Synthesizer Klassiker mit Schwächen
Der Alesis Andromeda A6 ist ein polyphoner, voll analoger Synthesizer mit digitaler Steuerung (Digital Controlled Analog Synthesizer – DCAS), der zur Jahrtausendwende wie ein Statement wirkte: 16 echte Stimmen, zwei analoge Oszillatoren pro Stimme, zahlreiche Modulationsmöglichkeiten, integrierte Effekte und ein Klangspektrum, das von cremig-warm bis gnadenlos aggressiv reicht. In einer Zeit, in der virtuell-analoge Klangerzeugung en vogue war, setzte Alesis mit dem Andromeda auf echte analoge Substanz – und das auf allerhöchstem Niveau.
Inhaltsverzeichnis
- Alesis Andromeda vs Minimoog und Oberheim SEM
- Der Look: Kitsch oder Kult?
- History: Alesis Andromeda Analogsynthesizer
- Unisono und andere Keyboard-Features
- Arpeggiator und Sequencer des Andromeda
- Die Andromeda Effektabteilung
- Der Alesis Andromeda im Multimode
- Die Ein- und Ausgänge des Andromeda
- Der wahre Analogsound des Andromeda Synthesizers
- Die analogen Andromeda-Alternativen
- Meine persönliche Andromeda-Story
- Versteckte Funktionen des Alesis Andromeda
- Der Alesis Andromeda AUF YouTube
Im April 2001 testeten wir den ALESIS Andromeda A6, der damals für einen Listenpreis von 9.954 DM angeboten wurde und tatsächlich für 9.000 DM im Laden stand.
Einige Zeit nach der Übernahme der Firma ALESIS durch NUMARK und nach der Umstellung auf Euro, Anfang 2002, rutschte der ALESIS Andromeda in Preisregionen um 3.000 Euro. Nur war er dann nicht mehr lieferbar. Eineinhalb Jahre war es so still um diesen Monster-Synthesizer geworden, dass man schon munkelte, der spannende Preis wäre nur ein Marketingtrick gewesen. Falsch gedacht, denn Mitte 2003 war dieser Ausnahme-Synthesizer plötzlich wieder erhältlich – und das zum attraktiven Preis von 2.000 Euro.
Alesis Andromeda vs Minimoog und Oberheim SEM
Der Alesis Andromeda verfügt über zwei vollständig analoge Filtertypen pro Stimme: ein State-Variable-Filter und ein 4‑poliges Kaskadenfilter, das sich klanglich stark am berühmten Moog-Ladder-Filter orientiert. Diese Kombination ermöglicht eine enorme Bandbreite an Klangfärbungen – von präzise und modern bis satt und vintage.
Lest mal dazu bitte auch den Artikel von Moogulator „Analog Vintage vs. Analog New“. Zwar schon ein paar Jahre alt (2018), aber immer noch spannend. Ich kann mich der Meinung von Mike Irmer nur anschließen – und gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ich sehe den ALESIS Andromeda in einer Liga mit Klassikern wie dem Yamaha CS-80. (Also zusätzlich, nicht stattdessen!) Ich habe Sounds auf dem Andromeda programmiert, die authentischer nach CS-80 klangen als das gleichnamige Plug-in. Selbst unter den Werksounds finden sich einige klare Anspielungen auf Vangelis, die durchweg extrem überzeugend sind.
Übrigens: Klaus Schulze veröffentlichte eine CD, auf der ausschließlich der Andromeda zu hören ist. Diese wurde eine Zeit lang von Alesis Deutschland vertrieben und vermittelt hervorragend, welche Klangwelten sich mit diesem Instrument erschließen lassen.
Zusätzlich gibt es hier auf AMAZONA.de gleich zwei Vergleichstests, die für alle Andromeda-Interessierten besonders aufschlussreich sind:
Der Look: Kitsch oder Kult?
Von Anfang an war das Design des Alesis Andromeda umstritten. Für die einen war es zu viel Show – blinkende LEDs, ein wuchtiges Gehäuse, futuristisches Bedienfeld. Für andere war es genau das: ein innovativer Auftritt, der einem Synthesizer dieser Größenordnung angemessen erschien.
Mittlerweile hat sich rund um den Andromeda eine kleine Modding-Szene etabliert. Von Holz- oder Metallwangen über neue Farbkonzepte bis hin zu aufwendigen Komplettumbauten ist alles dabei – meist in liebevoller Handarbeit und als absolute Unikate. Besonders erwähnenswert ist die „Alesis Andromeda Rebirth“-Edition von Thomas Siedler (Doc Analog), die ab 2017 in einer Kleinserie erschien. Wer seinen eigenen Andromeda zum Umbau bereitstellt, erhält für etwa 2.500 Euro (je nach Umfang) ein vollständig überarbeitetes Gerät – technisch wie optisch.
History: Alesis Andromeda Analogsynthesizer
Als Alesis im Jahr 2001 den Andromeda A6 veröffentlichte, dominierte der Markt für polyphone Synthesizer klar in eine andere Richtung: Virtuell-analoge Klangerzeugung war der Stand der Dinge. Geräte wie der Access Virus B, der Clavia Nord Lead 2, der Roland JP-8000 oder der Korg MS2000 prägten das Klangideal jener Zeit – digital emulierte Analogsounds, kombiniert mit modernen Features und speicherbaren Presets.
Der Andromeda stellte in diesem Umfeld eine radikale Gegenbewegung dar: ein echter polyphoner Analogsynthesizer mit 16 Stimmen, zwei analogen Oszillatoren pro Stimme, komplexer Modulationsmatrix und digitaler Steuerung – ein hybrides Kraftpaket, das klanglich wie konzeptionell aus der Reihe fiel.
Vermutlich hätte der Alesis Andromeda damals schon ein Hit werden können, aber nicht, wie oben erwähnt, zum Preis von 9.000 DM.
Im Folgenden der Test zum Alesis Andromeda, wie ich ihn 2001 für AMAZONA.de verfasst hatte. Deshalb nicht wundern, dass bei den Alternativen nur der Jomox Sunsyn erwähnt wird. Man kann kaum glauben, dass der Markt für polyphone Analogsynthesizer praktisch kaum vorhanden war:
Unisono und andere Keyboard-Features
Der Andromeda bietet einen bis zu 16-fachen Unisono Mode. Das bedeutet, dass auf Wunsch alle 16 Stimmen mit einer Taste gleichzeitig ausgelöst werden kann. Für eine einfache Verbreiterung des Sounds reicht aber gewöhnlich ein 2-facher Unisono Mode. Dieser kann stufenlos bis zur maximalen Anzahl von 16 eingestellt werden. So lässt sich zum Beispiel ein sechsfacher Unisono Sound im Stil des Roland Jupiter-6 kreieren. Zusätzlich zu der Anzahl an gleichzeitig erzeugten Stimmen kann auch noch die Verstimmung gegeneinander eingestellt werden.
Natürlich lässt sich neben Unisono der A6 auch noch in den Mono-Mode umschalten, um typische, monophone Basslines, Leadsounds etc. wiederzugeben. In diesem Fall wird auch der Legato-Modus der Hüllkurven (wie bereits oben beschrieben) interessant. Selbstverständlich gibt es auch ein Portamento im Andromeda, dessen Gleitkurve ebenfalls aus mehreren verschiedenen auswählen: exponentiell, linear, logarithmisch. Auch ein Legato-Portamento (also ein Portamento, das nur bei legato gespielten Noten aktiv wird) ist möglich. Gleich über den Keyboard-Modes findet sich die Mastersektion, die neben dem Mastervolume noch die Autotune-Funktion beinhaltet. Diese Funktion ist notwendig, um die analogen Bausteine, wie VCOs und Filter, zu stimmen und in Stimmung zu halten.
Grundsätzlich empfiehlt sich das wenige Minuten nach dem Einschalten, wenn der A6 sozusagen „Betriebstemperatur“ hat. Eine solche Funktion kennt man nur noch aus älteren Analogsynthesizern und hört sich im ersten Moment „lästig“ an. Meiner Meinung nach gibt dies der Maschine eher einen gewissen Charme und zeigt deren „Lebendigkeit“. Um eventuelle Sorgen gleich vorwegzunehmen: Eine Autotune-Funktion hält den Andromeda in Stimmung, so dass nicht ständig nachgestimmt wereden muss. Wer das aber möchte (was schon so manchen Sound ausgemacht hat), kann dieses Autotuning ausschalten.
Neben dem Pitchbend- und dem Modulationsrad findet sich eine Transpose- und eine Chord-Taste. Mit Transpose kann die Tastatur des Andromeda über einen im Display festzulegenden Wert in Halbtonschritten dauerhaft transponiert werden, unabhängig davon, ob man im Program oder Mix Mode arbeitet. Die Chord-Taste ermöglicht es, einen Akkord mit nur einer Taste abzuspielen. Dies wird erreicht, indem man einen Akkord auf der Tastatur hält und dann den Chord Taster bedient. Nun wird mit jeder gespielten Note der zuvor eingegebene Akkord ausgelöst bis die Chord Taste wieder gedrückt wird und die Chord Memorize Funktion aufgehoben wird.
Arpeggiator und Sequencer des Andromeda
Auf den ersten Blick klingen die Möglichkeiten des internen Arpeggiators nicht sehr spektakulär. Im Grunde genommen finden sich hier die üblichen Arpeggiator Muster wie Up, Down, etc. wieder. Wesentlich interessanter wird aber der ebenfalls vorhandene Sequencer des Andromeda. Dieser ermöglicht im Grunde das, was man im Arpeggiator vermisst: Hier lassen sich eigene Patterns und auch Melodiefolgen festlegen und über die Tastatur oder MIDI triggern.
Der Step-Sequencer des ALESIS Andromeda A6 hat 16 Steps und wird mit dem jeweiligen Programm gespeichert. Er ist somit Teil des Sounds. Der Step-Sequencer bietet neben der Notenfolge und Notenhöhe noch die Eingabe von Anschlagsstärke und Länge. Hier wären zusätzliche Controller-Werte z. B. für die Filterfrequenz oder frei wählbare Werte schön gewesen. Trotzdem macht das schon wirklich viel Spaß. Die Sequenz kann auch in einem festgelegten Bereich automatisch transponiert werden. Im Multimode bzw. Mix Mode können bis zu 16 Sequenzen parallel übereinandergelegt werden. Ein Pool, sprich ein zusätzlicher Speicher, in welchem alle erstellten Sequenzen abgelegt wurden, ist leider nicht vorhanden. Die jeweilige Sequenz muss im Notfall bei einem anderen Sound nachprogrammiert werden, will man das Gleiche übernehmen. Auch für den Sequencer kann natürlich eine Triggerquelle gewählt werden.
Die übliche Anwendung besteht aber darin, die Sequenz durch drücken einer Note auf der Tastatur oder durch senden einer Note vom externen Software-Sequencer zu starten. Spielt man nun mehrere Noten und ist ein polyphoner Sound ausgewählt, dann wird pro Note die Sequenz in der entsprechenden Tonhöhe abgespielt. Damit lassen sich Chord Trigger Sounds bzw. Sequenzen realisieren. Der Sequencer enthält aber nur eine monophone Notenfolge. Polyphone Sequenzen können nicht abgelegt werden und werden eben nur durch spielen von Akkorden möglich. Ein Song-Mode besitzt der A6 Sequencer nicht, habe ich auch nicht wirklich vermisst. Schließlich dient ein Step-Sequencer mehr der Ideensammlung oder -entwicklung denn als Arrangement Werkzeug, wie das Cubase, Logic oder andere Softwarelösungen können. Natürlich ist der Sequencer des Andromeda auch ein gutes Tool für eine Live-Performance oder um einfach zu jammen.
Die Andromeda Effektabteilung
Nach den analogen VCAs, sprich der Ausgangsstufe des A6, lässt sich der Sound noch mit dem letzten Feinschliff versehen: mit Effekten. Hier bietet der Andromeda zwei verschiedene Bereiche: zum einen eine Analogdistortion sowie ein digitales Effektmodul, welches über die handelsüblichen Effekte, wie Hall, Delay, Chorus etc. verfügt. Die Analogdistortion bietet lediglich einen Effekt-Send, 4 Verzerrerstufen und ein Output-Pegel. Dieser Verzerrer klingt sehr gut und reichlich „bissig“, wenn man die stärkeren Verzerrerkurven anwählt. Der Verzerrer ist dem Digitaleffekt entweder parallel oder diesem vorangeschaltet.
Im eigentlichen Effektgerät finden sich diverse Hallprogramme, Pingpong-, Mono- und Stereodelays, diverse Chorus- und Pitchshifter-Programme sowie Multieffektschaltungen. Allen in allem sind diese Effekte durch die Bank von guter Qualität (wie man das auch schon von den Standalone-Effektgeräten von Alesis kennt) und reichen völlig aus, wenn man nicht gerade High-End-Effekte bereits im Studio hat. Die verschiedenen Hall-, Raum- und Ambience-Programme klingen gut und bieten ausreichend Parameter. Bei den Delays habe ich die Möglichkeit vermisst, diese in BPM und anhand von Notenwerten einzugeben.
Natürlich lassen sich mit einem Taschenrechner die genauen Zeiten zu einem bestimmten Tempo ermitteln. Dies ist aber nicht mehr zeitgemäß. Auch ist eine Synchronisation zu MIDI-Clock nicht möglich, um Delays tempoabhängig zu ändern. Die Chorus- und Pitchshiftereffekte sind ebenfalls gut. Leider habe ich einen guten Phasereffekt vermisst. Zu guter Letzt stehen noch einige Multieffekte, sprich Chorus und Raumeffekte gleichzeitig, etc. zur Nachbearbeitung bereit.
Send Levels und auch Panning der Effekte lässt sich durch die vorhandenen Modulationsquellen steuern, sofern gewünscht.
Der Alesis Andromeda im Multimode
Natürlich beschränkt sich der ALESIS Andromeda A6 nicht darauf immer nur einen Sound gleichzeitig erzeugen zu können. Der A6 kann maximal 16 verschiedene Sounds gleichzeitig im so genannten „Mix“ abspielen. Innerhalb eines Mix können für jeden angewählten Sound der MIDI-Kanal, Transpose und Detune, der Ausgang, der Tastaturbereich und noch einiges mehr voreingestellt werden. Somit kann der Mix dafür verwendet werden, entweder Sounds zu layern, Sounds auf der Tastatur als Split zu verteilen, alle Sounds auf verschiedene Midi-Kanäle für den Betrieb mit einem Sequencer zu legen oder auch jegliche Mixtur der gerade genannten Anwendungen.
Natürlich können im Mix Modus auch alle ausgewählten Sounds über das Frontpanel editiert werden. Dafür stehen im Andromeda 16 Edit Buffer zur Verfügung, so dass nicht jeder Sound sofort nach der kleinsten änderung immer abgespeichert werden muss. Wenn nötig kann ein Sound auch in einen Solo Mode geschaltet werden, wie das bei Mischpulten der Fall ist. Sobald Solo aktiviert ist kann auch nur der aktuell ausgewählte Sound gehört werden. Natürlich bleiben pro Sound nur noch eine Stimme, wenn man wirklich alle 16 verschiedenen Sounds gleichzeitig betreibt. Schließlich hat der Andromeda nicht mehr als 16 Stimmen.
Die Ein- und Ausgänge des Andromeda
Der ALESIS Andromeda A6 bietet das obligatorische MIDI-Trio auf seiner Rückseite und – in dieser Größe selbstverständlich – ein internes Netzteil, das auch automatisch zwischen verschiedenen Stromnetzen umschaltet. Seinen Sound gibt der Andromeda über einen Stereoausgang, zwei Aux-Ausgänge sowie Einzelausgängen für jede (!) der 16 Analogstimmen aus. Wer gerne Audiosignale mit Synthesizern bearbeitet, dem stehen gleich zwei Möglichkeiten zur Auswahl: entweder Eingänge, die fest auf die Stimmen 15 und 16 geroutet sind, oder einen Mono-Eingang, der an alle Stimmen geleitet werden kann. Die vorhandenen Optionen sind für „übliche“ Synthesizer sehr ungewöhnlich, erlauben aber eine sehr exakte Verteilung der vorhandenen 16 Stimmen.
Auch die Einzelausgänge pro Stimme machen Sinn, wenn man Gebrauch von der festen Zuordnung von Stimmen zu Sounds und Outputs macht. Kleines Beispiel: die Mono-Bassline wird fest dem Ausgang für Stimme 1 zugewiesen, der monophone Leadsound auf 2, die Stereo-Audio-Loop bearbeitet man fest mit den Stimmen 15 und 16 und die übrigen Stimmen liefern das breite Pad oder hämmernde Sequenzen. An weiteren Anschlüssen auf der Rückseite finden sich noch CV Eingänge um Filter und Oszillatoren zu steuern und Sustain-, Switch und CC-Pedalanschlüsse.
Der wahre Analogsound des Andromeda Synthesizers
Kurz und in wenigen Worten: fett. Hier wird nichts emuliert oder künstlich erstellt. Hier hört man schnell den Unterschied zu manch virtuell analogen Tonerzeugern. Und nicht nur das geschulte Ohr kann das hören. Was doch einigen modernen Geräten fehlt ist hier wieder in vollem Umfang vorhanden: Lebendigkeit und Fülle. Spätestens ein Zuschalten des Unisono-Modes dürfte so manchen Synthesizerinteressierten erstaunen lassen. 16 Analoge Stimmen auf einmal sind nun mal wuchtig. Wer in diesem Gerät das ultimative Piano, das Orchesterquintett oder andere Naturinstrumente vermutet, sucht vergeblich. Dafür ist der A6 aber auch nicht gebaut und gedacht. Hier wird analoge, subtraktive Synthese in Reinform geboten.
Die beiden Analogfilter klingen hervorragend und können von „butterweichen“ Flächen bis hin zu aggressiven Leadsounds, Highpass-Sequencern und tiefen, grollenden Bässen alles verwirklichen, was man von der Analogen Welt erwartet. Die integrierten Effekte geben (wenn gewollt) den Sounds noch ein weiteres i-Tüpfelchen. Natürlich bieten andere Synthesekonzepte oder die heutige Digitaltechnik unter Umständen flexiblere Möglichkeiten und zum Teil ein breiteres Klangspektrum, aber was der A6 kann, kann er richtig gut.
Die analogen Andromeda-Alternativen
Wenn man es genau betrachtet, steht der A6 derzeit nahezu konkurrenzlos da. Echt analoge Konkurrenz gibt es im Augenblick nur durch den Jomox Sunsyn, der aber weder die Features, noch die Polyphonie besitzt und darüber hinaus nicht als Keyboard erhältlich ist. Ein direkter Vergleich wäre also nur mit älteren, gebrauchten Analogsynthesizern möglich.
Meine persönliche Andromeda-Story
Ich hatte seinerzeit im Handel einen der ersten „preisgünstigen“ Andromedas erworben. Das Ding war so buggy, dass irgendwann sogar das Mainboard ausgetauscht werden musste. Im Laufe der Zeit traten dann immer wieder neue Fehler auf. Besonders nervig: Der Synth produzierte wilde Parametersprünge, wenn man zu fest ans Gehäuse kam – ein Problem, das mir übrigens auch andere Andromeda-User bestätigten.
Irgendwann stellte mir Thomas Siedler einen umgebauten Alesis Andromeda vor, und gemeinsam entwickelten wir die Idee zum „Alesis Rebirth“. Ich ließ dann auch meinen Andromeda von ihm umbauen – gewissermaßen der Prototyp der späteren Kleinserie. Trotz all der Maßnahmen und Verbesserungen, die Thomas in das Gerät gesteckt hat, blieben einige der haptischen Bugs leider erhalten.
Trotz meiner Liebe zu seinem Sound habe ich mich deshalb ein paar Jahre später von diesem schönen Exponat getrennt. That’s life.
Versteckte Funktionen des Alesis Andromeda
Beim A6 Andromeda stehen verschiedene Funktionen zur Verfügung, um das Gerät zurückzusetzen. Halten Sie beim Einschalten die verschiedenen Softbuttons unter dem Display gedrückt, um diese Vorgänge auszuführen:
- Soft Button 1:
Der A6 lädt die Default Programs und Mixes. Hilft, wenn der A6 durch einen Empfang fehlerhafter Daten hängen bleibt. - Soft Button 2:
Ruft den Frontpanel Debug Mode auf. - Soft Button 3:
Initialisiert den User RAM (Hard Reset). Achtung! Damit löschen Sie die User Programs und Mixes und ersetzen sie mit den
werksseitigen Default User Programs und Mixes! - Soft Button 4:
Initialisiert alle Global Parameter, inklusive der Tuning Tabellen. - Soft Button 5:
Rekalibriert Mod Wheel und Ribbon Controller. - Soft Button 6:
Sendet Software OS als MIDI Syx Ex Dump. - Soft Button 7:
Der A6 ist bereit zum Empfang von Software Syx Ex Dumps (OS oder Bootloader). - Soft Button 8:
Ersetzt die Default User Programs und Mixes mit der momentanen User Bank Programs und Mixes.
Bei der nächsten RAM Initialisierung (Soft Button 3) werden diese Bänke in die User Bänke geladen.
Der Alesis Andromeda AUF YouTube
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Schöner Bericht, Peter. Das Instrument ist ist ein gutes Beispiel dafür, dass ich mit Taschen voller Geld und zum Sonderpreis von 2000€ an dem Instrument vorbeigelaufen wäre. Und das wäre ein Fehler gewesen, denn das Projekt war sehr ambitioniert und mutig. Wäre einer der großen Japaner das Wagnis eingegangen, wäre es vermutlich deutlich weniger buggy. Und sie hätten Axel Hartmann in eine andere Richtung gebracht. Die Rebirths sind aus gutem Grund von diesen Altersflecken befreit. Versteht mich nicht falsch, ich finde ungewöhnliche Designs prima. Nur dieses Beispiel war ein Griff ins Klo.
@Tai find ich gar nicht zu schlimm.
ist halt schlecht gealtert.
das war der Zeitgeist damals.
die gelben Synths finde ich furchtbarer zumindest rein optisch. sogar der mopho von Dave Smith Instruments war gelb.
schwarz und silber ist zwar zeitlos aber auch fad, wenn jeder synth so aussieht. 😁
kebu hat übrigens auch einen. hab ihn vor Jahren Mal live gesehen.
@Numitron Gelb ist meine Lieblingsfarbe 😎
@Tai ui.
sorry 😎
@Numitron Alles gut. Ich bin nicht empfindlich.
@Tai ausgezeichnet 😃
@Tai Damals ging es nicht um Design, sondern vor allem um Funktionalität. Das Display war aus dem Blickwinkel des Spielers praktisch nicht lesbar, und die haptische Oberfläche war durch die silbern glänzende Beschichtung ebenfalls problematisch.
@Tyrell Da sehe ich, dass ich ihn nicht mal richtig angesehen oder getestet habe. Denn das ist ein echtes ergonomisches Defizit und mir nicht aufgefallen. Den letzten habe ich auf der Superbooth 18 oder 19 bei Amazona gesehen.
Also ich bin definitiv an der deutlich preiswerteren Rebirth-Edition vorbeigelaufen.
Aber gut, dass passiert immer wieder mal. Auch ein Exemplar des dicken, polyphonen Dreadbox Murmux hätte mir zugesagt. Aber da sollte man die Augen offen halten und nicht zu lange überlegen. Die späteren künstlichen Sammlerpreise würde ich dafür natürlich niemals auf den Tisch legen!
@PaulusS beim murmux ärger ich mich ein bisschen, nicht zugeschlagen zu haben.
Als ich den Andromeda das erste Mal gesehen habe, dachte ich mir als alter SciFi-Fan, was für ein geiles Design. Und dann habe ich ihn gehört. Was für ein Klang! Ich war zu der Zeit aber musikalisch gerade nicht aktiv, sonst hätte ich ihn bestimmt ins Auge gefasst. Allerdings habe ich später ein paar Andromeda-Samples für den EXS24 runtergeladen. Insgesamt bin im Nachhinein nicht traurig darüber keinen Andromeda erstanden zu haben, da ich mit einem Matrix12 immer noch bestens bedient bin.
Schade das Mr.B. gerade diesen Synth nicht wieder zum Leben erweckt. Auf den Rebirth des CS80 oder eines Prophet könnte ich dafür locker verzichten. Aber das ist natürlich reine Geschmacksache. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, das Mr.B nicht darüber nachgedacht hat, auch diesen Klassiker wieder zum Leben zu erwecken. Die Plattform dafür ist jedenfalls vorhanden.
Seit 20 Jahren ein kleiner Traum von mir. Er ist wie für mich gemacht. Klang, Spielhilfen, Design. Die Umbauten von Hartmann und DocAnalog sind gut umgesetzt. Bei kompletter Neuanschaffung leider auch im Preis gut umgesetzt. Sehen aber super aus.
den andromeda habe ich tatsächlich noch nie ausprobiert. aber er hat mich schon immer gereizt, so als moog und oberheim in einem, und das noch mit jeder menge moderner möglichkeiten. auf youtube klingt er jedenfalls absolut überzeugend. das hässliche und unergonomische design und die oft zitierten bugs haben mich ein wenig über mein fehlendes erlebnis weggetröstet. trotzdem denke ich auch, dass das einer der meist-unterschätzten synths überhaupt ist. und die doc-analog-modifizierten sehen deutlich besser aus.
mangels erfolg am markt ist er kein klassiker – und damit für uli B wohl uninteressant. schade.
Das Design erinnert auch sehr stark an die ersten VSTi damals. Wie hieß denn noch der Hersteller? Ich meine der Einmannentwickler ist leider auch schon vor langer Zeit gestorben, dessen Synths sahen auch so aus und waren vorallem für Ambient und Weltraumklänge gedacht. Es gab da auch immer Freeware-Versionen von.
@ollo Interessiert mich jetzt auch, Ollo. Habe vieles auch zu der Zeit mitbekommen, wüsste aber gerade nicht, wen du meinst. Vielleicht war’s auch einer, der nur für Win programmierte, gab’s ja öfter mal, dann wäre klar, warum ich das nicht kenne.
@ollo +1 Würde mich auch interessieren.
P.S. Habe es glaube ich herausgefunden: Elogoxa, z.B. Sun Ra Ambient Texture Generator. Gibt nen Link zur Universitat de Valencia. Scheint nur für Windows zu sein.
@lambik Nee, das meine ich nicht, geht aber in die gleiche Richtung.
@ollo Bin drauf gekommen, ich meine HG Fortune. Ich hatte die Sachen zwar noch ein bisschen anders vor Augen aber da sind schon ein paar Synths, dabei, die so ein wenig in diese Designsprache gehen.
@ollo Nie gehört, trotzdem bedanke ich mich.
„Ein Meilenstein unter den polyphonen Analogsynthesizern“ – dieser Aussage kann ich voll und ganz zustimmen. Wenn von echten Analog-Schlachtschiffen die Rede ist, dann verkörpert der Andromeda für mich genau das, was man mit diesem Begriff gemeinhin verbindet: Kraft, Vielseitigkeit, klangliche Tiefe…..einfach Vollfettstufe pur.
Auch die aktuellen Preise auf dem Gebrauchtmarkt erscheinen mir noch relativ moderat. Teilweise sind gut erhaltene Exemplare noch unter 4000 € zu finden. Vergleicht man das mit den Mondpreisen für andere (zugegebenermaßen etwas ältere) Klassiker wie Jupiter, Synthex und Konsorten, ist der Andromeda für das Gebotene doch eigentlich noch ein echtes Schnapperle, oder? 😉
@Moogfeld „Vollfettstufe pur“ ist schön gesagt.
Den Sound des Andromeda habe ich das erste Mal bewusst auf der DVD YES SYMPHONIC LIVE gehört und fand, dass die dort ebenfalls eingesetzten AN1x und CX-3 für meine Ohren mindestens ebenso gut klangen. Aber nein, ich will Äpfel nicht mit Birnen vergleichen und daraus schon gar kein negatives Urteil über das Potenzial des Andromeda ableiten.
Was ein Schnapperle ist, definiert der Kontostand und ggf. die Toleranz der Partner(in). Ich habe für die analoge/hybride Vollfettstufe ca. 1,7k investiert und für mich entschieden: Prologue-16 und UB-Xa D + FX-2000 sind fett genug. 🙂
@SynthNerd Wenn du einen Prologue-16 hast, dann sind wir klangästhetisch gar nicht weit voneinander entfernt – der steht bei mir nämlich im selben „Keystand“ zwei Ebenen über dem Andromeda … ganz klar, auch ein absolut großartiges Teil. Deshalb kann ich dir versichern, dass der Andromeda mindestens in der gleichen Liga wie der Prologue-16 spielt. Klanglich geht er allerdings etwas mehr in Richtung Moog und Oberheim, was vor allem an den entsprechend inspirierten Filtertypen liegt. Dein Quervergleich – wenn auch vielleicht nicht ganz so ernst gemeint – mit einem AN1x tut da dann doch schon ein bisschen weh. Den A6 muss man einfach mal selbst unter den Fingern gehabt haben, um seinen Druck und seine Power real zu erleben. Und der ist ja auch so komplex und facettenreich – ob ein Hörerlebnis über eine DVD da wirklich eine geeignete Grundlage für eine Beurteilung ist? Jedenfalls, wenn der Prologue-16 genau dein Ding ist, dann müsste der Andromeda eigentlich definitiv ebenso in dein „Polyschlachtschiff-Beuteschema“ fallen. 😉
@Moogfeld Ja, der Vergleich mit einem virtuell analogen oder einer digitalen tone wheel Emulation per DVD muss weh tun. 😀
Mein Urteil hatte weniger mit den Eigenschaften der verwendeten Instrumente, als mit deren konkretem Einsatz durch Tom Brislin zu tun. Und ja, ein valides Urteil über ein Instrument kann man nur durch Testen am Gerät selbst erlangen. Und sinvollerweise sollte man sich dabei die Zeit nehmen, nicht nur durch Werks-Presets zu klicken, sondern auch selber schrauben. Betreffs Prologue hatte ich dazu vor einigen Jahren auf der Superbooth die Gelegenheit genutzt. Das Ergebnis: nur ein LFO, nur zwei Hüllkurven, nur ein Filter und das nur als 12dB/Oct Teifpass, keine Mod-Matrix und kein Aftertouch – man könnt‘ meinen armselig ausgestattet – aber er klingt so fett, wie ich es gesucht habe. Gute Oszillatoren + gutes Filter + brauchbare Effektsektion bringen IMHO manchmal mehr, als unendliche Modulationsoptionen.
Mit der Beuteschema-Vermutung liegst du sicher nicht falsch. Da würden auch Moog Muse und One und Matriarch und OB-X8 und Prophet-10 und rev2 hinein passen. Aber es soll ja auch noch in die vorhandenen Racks passen und wenn an zwei 16-Kanal Mixern alle Eingänge belegt sind, muss es endlich auch mal genug sein! 😉
@Tyrell: Nun steht dein Andromeda Rebirth ja bei mir und ist wohl aufgehoben. Die „Bugs“ waren relativ schnell mit Kontaktspray und nachträglichem Isolieren einer Steckverbindung behoben. Läuft und klingt wunderbar… ich müsste nur noch mehr Zeit für ihn haben. Evtl. pflanze ich ihm sogar noch ein 16 Kanal Audiointerface (Eigenentwicklung) für die Einzelkanäle ein, um die zugegebenermaßen schon etwas gealterten Effekte auf den aktuellen Stand zu bringen oder Techniken wie Voice Panning umzusetzen. Jedenfalls eine grandiose Maschine.
@Marf „Evtl. pflanze ich ihm sogar noch ein 16 Kanal Audiointerface (Eigenentwicklung) für die Einzelkanäle ein“
Respekt! Dann hat Peter ja gut verkauft.
@Tai Du solltest deine Adresse im Verzeichnis für Synthiereparierer mit angeben. Natürlich könnte es sein, dass du nicht als Gewerbe-Treibender auftauchen möchtest. Aus evtl. steuerlichen Gründen. Wenn nicht, sollte deine Adresse als Quelle für Tipgeber (wie mache ich was…) hier veröffentlich werden. Du weisst offensichtlich mehr als der Durchschnitt über dieses Thema
@Tai Ja, ich bin zwar technisch einigermaßen bewandert, aber sicher nicht routiniert genug, um auftragsmäßig etwas zu reparieren, da fehlt mir auch schlicht die Zeit. Zudem birgt jeder Reparaturversuch auch die Gefahr, etwas kaputt zu machen. Beim eigenen Zeug ist das halt ärgerlich, bei fremden Sachen mehr als problematisch.
Beim Andromeda hatte ich auch erst die Potis im Verdacht, aber tatsächlich lag das Parameterspringen an einer wohl korrodierten Verbindung an einer der Flachbandkabelstecker. Das hat dafür gesorgt, dass das analoge Abtastsignal „rauschte“ und daher die Werte gesprungen sind.
Das Interface Projekt findest du übrigens unter dem Suchbegriff MAT 16×8 im Netz. Da ich einige Prototypen herumliegen habe und es eben genau 16 Eingangs-Kanäle hat, kam mir die Idee, es eventuell fest in den A6 zu verbauen… mal sehen, ob ich da die mal die Zeit und Muse dazu finde… Audio in und Midi wären dann auch gleich über USB ansteuerbar.
Ich hatte den Andromeda jahrelang im Studio – damals als mein erster grosser Polyphoner. Indessen ist er verkauft, damit ein Prophet 10 Einzug erhalten konnte. Ich bin bezüglich des Synths gespaltener Meinung. Einerseits: Ja – er hat seine Momente; an gewissen Tagen konnte er Dinge, die ich nur mit diesem Synth konnte. Aber irgendwie in der Summe für meinen Geschmack zu wenig „straight forward“ // Die Hüllkurven ziemlich komplex, Im Bedien-Verhalten eher Träge, was der Digitalisierung der Steuerung zu verdanken ist. Die Hüllkurven irgendwie nie ganz en point. Sysex-Steuerung sehr kompliziert. Die Knobs brauchen alle Jahre pflege, ansonsten geht die Magie ein wenig verloren. Der Synth braucht ein wenig Anlaufzeit von der Temperatur her. Gespeicherte Patches klingen mMn. nicht immer gleich am nächsten Tag. Ja – das alles in der Summe hat dann zum Entscheid gewirkt, das Ding zu verkaufen. Einfach nicht ganz mein Gerät: Für komplexe Patches kommen wegen der Reproduzierbarkeit andere Synths den Vorzug und 90% meiner Sounds sind letztendlich ziemlich unkomplex und da kommen andere Kandidaten den Vorzug (Junos, Prophet usw.) Kleiner Tipp: Allen Besitzenden seien die Optimierungsmöglichkeiten via „Process“ ans Herz gelegt. Die haben mMn. ziemlich einen schönen Einfluss. Aber ja: Sicher ein spezielles Gerät, das wenig Vergleich kennt.
Ich war bei Erscheinen des A6 total fasziniert, aber knapp 10.000DM waren mir damals zu viel für ein Hobby. Als ich dann ein paar Jahre später bei Ebay einen A6 für 1700€ fand, habe ich doch zugeschlagen und es bis heute nicht bereut. Ich konnte dann ein Jahr später noch ein komplett neues Voice-Board und ein Teil-Panel sowie Potiknöpfe aus einer Werkstatt-Auflösung ergattern, sodass ich eine gewisse „Lebensversicherung“ für den A6 habe.
Ein neues, kontrastreicheres, blaues LCD habe ich hier schon liegen, bin aber noch nicht zur Umrüstung gekommen… Job, Kind, Hund, Haus… da bleiben nur wenige Stunden für meine Synth-Leidenschaft. 😉