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Vergleichstest: Museresearch Receptor, SM Pro Audio V-Machine, Seelake Audiostation, Manifold Labs Plugzilla, BEB Digital Audio Expandium

Front Panel

Front Panel Receptor C Komplete Inside

Front Panel Receptor C Komplete Inside

Die Frontansicht erinnert schon an die alten Tage der Soundexpander. Unten links ist ein Mono-Input für Gitarre oder Mikrofon (ohne Phantomspeisung), daneben ein Kopfhörereingang, der nebenbei gesagt exzellent klingt, oben links ein Input-Level für den Monoeingang und ein Mainvolume-Regler, der sowohl den Kopfhörerausgang sowie den Mainout auf der Rückseite aussteuert. Das Display ist zweizeilig angelegt und ist für das Editieren am Gerät selber durchaus ausreichend. Unterhalb des Displays sind 4 und seitlich 2 sehr solide gearbeitete gerasterte Regler, welche die Parameter auch über eine Druckfunktion anwählen können. Die runden flachen Schalter sind für das Editieren angelegt, da es mit dem Receptor möglich ist, die komplette Software vom Frontpanel aus zu editieren. Für den Liveeinsatz ist das natürlich ein tolle Sache. Wer vom Bildschirm kommt, kann hier nur den Kopf schütteln, aber wer schnellen Zugang auf der Bühne möchte und mit diesem Gerät eingearbeitet ist, findet auf diese Weise den direktesten Weg zum Ziel. Sehr durchdacht. Die genaue Funktion der einzelnen Buttons erläutere ich im Zusammenhang mit der Softwareoberfläche. Rechts oben befindet sich der Powerknopf und rechts unten der robuste Einschub für einen Ilok-Dongle. Das Syncrosoft-gestützte Kopierschutzsystem ist hier nicht nutzbar. Das ist eine Einschränkung, die ich persönlich schon als ärgerlich erachte.

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Back Panel

Receptor Backpanel

Receptor Backpanel

Auf der Rückseite befinden sich die MIDI-Anschlüsse In, Out, Through, S/PDIF In, Out sowie zwei Klinken-Inputs und zwei Klinken-Outputs und ein optischer Ausgang für die Adat-Anbindung. Für ein Gerät dieser Preisklasse hätte ich allerdings schon XLR-Ein- und Ausgänge erwartet. Die Soundqualität der Ausgänge ist mit einer besseren M-Audio Soundkarte zu vergleichen, also von einem Ausnahmeklang kann hier keine Rede sein. Die Frage ist nun, ob das entscheidend ist. Das erste Kore-Audiointerface von NI mit physikalischen Ausgängen wurde in Zusammenarbeit mit RME herausgebracht, hat aber auch nicht so wirklich jemanden interessiert. Ein Schmunzeln erzeugten bei mir die Anschlüsse für eine Computermaus und Tastatur mit seriellem Anschluss. Die alten Zeiten lassen grüßen. Die funktionieren aber auch nicht so recht. Diese hätte man ja nun weglassen können. Sie sind aber deswegen vorhanden, weil das Gerät in einer Übergangszeit veröffentlicht wurde, als diese Anschlüsse zumindest noch nicht gänzlich unüblich waren. Ein VGA-Anschluss für einen Monitor, 4 USB-Anschlüsse und Ethernet runden das Angebot ab. Zum Ethernet-Anschluss benötigt man 2 unterschiedliche Kabel, eines für die Kommunikation mit dem Computer und ein Crossover-Kabel für den Datenaustausch mit dem Internet und dem Computer über einen Router. Hier verwechselt man schnell die Kabel, und wundert sich so manches Mal, warum gewisse Dinge nicht funktionieren. Ein kleines aber wichtiges Detail möchte ich dennoch erwähnen. Der VGA-Monitoranschluss ist einfach schon jetzt veraltet, und ich hatte noch Mühe, einen kleinen Bildschirm zu bekommen, der auch tragbar war. Der vergitterte Lüfter und der Kaltgeräteanschluss sind für die Robustheit des Gerätes schon unerlässlich, sind aber vorhanden. An der Verarbeitung ist nicht gespart worden. Das muss man diesem Gerät einfach zu gute halten. Daran könnten sich andere Hersteller wirklich mal wieder zurück besinnen.

Was steckt drin?

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Kommen wir nun zum Innenleben des Receptors und zur Software-Oberfläche. Zugegeben, es handelt sich hier um einen Receptor 1 C mit Komplete Inside von NI aus dem Jahre 2009. Die zurecht gestellte Frage, warum ich kein neues Gerät aus der aktuellen Receptor 2 Generation teste, ist einfach zu beantworten. Da der zugehörige Vertrieb ab und an wechselt, riskiert kein Vertreib ein Gerät weg zu geben, obwohl die Bereitschaft generell besteht, dies zu tun. Als ich bei der Neuerscheinung einen Receptor 2 anfragte, zeichnete sich der Vertrieb als nicht mehr verantwortlich. Momentan gibt es eine Anlaufstelle in Österreich soweit ich weiß, und zur Zeit vertreibt auch das Musikhaus Thomann diese Produkte.

Zunächst müssen Laptop oder Desktop-Rechner und der Receptor über eine Ethernet-Kabel verbunden werden. Für die Verbindung mit dem Rechner stellt Museresearch die Receptor Remote Control Software für Windows und Mac kostenfrei zur Verfügung. Um diese Geräte miteinander zu verbinden, sollte in meinem Fall das Macbook zuerst eingeschaltet werden und danach der Receptor, ansonsten kann es schon mal anderthalb Stunden dauern, bis diese sich finden und verbinden wollen. Mit meinem großen Quadcore-Rechner geht es aber schnell. Öffnet man die Software, erkennt man schnell, dass 16 Slots mit Plug-ins zu belegen sind und diese Klangerzeugern jeweils 3 Effekten versehen werden können. Darüber hinaus lässt sich die Effektkette unterschiedlich routen. Es lassen sich komplette Einzelkanalzüge mit Effekten abspeichern und das ganze Mehrkanal-Setup. Wer ein neues Mehrkanal-Setup anlegt, kann Einzelkanalzüge wieder einladen. Das ist sehr praktisch, denn somit lohnt es sich, sich mal einem Sound richtig zu widmen, zu editieren und immer wieder zu benutzen. Die Grenzen liegen bei meinem Receptor Komplete Inside bei ca. drei bis vier Plug-ins, die man mit einem MIDI-Kanal ansteuern kann. Das ist das, was die CPU gut verkraftet. Darüber hinaus ist Vorsicht geboten. Wer sich die Software-Oberfläche genauer anschaut, findet die direkte Verbindung zu den flachen Buttons des Frontpanels, welches dann keiner weiteren Erläuterung mehr bedarf. Das ist schon gut gelöst. Der Soundwechsel ist nicht einfach zu lösen. Das dauert einfach viel zu lange und ist im Livegebrauch definitiv nicht zu nutzten. Hier ist man gut beraten, die 16 Slots zu laden und jedes mit einem eigenen MIDI-Kanal zu versehen. Am Masterkeyboard muss man daraufhin „einfach“ nur den MIDI-Kanal wechseln. Ich hatte da etwas Glück, da ich meinen Receptor mit dem Yamaha S 90 ES ansteuere, welches auch die komplette MIDI-Komunikation anbietet. Wenn ich dort in den Multimode gehe, kann ich im Yamaha einen Sound mit dem Receptor pro MIDI-Kanal layern und habe dazu noch auf Knopfdruck alle 16 Sounds pro MIDI-Kanal zur Verfügung. Das ist sehr komfortabel und die einzige Möglichkeit, schnell und sicher Sounds zu wechseln.

Fenster 1

Fenster 1

Selbstverständlich gibt es eine Editoransicht des Plug-ins sowie eine reine Parameteransicht. Wer an diese gelangen möchte, die im Editor so nicht angezeigt werden, bekommt hier die Möglichkeit, diese über ein eigenes Fenster zu editieren.

Plug-in Ansicht

Plug-in Ansicht

Fenster 2

Fenster 2

Parameter Editierung

Parameter Editierung

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Forum
  1. Profilbild
    gaffer  AHU

    Zitat: Während man spielt, hat man nicht ständig dieses mulmige Gefühl, es könnte abstürzen. Zitat Ende.

    Ja das versuchen uns diese Firmen immer wieder einzureden. Wenn es so viel besser wäre, sollte ich meinen Rechner wegwerfen und dafür einen Mjuus kaufen. Ein vernünfig aufgebauter Rechner stürzt nicht ab, er bekommt auch kein Lampenfieber auf der Bühne und arbeitet plötzlich unzuverlässig. Ich bräuchte sowas nie, aber wen’s beruhigt…

    • Profilbild
      Tyrell  RED 1211

      Denke deshalb hat PTC den Laptop in der Abschlussbewertung auch höher eingestuft als den Receptor!! :-). Für mich wäre das auch nichts. Da gibt es nur: Entweder Laptop oder gleich „richtige“ Hardware. Angst vor einem Absturz – vor allem wenn der Laptop nicht am Netz hängt – habe ich überhaupt nicht.

  2. Profilbild
    wizardofkeys

    dieser artikel hinkt ein wenig, wenn ich einen RECEPTOR Rev. C mit den aktuellen laptops vergleiche.

    finde das schade.
    die erste generation kam immerhin bereits 2004 heraus und war damals im vergleich zu laptops um längen voraus.

    ich bin selbst RECEPTOR-user (sowohl RECEPTOR 1 als auch das neueste model RECEPTOR 2+ ProMax)

    • Profilbild
      Harold

      Hallo Wizardofkeys.
      Können sie mir behilflich sein um mein Receptor VIP abzudaten?
      Wäre sehr nett wenn sie mich per Mail kontaktieren.
      Mit freundlichen Grüßen
      Harald Klenhart
      (bitte persönliche Nachrichtenfunktion im Profil verwenden)

  3. Profilbild
    wizardofkeys

    nochmal paar statements:

    – hoher Anschaffungspreis
    ein KORG KRONOS oder der damailige OASYS oder ein S90 hat auch einen stolzen preis…

    – viel Einarbeitung nötig
    …finde ich persönlich gar nicht. GUI ist selbsterklärend.
    das „problem“: ich muss mich eben mit allen meinen plugins perfekt auskennen…
    und mit einer neuen workstation muss ich mich ja auch eine gewisse zeit einarbeiten…

    – sehr Support-lastig
    denke mal, dass das bei allen innovativen produkten so ist… es ist nunmal sehr speziell. aber zum glück ist der support excellent.

    – hohe Folgekosten
    … ein crossgrade von max. $30 ist zu verkraften.
    ein upgrade-kit zur neuesten generation hat eben seinen preis. aber einen laptop muss ich u.U. auch schon nach 3 jahren austauschen…

    – ständig wechselnder Vertrieb
    … leider leider…
    @PTC: bei welchen vertrieb habt ihr denn für den test angefragt ?

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Hallo Wizardofkeys,
      als der Receptor heraus kam, war er natürlich dem Laptop überlegen, keine Frage. Bei solchen Produkten ist viel eher die Frage wie Zukunftsträchtig sind sie, und die Wahl fällt halt heute zugunsten des Laptops. Die Anschaffung von Workstations ist preislich ähnlich wie Receptor, nur du benötigst bei Receptor noch ein Masterkeyboard, das heißt doch wieder deutlich über dem Budget der Workstation. Du wirst nicht bezweifeln das die Tastaturen von Yamaha oder Korg über dem Standard normaler Masterkeyboards liegt. Also hier punkten auch die Workstations. Die Einarbeitung an sich ist nicht so aufwendig, aber selbst installieren von Produkten ist doch wirklich auf diesem Linuxsystem etwas anstrengend. Wenn der Support auf Grund dessen nicht so exzellent wäre, gäbe es Receptor nicht mehr. Nichts gegen upgrade, da hast du recht, das hat seinen Preis, aber mir ist immer noch nicht klar gemacht worden, warum ich auf einem Receptor 1 oder C kein Kontakt 4 nutzen darf. Das ist doch der Punkt. Ich würde sogar das Geld dafür aufbringen wollen, aber der Druck der dadurch auf den Käufer erzeugt wird ist einfach für mich nicht in Ordnung.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Zum Vertrieb: Ich hatte damals bei Digital Audioservice angefragt. Dort war auch ein recht kompetenter Mensch, aber auch er hat mich bei meinen Fragen direkt an den Support von Museresearch weiter geleitet. Er wie schön öfter erwahnt wurde wirklich exzellent ist.

      • Profilbild
        wizardofkeys

        und so ist es mit dem aktuellen RECEPTOR.
        es kommen immer bessere prozessoren, größere festplatten (RECEPTOR kann 1,5TB oder 500GB SSD) etc. das verhält sich nunmal genauso wie beim laptop.
        und wenn eine neue workstation rauskommt, wechseln auch viele zum aktuelleren produkt.

        vorteil & stärke beim receptor ist doch aber die performance ! (sound-auswahl, programming, multi-setups etc pp.)

        die installation von plugins finde ich nicht wirklich mühsamer als bei anderen produkten, z.B. wenn ich das mit der prozedur eines OS-updates meines KURZWEIL PC3X vergleiche…

        für viele plugins gibt es ohnehin „RECEPTORized installer“.

        bzgl: KONTAKT 4
        es geht wohl weniger um das DÜRFEN, als um das KÖNNEN. KONTAKT 4 schluckt eben viel rechenleistung.
        der RECEPTOR Rev. C hat einen AMD Turion 1.8 Ghz.
        und selbst NI „fordert“ für KONTAKT 4 mindestens 2,4Ghz. da wird’s dann natürlich bisschen eng… :)

        Digital Audio Service ist schon seit mehr als 1 Jahr nicht mehr für den vertrieb zuständig… :)

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          Mein Laptop mit Single Core von vor 3,5 Jahren kann Kontakt 4. Das ist einfach kein Argument. Der Zeitabstand von ca. 1,5 Jahren den Museresarch hat mit besseren Prozessoren zwingen einfach user zum Upgrade. Du kannst Setups machen, das ist richtig aber einen Soundwechsel, wobei tatsächlich ein Klang neu geladen wird, das dauert zu lange, weil die Libraries so umfangreich sind. Das ist eine Performance die nunmal eine Workstation kann und Receptor nicht. Du musst auch davon ausgehen, das ein User der nicht so spezielisiert wie du mit genau diesen Dingen nichts zu tun haben will. Da haben die Workstations einen Vorteil. Das was den Receptor auszeichnet ist das du mit tollen Sounds und Plugins den Workstation-Einheitsbrei das besondere geben kannst. Das kannst du aber auch heute mit einem Quadcore Laptop, wobei wir wieder bei dem Nachhinken des Receptors sind der jetzt schon mit seinem neuen schnellen Dualcore rechnern eine Entwicklungsstufe hinterher hinkt, wo er noch vor 4 Jahren noch top war. Ich weiß auch das Digital Audioservice schon lange nicht mehr zuständig ist. Erst jetzt ist wieder, nach 2-3 Jahre jemand da der das Gerät vertreibt, und ganz ehrlich, für ein Gerät dieser Preisklasse sollte jemand im Land des Erwerbes als Hardwaresupport jemand da sein.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        „gäbe es Receptor nicht mehr“
        Jetzt scheint es soweit zu sein. Die Web-Präsenz museresearch.com liefert zumindest momenten den allseits beliebten Fehler 404.

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          Und wieder etwas Neues von Muse Research:

          „Muse Status Update

          Muse Research and Development, Inc. has exited the hardware business in order to concentrate on licensing our IP to other manufacturers who will take the award-wining Receptor technology to the next level. We are currently working with several companies on a license or outright acquisition of our IP.

          If you are interested in licensing the Muse Research and Development technology for use in your music or audio processing systems, please send an email to license at museresearch.com and someone will get back to you. Serious enquiries only. Please note that no sales or support queries will be answered from this email account.“

          Quelle: museresearch.com

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