Vergleichstest: SolidgoldFX Electroman und Subdecay Anamnesis, Delaypedale für Gitarre

Facts und Features

SolidgoldFX Electroman

EM

Schaut man auf den Seiten der Firma SolidgoldFX, kann man aus einem reichhaltigen Angebot an Effekten mit abgefahrenen Designs, Farben etc. wählen. Der Electroman von SolidgoldFX bietet eine Delayzeit von max. 600 Millisekunden, mehr geben die analogen Chips (hier das in analogen Delays häufig anzutreffendes PT2399) einfach nicht her, ohne wirklich „Lo-Fi-mäßig“ zu klingen.

Die Stromversorgung erfolgt über die DC-Buchse (Boss-kompatibel, Tip ist Masse) bzw. eine eingelegte 9 Volt Blockbatterie. Eine Batterie bzw. ein passendes Netzteil befand sich nicht im Lieferumfang, da das Delay vermutlich auf einem Pedalbord betrieben und von dort auch mit Strom versorgt wird.

Die Qualität der Bauteile und die Verarbeitung lassen nichts zu wünschen übrig. Ein sinnvolles Feature kann bei Bedarf der integrierte Einschleifweg sein. Eine Stereoklinkenbuchse (Tip ist send, Ring return) an der linken Seite des Electroman bietet die Möglichkeit, dem Delaysignal z.B. eine Modulation mittels eines weiteren Effektgeräts (Chorus, Tremolo, Vibe etc.) zukommen zu lassen, da der Electroman von Haus aus keine Modulation bereitstellt.

Eine Besonderheit des SolidgoldFX Electroman ist der „Warp“-Taster. Dieser erzeugt beim Betätigen einen Anstieg der Oszillation, und zwar so lange, wie wir den Warp Taster gedrückt halten. Der dann entstehende Klang ist sehr spannend und „Spacy“ und somit auch sehr schwer in Worte zu fassen. Hier solltet ihr die Klangbeispiele dieses Tests bemühen. Dieses „Warp“-Feature macht das Pedal recht einzigartig und ist bis dato nicht oft anzutreffen.

Electroman offenps

— Das PT2399 Chip wird in vielen analogen Delays verbaut —

Der Klang des SolidgoldFX Electroman

Da der Electroman auch über einen Tone-Regler zur klanglichen Beeinflussung des Delaysignals anbietet, kann man den Sound etwas variabler gestalten. Befindet sich dieser auf Vollanschlag, ist der Klang der Delays bereits deutlich wenig höhenreich. Bewegt man den Tone-Regler dann gegen den Uhrzeigersinn, wird der Klang schließlich ausgesprochen dumpf.

Leider rauscht der (aktivierte) Electroman auch vergleichsweise stärker als gewünscht. Das hat eindeutig etwas mit dem verwendeten PT2399 Chip zu tun, der von Haus aus recht große Streuungen in der Qualität aufweist und als zickig und alles andere als rauscharm gilt.

Der Sound des Electroman ist insgesamt angenehm warm und räumlich, so wie man das von einem qualitativ hochwertigen analogen Delay erwarten sollte.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Picard  

    Der Chip PT2399 arbeitet digital und angesichts der sampling rate und Bit-Tiefe eher im Lo-Fi Bereich. Definitiv keine Analog-Delays!

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      dilux  AHU

      vollkommen richtig, den chip gibts für ca. 2,- €, da fragt man sich schon, wie die ihre preise kalkulieren. klanglich finde ich die beiden pedale auch nicht überzeugend!

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        Johannes Krayer  RED

        Hallo dilux,

        das PT2399 ist in der Tat günstig, hat Qualitätsschwankungen und rauscht, vor allem bei etwas längeren Delayzeiten (ab ca. 450 ms).
        Leider wird es in zu vielen „analogen“ Delays verbaut.
        J.Krayer

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      Johannes Krayer  RED

      Hallo Picard,
      Du hast letztendlich natürlich Recht, es sind keine wirklich analogen, sondern eher dumpf klingende digitale Chips. Im Allgemeinen werden sie aber von der Werbung gerne mal als „analog“ bezeichnet, obwohl sie einfach nur nicht in der Lage sind, die höheren, für die Gitarre benötigten Frequenzen, sauber wiederzugeben,
      J.Krayer

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Wer individuell sein will muss viel Geld bezahlen, dafür gibt es ein tolles Gehäuse mit eigenem Design und wenn man will auch Rauschen im Signalweg. Rein technisch gesehen sehe ich hier keine echten Vorteile.
    Wer hier punkten will könnte sich mal das Tape delay mit dieser kleinen Tonband Kassette anschauen. Das ist wirklich mal eine innovation. Da muss man sich sogar immer neue Kassetten kaufen für 20€. Auch hier ist Individualismus eine Frage des Geldes.

    Es ist nicht leicht sich von der Masse ab zu setzen. Ob es einem das wert ist muss jeder für sich entscheiden.

    Am Ende finde ich, dass man sich auch noch durch ein besonderes ausgefeiltes Gitarrenspiel individuell von der Masse absetzen kann. Das kostet allerdings Zeit zum üben. Ein Gerät dagegen ist durchaus auch mal schnell gekauft. Wer ist da nicht auch schon darauf hinein gefallen der werfe hier den ersten Stein.

    • Profilbild
      Johannes Krayer  RED

      Hallo amazonaman,
      ich bin ganz Deiner Meinung! Lieber mal mehr üben, als ständig neues Equipement kaufen.
      J.Krayer

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