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Vergleichstest Studiokopfhörer: AKG 712 Pro, Audio Technica ATH-M70X, Beyerdynamic DT880 Pro, Focal Spirit Professional, Shure SRH940

21. November 2016

Voll auf die (Kopfhörer) Ohren!

Kopfhörer sind im Studio, egal ob professionell oder Homerecording, ein ebenso wichtiges Kriterium wie Monitorlautsprecher. Und so habe ich heute fünf „Ohrenwärmer“ der gehobeneren Preisklasse in meiner Tonküche: Den AKG K712 Pro aus Österreich, den Ami Shure SRH940, aus Frankreich den Focal Spirit Professional, aus Japan den Audio-Technica ATH-M70x und aus unseren heimischen Gefilden den Beyerdynamic DT880 Pro, der in Heilbronn entstanden ist. Wer am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen wird, klärt unser Vergleichstest Studiokopfhörer.

vergleichstest-studio-kopfhoerer

Wie getestet wurde

Mein Tonstudio in Gauting ist vornehmlich für Recordingsessions bis um die 8 Mann geeignet, deshalb brauche ich auch eine gewisse Anzahl vernünftiger Kopfhörerverstärker. In der Gesangskabine habe ich seit einigen Jahren den ART HeadAmp 6 Pro in Betrieb, den sowohl die Musiker als auch ich sehr schätzen. Er ist in erster Linie ein Kraftpaket und kann bis zu 6 Kopfhörer wirklich satt laut antreiben. Hinzu kommt, dass er ein sehr kraftvolles Klangbild ohne Schärfe liefert und auch die Bassbereiche der Aufnahme sehr „bauchig“ rüberbringt, ohne aber zu schwimmen. Dazu kommen praxistaugliche Regler und ein schönes Design.

kopfhoerertest

Als „Gegenabhöre“ habe ich als sechsten Kopfhörer meinen eigenen AKG K171 Mk II drangehängt, da ich den Klang dieses mittelpreisigen Profihörers einfach gut kenne und so den Unterschied zu den einzelnen Testkandidaten unseres Vergleichstest Studiokopfhörer besser auffächern kann.

Eigene Abmischungen und Lieblings-Konserven von CD, vom MacBook Pro in mein Motu 8pre und von dort aus direkt in den Kopfhörerverstärker ART HeadAmp 6 Pro, das ist der Weg der Audiosignale für diesen Testlauf.

Kopfhörerverstärker ART HeadAmp 6 Pro

Kopfhörerverstärker ART HeadAmp 6 Pro

Die Testkandidaten im einzelnen

AKG 712 Pro

Der in Österreich entwickelte und dort auch gefertigte AKG K712 Pro ist ein ohrumschließender Kopfhörer in offener Bauweise. Wie die meisten AKG-Kopfhörer besitzt er ein tauschbares Kabel, das per Mini-XLR-Verbindung sehr solide am Hörer sitzt.

Kopfhörertyp: offen
Nennimpedanz: 62 Ω
Nennbelastbarkeit: 200 mW
Empfindlichkeit: 105 dB SPL/V
Übertragungsbereich: 10 – 39,8 kHz
Kabel abnehmbar: ja
Kabellänge: 3 m
Gewicht: 235 g

AKG K712 Pro

AKG K712 Pro

AKG K712 Pro

AKG K712 Pro

AKG K712 Pro

AKG K712 Pro

Forum
  1. Profilbild
    Coin  AHU

    Moin Moin, die AKG sind für mich interessant.
    Ansonsten mit Beyerdynamic 770 Pro & 990 Pro lange gearbeitet,
    also würd ich hier auch die 880er vorziehen.
    Hab mal Shure 840 testen können, aber da waren
    die Mitten sehr stark ausgeprägt, was mir nicht gefallen hat.
    Aber wo bleiben Beyerdynamic 1770 und 1990 ?
    Die werden noch lange aufm Radar leuchten.
    Gruß – Coin

  2. Profilbild
    the_IMP

    Sehr cooler Vergleichstest! Ich selbst habe einen AKG712 und finde den für mich (!) perfekt. Das mit dem Plärren bei hoher Lautstärke ist mir noch nie aufgefallen, grad probiert, stimmt. ABER: das ist mir viel zu laut, da dreh ich vorher runter.
    Der Beyerdynamic war bei mir auch in der engeren Auswahl. beim Direktvergleich habe ich mich aber von der Bühne des AKG mehr beeindrucken lassen :) Focal & Shure habe ich nicht getestet gehabt.
    Was ich viel heftiger finde, wie bei KH’s die Preise gefallen sind! Gefühlt waren die vor 1-2 Jahren alle viel teurer

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    In wie weit unterscheiden sich die DT880 pro von den DT990 pro?

    • Profilbild
      Onkel Sigi  RED

      Griass Di polyaural,

      der DT990 ist ein OFFENER Typ, der DT880 ein HALBOFFENER .

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Audeze LCD-2 ist mein treuer Begleiter seit Jahren..
    sicher sehr teuer… aber diese Auflösung erreicht kein dynamischer KH.

  5. Profilbild
    0gravity  

    Sehr schöner Test, der gerne ein noch größeres Kandidatenfeld hätte haben können. Aber vielleicht kommt ja noch ein 2.Teil (Wink mit dem Zaun).
    Mir hat auch die klare Rangordnung, mit der jeweils knappen aber schlüssigen Begründung und dem Hinweis auf die natürlich eingeflossene Subjektivität sehr gut gefallen.

  6. Profilbild
    MattZazzles  

    Mal ne ziemlich dämliche Frage: Was macht mehr Sinn: sich einen Luxus-KH um die 1000 Ocken zu gönnen oder schicke neue Monitore für den gleichen Preis. Ich besitze Rokits KRK 8 und finde sie richtig bescheiden. Meine Beyerdynamic DT-770 Pro mag ich auch nicht so wirklich.
    Was meint ihr?

  7. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Erste Option sollten zum Mixen eigentlich immer gute Monitore in einem funktionierenden Raum sein. Kopfhörer um mal etwas in die Tiefe zu horchen.
    Wenn kein vernünftiger Raum machbar ist darf sich die Gewichtung als Kompromiss Richtung Headphone verschieben.
    Es sind also nicht zwei, sondern drei Parameter auszuloten.

    • Profilbild
      MattZazzles  

      Also sind KH eigentlich nur für die Feinjustierung gedacht?
      Danke für den Input, ich werde dann mein Geld eher in die hübschen Neumann’s investieren, der Raum ist nämlich fast optimal und wird immer mal wieder etwas optimiert.

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        Armin Bauer  RED

        Sicher keine schlechte Entscheidung.
        Wenn dann doch noch ein guter Kopfhörer dazu kommen soll, der die 200,- Euro Latte nicht knackt, kann ich den Audio-Technica ATH-M50x empfehlen.

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          MattZazzles  

          Besten Dank, Armin! Macht alles Sinn, und der KH ist auch nicht von schlechten Eltern. Hol mir jetzt endgültig vernünftige Speaker. Leider brauch ich immer ewig für solche Entscheidungen.
          Schicken Tach noch.

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            Armin Bauer  RED

            Die Auswahl seiner Hauptmonitore sollte man auch nicht übers Knie brechen. Im Idealfall begleiten einen die Dinger ein ganzes Leben. Ich habe mir vor ca. 20 Jahren die Emes Violet HR angeschafft und bin immer noch glücklich damit. Die Zweitmonitore wechseln gelegentlich.

            • Profilbild
              MattZazzles  

              Stimmt. Nach dem absoluten Fehlkauf (zum Glück auf Ebay günstig) der Rokits werde ich jetzt auf die Neumanns KH120 übergehen. Habe keine Lust mehr auf matschigen Klang. Danke nochmal für deine Meinung.

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Hallo Matt,

        du kannst auch mit Kopfhörern mixen und mastern. Nur ist das recht aufwändig. Ich nehme die ATH M50 zur Vorproduktion und Einspielen. Partiell auch zum Mixen der Grobmischung. Feinarbeit und Bassmischung mit dem DT880 und Endfassung mit AKG 812. Das Endergebnis höre ich dann A/B wieder mit den ATH und Sennheiser CX Ohrstöpseln.

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          Armin Bauer  RED

          Hi Toby,
          klar geht das, man kann sich an (fast) alles gewöhnen.
          Ich erinnere mich noch gut an meine erste „Abhöre“ zu Cassetten-4Spur-Zeiten, die seligen ControlOne. Den Bass habe ich dadurch kontrolliert, dass ich die Hand vor den Reflexport gehalten habe und den Luftstrom erfühlt habe :-)
          Du schreibst aber selber, dass es aufwändig ist. Ich finde es auch deutlich anstrengender mit Headphones zu arbeiten und Ohrstöpsel geht bei mir gar nicht.

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            TobyB  RED

            Hallo Armin,

            so kann man den Bass auch fühlen ;-) Wenn es drückt ist gut ;-) Ich hab im Dachgeschoss zwar eine gute Aussicht nur eben einen akustischen GAU. Schräge Wände, Darunter Rigips, Rockwool und Lattenkonstrukt und eine Solaranlage samt Befestigung. Insofern Kopfhörer. Wichtig sind regelmäßige Pausen und die Abhörlautstärke. Bässe sind ein Thema. Ich helfe mir da mit Analyzer. Ohrstöpsel setze ich am wenigsten ein, die sind nur zu Abnahme auf dem iPhone/iPod/iPad. Da was zu hören ist noch mal ein ganz anderes Thema.

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          MattZazzles  

          Ich muss gestehen: ich habe die Kopfhörer meist vernachlässigt. Ich brauche den Druck im Gesicht. Ich gelobe aber Besserung. Versprochen!

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            TobyB  RED

            Hallo Matt

            und ich kümmere mich um eine gute Raumakustik und eine anständige Abhöre :-)

  8. Profilbild
    Sudad G  

    Hat man sich erst mal an den etwas schärferen Klang des SHURE gewöhnt, kann man wirklich tolle Mixe mit ihm erstellen. Am besten gefällt mir der über einen weiten Lautstärkebereich stabile Frequenzgang. Die Gefahr HiHats zu laut zu mischen, ist beim SHURE relativ gering. Er hat auch genügend Bass, um bei House bzw. Dance-Produktionen den sensiblen Low-End Bereich überzeugend abzubilden. Er erinnert mich fast schon an einen guten Studiomonitor. Er ist halt ein Arbeitstier. Nachteilig beim SHURE SRH-940 finde ich lediglich den Tragekomfort. Bei längerer Tragezeit drückt der schmale Bügel recht stark auf die Schädeldecke. Da sind AKG und Beyerdynamic wesentlich angenehmer zu tragen. Die AKGs klingen zwar recht gut, aber der Frequenzgang ändert sich je nach Lautstärke, was nervig sein kann. Aufgrund des „plärrenden“ Charakters mischt man Vocals und Leadsounds auch gerne etwas zu leise mit den AKGs. Nehme sie aber manchmal für das Einstellen der Effekt-Sends, da sie sehr räumlich klingen und Effektanteile sehr gut abbilden können. Der Beyerdynamic (kenne nur den DT-770 Pro) hat einen äßerst guten Tragekomfort, geht mir aber zu sehr schon in die sog. Hifi-Richtung. Über die Jahre ist der SHURE SRH-940, den ich anfangs auch nicht mochte, zum reinen Mischen in Verbindung mit KRK Monitoren mein Favorit geworden. Ich mische fast mehr auf dem SHURE als auf den KRKs.

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