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Vergleichstest: DI-Boxen, Art Z direct, Art X direct, LD-Systems LDI 02, Behringer DI 100 ultra DI & Millenium dB400

5. November 2010

DI-Boxen-Test

Passive ART DI-Box mit Filterschaltung

Passive ART DI-Box mit Filterschaltung

Wozu braucht man eigentlich eine DI-Box?

Der Name bedeutet „direct injection“, was soviel wie „direkter Eingang“ bedeutet. Die meisten Instrumente werden live und im Studio mit Mikrofonen aufgenommen, es gibt aber auch Instrumente und Audiogeräte, die von sich aus ein Tonsignal in Form einer elektrischen Spannung erzeugen. Man kann z.B. den Ausgang eines Synthesizers per Kabel direkt mit dem Mischpult verbinden. In der Regel hat ein Synthesizer jedoch nur einen oder zwei 2-polige – und damit unsymmetrische Ausgänge. Ähnlich verhält es sich z.B. bei einem CD-Player. Muss das Signal nun über ein langes Kabel, z.B. ein 25-Meter-Multicore, durch den Konzertsaal geleitet werden, können sich Störeinstrahlungen bemerkbar machen. Besonders Lichtanlagen senden unangenehme Störsignale aus, die in den Tonleitung zu unschönen Nebengeräuschen führen können.

Um hier mehr Störungssicherheit zu erreichen, verwendet man traditionell symmetrische Leitungen, die 3-polig ausgeführt sein müssen. Das setzt voraus, dass die Tonquelle auch ein symmetrisches Signal bereitstellt. Im oben genannten Fall gibt der Synthesizer jedoch nur ein unsymmetrisches Signal raus. Eine Lösung bietet hier der Einsatz der besagten DI-Boxen, welche das unsymmetrische Signal in ein symmetrisches umwandeln. Der Eingang ist in der Regel eine 2-polige Klinkenbuchse, am Ausgang sehen wir entsprechen eine 3-polige XLR-M-Buchse, an die ein übliches XLR-Kabel angeschlossen wird. Eine symmetrische Leitung kann problemlos 100 Meter lang sein, ohne dass es zu unakzeptablen Nebengeräusche kommt.

Ein weiteres Problem können Masseverbindungen zwischen verschiedenen Geräten hervorrufen. Sind die Geräte nur durch ein Kabel verbunden, kann man die Masse nicht einfach weglassen. Die DI-Box hat für diesen Fall einen sogenannten „Groundlift“, das ist ein Schalter, mit dem man die Masseverbindung aufheben kann. Ob ein geschlossener oder ein offener Schalter im Einzelfall besser ist, entscheidet man am besten noch Gehör: Da, wo es weniger brummt, ist die richtige Schalterstellung. Die Faktoren Symmetrierung und Masseabschaltung sind die Grundeigenschaften jeder DI-Box. Dazu kommen bei manchen Modellen noch weitere Funktionen wie Pegelanpassung, Speakersimulator, Röhrenschaltung usw. Im Folgenden möchte ich fünf preiswerte Modelle vorstellen, die sich besonders für den Live-Betrieb eignen.

Rückseite der passiven ART

Rückseite der passiven ART

Passive DI-Boxen 1: Art Z direct

Die ersten DI-Boxen bestanden hauptsächlich aus einem Übertrager mit Anschlüssen, was man heute als passive DI-Boxen bezeichnet, da hier keine Stromquelle gebraucht wird. Später kamen die aktiven Boxen dazu, die eine elektronische Schaltung enthalten, die nur mit einer Stromquelle funktioniert. Die passive Art Z direct als besondere Ausstattung einen zweifachen Dämpfungsschalter für zweimal -20dB, sowie eine Phasenumkehrschaltung zu bieten. Außerdem gibt es noch einen Filterschalter zur Bassabsenkung, der sich aber gehörmäßig nicht auswirkt. Das Gehäuse wirkt solide, hat aber keine Gummifüße. Diese sollte man gegebenenfalls selbst nachrüsten.

Forum
  1. Profilbild
    Onkel Sigi  RED

    Hallo Musikfreunde!

    Ich möchte dem informativen Test von Christoph noch eine Ergänzung hinzufügen: Alle gezeigten DI-Boxen werden dann an den MIKROFONEINGÄNGEN des Mischpultes oder der Soundkarte angeschlossen, da das Signal nicht nur symmetriert sondern auch pegelmäßig sowie von der Impedanz dem Mikrofoneingang angepasst wurde.

    Es gibt nämlich außer den DI-Boxen auch sog. Symmetrier- oder Line-Isolationboxen, die ein unsymmetrisches (niederohmiges) Linesignal symmetrieren, aber den Pegel dabei nicht auf das Niveau eines Mikrofon-Vorverstärkers heruntersetzen und diesbezüglich auch keine Impedanzanpassung vornehmen.

    Mit musikalischen Grüßen

    Siegfried Schöbel

  2. Profilbild
    ueleu

    Hmmm … da wird im Artikel zwar mit Bild und Text ein „Selbstbauprojekt DI-Box“ erwähnt.
    Aber leider fehlt dann ein weiterführender Link oder weitere Informationen zu eben diesem Selbstbauprojekt.

    Ich würde zusätzlich noch je eine Stereo-Klinkenbuchse 3,5 und 6,25 Zoll eingangsseitig einbauen, damit ist auch der direkte Anschluss an z.B. Kopfhörerausgänge möglich.

    • Profilbild
      c.schneider  

      Der Selbstbauaspekt sollte eigentlich nur am Rande erwähnt werden, hauptsächlich ist das ja ein Produkt-Test. Beim Selbstbau kommt es natürlich entscheidend auf den Übertrager an. Das Angebot ist hier nicht besonders groß, mit den Herstellerangaben kann man oft nicht viel anfangen. Nur wer ein teures Markenprodukt wählt ist hier auf der sicheren Seite. Hier würde mir Palmer einfallen.

      3-polige Klinkenbuchsen wärn vorallem bei Stereo-DI-Boxen praktisch, dann könnte man zusätzlich auch noch 4 Cinchboxen dazuklemmen.

      DI-Boxen werden – wie Siegfried richtig anmerkt – meistens an die Mikro-XLR-Eingänge angeschlossen, halte in der Regel aber auch einen Line-Pegel problemlos aus.

      Auf Messungen hab ich verzichtet, da hier keine großen Unterschiede zu erwarten sind. Der geneigte Leser möge auch bedenken, daß sich der Aufwand in vertretbaren Grenzen halten soll. Messungen von 5 oder mehr Geräten bringen ja nur dann was, wenn sie mit entsprechender Sorgfalt ausgeführt werden. Dafür müßte man sogar verschiedenen Quellimpedanzen durchprüfen, da diese eine relevanten Einfuss auf das Ergebnis haben können.

  3. Profilbild
    xmario

    warum gibt es keine messungen zu den di-boxen.
    finden den test extrem minimal.
    wenn ich mir die beschreibungen der hersteller auf deren website`s ansehe weiss ich fast genauso viel.

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