Vergleichstest: Kawai ES-100, Roland F-20, Yamaha P-115, Einsteiger Digitalpianos

Lautsprecher

Egal wie gut die Tastatur oder die internen Sounds auch sein mögen, ohne entsprechende Lautsprecher bringen die besten Klänge nichts. Alle drei Kandidaten verfügen über ein internes Soundsystem, bestehend aus zwei (ES-100, F-20) bzw. vier (P-115) Lautsprechern, die je nach Hersteller mit 2x 6 Watt (Roland), 2x 7 Watt (Kawai, Yamaha) angetrieben werden.

Die Lautsprecher des F-20 strahlen nach hinten ab

Die Lautsprecher des F-20 strahlen nach hinten ab

Beim F-20 strahlen die beiden Lautsprecher nach hinten ab, was zu einem sehr räumlichen Klang führt. Leider ist das F-20 im Bassbereich etwas schwach auf der Brust, dafür bringt es die höheren Frequenzen sehr gut ans Ohr des Spielers. Verzerrungen treten auch bei voller Lautstärke nicht auf. Durch die rückseitig abstrahlenden Lautsprecher sollte man bei diesem Modell aufpassen, dass das Piano nicht zu nah an einer Wand steht, denn dies beeinträchtigt den Klang des Pianos doch sehr deutlich.

Einer der vier Lautsprecher des Yamaha P-115

Einer der vier Lautsprecher des Yamaha P-115

Beim ES-100 strahlen die zwei Lautsprecher dagegen nach unten ab, was zwar nicht zu einem so räumlichen Klangbild führt wie beim F-20, dafür umgeht man so aber wieder das Problem der Klangbeeinträchtigung durch Wände o.ä., denn auf einen Tisch wird man das ES-100 (hoffentlich) nicht stellen wollen. Erstaunlich ist beim ES-100 das sehr gut ausgeprägte Bassfundament, da können die beiden anderen Kandidaten nicht mithalten. Und das, obwohl das Kawai fast identische Maße hat und die mobilen Pianos bauartbedingt ohnehin immer recht schwache Bassbereiche aufweisen.

Auch das P-115 verfügt über zwei nach unten abstrahlende Lautsprecher, hat gegenüber dem ES-100 und dem F-20 allerdings den Vorteil, dass noch zwei weitere Lautsprecher vorhanden sind, die durch kleine, lüftungsartig aussehende, Schlitze nach oben abstrahlen. So ergibt dies den für mich besten Klang im Testumfeld. Ein schön räumlicher Klang, der mir von allen drei Digitalpianos am realistischsten erscheint.

Sounds

Neben der Tastatur und dem Lautsprechersystem sind die internen Sounds sicherlich mit das wichtigste Qualitätskriterium. Rein quantitativ liegt das Roland F-20 mit 35 verschiedenen Klängen klar vor dem Kawai ES-100 mit 19 Sounds, gefolgt vom Yamaha P-115 mit 14 Klangfarben. Dass Yamaha hier das Schlusslicht darstellt, verwundert mich nicht, denn auch bei den Digitalpianos der Mittel- und Oberklasse ist es in der Regel so, dass die Konkurrenz von Yamaha zumindest rein zahlentechnisch deutlich mehr zu bieten hat. Auch die Führung von Roland ist nichts Neues, denn der Hersteller packt seine Pianos gerne mit vielen Sounds voll, auch das kann man in den anderen Preisklassen beobachten.

Die Bedienoberfläche des F-20

Die Bedienoberfläche des F-20

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    vssmnn  

    Den Roland F20 „Concert Grand“ Sound empfinde ich extrem aufgepimpt / drahtig / unnatürlich.

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    MidiDino  AHU

    Ja, der F20 Concert-Grand-Sound ist ziemlich unteridisch ;-) Am natürlichsten klingt für mich das Concert-Grand von Kawai. Yamahas Grand ist bereits stark bearbeitet, eigentlich ein ‚Bright‘-Klang.

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    BA6  

    Ach du Schreck. Das FP-20 von Roland klingt so, als sei da ein Phasendreher drin. Ich habe (zum Vergleich) selbst das FP-50. Auch wenn man beim FP-20 auf Saitenresonanz verzichten muss, kann das unmöglich der normale Piano-Sound des FP-20 sein.

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      Felix Thoma  RED

      Hallo zusammen,
      ich überprüfe das nochmal. Sollte da wirklich ein Fehler drin sein, werden wir das natürlich korrigieren.

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    Sokrates  

    Ich wollte ein Stage Piano aus europäischer Produktion und hatte zuerst nur Clavia entdeckt. Dann habe ich festgestellt, dass Blüthner mit dem Pro 88 auch so etwas herstellt und habe es gekauft, weil es günstiger als das Clavia war. Ich bin mit den ca. 15 Sounds zufrieden, es gibt auch eine Rock Orgel mit Schwebungen. Die Tastatur ist eine Fatar TL100. Ich dachte zuerst, es seien echte Holz-Piano Tasten.
    Ein Stage Piano mit eingebauten Sounds, Masterkeyboardfunktionen und regelbare Eingänge für Notebook, Laptop und externe Sound Expander habe ich aber noch nicht entdeckt.

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