Vergleichstest: Controllerkeyboards 25 Tasten

13. September 2017

Wer schafft es auf den 25 Tasten Thron?

Beim Thema Controller-Keyboards testen wir in der Regel stets die Modelle mit 49 oder 61 Tasten, es sei denn, es ist eben nur eine andere Tastaturgröße erhältlich. Doch oftmals reichen einige wenige Tasten ja bereits aus, um das Nötigste einzuspielen oder im mobilen Umfeld zu produzieren. Für den Vergleichstest Controller-Keyboards 25 Tasten haben wir uns entsprechend mal die 25er Modelle der aktuellen Controller-Keyboards angeschaut und zum ultimativen Vergleichstest antreten lassen. And the winner is …

Modelle

… dazu kommen wir am Ende, denn erstmal stellen wir euch die insgesamt acht Produkte vor. Zu allen Produkten haben wir bereits Tests auf AMAZONA.de, wie bereits erwähnt allerdings für die größeren 49 bzw. 61 Tasten Modelle. Da die kleinsten Keyboards der 25, 49 und 61 Tasten-Serien oftmals eine etwas andere Ausstattung und stellenweise auch über eine andere Tastatur verfügen, kann sich die Bewertung zu den größeren Modellen durchaus unterscheiden. Genug der Vorworte, los geht’s mit A wie …

AKAI Advance 25

Gleich der erste Kandidat ist auch der Teuerste im Bunde, bietet entgegen den anderen Controller-Keyboards aber auch eine absolute Oberklasse-/Luxus-Ausstattung. Die Advance Reihe überzeugt mit einer sehr guten Tastatur, für mich neben dem M-Audio Code auch die beste Tastatur im Testfeld. Aftertouch wird unterstützt. Die Ausstattung ist mit jeweils acht Pads (vierfach belegbar), Potis, Buttons, dazu eine Transportsektion, Pitch Bend- und Modulationsrad, Oktavierungs-Button, Push-Encoder und Cursor-Tasten sehr ausladend.

Die vielfältigen Bedienelemente benötigt man allerdings auch, denn das Advance Keyboard kann neben dem Einsatz als klassischer USB/MIDI-Controller zur Steuerung und zum Spielen der VIP (Virtual Instrument Player) Software genutzt werden.

Hierbei handelt es sich um eine Host-Software für Plug-ins, die auf dem Computer läuft und über das Advance Keyboard gesteuert werden kann. Plug-ins können vom Keyboard aus durchsucht, aufgerufen, gesteuert und gespielt werden. Weitere Informationen zur Kombination Advance Keyboard/VIP-Software findet ihr im zugehörigen AKAI Advance Test.

AKAI MPK225

Der zweite Kandidat in unserem großen Vergleichstest Controller-Keyboards 25 Tasten ist das AKAI MPK225, das die Messlatte für die Konkurrenz ähnlich hoch ansetzt wie das Akai Advance. Wie alle anderen auch, bietet das AKAI MPK225 25 Tasten. Diese bieten dank einer gewissen Schwergängigkeit ein sehr gutes Spielgefühl, der Anschlagspunkt ist sauber zu erfassen, die Tastatur bietet Aftertouch.

Neben acht sehr gut spielbaren Pads mit RGB-Beleuchtung bietet das AKAI MPK225 acht Potis, vier Taster sowie eine Transportsektion. Gegenüber den meisten Konkurrenten sind die acht Pads über die Bänke A-D vierfach belegbar, ebenso ermöglicht das MPK225 eine „Full Level“-Funktion, d.h. die Velocity wird stets mit vollem Anschlag ausgegeben und eine „Note Repeat“-Funktion, bei der das angeschlagene Pad im eingestellten Rhythmus von 1/32 bis 1/4 wiederholt wird. Alles Funktionen, die vor allem Anwender benötigen, die hierüber Drums einspielen bzw. programmieren.

Besonders für Live-Anwendungen interessant ist der interne Arpeggiator des MPK225 samt Möglichkeit, das Tempo dafür einzutappen sowie die Möglichkeit, die Bedienelemente über die Control Bänke A/B zweifach zu belegen. Dank der beleuchteten Pads und Bedienelemente macht das MPK25 auch optisch einen sehr guten Eindruck, die Verarbeitungsqualität lässt keine Wünsche offen.

Alesis VI25

Das Alesis VI25 bietet auf seiner Größe 53 x 25,5 x 7,5 cm satte 16 Pads, acht Potis, 24 Buttons, Pitch Bend- und Modulationsrad, eine Transportsektion, ein numerisches dreistelliges Display, Oktavierungstasten sowie Buttons für Tempo und Roll. Hier zunächst der Test des 49 Tasten Modells.

Ein klarer Vorteil des Alesis VI25 sind die 16 Pads, die sich angenehm spielen lassen, wenn auch ein deutlicher Druck notwendig ist. Gegenüber anderen Modellen eignet sich das VI25 somit vor allem für „Live Drummer“, die mehr als vier oder acht Pads gleichzeitig benötigen. Die Tastatur des VI25 sehe ich im unteren Mittelfeld. Die Tastaturgeräusche, die gerade aufgrund der kompakten Gehäuse der 25 Tatsten Keyboards durchaus hoch sein können, bewegen sich beim Alesis allerdings in einem guten Bereich. Für viele interessant: Wie seine größeren Brüder, bietet die Tastatur des VI25 Aftertouch.

Ein Kritikpunkt, der bereits beim Test des VI49 erwähnt wurde: Direkt am Controller-Keyboard lässt sich nichts programmieren, beispielsweise MIDI-Kanäle o.ä. Hierfür ist immer der über die Alesis Website erhältliche Software-Editor notwendig. Es lassen sich allerdings 24 Presets am Computer vorbereiten und bei Bedarf über das Keyboard aufrufen. So lassen sich zumindest Setups für gängige Einsatzgebiete vorbereiten. Die Verarbeitungsqualität ist beim VI25 nicht schlecht, das Gehäuse ist sauber gefertigt. Allerdings fühlen sich die Bedienelemente bei Weitem nicht so wertig an wie bei einem AKAI Advance/MPK225 oder einem M-Audio Code.

Arturia Minilab MKII

Der Minilab Controller von Arturia ist seit Kurzem in der zweiten Version erhältlich. Die Ausstattung ist mit 16 Potis (zwei davon klickbar) und acht anschlagsdynamischen Pads (zweifach belegbar) gut.

Auf der Rückseite nur spärlich ausgestattet

Entgegen der Konkurrenz verfügt das Minilab MKII nicht über ein Pitch Bend-/Modulationsrad sondern besitzt zwei Touchstrips, die mit MIDI-CCs (natürlich auch mit Pitch Bend/Modulation) belegt werden können. Über eine Software lassen sich bis zu acht User-Setups erstellen, so dass das Minilab MKII bis zu 128 Parameter steuern kann. Mit zum Lieferumfang gehört die Analog Lab Lite Software, auf die der Controller mit seinen Bedienelementen abgestimmt ist. Ein sehr interessanter Zusatz, besonders für Einsteiger, deren Computer (noch) nicht mit einer Heerschar an Software-Instrumenten vollgepackt ist.

Arturia Minilab MKII

Die Tastatur des Minilab MKII macht einen guten Eindruck, der Druckpunkt ist gut spürbar und man entwickelt sofort ein gutes Spielgefühl dafür. Aftertouch bietet die Tastatur des Minilabs nicht. Hier der Test zum Minilab MKII

M-Audio Code 25

In der USB/MIDI-Controller-Keyboards Charts führt das M-Audio Code gerade die Liste an und das natürlich nicht ohne Grund, denn nimmt man alle Faktoren zusammen, bietet das Code eine sehr gute Kombination aus Tastatur, Bedienung und Controller-Möglichkeiten, so viel sei bereits verraten.

Das Display des Code 25

Zwar muss die 25 Tasten Version mit weniger Bedienelementen auskommen als die größeren 49er/61er Versionen, trotzdem ist das Code 25 mit 16 Pads (samt RGB-Farben), fünf Fadern, vier Potis, Pitch Bend-/Modulationsrad sowie einer Transportsektion sehr gut ausgestattet. Das Highlight und in diesem Vergleichstest auch das Alleinstellungsmerkmal: Die Code-Serie verfügt über ein X/Y-Pad, das sowohl im Studio als auch live sehr nützlich sein kann, um zwei MIDI-CCs mit dem Finger zu „fahren“. Hier der Test zur Code-Serie.

Neben vorgefertigten Presets für die gängigen DAWs bietet das Code 25 auch eine Mackie Control/HUI-Unterstützung, ebenso können ASCII/HID-Kommandos gesendet werden und es lassen sich bis zu vier Split-Zonen direkt am Controller-Keyboard einrichten. Das ist schon deutlich mehr, als die Konkurrenz bietet. Die Tastatur lässt sich hervorragend spielen und bietet Aftertouch.

M-Audio Oxygen 25 MK4

Wie am Kürzel MK4 zu erkennen, ist die Oxygen Reihe bereits in der vierten Generation erhältlich. Hier der Test des 49er Modells.

Ausgestattet ist das Oxygen 25 MK4 mit acht überdimensionalen Pads sowie acht Potis. Pitch Bend- und Modulationsrad sind an Bord, ebenso die Transporttasten Aufnahme, Wiedergabe, Stop und Cycle. Ein einzelner Fader erlaubt beispielsweise das Steuern der Lautstärke, kann aber wie alle anderen Bedienelemente frei mit Control-Change-Befehlen belegt werden. Die Tastatur ist sehr leichtgängig und macht einen etwas klapprigen Eindruck, da bieten die meisten Konkurrenten ein deutlich besseres Spielgefühl. Gut sind die Auto-Mappings für viele gängige DAWs, die das Oxygen 25 MK4 bietet. Zwar können damit keine Plug-ins gemappt werden, aber zumindest erspart man sich die Grundprogrammierung für die DAW. In diesem Bereich können die beiden folgenden Keyboards etwas mehr bieten. Aftertouch bietet das Oxygen übrigens nicht.

Die Pads des Oxygen MK4

Ähnlich zum Alesis VI25 ist die Verarbeitungsqualität bzw. der haptische Eindruck beim Oxygen MK4 nicht so gut wie bei der Konkurrenz. Dass es auch anders geht (allerdings gegen einen deutlichen Aufpreis), zeigt das Code aus gleichem Haus.

Forum
  1. Profilbild
    Max Van Allen

    Also ich habe ein Akai Advance 25 und bin sehr zufrieden damit. Es befindet sich bei Thomann schon seit mehreren Monaten nicht mehr im Sortiment. Möglicherweise wird es nicht mehr produziert. Jedenfalls aber ist der hier angegebene Ladenpreis falsch. Der liegt nicht bei 429.- Euro sondern so um die 290.- Euro.

  2. Profilbild
    SimonChiChi  

    Bin mit meinem Novation Launchkey sewhr zufrieden. Trotzdem danke für die Übersicht – hatte da offensichtlich die richtige Wahl getroffen.

  3. Profilbild
    HeikoIT

    Wieso das Native Instruments Komplete Kontrol S25 in diesem Test fehlt, erschliesst sich mir nicht ganz. Definitiv eines mit guter Tastatur (Fatar) im Gegensatz zu den Plastegurken a la Launchkey. Ich hab das (neben einigen anderen) und bin damit hochzufrieden.

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    iltis30  

    Ich hab zwei Masterkeyboards von NEKTAR, die ich eigentlich empfehlen kann. Und noch ein älteres YAMAHA KX, aber die werden ja leider nicht mehr hergestellt.

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