modus umschalten und wird nicht enttäuscht. Beim Moog gibt es drei Stufen für die LFO Geschwindigkeitsvorwahl über das „Geheimmenü“, dann bietet er bis10 Hz, normale Angebote bis 100 Hz und im dritten Modus gar 1-1000 Hz, was für einen LFO dann eindeutig der König des Tages und Sieger in diesem Feld ist. Für Skalierungsfans ist das ein guter Kompromiss, aber man muss mit einem geheimen Griff diese Bereiche umschalten. Für die, die ihn länger als eine Woche täglich einsetzen werden, dürfte das aber kein Problem darstellen.

Nachdem weitgehend die Dinge stimmen mit leichtem Rückstand des MS-20 mini. Wie sieht es denn nun mit dem Juno-Faktor aus? Roland Synthesizer der frühen Zeit haben diese Eigenschaft, einfach immer gut zu klingen – egal was man einstellt – er und es tut, was es soll. Aber wie ist das heute? Muss man lange drehen, bis es klingt oder klingt es einfach immer gut? Beim MiniBrute klingt nicht jede Einstellung „toll“. Das ist das einzige, was ihn von den Eigenschaften des SH-101 trennt. Es ist zwar nutzbar und durchaus musikalisch, was man zu hören bekommt, aber wirklich perfekt klingt er, wenn man ein wenig sucht. Der Mopho liegt im Mittelfeld, kommt aber bei einigen Filtereinstellungen und sonstigen Einstellungen nicht immer so einfach an den „nehm ich“ Faktor heran wie die beiden Spitzenreiter.

Bass Station und Moog, noch mehr sogar dessen Vorgänger der Phatty Serie, haben damit ganz offensichtlich kein Problem. Das klingt alles so schnell gut, dass man einfach gerne damit arbeitet. Der SubPhatty ist einen Tick aggressiver im Gesamtklang, dennoch aber kann man ihm dies bescheinigen. Diese beiden gewinnen den Immerschön™-Award. Dieses Mal gibt es daher drei Ränge:

  1. Novation Bass Station 2 / Moog SubPhatty
  2. Dave Smith Instruments Mopho Keyboard
  3. Arturia MiniBrute / Korg MS-20 mini

Der Preis

Das ist recht leicht festzustellen. Besonders wenn das Gebotene besonders berücksichtigt wird. Unter 500,- Euro sind der Arturia und die Bass Station zu haben. Da wird die Wahl leicht bleiben und der Absatz darüber kurz, denn die anderen drei sind mehr als 100,- Euro weiter oben angesiedelt. Da die Bass Station mehr leistet mit zwei Oszillatoren, kann dies nur so aussehen:

  1. Novation Bass Station 2
  2. Arturia MiniBrute
  3. MS-20 mini
  4. DSI Mopho
  5. Moog SubPhatty

Design und Kleinigkeiten

Sicher nicht der wichtigste Teil im Leben eines Musikers. Das Design im deutschen Sprachraum bezeichnet fast nur die Optik. Den Rest gab es in obiger Abteilung über den Sweet-Spot und der allgemeinen „Performbarkeit“ zu lesen. Ist er schön? Ganz oben steht der Moog. Der sieht einfach absolut zeitlos aus mit dem silbernen Panel und ohne Holzseiten.

Danke! Gerade Moog zeigt es, wie man es macht, ohne Vintage Fankitsch bemühen zu müssen oder an ein Plastikgehäuse Alibiholz zu applizieren. Ob man mit schrillgelber Farbe Designpreise gewinnen kann, ist fraglich. Liebe Gelbisten und Gelbliebhaber, der gelbe Waldorf Q und auch ein gelber Mopho sind nichts für Platz 1. MiniBrute und Bass Station liegen sicher unterhalb des Moog. Wie sehr man heute den MS-20 einordnen kann? Von hinten als Zuschauer eines Konzerts ist er wie eine Wand, von vorn ist er jedoch durchaus „interessant“ und bekommt den Exotenbonus gerne zugestanden.

Kleinigkeiten sind Dinge wie Gewicht und Abmessungen. Der leichteste Klanggeber ist die Bass Station. Ihr folgt der Mopho, dessen Farbe zumindest auffällt. Na ja. Okay. Gelb halt. Ästhetisch schön sind sie aber alle eher nicht. Dem MiniBrute kann man wegen seiner Fader eine funktionale Eleganz unterstellen. Außerdem ist er flach und wirkt damit am meisten für diese Dekade gemacht. Aber der Moog bleibt von allen Betrachtungswinkeln der Sieger im Ring. Er ist allerdings auch der Ausladendste mit seiner festen schrägen Bedienpanelkonstruktion, ähnlich wie der MS-20. Deren Case wird das größte sein. Aber man freut sich wohl auch am meisten, wenn man den Moog dann wieder auspacken darf.

Wer viel reist, vielleicht auch per Flugzeug, der wird die Bass Station (Gewicht) oder den MiniBrute (Platz) bevorzugen. Der Mopho ist übrigens der einzige mit zweieinhalb Oktaven. Alle anderen müssen mit zwei auskommen. Wer den Synthesizer nebenbei auch als Steuerkeyboard für polyphone Melodien unterwegs oder auf der Bühne nutzt, dem können diese sieben zusätzlichen Tasten helfen. Vielleicht ist dies nicht einmal eine Kleinigkeit. Und bei praktischen Themen sei noch auf die Dynamiklosigkeit des MS-20 hingewiesen. Er ist zwar sehr gut zu spielen mit seinen kleineren Tasten und die kleinere Formfaktor kann als sehr gelungen bezeichnet werden. Aber sein Nutzer kauft ihn auch ein wenig wegen der Legende und des Sounds oder wegen seiner zwei so typischen Filter mit der schreienden Resonanz. Ob das vom Publikum am meisten trennende „Wand-Design“ oder seiner Form, die für das Spielen sehr gut ist, aber nicht für den Transport gemacht ist. Er wird daher ebenfalls eher im Mittelfeld bleiben.

Der Sound

Der schwierigste Bereich, was Entscheidungen angeht, ist der Sound selbst. Puristisch? Lofi/dreckig oder Industrial-Style? Popkompatibel oder abstrakt? Ob „vintage“ eine Klangkategorie ist und was sie ausmacht, ist übrigens ziemlich schwer auszumachen. Es stellt sich nicht selten heraus, dass bestimmte ungenauer Verhaltensweisen „vintage“ sind und eine gewisse Breite oder „Volume“ oder „Fettheit“ des Klanges an sich. In der Kategorie würde ein MS-20 heute wie gestern im Bereich „fett“ weniger punkten, im Bereich „ungenau“ aber sehr wohl.

Sein Filter klingt fast wie ein Kamm, es reagiert freundlich-brutal, aber an keiner Stelle auch nur annähernd analytisch. Bass Station, Moog und MS-20 sind so bekannt, dass darüber nicht zu viel verloren werden sollte. Der Moog rückt ein wenig vom klassischen Sound der bisherigen Linie ab, ähnlich des Multimoogs vom Minimoog/Prodigy. Den Lead aus Daft Punks „da funk“ kann man damit ohne Probleme reproduzieren. Er erscheint daher nicht ganz so freundlich, aber dennoch mehr als viele andere. Zum MS-20 muss man sicher gar nichts mehr sagen. Er ist so bekannt für seinen industriellen, aber auch näselnden Sound. Er wird gekauft wegen dieses Sounds, findet aber in der bisherigen Betrachtung gegen die anderen in Teilen ein paar Schwächen, da man ihn wirklich so gelassen hat. Den MS-20 liebt man wohl oder mag ihn nicht so sehr. Er klingt alles andere als neutral und genau deshalb wird er gekauft und eingesetzt. Hunderte von Indie-Tracks sind ohne ihn kaum denkbar. Ebenso ist er stilprägend für die Post-Punk und NDW-Zeit und hat sich über die Zeit gehalten und nichts an seinem herben Glanz verloren. Er braucht wegen dieser kaputten Filter auch nicht zwingend Sync, um krank zu klingen im guten Sinne.

Er wäre mit Sicherheit auch polyphon eine erstaunlich brauchbare heutige Klangquelle. Die Bass Station kann sich als universeller Nachfolger der Roland-Ästhetik sehen. Sowohl klanglich als auch der Sweet-Spot-Faktor stimmen. Sie ist der Geheimtipp ohne Einschränkung mit allen Eigenschaften, die man sich über den Roland-Sound erzählt. Das ist vielleicht auch deshalb anders, weil Novation noch immer nicht den Status von Namen wie Korg oder den alten Rolands bieten. Roland selbst hat zu dem Thema schon vor Jahren aufgehört, Ähnliches anzubieten, weshalb man diesen Klang sucht und hier finden kann. Wieso also einen alten Roland kaufen, wenn man eine Bass Station haben kann? Der fehlende Keytrack-Knopf irritiert etwas, aber sonst ist hier alles wirklich wunderbar holzig und der Vergleich legt nahe, dass dieser Klang wie ein Klassiker zu bewerten ist. Der neutralste Klang gegenüber allen anderen ist der des Mopho. Auch ihn kann man sehr universell einsetzen. Gerade deshalb. Er klingt nicht ohne Charakter, nur ist er nicht so schreiend oder brutal wie MS-20 und MiniBrute, aber auch kein Moog, dessen Wärme-Verzerrung so typisch ist. Er ist für alle die, die sonst vielleicht einen Pro One oder Ähnliches haben wollen. Er ist zwar kein genauer Ersatz, aber er klingt nach dem ,was man in so vielen Songs gebrauchen kann. Als Nerd ist er eben frei von bestimmten sehr typischen Eigenschaften, ohne jedoch schlecht dabei zu werden.

Er könnte die beste Wahl sein, wenn man sehr vielfältig sein möchte und nicht mathematisch korrekt. Analog kauft man gern, weil es besondere Veränderungen gibt, die bietet der Mopho! Der MiniBrute-Sound ist anders und vermutlich der am wenigsten bekannte. Er ist nicht so neutral-mittig wie der des Mopho oder der Bass Station. Er ist ein sehr typischer Vertreter der analogen Technik. Er ist ungenau, ungeschliffen und es fallen nicht sofort bestimmte Titel ein, die diesen Sound mehr oder weniger typisch oder gar stilprägend eingesetzt haben. Aber wenn man es versucht, ist er ein bisschen Human Leagues Being Boiled (Korg Filter!), ein wenig Elektro-Clash (kann braten und böse sein) und auch einen Schuss Pop (mit nicht zu viel Resonanz), vielleicht auch etwas Air-Freundlichkeit und Live-Feeling dazu? Ein wenig Indieluft scheint ihn auszumachen. Er dürfte ähnlich polarisierend sein wie der des MS-20, schon weil er keinen steilen 24 dB pro Oktave Modus hat. Er klingt nicht so nasal, aber so ähnlich „verzerrt“ wie dieser und bringt auf ähnliche Weise Tiefe und Bass-Boden mit ein. Er hält sich erstaunlich gut in der dichten Luft der Zweioszillatorigen durch seine geschickten und trickreiche Shapingangebote und einem eigenen Charme.

Insbesondere auch der MicroBrute wird die hier Gelisteten preislich mächtig unter Druck setzen, muss das aber mit nur einer Hüllkurve tun, weshalb er hier nur wegen seiner Aktualität erwähnt wird. Die größte Überraschung für das Neu-Reinhören ist aber die Bass Station. Vielleicht ist es auch die Freude eines Roland-Fanboys, die diesen Synthesizer so gut erscheinen lassen. Novation geht immer? Der kleine Jupiter? Etwas von diesen Begriffen ist auf ihn jedenfalls anwendbar.

Fazit

Als Idee hinter diesem Artikel stand, einmal vollkommen hart Ranglisten zu bilden. Beim Fazit ist das besonders schwer. Welchen Synthesizer würden Sie ihren Liebsten empfehlen, ohne zu viel nachzufragen über Vorlieben, Vorbilder oder Stile? Hier werden alle irrationalen Lieben mit bedacht werden müssen und auch ein wenig die eines funktionalen, aber übersichtlichen und flexiblen Nutzwertes sprechen das finale Urteil – Das Gerät ist mit Speichern und guter Ausstattung sowie mit einer vollwertigen Tastatur und einem moderaten Preis gut gewählt. Es muss gut skaliert sein und es macht Spaß und mit wenig Such-Einsatz einen guten einsetzbaren Sound zu finden. Die Bedienung sollte in gutem Verhältnis zu dem, was klanglich möglich ist stehen. Studieren muss man zwar für keines der Geräte, aber das Bewährte und das was „analog“ ausmacht auf den Punkt bringen. Die Spielhilfen und Selbstverständlichkeiten wie die Anwesenheit eines Arpeggiators sind 2013 nicht zu hinterfragen. Die Lösung aller Probleme analoger Art und das Universum und einfach allem – Die Antwort und Wahl geht an…

Übrigens ist es prima zu sehen, dass auch neue Synthesizer den Wunsch nach dem befriedigen können, was man bisher mit alten Synthesizern abdecken musste.

 

United Kingdom, 12 Points. Die Bass Station 2 ist eine der positivsten Überraschungen gegenüber eines noch nicht so stark strahlenden Firmennamenmagnetismus. Mit seinem motivierenden Sequencer im Stile des Pro One und seinem gutmütig skalierten Parametern ist es jener, auf dem man den Yazoo „Don’t Go“ Lead genau so wie aktuelle Dance oder Indie-Produktionen fahren kann. Auf dem nächsten Platz würden Moog oder Mopho stehen. Der Mopho wegen seines neutraleren aber gut einsetzbaren Sounds und seinen Möglichkeiten und der Moog wegen seines legendären Sounds. Der MS-20 steht so tief da, da er bei der Anbindung in die digitale Welt doch unterhalb eines einfachen Doepfer MCV-Interfaces liegt und das ist so wenig 2013-fest wie ein Hipster ohne Smartphone. Sicher ist der SubPhatty nicht mit einem Minimoog vergleichbar, aber seine Bedienbarkeit und Gutmütigkeit ist gut umgesetzt. Der Amerikaner ist allerdings auch fast doppelt so teuer im Vergleich zu dem Briten. Details, wie dass der LFO vollkommen abhängig vom Modulationsrad ist, kann nicht den ersten Platz belegen. Der Morpho hat übrigens ein Namendisplay, die Bass Station 2 brilliert mit Zahlen als Merkhilfe und der Rest hat gar kein Display. Das rundere Konzept ist dennoch von der Insel. Also schicken wir den Preis jetzt nach England. Und es wird nichts relativiert. Es ist so entschieden. Habe die Ehre! Abspann.

Preis

  • Moog Sub Phatty 979,- Euro
  • Arturia MiniBrute 489,- Euro
  • Dave Smith Instruments Mopho Keyboard 698,- Euro
  • Korg MS-20mini 599,- Euro
  • Novation Bass Station 2 469,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    qwave

    Gut gemachter Vergleich!
    In der Tat kommt es bei der Auswahl des Richtigen sehr auf die eigenen Präferenzen und Einsatzarten an.
    Was ich leider vermisse wäre ein Vergleich von Tiefpass-Filter-Sweeps um einen Vergleich des Klangcharakters hörbar zu machen, ohne gleich die abgedrehtesten Modulationen zu nehmen. Die Klangbeispiele treffen nach meinem Eindruck recht gut den Charakter. Aber die Art der Beispiele lässt einen Vergleich auf Grundklang-Ebene nicht wirklich zu. Und was hinterher aus einem Synth rauskommt liegt ja nicht nur an dem Synthesizer selber, es sei den, der ist zu stark einschränkend mit seinen Möglichkeiten.
    Ich habe selber den SubPhatty. Und nach dem Test scheint die BassStation 2 für mich auch interessant zu sein. Der MS20 reizt mich wegen seinen sehr guten Möglichkeiten für Effektklänge.

  2. Profilbild
    Steinklopfer  

    Ich hatte mir vor diesem Test überlegt, wie wohl meine Rangliste aussehen würde (Da ich alle besitze oder wenigstens besass). Diese war 100% umgedreht :-) 1. Minibrute (Der übrigens auch ganz andere Klänge zulässt, wenn man mit den Lautstärken nicht über 25% fährt – allgemein ein unglaublicher Charakter) 2. MS-20 (Auch noch Charakter) 3. SubPhatty (Charakter, aber ziemlich eingeschränkt. Durch meinen Voyager und Andromeda eigentlich ersetzbar) 4. Mopho (Die Sounds, die ich an diesem mögen würde, währen auf Polyphonie angewiesen) 5. Bassstation (Fühlte sich wie ein Kompromiss an)

    Naja …wenigstens sind wir uns über den SubPhatty einig. Hehe

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    Tyrell  RED

    Auf meiner ganz persönliche Rangliste würde wohl der MiniBrute auf Platz 1 stehen. Aber ich habe hier genügen Roland-Sound stehen und so geht es mir bei der Bewertung um einen eigenständigen Charakter. So Mic das argumentiert, ist die NBSII schon zu Recht hat auf Platz 1, vor allem für jene die noch keinen echten Analogen besitzen und für einen günstigen Einstieg extrem viel Edit-Potential, Speicherbarkeit und USB erwerben wollen.

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    moogulator  AHU

    @alle
    Kleine Anmerkung noch – das Audiodemo zum MS20mini stammt auch von ihm, das Foto oben ist ein Original MS20, die Fotos weiter unten sind MS20Mini..

    Also nicht wundern – der musste schneller weg und konnte nicht mehr aufs Gruppenfoto.

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    AMAZONA Archiv

    Interessanter und aufschlussreicher Artikel. An der Bassstation stört mich eigentlich nur, dass man die Hüllkurve umschalten muss. Wenn man z.B. Amp Envelope einstellt, dann die Mod Envelope und man bemerkt, dass man den Amp noch etwas knackiger machen könnte, wäre das etwas problematisch, oder man muss sich alles auf eine Schablone pinseln. Ansonsten, neben dem MiniBrute, ein sehr interessantes Gerät!

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    AMAZONA Archiv

    Erst einmal danke für den großartigen und schon lange überfälligen Test. Beiträge von Moogulator wie immer eine Freude.

    Mein Kritkpunkt ist aber die Reihenfolge. Ich finde dies unangemessen, da alle Gerät wirklich komplett verschieden sind. Wenn jemand eben den Korg will, danm wird er nicht einen anderen Kanditaten wählen. Dann kennt er aber auch die Eigenschaften.

    Ich finde man hätte auf eine Reihenfolge verzichten sollen und stattdessen einfach die Stärken nochmals zusammenfassen.

    Es ist toll, dass es all diese Geräte gibt. Dieses Revival hätten wir vor Jahren nicht mal erträumen können. Großen Dank an die Hersteller!

    Toll wäre, wenn dies die anderen Hersteller (v.a. Roland) als Ansporn nehmen würden. Und dann gibt es ja noch das Thema mit der Polyphonie..

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      AMAZONA Archiv

      Ich sehe das exakt diametral.

      Zum einen gibt es eine Erklärung warum Moogulators Reihung so ausgefallen ist, zum anderen stellt sie – zumindest nach meinem Dafürhalten – keinen Anspruch in Stein gemeißelt und für alle gültig zu sein.

      Es sollte doch für jeden Leser möglich sein, sich beim Durchlesen eines derartigen Vergleichs _selbst_ eine Meinung zu bilden und gegebenenfalls zu einem anderen Schluss zu kommen.

      Grosses „GEFÄLLT MIR“ für diesen Vergleich.

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    Markus Schroeder  RED

    Guter Vergleich. Die Rangabfolge hat mich dann zwar etwas überrascht, bis auf DSI auf dem 2., war aber durchaus nachvollziehbar dargelegt.

    Was den interessierten Endverbraucher aber keineswegs die Notwendigkeit abnimmt sich zu informieren was er eigentlich wirklich will. Denn Verlierer sehe ich hier keine.

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    Trooper  

    Sehr schöner, ausführlicher Vergleichstest, da ich auch fast alle schon habe/hatte, kann ich der Rangfolge nur zustimmen, so hätte meine Liste auch ausgesehen.

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    tomeso  

    Schöner Bericht, der die Sache mal ein wenig anders beleuchtet.
    Da ich in diesem Fall etwas vorbelastet bin, würde meine Reihenfolge natürlich etwas anders aussehen, nicht zuletzt aus folgendem Grund: letztlich sind alle Teilnehmer außer dem MiniBrute Neuauflagen bekannter Konzepte und bieten nur sehr begrenzt Innovatives. Ich würde mir da von allen Herstellern etwas mehr Risikobereitschaft für Neues wünschen. :-)

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    changeling  AHU

    Da hat aber jemand eine Obsession zum Wort Nerd.
    Den Korg MS-20 mini finde ich in dem Test fehl platziert, der wurde sichtlich aufgrund des Eurorack-Modular-Hypes neu aufgelegt, ist also dazu gedacht mit anderen CV und Gate-Quellen zu kommunizieren und wurde außerdem möglichst günstig gehalten und deswegen im Vergleich zum Original kaum etwas geändert. Daher gibt es jetzt auch Korg MS-02 ähnliche Eurorack Module wie den English Tear. Die Zielgruppe im Vergleich zu speicherbaren und komplett MIDI-steuerbaren Synths ist meines Erachtens eine komplett andere. Außerdem haben Eurorackler die Möglichkeit mit Silent Way wesentlich bessere und flexiblere Computer-Integration zu nutzen.

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    moogulator  AHU

    Ernsthaft – ich mag den MS20 Mini sehr, aber hier sollte es einfach nüchtern sein. Der Sound ist insgeheim eigentlich das, was entscheidet – da kann man auch mal auf MIDI verzichten, deshalb stehen so viele SH’s, ARPs und so weiter bei den Leuten rum. Mit meiner Sozialisation und Vorliebe geht ein Leben ohne MS20 irgendwie nicht. Aber diese Teile hier sind alle cool, es wird mir schwer fallen sie nach und nach wieder zurück zu schicken, bzw. einige sind schon wieder weg. Ich hab sowas Neues ja sonst nicht hier und ich kauf auch nur wenn ich irgendwie muss. Also wenn mein MS20 platt ist, gibts nen MS20Mini. Aber der Microbrute, der ist auch echt süß. ich krieg das einfach nicht geregelt so viele coole Teile irgendwie ungeil zu finden, das alles will dauernd gespielt werden und so. Deshalb steht das Forum auch voll mit diesem Zeugs, wo einfach man irgendwo hören mag – komm ey, behalt doch beide. oder alles. Sind doch auch alle gut.

    Eine Reihenfolge macht immer Polarisierung. Ich habe mich sogar gewundert, dass nicht viel mehr Leute einfach einen Rant schreiben – ey, das muss anders, bissu piep Alter? Und sie hätten immer Recht.

    Eigentlich müsste der Easel auch noch dazu, aber dann muss die Schranke 4x höher gelegt werden. Aber USB hatter nich‘, „da hat dir wohl jemand Scheiße erzählt“, Jünther.

    Irgendwie wäre ich selbst gern so ein Nerdgeschoss.
    Wer macht den Punk(t)sieg wirklich komplett?

    In Liebe
    ihr

    Synthie & Bert

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    Filterpad  AHU

    Das traurige an der ganzen Sache ist, dass man früher bei der Bauweise eines Synthesizers auf Langlebigkeit gesetzt hat und bei den heutigen Synthesizern – zumindest die unter 600 Euro – bewegen wir uns in eine klare Richtung: In unserer heutigen Wegwerfgesellschaft heißt die Devise: Kaufen, und nach rund 10 Jahren hat der Synthesizer seinen Dienst getan. Deshalb kann ich nicht ganz nachvollziehen das der Moog S.P. so schlecht abschneidet. Diesem Synthesizer (trotz der genannten Einbußen) traue ich seine Langlebigkeit noch am längsten zu.

  13. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Ja, wobei ich nach wie vor nicht abgeneigt bin einen Synthesizer unter 600 Euro zu kaufen mit der Hoffnung, dass der Synth nicht nach ~100 Betriebsstunden kaputt geht. Der aktuelle Microbrute finde ich wirklich ein nettes Gerät. Die Frage ist ob es sich lohnt mehr Geld oder eben weniger Geld auszugeben für einen Synthesizer, man möchte ja nicht die Katze im Sack kaufen. Ich habe übrigens den MS 20 Mini angespielt und ich fand den Sound schrecklich (billig klingend)! Habe ich keinen Geschmack? Also nach dem Probespielen war klar: Dieser Synthesizer kommt mir trotz des günstigen Preises nicht ins Haus. Da klingen andere besser.

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