Vergleichstest: Behringer VC340 vs Roland VP-330 Vocoder

14. September 2019

Thus quoth the raven, nevermore

Der Vocoder VC340 aus dem Hause Behringer ist hier schon ausführlich getestet worden. Markus Schroeder war von dem Gerät begeistert und schreibt in seinem Fazit: „…mit diesem Instrument kommt man dem Original wohl so nahe, wie man ihm nur kommen kann und es dürfen einige von euch schon mal feuchte Hände bekommen.“ Dazu gab es gab noch die „best buy“-Empfehlung, mit der die AMAZONA.de-Redaktion sehr verantwortungsbewusst umgeht. Was es noch nicht gab, ist ein A/B-Vergleich mit dem Original – dem Roland Vocoder VP-330 aus dem Jahr 1979. Einen solchen Vergleich hatte seinerzeit Marko Ettlich für den digitalen Klon VP-03 vorgenommen, den Roland in seiner Boutique-Reihe herausgebracht hat. Zum Original-Vocoder liegt ebenfalls von Marko ein sehr schöner Blue Box-Bericht aus dem Jahr 2009 vor.

Zur Funktionsweise von Vocoders empfehle ich diesen Fachartikel von Erik Steckmann. HIER KLICKEN

Selten und Inzwischen richtig teuer: Der Roland Vocoder VP-330.

Selten und inzwischen richtig teuer: Der Roland Vocoder VP-330.

Höchste Zeit nun also auch den Behringer-Klon zum Duell mit seinem großen Vorbild antreten zu lassen. Zur Einstimmung auf unseren Vergleichstest ein Vocoder-Beispiel mit etwas Chor und Strings-Beimischung. In Beispiel 1 hört ihr den Roland VP-330, in Beispiel 2 den Behringer VC340.  Es gibt jeweils einen „trockenen“ Durchgang und einen mit aktiviertem Ensemble-Effekt.

Für die Vocoder-Beispiele habe ich ein Shure SM-58 verwandt, das über ein XLR-Kabel mit den Instrumenten verbunden wurde. Ich habe – wie bei allen Klangbeispielen – weder Equalizer noch Effekte verwendet. Die AD-Wandlung erfolgte über ein PrismSound Orpheus.

Mein erster Behringer seit dem Ultrafex

Vorausschicken muss ich, dass der Behringer VC340 mein eigener ist. Ein Original Roland Vocoder VP-330 stand lange auf meiner Watch List. Er wird äußerst selten angeboten, denn es wurden nur etwa 2000 Stück gebaut. Ein aktuelles Angebot eines restaurierten VP-330 des niederländischen Vintage-Händlers Ocsidance soll 3.449,- Euro kosten.  Das möchte ich bei aller Liebe nicht ausgeben. Als ich dann das Youtube-Video von Mr Firechild „You’re the super clone“ gesehen hatte, war’s um mich geschehen. Ob man das als Hommage durchgehen lässt, oder es als ziemlich raffinierte Produktwerbung ansieht, sei jedem selbst überlassen. Seine Wirkung hat das Video jedenfalls nicht verfehlt: Der VC340 ist mein erstes Behringer-Gerät seit dem Multiband Exciter Ultrafex. Der ist inzwischen auch schon Vintage. Hier meine ersten Experimente mit dem VC340. Bei den insgesamt drei VC340-Songs habe ich weitere Synthesizer und auch Effekte wie Hall und Kompression eingesetzt:

Mein erstes Behringer-Gerät seit dem Ultrafex

Mein erstes Behringer-Gerät seit dem Ultrafex

Der Test

Das Wichtigste bei diesem Test ist sicher der klangliche Vergleich. Da ich beide Instrumente nun nebeneinander spielen konnte, möchte ich euch aber auch gerne meine grundsätzlichen Beobachtungen mitteilen: Haptik,  Tastaturumfang, musikalische Eindrücke. Die Klangbeispiele streue ich dazwischen. Es sind in einem File jeweils beide Instrumente zu hören.  Wir hören immer zuerst das Original und anschließend den Klon.

Zunächst wollen wir herausfinden, wie nahe der Behringer-Clone dem Grundsound des Rolands kommt und probieren dafür den nackten Chorsound aus – ohne Ensemble-Effekt. Zunächst das Male 8-Register. Danach folgt die gleiche Versuchsanordnung mit Male 4 + Female 4. Ich spiele  immer abwechselnd einen Ton auf dem Roland Vocoder Plus und dann auf dem Behringer und abschließend einige Akkorde. Zuletzt ein Beispiel mit vollem Chor (immer noch ohne Ensemble-Effekt).

Ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Da hat Behringer einen sehr guten Job gemacht. Der Chor-Grundsound ist wirklich gelungen. Richtig kommt der Klang natürlich erst „mit Ensemble“ zur Wirkung. Unten geht’s weiter.

Im Musikzimmer traut vereint: Der Roland VP-330 und der Behringer VC340.

Im Musikzimmer traut vereint: Der Roland VP-330 und der Behringer VC340.

Nachbarschaftshilfe

Ermöglicht wurde der Vergleich der beiden Instrumente, weil ein befreundeter Musiker, Felix Classen, den Roland Vocoder Plus besitzt. Das ist die 2. Version von Rolands Vocoder, dessen Design auch beim Behringer Gerät Pate stand. Felix war an dem Vergleich der beiden Instrumente selber sehr interessiert und hat mir seinen Vocoder gerne ausgeliehen.  An dieser Stelle ein großes Dankeschön an ihn. Er wohnt dazu noch im gleichen Haus und so musste ich den in bester massiver Roland-Bauweise der 70er Jahre gefertigten Vocoder nur zwei Treppen tragen. Der VP-330 wiegt 14 kg und kommt auf die Abmessungen 90,5 x 37 x 14,5 cm. Der Behringer Vocoder ist dagegen mit 6,6 kg gerade mal halb so schwer und mit 64,9 x 10,3 x 25,7 auch wesentlich kompakter gebaut. Er passt gut auf die Laptop-Ablage meines Keyboardständers. Für den Roland musste ich die Keyboard-Ablage dagegen gleich mal um einen Lochpunkt ausfahren.

Beim Design lehnt sich der Behringer an den Roland Vocoder Plus an, auch als MK II bekannt.

Beim Design lehnt sich der Behringer an den Roland Vocoder Plus an, auch als MK II bekannt.

Behringer VC340 – Wie klingt der Ensemble-Effekt?

Jetzt wird es spannend: Wir schalten „Ensemble“ ein. Wie in den Beispielen ohne Effekt spiele ich erst die Kombination Male 8, dann Male 4 + Female 4. Wie gehabt: Immer abwechselnd einen Ton vom Roland und einen vom Behringer.  Am Ende jeweils wieder Akkorde.

Nun folgt ein Beispiel mit vollem Chor und etwas verlängerter Attack-Zeit, eines mit langem Release und eines, bei dem ich sowohl eine längere Ein- wie Ausschwingzeit eingestellt habe.

Bitte hört beim Behringer noch mal genau hin. Nach dem Release klingt noch ein schwaches elektronisches Geräusch nach, das ich beim Roland nicht so stark heraushöre. Vermutlich ein Echo der Eimerketttenspeicher-Schaltung für den Ensemble-Effekt. Es ist ein bisschen wie beim Flöhehusten, ich weiß, und es wird in einer Aufnahme oder gar live wohl kaum auffallen.  Und wie fandet ihr den Ensemble-Effekt? Schwurbelt doch ganz schön, oder? Allerdings gibt es dazu verschiedene Auffassungen. Mehr dazu unten, wenn wir uns die Strings vorknöpfen.

Der Behringer macht von der Verarbeitung her einen grundsoliden Eindruck. Die rötlichen Holzseitenteile erinnern mich allerdings ein bisschen an die Einrichtung eines

Der Behringer macht von der Verarbeitung her einen grundsoliden Eindruck. Die rötlichen Holzseitenteile erinnern mich allerdings ein bisschen an die Einrichtung eines China-Restaurants.

Behringer VC340 – solide Verarbeitung

Die Verarbeitung des Behringer-Instruments macht einen wertigen Eindruck. Bei meinem Musikhändler steht freilich ein Vorführexemplar, bei dem der Regler für den Pitch Shift-Effekt nur noch halb am Instrument hängt. Da scheinen einige Grobmotoriker am Werk gewesen zu sein. Oder vielleicht ist der Regler auch anfällig, ich behandle ihn mit gebotener Vorsicht. Die Assoziation „gebaut wie ein Panzer“ hat man aber ganz klar beim Original, das freilich bald 40 Jahre auf dem Buckel hat, was man an ein, zwei Stellen durchaus auch merkt.

Der Volume-Regler kratzt bei diesem 40 Jahre altem Instrument. Und der Pitch Shift-Regler hängt auch schon etwas auf halb acht.

Der Volume-Regler kratzt bei diesem 40 Jahre alten Instrument. Und der Pitch Shift-Regler hängt auch schon etwas auf halb acht.

Vintage-Freuden: Wenn die Potis kratzen

Das Loudness-Poti beim Roland kratzt – Felix hatte mich schon vorgewarnt. Auch wenn man das Poti mit sensiblen Fingern gerade so eingestellt hat, dass er arbeitet, kann es passieren, dass mitten im Spiel ein Kanal zu krächzen beginnt oder ganz ausfällt. Dann heißt es, schnell den Poti etwas hin- und herbewegen und mit etwas Glück  läuft er dann wieder. Natürlich könnte man das Instrument auch zum Service bringen. Aber das bedeutet Zeit und Geld investieren. Und für den Hausgebrauch geht es ja auch so. Für live sicher nicht. Also man sieht schon: Mit den alten Teilen hat man auch so seine Kümmernisse.

Behringer VC340 – Fader-Wege wie beim Original

Obwohl der Behringer im direkten Vergleich zum Roland VP-330 schon etwas „lütt“ wirkt, sind die Fader-Wege identisch. Man kann also ohne jede Schwierigkeit an beiden Geräten die exakt gleichen Einstellungen vornehmen. Auch die Drucktaster und Potikappen sind praktisch identisch und angeordnet wie beim Original.  Anders als beim Roland-Klon VP-03, wo eben mal fast die Hälfte der Taster eingespart wurde. Auch die Behringer-Tastatur finde ich sehr ansprechend. Bei den Bedienelementen und der Tastaturqualität braucht sich der Behringer also nicht vor dem Roland VP-330 zu verstecken.

Die Taster und Fader haben beim Behringer VC-340 Originalgröße.

Die Taster und Fader haben beim Behringer VC-340 die Originalgröße.

Behringer VC340 – Die Strings

Bei den Strings gibt es nur Beispiele mit Ensemble-Effekt zu hören. Und das liegt nicht an der Faulheit des Testers: Anders als bei der Chor-Simulation kann man nämlich bei den Strings den Effekt nicht abstellen.  Wir hören wieder abwechselnd die Roland und die Behringer-Strings, dann Strings mit Attack und schließlich mit Attack und Release, wobei ein neues Triggern die Release-Phase abschneidet. Das hat Behringer ganz getreulich dem Roland nachempfunden, der keine separaten Hüllkurven pro Taste zur Verfügung stellt. Das war bei Keyboards dieser Ära, die mit Teilertechnik arbeiteten, allerdings der Regelfall. Ein weiteres Beispiel mischt Chor und Strings.

String Synthesizer: nur guter Durchschnitt

Der Stringsound des Vocoders ist gut, haut mich aber nicht wirklich vom Hocker – weder beim VP-330, noch beim VC340. Ich finde die Strings in meinem ARP Quadra seidiger, die Streicherklänge in meinem Moog Opus 3 variabler (wegen des Multimodefilters) und die in meinem Yamaha SS-30 prägnanter. Gleiches ließe sich vom Hohner String Melody sagen oder auch einem Roland RS -505 Paraphonic. Nun haben diese String Ensembles alle etwas gemeinsam – man kann man bei ihnen mindestens zwei verschiedene Fußlagen mischen. Der Vocoder Plus bietet nur 4“ an. Zum Mixen mit Vocoder und Chor eignen sich die Strings aber sehr gut. Solistisch setze ich sie nicht so gerne ein, zumal beim Behringer VC340 der Ensemble-Effekt zuweilen etwas dick aufträgt.

Die String-Sektion des Roland-Vocoders.

Die String-Sektion des Roland Vocoders

Phasenprobleme beim Chorus

Ich hatte vorhin bereits angedeutet, dass der Ensemble-Effekt im VC-340 nicht jedem gefällt. Ich wollte aber, dass ihr erstmal selber genau hinhört und euch eine eigene Meinung bildet. Ein Beitrag von Retrosound-Spezialist Marko Ettlich, der das Original besitzt, hatte mich sensibilisiert. Er schreibt in einem Kommentar zum VC340-Test,  dass der Modulationseffekt bei Strings und Chor eine Irregularität aufweise: „Die BBDs sind nicht richtig in Phase zueinander bzw. die Phasenlagen sind nicht stabil. Das macht sich in einem Flattern bemerkbar welches immer nach einer gewissen Zeit entsteht. Das klingt sehr unschön und erinnert so gar nicht an den VP-330.“ Auf Sequencer.de gibt es inzwischen eine rege Diskussion zu diesem Thema. 

Wer zittert denn da?

Wir merken: Analoge Eimerspeicherketten nachzubilden, ist nicht trivial. Wer genau hinhört, bemerkt tatsächlich beim Behringer-Gerät eine periodisch wiederkehrende, zitternde Modulation. Ein Wechsel von langsamen und schnellen Modulationsmustern finden wir zwar auch beim Original. Da verbinden sie sich aber sehr organisch und unaufdringlich mit dem Gesamtklang. Beim Behringer lenkt das Zittern mehr Interesse auf die Modulation selbst, als zuträglich ist. Man muss aber auch sagen: Im Arrangement eines Stücks tritt diese Eigenwilligkeit zurück. Manchem wird es vielleicht bisher nicht mal aufgefallen sein. Und ich möchte auch festhalten, dass der Chor- und Stringssound des VC340 mir sehr viel besser gefällt, als beim Konkurrenten Roland VP-03. Den Klang des Roland-Boutiquegeräts empfinde ich als zu steril und statisch, wobei die eingeschränkte Polyphonie ein zusätzliches Manko darstellt. Mit nur 6 Stimmen kann man keine Streicherteppiche legen.

Die Konkurrenz_ Der VP-03 von Roland bringt zwar sein eigens Mikrofon mit, geuzt aber bei der Polyphonie. Und die Streicher und Chöre wollen keinen Sternenstaub versprühen.

Die Konkurrenz: Der VP-03 von Roland bringt zwar sein eigenes Mikrofon mit, geizt aber bei der Polyphonie. Und die Streicher und Chöre wollen keinen Sternenstaub versprühen. (Foto: Marko Ettlich)

Zurück zum Behringer: Manche meinen, die Strings kämen eigentlich in Mono am sämigsten rüber. Hier also – abweichend von meinen übrigen Beispielen – der VC340 mal an erster Stelle und zwar  in Mono, anschließend in Stereo und zum Schluss der Roland VP-330.

Workaround

Was tun, wenn einen der Ensemble-Effekt des Behringer VC-340 stört? Bei den Chorsounds kann man den Effekt abschalten und zum Beispiel einen Boss CE-1 oder ein Roland Dimension D nachschalten. Wobei allerdings ein Chorus niemals einen Ensemble-Effekt wird ersetzen können. Beide Effekte werden auch unterschiedlich erzeugt. Beim Chorus handelt es sich im Prinzip um ein Vibrato, wobei der Originalklang mit dem leiernden Effekt-Sound überlagert und gemischt wird. Beim Ensemble-Effekt wird das Originalsignal dagegen nicht durchgelassen. Mehrere Eimerspeicherketten werden über LFOs angesteuert, die mit unterschiedlichen Frequenzen laufen. Mit dem Symphonic-Sound des Yamaha SPX90 wäre wohl noch am ehesten eine Annäherung zu erreichen. Das ist dann freilich nicht mehr der Original-Ensembleklang des Vocoders, stellt aber einen brauchbaren Workaround dar.

Nachbesserung wäre willkommen

Bei den Streichern hilft uns das leider nicht weiter, da bei den Strings der Ensemble-Effekt ständig aktiviert ist. Hier hätte ich mir tatsächlich ein Abweichen vom Original gewünscht – nämlich  einen eigenen Ein- und Ausschalter für den Effekt. Aber das ist letztlich auch Geschmackssache und jeder muss für sich entscheiden, für wie gravierend er diesen Punkt erachtet. Ich persönlich kann damit leben, da ich das Instrument eigentlich immer im Rahmen von Arrangements einsetze. Schön wäre es natürlich, wenn Behringer sich die Ensemble-Schaltung daraufhin noch einmal anschauen und hier nachbessern würde.

Die vierte Oktave erreicht man beim Behringer VC340 über den Umschalter oder aber ein MIDI-Kyboard.

Die vierte Oktave erreicht man beim Behringer VC340 über den Umschalter oder aber ein MIDI-Keyboard.

Behringer VC340 – die fehlende Oktave

Die kompakten Abmessungen des VC340 hängen vor allem damit zusammen, dass Behringer das Instrument um eine Oktave (die oberste) geschrumpft hat. Ich finde das schade, aber kann mich damit arrangieren. Anders als beim SC Prophet 6 oder OB-6, wo ich die fehlende Oktave (vier statt fünf) wirklich als Nachteil empfinde. Wegen der Splitting-Möglichkeit wären vier Oktaven natürlich auch beim VC-340 schön gewesen. Beim Original gibt es einen Splitpunkt genau in der Mitte, der die Tastatur in zwei gleiche Hälften mit jeweils zwei Oktaven teilt. Der VC340 behilft sich mit einer Umschalttaste, durch die wir die obere Oktave erreichen können. Mit der Konsequenz, dass auch zwei Splitpunkte auf dem Gerät gekennzeichnet werden müssen. Dabei liegt der Splitpunkt mit aktivierter Oktavumschaltung unter dem Original-Splitpunkt.  Die Verkürzung der Tastatur bringt also notwendigerweise Kompromisse mit sich, über die man sich beim Original keine Sekunde lang Gedanken machen muss.

Spiel über MIDI-Keyboard hat seine Tücken

Nun besitzt der VC340 ja MIDI, so dass man ihn sehr leicht über ein externes Keyboard ansteuern kann. Beim Vergleichstest habe ich dafür mein Kurzweil PC3X benutzt. Der Kurzweil besitzt 88 Tasten, was aber nicht bedeutet, dass sich der vorgegebene Tonbereich von vier Oktaven des Vocoders damit erweitern ließe. Es handelt sich ja schließlich nicht um einen Sampler. Spielt man einen Ton unterhalb oder oberhalb des äußersten C, dann hört man auf allen Tasten eben dieses C. Das kann etwas tückisch sein, wenn man den Originaltonumfang des Vocoders mal einen Moment lang vergisst.  Ich spiele zum Beispiel im Bass gerne Oktaven. Liegt dann der untere Ton außerhalb des Tonbereichs, ist der Basston immer ein C, was bei einer Oktave zum Beispiel auf  „H“ ziemlich schräg klingen kann.

Beider Kalkulation des Behringer mussten irgendwo Abstriche gemacht werden. Andererseits: Vier Oktaven sind schon schön.

Bei der Kalkulation des Behringer Vocoders mussten  irgendwo Abstriche gemacht werden. Andererseits: Vier Oktaven sind schon schön.

Bei der Tastatur führt der Roland

Ein zweiter Punkt, der mir aufgefallen ist: Spiele ich den VC340 über seine eigene Tastatur, nutze ich nur äußerst selten die Oktavumschaltung, weil die Chöre  in dieser hohen Lage nicht mehr so überzeugend klingen. Habe ich dagegen den vollen Tonumfang zur Verfügung – sei es beim Original oder über ein MIDI-Keyboard – stelle ich schnell fest, dass gerade beim weitlagigen Spiel diese hohen Töne wieder richtig gut klingen können.  Andererseits – der Vocoder ist sicher kein Hauptinstrument. Da ist es gut, ihn auch schnell mal verstauen zu können, wenn er gerade nicht gebraucht wird. Es gibt nicht wenige User, die sich sogar einen Expander ganz ohne Tastatur wünschen würden. Aber da wir hier den VC340 nicht isoliert betrachten, sondern im Vergleich zum Original, halten wir fest: Beim Tastaturumfang geht der Punkt klar an den Roland Vocoder Plus.

Vibrato und Pitch Shift

Das Vibrato kann für schön eiernde Chorsounds sorgen. Hier ein Beispiel mit Male 4 und Female 4. Vibrato wirkt auch auf den Vocoder, allerdings nicht auf die Stringsounds.  Eine Besonderheit der Roland Vocoders ist die ausgefuchste Pitch Shift-Sektion, die ein bisschen an die Autotune-Effekte heutiger Tage erinnert. Der Klang schwingt auf  seine Tonhöhe ein, wobei Zeit und Intervall frei eingestellt werden können. Das Ganze kann automatisch getriggert werden oder in der Manual-Stellung auch mittels eines Shift-Faders von Hand gemacht werden. Ich bringe Beispiele mit langer und kurzer Shift-Zeit (wobei ich die „kurze“ Einschwingzeit beim VC340 offensichtlich doch länger gewählt hatte, als beim Roland).

Speziell die Vocoder-Sektion des Behringer ist ausgezeichnet gelungen.

Speziell die Vocoder-Sektion des Behringer ist ausgezeichnet gelungen.

Behringer VC340 – der Vocoder

Bevor wir zur Schlussbetrachtung  kommen, wollen wir uns den Vocoder noch genauer ansehen. Das Einstellen der richtigen Eingangsempfindlichkeit ist dabei etwas fummelig. Das ist mir beim Roland sogar noch stärker aufgefallen, der Behringer war da eher gutmütig. Dann muss man Vocoder-Singen auch wirklich üben. Wenn man ins Mikrofon spricht, aber noch kein Carrier-Signal anliegt (keine Taste gedrückt ist), hört man auch nichts. Solche Aussetzer gehen also auf das Konto mangelnder Erfahrung des Testers und nicht der Instrumente. Das Klangbeispiel „Zahlen/Intercityexpress““ gibt es jeweils einmal ohne und einmal mit zugeschaltetem Chorus. Wie immer zuerst der Roland, dann der Behringer.  „Pump of the volume“ stellt die einmal die tiefe Lage und dann den Pitch-Effekt im Zusammenspiel mit dem Vocoder vor.

Die Vocoder-Sektion ist Behringer sehr gut gelungen. Insbesondere die Sprachverständlichkeit finde ich wirklich gut. Mit dem „Tone“-Regler, der den Klang von dumpf bis hell verändert, lässt sich hier eine optimale Anpassung erreichen. Sicher könnte man hier auch noch mit unterschiedlichen Mikrofontypen experimentieren.

Für die Vocoder-Beispiele wurde das Shure SM58 verwendet.

Für die Vocoder-Beispiele wurde das Shure SM58 verwendet.

Ein menschelnder Vocoder

Was mir allerdings grundsätzlich auffällt: Der Vocoder im VP-330 und im VC340 hat noch relativ hohe „menschliche“ Anteile. Er lässt von der Originalstimme noch einiges durch. Wer also eine komplett elektronische Verfremdung seiner Stimme wünscht, wird hier eventuell nicht optimal bedient. Insofern kann es interessant sein, den Vocoder noch weiter zu verfremden. Das habe ich im folgenden Beispiel getan, indem ich dem VC340 noch einen TC Voice Live vorgeschaltet habe: „Harder, faster, fiercer, wilder“ ;-)

Interessant ist auch der Anschluss einer Drum Machine, die ebenfalls durch den Vocoder geschickt wird. Die beiden Klangbeispiele gehen nahtlos ineinander über. Die VC340 setzt ungefähr bei 40 Sekunden ein. An einigen Stellen wird der Original-Drumsound stärker. Da habe ich den Direkt-Mikrofoneingang etwas aufgedreht.

Warum gerade ein VP-330-Klon?

Der Roland VP-330 nimmt unter den Vintage-Klassikern, denen die Firma Behringer zu neuem Leben verhelfen will, eine Ausnahmestellung ein. Zunächst einmal gibt es den Klon VC340 tatsächlich bereits zu kaufen, während die Behringer-Fans auf die Auslieferung vieler angekündigter Instrumente noch sehnsüchtig warten. Nach dem Model D kommen nun zwar auch der Odyssey, der MS-1 und die RD-808 in die Läden. Aber wer hätte im Ernst erwartet, dass unter den rund 20 Synthesizern und Drumcomputern (ist das eigentlich noch die aktuelle Zahl?), an denen mehrere Behringer-Teams parallel arbeiten, ausgerechnet ein Nischeninstrument wie Rolands VP-330 Priorität genießen würde?  Ein Zwitter aus einem Vocoder und einem aufgebrezelten Stringsynthesizer mit Chorsimulation.

Geschickter Schachzug

Das Ganze ist umso bemerkenswerter, als Uli Behringer hatte durchblicken lassen, dass er gerade von diesem Instrument vielleicht nicht die Stückzahlen verkaufen würde, die eine Produktion erst wirtschaftlich erscheinen lassen. In einem Vorbericht auf AMAZONA.de wird aus einem Forumsbeitrag Behringers zitiert: „This is a pretty exotic synthesizer and many people told us that we’re totally crazy to invest so much time and effort to bring it back to life. People who are familiar with technology understand that this is a very complex analog product as it contains over 3,000 components of specified with very low tolerances.“ 

Ein OSCar oder Pro One wären da für den Anfang wohl eine sicherere Bank gewesen. Möchte man meinen. Aber vielleicht war gerade das ein geschickter Schachzug.

Mit dem Vocoder VC340 erreicht Behringer auch Käufer, die sonst nicht zu seinen Stammkunden gehören.

Mit dem Vocoder VC340 erreicht Behringer auch Käufer, die sonst nicht zu seinen Stammkunden gehören.

Sentimental Journey

Dass Uli Behringer sich ausgerechnet dieses Keyboard-Juwel vorgenommen hat, könnte die These stützen, dass hier doch ein Überzeugungstäter am Werk ist, der die großen Keyboard- und Synthesizerlegenden der 70er und 80er Jahre einem nachwachsenden Kreis von jüngeren  Musikern zum Budgetpreis zur Verfügung stellen möchte: „I personally like to bring it back as it’s such a beautiful instrument. In fact it’s a synthesizer I feel very sentimental about as it was one of those synths I always wanted but could not afford when I was a kid!“

Das bringt bei mir durchaus eine Saite ins Schwingen, denn mir (und sicher vielen anderen auch) ging es damals, Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, sehr ähnlich. Regelmäßig besuchte ich die Musikläden, spielte stundenlang die Geräte an, sammelte wahre Papierhalden von Flyern, Prospekten und Keyboardmagazinen und sparte für ein Wurlitzer Piano oder einen Polysix. Bei den allermeisten Instrumenten blieb es aber beim Träumen.

Auch wenn ich mir inzwischen einige Vintage-Träume erfüllt habe: Beim Vocoder habe ich mich bewusst für den Behringer entschieden.

Auch wenn ich mir inzwischen einige Vintage-Träume erfüllt habe: Beim Vocoder habe ich mich bewusst für den Behringer entschieden.

Kalkulation wie beim Aldi-Schampus

Und für alle, die in Uli Behringer eher den Onkel Dagobert der Musikindustrie sehen wollen, der uns mit Synthesizern beglückt, die so knapp kalkuliert sind, wie der Schampus bei Aldi, möchte ich noch einen zweiten Gesichtspunkt nachschieben: Mit dem Vocoder hat Uli Behringer auch Kunden eingesackt, denen er keinen Deepmind verkaufen konnte. Kunden der „Generation Silber“, die vielleicht skeptisch sind, ob seine angekündigte Oberheim-Nachschöpfung des OB-Xa an die Klanggewalt und Unberechenbarkeit des Originals heranreichen wird. Die aber kühle Rechner genug sind, nicht für jedes Vintage-Teil Phantasiepreise zu bezahlen.

Behringer hat seine Kalkulation ja offen gelegt. Ab 1000 Stück hätte sich die Produktion bei einem Verkaufspreis von 1000,- US-Dollar gelohnt. Ab 5000 Stück läge der Preis bei nur noch 800,- US-Dollar. Und wenn wir vom jetzigen Verkaufspreis von rund 500,- Euro ausgehen, was knapp 560,- US-Dollar entspricht, kann ich nur mutmaßen, dass sich der Vocoder ganz gut zu verkaufen scheint.

Auch Roland selbst hat mit dem Boutiquegerät VP03 einen eigenen Klon am Start. Der wird vom Berhinger aber klar auf die Plätze verwiesen.

Auch Roland selbst hat mit dem Boutiquegerät VP03 einen eigenen Klon am Start. Der wird vom Behringer aber klar auf die Plätze verwiesen. (Foto: Marko Ettlich)

Wenn Vernunft über Vintage-Fieber triumphiert

Beim Roland Vocoder VP-330 war es bei mir tatsächlich so, dass Vernunftgründe den Ausschlag gaben. Das Original ist preismäßig inzwischen in solch indiskutable Regionen abgehoben, dass das Behringer-Angebot eines war, dass ich nicht ausschlagen konnte. Ich bin bereit eine Menge Geld für Vintage-Schätze auszugeben. Aber mehr als 3.000 Euro für einen Vocoder mit integrierter Chor- und String-Sektion – da ist bei mir die Grenze erreicht. Auch wenn es eines der Hauptinstrumente von Vangelis war und mein Leib- und Magenkeyboarder Tony Banks den Vocoder als Mellotron-Ersatz live gespielt hat.  Gute Analog-Strings gibt es so einige, auch bezahlbare, und einen Vocoder hat sogar mein Yamaha Mox6 eingebaut. Einen schönen Chorsound gibt’s auch von der M1 oder dem Prophet VS. Aber ein Gerät ist bekanntlich mehr als die Summe seiner Teile. Und der Roland Vocoder ist definitiv ein Instrument, das Geschichte geschrieben hat.

Für wen Vangelis der absolute Hero ist, der wird bereit sein für diesen Schriftzug sehr tief in die Tasche zu greifen.

Für wen Vangelis der absolute Hero ist, der wird bereit sein für diesen Schriftzug sehr tief in die Tasche zu greifen.

Insgesamt gute Reproduktion

Dass 40 Jahre, nachdem Rolands Vocoder auf den Markt kam, dieser Klassiker wieder zur Verfügung steht, finde ich großartig. Mit dem Behringer VC340 erhält man eine wirklich gute Reproduktion des Vocoders. Auch die Chorsimulation gefällt mir. Die Strings leiden im solistischen Einsatz ein wenig unter dem Ensemble-Effekt, der noch Verbesserungspotential hat. Aber bitte lassen wir die Kirche im Dorfe. Man kann für sehr viel mehr Geld einen ARP 2600-Klon von TTSH oder den CS-80-Replikanten Deckard’s Dream kaufen. Und mit tödlicher Sicherheit werden Zeitgenossen mit euphonischem Gehör uns sagen: „Das klingt aber gar nicht nach ARP 2600 und das soll ein CS-80 sein? Da liegen ja Welten dazwischen.“ Nun, Welten liegen beim Behringer nicht dazwischen. Aber natürlich gibt es schon Unterschiede zum Original.

Oben rum fehlen 5 Prozent

Mein Nachbar Felix hat unter seinen Musikerfreunden den Spitznamen „Fledermaus“ weg, weil er ein besonderes Ohr für die hohen Klangspektren besitzt. Seine Eindrücke vom VC340 möchte ich euch nicht vorenthalten: „Ich finde ihn in den Höhen nicht so lebendig. Die Obertöne haben beim Roland ganz viel Luft, einen silbrigen Schimmer. Beim Behringer klingt es für mich so, als ob der Cutoff nicht ganz offen wäre. Da fehlen oben irgendwie 5 Prozent. Insgesamt empfinde ich den Behringer als plakativer im Klang, weniger fein.“  Und sein Fazit: „Nettes Teil. Der Preis ist natürlich der Hammer. Aber ich möchte nicht tauschen.“ Muss er ja auch nicht ;-)

Trotz einiger Altersgebrechen des Roland-Testexemplars macht der Oldie das Rennen.

Trotz einiger Altersgebrechen des Roland-Testexemplars macht der Oldie am Ende das Rennen.

Auf dem Siegertreppchen – der Roland VP-330

Der Behringer VC340 ist wirklich relativ nah dran am Original-Sound und für 499,- Euro bietet das Instrument ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis. Ich denke, im direkten Vergleich mit dem Original ist dann doch die Gesamtnote „gut“ angebracht. Denn natürlich stürzt der Original-VP-330 jetzt nicht vom Siegertreppchen. Der Roland wird durch den VC340 weder entwertet noch überflüssig gemacht. Ich gratuliere jedem, der diesen Klassiker besitzt. Und allen, die einen netten Nachbarn haben, bei dem sie sich das Original eben mal auf die Schnelle ausleihen können ;-) Alle anderen haben aber jetzt die Möglichkeit, sich einen fast ebenbürtigen Ersatz zuzulegen, der beim Spielen einfach nur Spaß bringt. Und das ohne die Instandhaltungssorgen, die einen bei Vintage-Geräten plagen können.

Zu guter Letzt: Ein weiteres Klangbeispiel mit dem VC340 – ganz anderes Genre (mit rollendem „r“). Mit dem augenzwinkernden Rat, seine Zeit nicht nur in Synthesizerforen zu verbringen, sondern lieber Musik zu machen.

Roland oder Behringer? Für Sammler ist diese Frage leicht zu beantworten. Wer den Vocoder zum Musizieren braucht, ist mit dem Behringer sehr gut bedient.

Roland oder Behringer? Für Sammler ist diese Frage leicht zu beantworten. Wer den Vocoder in erster Linie zum Musizieren braucht, ist mit dem Behringer sehr gut bedient.

Fazit

Bei einem Verkaufspreis von 500,-Euro scheint der Behringer VC340 ein absoluter No-Brainer zu sein. Wenn er freilich keine überzeugende klangmäßige Annäherung an den Original-Vocoder von Roland zustande brächte, dann wäre er auch mit 500,- Euro noch sehr teuer bezahlt. Doch da muss man sich keine Sorgen machen. Die Vocoder-Sektion ist besonders gut geraten und auch die Sprachverständlichkeit lässt nichts zu wünschen übrig.  Die Reproduktion des Chorsounds ist ebenfalls sehr gut gelungen und verweist zum Beispiel das Roland Boutique-Gerät VP-03 klar auf die Plätze. Die Strings fallen dagegen ab, sind aber auch beim Original eher als nette Beigabe zu sehen. Der Chorus dickt den Klang insgesamt schön an, weist aber ein Störgeräusch auf, das möglicherweise auf ein Phasenproblem zurückzuführen ist. Hier sollte Behringer noch nachbessern. Der Behringer VC340 macht wirklich viel Spaß und ist im besten Sinne ein kreatives musikalisches Werkzeug. Wenn er hier nur mit „gut“ bewertet wird, dann ist das dem direkten Vergleich mit dem Original geschuldet. So viel Respekt möchte schon sein – und am Ende hat der VP-330 ja auch eine Oktave mehr.

Plus

  • insgesamt gelungene Nachschöpfung
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • garantierter Spielspaß
  • sehr gute Fertigungstechnik

Minus

  • nur drei Oktaven
  • Chorusverhalten weicht vom Original ab
  • leise Geräuschfahne im abklingendem Release

Preis

  • Behringer VC-340 - 499,- Euro
  • Roland Vocoder Plus lt. Syntacheles 2.266,- Euro, aktueller Händlerpreis: 3.449,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Piet66  RED

    Vielen Dank Costello für diesen anregenden Bericht, wie immer mit ganz viel Liebe zum Detail verfasst und mit schönen, aussagekräftigen Soundbeispielen garniert.
    Mein Kompromiss bezüglich Platzverbrauch (ein immerwährendes Thema…) und Kosten hieß seinerzeit SVC-350; eine Entscheidung, die ich nie bereut habe. Phantastisch, welche Möglichkeiten es heute gibt (auch für den kleinen Geldbeutel), der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

    • Profilbild
      costello  RED

      Danke Piet66! Der SVC-350 ist natürlich eine sehr gute Alternative, zumal Du bei ihm direkten Zugriff auf die einzelnen Frequenzbänder hast. Und irgendeine geeignete Kiste für das Carrier-Signal hat man ja immer rumstehen. Und ich gebe Dir völlig Recht: Es gibt heute sehr viele wirklich gute und gleichzeitig bezahlbare Möglichkeiten, seine Soundpalette zu erweitern.

  2. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Warum um den Vocoder-Teil als solchem immer so ein Geschiß gemacht wird, wird mir nie einleuchten — ich habe meinen VP-330 seit 1990, und in all den Jahren habe ich vielleicht vier oder fünf Mal den Vocoder verwendet, und das in der Regel nicht mit irgendwelchem Gelaber, sondern zur Rhythmisierung von Klängen wie in Beispiel 4.
    .
    Der Grund, warum der VP-330 immer noch hier steht, ist ganz simpel: Die Human Voice Sektion. Die haut mich heute noch so um wie vor beinahe 30 Jahren. Die Streicher habe ich neulich mal für Aufnahmen verwendet, und Mann, gingen mir die in ihrer Aufdringlichkeit schnell auf die Nerven… *summ*, *schwirr*, *phasenverschieb*.
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    In den obigen Klangbeispielen klingt der VC-340 viel sauberer und dünner als der VP-330, aber das mag der Abhörumgebung geschuldet sein. Für eine Livesituation absolut ausreichend, wo einem das sündhaft teure Original immer wieder zerstört oder geklaut werden kann.
    .
    Das darf jetzt zuhause bleiben.
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    • Profilbild
      costello  RED

      Der Chor ist auch mein Favorit beim Vocoder. Und Dein Eindruck täuscht Dich nicht: Der Behringer-Vocoder klingt sauberer als das Original, was der Sprachverständlichkeit entgegenkommt. Und deshalb klingt er gefühlt auch etwas weniger warm. Aber vielleicht liegt das ja auch nur an den alten Kondensatoren beim VP-330.

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    Obie69  

    Hier noch ein Vergleichsvideo von mir zur Ergänzung. Ich habe klanglich fast keinen unterschied gemerkt. Wahrnehmbare Unterschiede mögen auch der Einbildung geschuldet sein. Der Roland gefiel mir unterm Strich noch etwas besser, klang etwas dicker und räumlicher. Wie gesagt, kann das auch Einbildung sein, weil allein die Haptik natürlich viel toller ist.

    https://youtu.be/1MebV6760U0

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      costello  RED

      Hallo Obie69, danke für die Verlinkung Deines Videos. Der Grundschnack bei der Instrumente ist schon sehr ähnlich, Du machst ja auch teilweise im Video den Taste zu Taste-Vergleich. Aber die Sache mit dem Ensemble-Effekt müsste Dir eigentlich aufgefallen sein, zum Beispiel 9:45 – da eiert der VC340 ja überdeutlich

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    gaffer  AHU

    Beim Raven Beispiel kann ich beim Behringer den Text verstehen…. 😇

    Ich habe keinen Vocoder (ausser den Software Dingens), allerdings auch noch nie einen vermisst.

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      costello  RED

      Ich glaube ja, der Effekt war auch deshalb so beliebt, weil man eine eine Textbotschaft in den Song bringen konnte, auch wenn man eigentlich keine Singstimme besitzt ;-)

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    psv-ddv  AHU

    Hey costello, super Vergleichstest sehr fair geschrieben. Danke dafür.
    Bisher nur gelesen. Werde in Ruhe reinhören. Bin sehr gespannt, zumal der Vergleich mit amtlichen Wandlern und nicht mit irgendeinem RME oder Motu Murx aufgenommen wurde ;) Beim zitierten Firechild Klangvergleich konnte man auch schon hören, dass der VP-Clon näher am Original ist als der gescheiterte Minimoog Klonversuch des selben Herstellers. Man hört aber dort auch schon die von Dir nun beschriebenen Unterschiede.
    Bin wie gesagt gespannt darauf mir Deine Klangbeispiele zu Gemüte zu führen und werde auf dieser Grundlage entscheiden, ob ich mir den Behringer für eine eingehendere Begutachtung bestelle.
    Grüße & ein schönes sonniges Wochenende,
    psv

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      costello  RED

      Danke psv-ddv! Der Vocoder ist Behringer insgesamt schon gut gelungen. Bei den Phasenproblemen des Ensemble-Effekts muss jeder für sich entscheiden, ob er damit leben kann. Ich kann damit leben und werde den VC340 auf alle Fälle behalten. Ich liebe ja Original-Vintageinstrumente, habe aber überhaupt keine Probleme damit, die Oldtimer mit VA’s (meine ganzen Creamware-Sachen) und Klonen zu mixen. Daraus muss man keine Religion machen :-)
      Dir auch ein schönes Wochenende!

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    TobyB  RED

    Hallo Mr C,

    sehr gut. Ich denke dieser Vergleich macht recht klar was geht und was nicht geht. Meine persönliche Alternative für Streicher ist mittlerweile der Pro 8 Rev2 mit BBD, den letzten Rest dann mit EHX Mistress oder Small Clone. Dann noch mein russischer Krok Vocoder und Sojus hebt ab in Richtung Cassiopeia. ;-)

    Klanglich nur betrachtet und wegen der „fehlenden“ Oktave würde ich den Roland nehmen. Aus Gründen der Vernunft würde auch der Behringer reichen. Die fehlenden 5 Prozent würde ich der Verarbeitung und Abhöre zu schreiben.

    Die Klangbeispiele sauber! Leaving the dance floor könnte etwas Sidechain-Pumpen gebrauchen ;-)

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      costello  RED

      Hi Toby, Prophet-Streicher sind natürlich auch sehr schön – bisschen Flanger oder Phaser als Dressing – top! Dein Krok habe ich gleichmal gegoogelt – wow – 24 Bänder. Hast Du den hier schonmal vorgestellt? Das Sidechain-Pumpen – geschenkt. Ich warte immer noch darauf, dass mir ein Lindemann-Fan an die Gurgel geht ;-)

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        TobyB  RED

        Nein, ich hab den Krok noch nicht beschrieben. Stammt noch aus dem technischen Nachlass des Rundfunks der DDR aus der Nalepa Strasse. Ich habe erst noch andere Sachen abzuarbeiten. Das rollende Rrr ist mir nicht entgangen, die Jungs von Rammstein sind schon ok. Till dreht zwar ab und an ab, aber an und für sich ist der Schwiegermutters Liebling. Der Rest der Gang auch. Ich glaub da springt keiner ;-)

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    wimu

    Lieber PSv-ddv, im allgemeinen schätze ich Deine Kommentare und halte Dich für einen kompetenten und erfahrenen „Fachmann“. Beispielsweise habe ich den MINI Clone der besagten Firma auch zurückgeschickt. Trotz überzeugender Klangbeispiele und guter Testergebnisse stellte sich bei mir einfach kein „Moog-feeling“ ein. Mir fehlte da einfach sweetspot und die Haptik gefiel mir auch nicht. Trotzdem ist der Kleine ein Analogsynth mit mehr als fairem Preis-Leistungsverhältnis!

    Pauschal RME und Motu als Murx zu bezeichnen, stößt mir allerdings bitter auf. Ich will ja nicht behaupten, dass es keine besseren, hochwertigeren Wandler gibt. Aber RME und Motu wird sicherlich auch von vielen Leuten eingesetzt, die gute, klanglich hervorragende Musik produzieren (ich vermeide bewußt Begriffe wie „professionell oder amtlich“.

    Außerdem sind wir hier teilweise ja auch schon im Mittel bzw. Hochpreisbereich.
    Es gibt bestimmt hier eine Menge Kollegen und Mitstreiter die nach langem testen, überlegen und sparen, 1700 Euro oder auch 3000 Euro für RME Wandler ausgegeben haben. Das ist doch kein Murx!!! Diese Formulierung ist arrogant und hier total fehl am Platze. Ich besitze übrigens weder Motu noch RME Wandler. Bei mir ist es einfach nur Presonus und ich bin zufrieden.

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      psv-ddv  AHU

      Guten Tag wimu, nun Deine Kritik an meinem Post ist berechtigt. Das war zwar vor allem ein persönlicher Augenzwinkerer an den Herrn costello, ich gebe aber zu die Empörung anderer Forumsteilnehmer bewusst in Kauf genommen zu haben. Manchmal muss man ein wenig auf den Busch klopfen um auf ein Problem aufmerksam zu machen.
      Ich habe selber lange genug mit RME und Motu Wandlern aufgenommen um deren Einschränkungen zu kennen. Ja, man kann damit natürlich vollkommen unauffällig Musik aufnehmen. Allerdings sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass man signaltreu aufnimmt oder wiedergibt und das obwohl die technischen Daten der Geräte genau das suggerieren. Insbesondere unter den Synthesisten wird die Relevanz von guten AD Wandlern im Allgemeinen weit unterschätzt. Da werden Synthesizer-Berge in 5-stelligen € Bereichen aufgetürmt nur um das Ganze durch einen digitalen Flaschenhals zu prügeln. Meiner Meinung nach ist der Aufnahmewandler einer der absolut wichtigsten Bausteine des Studios. Der Preis ist hier sekundär, man sollte sich aber eingehend und zwar per Hörvergleich mit dem Klang beschäftigen. Insofern ist mein Kommentar eine Danksagung an costello, der uns hier seine Beispiele in hervorragender Klangqualität zur Verfügung stellt, die eine reelle Beurteilung ermöglicht. Das ist selten. Danke Dir für die Empörung.

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        amyristom  

        Einerseits die Qualität der Wandler von RME und MOTU in Abrede stellen und die Wichtigkeit von möglichst hochwertig und -preisigen Wandlern hervorheben, dann aber gleichzeitig die Qualität der Audiobeispiele und die Qualität von costello’s Wandlern anhand von niedrigbitrigen MP3 Audiobeispielen als „hervorragende Klangqualität“ beurteilen… …entschuldige, das hat schon etwas von Realsatire.

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          psv-ddv  AHU

          Die Aufnahmekette von costello ist von ungewöhnlich hoher Qualität für Klangbeispiele auf Amazona. Darum ging es hier. Nicht um das Amazona Audioformat. Abgesehen davon: Artefakte von MP3 Kompression und AD Wandlungen sind keinesfalls Deckungsgleich. Daher kann man wandlerbedingte Qualitätsunterschiede durchaus auch in datenreduzierten Formaten wahrnehmen, solange die Reduktion nicht zu extrem wird. Es freut mich aber, dass Du Dich hier amüsierst. Zurück zum Thema: VP-330 vs. VC340!

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          costello  RED

          Hallo amyriston, die Wandlung in MP3 ist immer ein spannender Moment. Ich versuche mir wirklich einige Mühe bei der Erstellung der Audiofiles zu geben. Und auf der AIFF-Datei höre ich auch, was die Aufnahme mal ausgemacht hat. Und dann die Wandlung in MP3, die mir jedesmal wie eine Lotterie vorkommt. Bestenfalls klingt die Musik eindimensionaler. Im schlimmsten Fall wird die Aufnahme sogar komplett unbrauchbar. Oft sind es Bässe oder bauchige Klänge, die dann zerren, clippen oder einfach unschön klingen.

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            psv-ddv  AHU

            Moin costello, tut mir leid, dass ich hier so einen Nebenkriegsschauplatz aufgemacht habe. Meister amyriston hat in einem Punkt recht, und das Thema geht eher in Richtung Tyrell: Warum wird auf Amazona bei Testklangbeispielen eigentlich Datenreduktion angewandt? Lineare Audiodaten verbrauchen heute relativ gesehen keine nennenswerten Ressourcen (Speicherplatz/Übertragungsbandbreite) mehr. Es gibt überhaupt keinen Grund die mühsam von den Autoren erstellten Klangbeispiele zu verstümmeln. Das mp3 Format ist überflüssiger Technologiemüll aus den 90ger Jahren.

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              amyristom  

              Da bin ich übrigens mal völlig bei psv-ddv: Nicht nur bei amazona sondern eigentlich bei allen (mir bekannten) Plattformen hat man es ja heutzutage mit kompressionsbehafteten Klangwiedergabeformaten zu tun, allen voran YouTube. Was natürlich für den Zweck von ausgerechnet Klangbeispielen zum Probehören von getestetem Audioequipment (egal ob Synth, Gitarre oder Effekt) mehr als suboptimal ist; klingt das Gerät nun flach / mau wegen dem Gerät selbst oder wegen der Kompression des Audioformats?

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              costello  RED

              Hi psv-ddv, ich bin Dir doch dankbar, dass Du mich mit der Nase auf Prism Sound gestoßen hast. Die Firma ist hierzulande ja gar nicht so bekannt. Ich hätte mein Einsteigergerät Focusrite 2i4 sicher gegen ein UA Apollo oder ein RME Fireface 802 getauscht und wohl eher nicht gegen ein 10 Jahre altes Gerät. (Wobei der CML-Studioshop ja tatsächlich die Chuzpe besitzt, das Orpheus noch für knapp 4.000,- Euro, also praktisch zum Originalpreis anzubieten) Als ich die Chance hatte, das Prism Sound für wirklich günstige 1.500,- Euro zu erstehen habe ich zugeschlagen. Und bin happy. Ich habe längst nicht so gute Ohren wie Du, aber dass da selbst bei komplexen Arrangements die Details noch gut zu hören sind, das ich höhere Aussteuerungsreserven habe, der Klang feiner gezeichnet ist – das merke ich auch :-)

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              TobyB  RED

              Hallo PSVDDV,

              ich bin mir nicht sicher ob lossless Codecs in Windows mittlerweile Standart sind und ob sie dann der/die Webbrowser auch wiedergibt?In W10 liegen zwar bis auf FLAC/FLV alle Codecs vor aber es besteht ja die Gefahr Leser auszuschliessen.
              Anderum gibt es ja mehr als eine DAW und die Frage ist, was können die Ausspielen. Unter Apple bekommt man aus Logic passable MP3s und mit dem FFMPEG/LAME gehts auch. Für Logic User würde ich dann noch mal das Liesmich „Mastering für iTunes“ empfehlen. Und den Downmix mal durch die MfiT Tools laufen lassen.

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        hejasa  

        Hallo psv-ddv,
        ich kann deine Kritik an den Wandlern nicht nachvollziehen. Warum reiste ein Billy Cobham mit anderen Musikern weltweit an, um in einem Kölner Studio aufnehmen zu lassen? In diesem Studio wird mit MOTU produziert. Es lag wohl sehr daran, dass der Mann hinter den Reglern wusste, wie damit umzugehen ist, um ein optimales musikalisches Ergebnis zu erzielen. OTTO war beispielsweise ebenfalls dort, Ergebnis ist auf dem ersten Film „Sieben Zwerge im Wald“ zu hören. Was soll also deine Kritik bezwecken?

        Den Artikel von Costello habe ich mit Neugier gelesen und gehört. Allerdings hat er mich in meiner Auffassung bestärkt, dass weder das Original noch die Kopie für mich musikalisch brauchbar sind. Dafür Danke!

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          psv-ddv  AHU

          Ich mag Billy Cobham und fand den Otto Film durchaus erträglich. Zu hören, dass beide Künstler unter schlechteren technischen Bedingungen aufnehmen müssen als Mariah Carey, tut mir in der Seele weh. Offensichtlich sind sie Opfer der in professionellen deutschen Toningenieurkreisen weit verbreiteten spiessig/bräsigen Ignoranz gegenüber technischen Tatsachen geworden. Motto: Digital = Digital. In diesem Zusammenhang empfehle ich den Film „Pianomania“ da kann man u.a. einen Vertreter dieser speziellen Gattung bei der Arbeit beobachten.

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            hejasa  

            Hallo psv-ddv,

            zwischen den Aufnahmen und der Jetztzeit liegen einige Jahre. Ich weiß nicht, (auf jeden Fall zwischen 2002 und 2009, müsste nachsehen, wann die Aufnahmen genau stattfanden) was on the Top zu dieser Zeit für Wandler war. Was ich weiß, ist, dass OTTO ein absoluter Perfektionist ist, der Top Zuarbeiten verlangt und Billy Cobham bekannt ist für sehr hohe geforderte Qualität im Studio.
            Dem Toningenieur bescheinigen viele bekannte Musiker , dass er zu den Besten in seinem Beruf gehört und weiß, wo die Grenzen seines Equipments liegen und wann er ersetzen muss! Wieso käme sonst ein Billy Cobham oder viele andere auf die Idee, nach Köln zu reisen, um hier aufzunehmen.
            Mir persönlich ist es egal, mit welchem Equipment aufgenommen wird, aber mir war immer eine Haltung des Toningenieurs wichtig, dass er sich als das n+1 Bandmitglied betrachtete.
            Den Film Pianomania habe ich gesehen, dabei aber nur auf die Arbeit des Klavierstimmers geachtet und das klangliche Ergebnis der geforderten Intonierung. Vielen Dank für den Hinweis, schaue mir den Film nochmals an!

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          costello  RED

          Danke hejasa! Wenn man einen Test liest und hinterher weiß: Dieses Gerät ist nichts für mich, dann hat der Tester doch auf alle Fälle seine Arbeit gemacht :-)

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    amyristom  

    Ein wenig schade, dass ausgerechnet von dem angesprochenen Unterschied im Ensemble-Effekt (also dem Phasenproblem) kein eindeutiges Audiobeispiel vorliegt. Man kann es zwar in den Beispielen hier und dort erahnen, aber das wäre bei einem explizit langgezogenen Ton sicher besser hörbar. Insgesamt kann man jedoch wie im Test sehr schön beschrieben festhalten, dass der Klon hier sehr sehr dicht am Original ist, dichter und lebendiger jedenfalls als der steril klingende digitale Klon von Roland selbst. Innerhalb einer Produktion dürften die wenigen bestehenden Unterschiede erst recht nahezu bis sicher unhörbar werden. Und ob einem dann – abseits des Vintage-Liebhaberfaktors – die verbleibenden 5% Unterschied die mehrere tausend Euro Preisunterschied wert sind, das muss dann sowieso jeder mit sich selbst ausmachen.

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      costello  RED

      Wenn Du beim Beispiel „Strings-VC340-Mono-Stereo-VP-330-Stereo“ die beiden Stereo-Beispiele (also das 2. und 3. Beispiel) vergleichst, wird vielleicht deutlich was ich meine: Ab 1 Min.ff klingt es beim Behringer so, als ob noch ein Vibrato dazukäme, ein Zittern. Dieses schnelle Modulationsmuster ist an sich nicht falsch, das gibt’s beim Roland auch – da verschmilzt es aber mit dem String- bzw. Chorsound. Beim Behringer liegt es quasi drüber. Beim Live-Spiel über meine Neumann-Monitore war das ständig zu Hören, auch mein Nachbar Felix hat’s sofort herausgehört. Hier scheint die nivellierende, einebnende MP3-Wandlung dem Behringer gnädig zu sein, weil – wie Du ganz richtig schreibst – der Effekt gar nicht so plakativ und offenkundig zu hören ist. Insofern Dank an Obie69 für seinen Video-Link. Bei 9:45 hört man isoliert und sehr deutlich, was mit dem „Zittern“ der Modulation gemeint ist. Aber wie gesagt: Im Arrangement (siehe meine drei „Songs) tritt das völlig in den Hintergrund. Den Behringer kann ich also guten Gewissens weiterempfehlen – ich mag ihn.

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        amyristom  

        Dann hab ich es mir anhand der Klangbeispiele, auch zusammen mit dem genannten Beispiel von Obie69, richtig zusammengereimt. :-) wollte nur darauf hinaus, dass vielleicht ein wirklich herausstechendes Einzelbeispiel (lang gehaltener Ton) fehlt, anhand dem man es quasi zweifelsfrei direkt hört. (#MeckereiAufHohemNiveau ;-) )

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    Doc  

    Hallo Costello,

    intressant und unterhaltsam dein Test. Das hat was.

    Beim Vocoder gehts mir wie iggy .. ab und an mal nen Drumloop, das wars dann auch schon mit Vocodrischer Herrlichkeit.

    So reicht fuers Flaechige ein Waldorf Streichfett allemal.

    psv-ddv, Frage:

    Macht es einen Unterschied ob die MP3 aus 24 oder 16 bit gewandelt wird ?

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      psv-ddv  AHU

      Grundsätzlich ja, da die psychoakustischen Prinzipien die der verlustbehafteten Kompression zugrunde liegen nicht nur im Frequenz-, sondern auch im Dynamikbereich ansetzen, kann der Algorithmus besser arbeiten je höher die Ausgangsbittiefe ist. In der Praxis hängt die Auswirkung allerdings vom verwendeten Kompressionsalgorithmus und den Encoder Einstellungen ab. Auch relevant ist, bei welcher Bittiefe das Gainstaging vom Ausgangssignal über eventuelle analoge Peripherie und die analoge Eingangsstufe des AD Wandlers bis hin zum eigentlichen Wandler am besten klingt. Daher sollte man letztendlich wie immer sein Gehör entscheiden lassen.

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        Doc  

        Hallo psv-ddv,

        Vielen Dank fuer die Erklaerung.
        Hab schon gedacht ich haett was an den Ohren.
        (Was altersbedingt schon sein kann ;-)

        Bei Werken mit viel Hall ist das deutlich zu hoeren.

        Kirchenorgel… ganz gravierend. Beim Ausklang, bzw Nachhall.

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          psv-ddv  AHU

          Nee, Doc, mach Dir keine Sorgen, das wird schon stimmen. Das Gehör wird auch im Alter durch Bewusstes hören besser. Lernprozesse/Neuronale Verknüpfungen sorgen dafür, dass ein über Jahrzehnte trainiertes Gehör trotz organischer Alterungsprozesse immer besser werden kann. Auch wenn die Hochfrequenzsensibilität abnimmt. Das erklärt auch weshalb Meister des Toningenieur-Fachs bis weit in die zweite Lebenshälfte ihre besten Werke abliefern.
          Umso mehr sollte man seine Ohren zeitlebens gut vor zu hohen Lautstärken schützen.

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      costello  RED

      Danke Doc! Und klar reicht ein Streichfett für eine gelegentliche Dosis Sternenstaub völlig aus. Interessant wäre sicher noch ein Vergleich mit dem STVC String-Vocoder, 2018 von Waldorf angekündigt. Auf der Superbooth 2019 gab’s dann endlich ein Vorserienmodell zu sehen. Die Strings des Streichfetts sollen dabei nochmal überarbeitet worden sein. Ich fürchte nur, dass die Waldorfer damit zu spät kommen werden. Wer überhaupt einen Vocoder braucht, hat sich inzwischen sicher eingedeckt.

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    Hectorpascal  AHU

    Auch wenn das nicht mein Gerät ist, ein super Test und Hifi-Hörbeispiele (sorry für das blöde Wort) mit Chartplatzierung! Cool finde ich auch das ein „altes“ Audio-Interface hier so gewürdigt wird. Ich liebe Firewire! ;)

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      costello  RED

      Danke Hektorpascal! Das Prism Sound hat tatsächlich schon gut 10 Jahre auf dem Buckel und ich konnte es recht günstig gebraucht erstehen. Ich habe vorher mit einem Focusrite 2i4 (erste Generation) gearbeitet und da war dieses alte Firewire-Gerät schon ein richtiger Aufstieg für mich. Es gibt eine geniale „Overkiller“-Funktion, die kritische Transienten sehr sanft entschärft. So kann man ziemlich hoch aussteuern, ohne die Dynamik komplett glattzubügeln.

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        Hectorpascal  AHU

        Ich mag den Spirit der Prism Geräte und das die so dolle Wandler haben wußte ich nicht.
        Günstig sind die jedenfalls nicht, auch nicht gebraucht.

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          costello  RED

          Günstig ist natürlich relativ. Aber es macht ja tatsächlich wenig Sinn, alles Geld immer nur für Instrumente auszugeben und am Ende an einer gescheiten Wandlung zu sparen. Habe gerade gesehen, dass der Kollege der den TR-808 vs RD-8-Vergleichstest gemacht hat, auch Prism Sound am Start hat – allerdings das richtig dicke Geschoss von denen. Meine Orpheus lag jetzt gebraucht in der Größenordnung einer RME Fireface 802.

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    spookyman  

    Danke für den sehr ausführlichen Test…so macht es Spass. Und immer noch mit gutem Sound (gute Qualität, und ein Musikstil der vollständig zu mir passt…).

    Bin glücklicher VP-330 Besitzer, daher hat es mein Hunger nach einem neuen Gerät nicht umbedingt erweckt. Aber ich muss sagen, dass Behringer hier eine tolle Arbeit geliefert hat. Meiner Meinung, die erste „neue“ analoge String Machine. Und hoffentlich nicht die letzte, auch wenn die Kopie nicht perfekt ist.

    Wer nicht Glück hat ein original VP-330 relativ günstig zu finden, oder nicht über 3’000 Euros dafür hintblättern will, wird mit dem VC340 sicher gut bedient.

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      costello  RED

      Danke spookyman, dann hast Du ja ein weites Stilspektrum :-)
      Und Glückwunsch zum VP-330 – der Original-Vocoder ist schon eine sehr feine Sache.

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    psv-ddv  AHU

    Ich habe mich nun endlich eingehend mit den wunderbaren Klangbeispielen beschäftigt. Hier ist mein persönliches Fazit: Vorweg möchte ich sagen, dass ich eine Schwäche für ungewöhnliche Musikinstrumente und leicht schräge „oddball“ Synthis habe. Insofern rechne ich es Behringer hoch an, dass sie den VP-330 nachgebaut haben. Zumal bei einer Klangerzeugung die sehr stark abhängig von Bauteiltoleranzen und komplexen Zusammenhängen der analogen Schaltung ist, das Unterfangen definitiv auch für einen größeren Hersteller eine Herausforderung darstellt. Grundsätzlich kommt der VC340 dem Original schon recht nahe. Ich finde das Resultat durchaus beeindruckend. Das Problem ist, dass sich die klanglichen Unterschiede in einem Bereich bewegen, der die eigentliche musikalische Qualität und Funktionalität des Originals definiert. Anders ausgedrückt, knapp daneben ist in diesem Falle richtig vorbei. Der VP-330 ist nicht berühmt weil er irgendwelche mittelmässigen Chor, Streicher, Vocoder Sounds hinbekommt, sondern weil sein Klang das gewisse Etwas an Tiefe und Schwebung hat, das gerade in einer Mischung den Eindruck von 3 Dimensionalität und Weite erzeugt (zu hören u.a. im Blade Runner Score). Genau das aber bekommt der Behringer VC340 leider nicht im Ansatz hin.
    Die Klangbeispiele zeigen es. …

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      psv-ddv  AHU

      …Man kann den statischen Grundsound des VC klar vom Original unterscheiden ob mit oder ohne Ensemble Effekt, der VC340 hebt leider nicht ab. Sehr gut hört man es zum Beispiel beim „Chor-langes-Release 1“. Einfach mal die Augen zu machen und auf die Räumlichkeit achten. Leider zeigt sich der Unterschied auch beim Vocoder, bei dem ich die größte Hoffung hatte, dass er gut getroffen sein würde. Die höhere Sprachverständlichkeit des Behringer Nachbaus geht mit einem subjektiv höheren Nutzsignaleinteil einher. Druckvoller, angenehmer und insgesamt musikalischer klingt der etwas verwaschenere Roland. Beim Behringer ist leider auch an einigen Stellen ein Kippen der Filterbänder zu vernehmen, was auf eine nicht ganz optimal abgestimmte Ansprache der Detektorschaltung schliessen lässt. Für mich sind ist der Behringer insgesamt leider keine Option weil die entscheidenden 5% fehlen. Das Original ist mir ähnlich wie auch die 808 zu teuer. Ich werde wohl ohne VP-330 auskommen müssen. Danke nochmal an costello für den hervorragenden Vergleichstest!

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        costello  RED

        Lieber psv-ddv, vielen Dank, dass Du die Klangbeispiele noch einmal einer eingehenden Analyse unterzogen hast. Ich denke, Du würdest Dir mit meinem Nachbarn Felix – dem Besitzer des Original Roland-Vocoders – die Hand geben. Ich bin froh, dass die Diskussion hier nicht so emotional geführt worden ist, wie beim Vergleich der TR-808 gegen die RD-8. Ich bin in meinem Urteil ja etwas weniger streng, komme aber auch zu dem Fazit. Der Nachbau eines alten Geräts hat genau einmal zu 100% geklappt – beim Minimoog Reissue. Alle anderen Klone mögen für sich isoliert betrachtet absolut ihre Meriten haben. Im direkten Vergleich mit dem Original weiß man aber, wo man hingehört. Das kann man konsequent beantworten, wie Du: Dann eben nicht. Oder man nimmt die 5% Einbuße billigend in Kauf, wie ich beim VC340. Der VC340 gehört für mich eindeutig zu den wirklich gut gelungenen Klonen.Meinem Spielspaß tut der fehlende Rest an Authentizität jedenfalls keinen Abbruch. Und wenn ich den Blade Runner Score mal authentisch nachspielen möchte, klopfe ich einfach beim Felix an ;-)

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          psv-ddv  AHU

          Dein Standpunkt ist für mich absolut nachvollziehbar. Ich möchte auch garnicht so sehr darauf rumreiten, dass es einen Klangunterschied zwischen Roland und Behringer gibt, das war technisch zu erwarten. Selbst die Minimoog Reissue klingt nicht haargenau wie das Original, sondern einen Hauch moderner. Aber sie ist als Instrument in sich stimmig und hat eine inspirierende Qualiät, die den mir untergekommenen Originalen ebenbürtig ist. Vielleicht hätte sich Behringer noch etwas Zeit nehmen sollen den speziellen Charme des VP-330 hinzubekommen. Selbst wenn am Ende der Klang nicht 100% identisch ist. Wenn das Mojo da wäre, hätte ich den VC340 schon im Studio stehen. Das sage ich als jemand, dem die aggressive Produkt- und Marketingpolitik Behringers bekanntermassen auf den Zeiger geht.

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