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Vintage-Analog: Yamaha CS-60 Synthesizer (1977)

Der kleine Bruder des legendären CS-80

11. Oktober 2025

Yamaha CS-60 im Case

Der Yamaha CS-60 ist ein achtstimmiger, subtraktiver Analogsynthesizer mit klassischer Bedienoberfläche und Performance-Features, die für seine Zeit außergewöhnlich waren. Er kam 1977 zusammen mit dem kleineren CS-50 und dem großen Flaggschiff CS-80 auf den Markt. Im deutschsprachigen Raum kostete der Yamaha CS-60 1977 rund 13.000 DM. Damit war der CS-60 klar als professionelles Studio- und Bühneninstrument positioniert.

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Historischer Kontext des Yamaha CS-60

Mit der CS-Serie definierte Yamaha 1977 eine eigene Klang- und Bedienphilosophie: großflächige Bedienfelder mit dedizierten Fadern, HPF und LPF in Serie, ein Ribbon-Controller für expressive Tonhöhenfahrten und – je nach Modell – berührungssensitive Tastaturen. Der CS-80 wurde vor allem durch Vangelis weltberühmt: Sein Markenzeichen – ausdrucksstarke Leads, orchestrale Flächen, dramatische Filterfahrten – prägte u. a. „Chariots of Fire“ und den „Blade Runner“-Soundtrack. Der CS-60 übernahm viele dieser Konzepte in schlankerer Form: leichter, überschaubarer, wartungsärmer – und klanglich verblüffend nah am großen Bruder.

Legende: Der große Yamaha CS-80

Äußere Erscheinung

Der Yamaha CS-60 ist ein „Synth im Case“: massives Gehäuse mit klappbarem Deckel, darunter eine klar strukturierte Oberfläche. Mit rund 40-45 kg ist er erheblich leichter als der CS-80 (um 90 kg), aber immer noch ein Schwergewicht. Das robuste Konzept schützt die Frontplatte; Elektronik, Tastatur und Mechanik altern jedoch, sodass Wartung und Kalibrierung zum Alltag gehören. Viele erhaltene Exemplare zeigen eine gut erhaltene Bedienoberfläche, aber typische Alterserscheinungen im Inneren (Kontakte, Netzteil-Elkos, Justage der Stimmkarten).

Vorteile gegenüber dem Yamaha CS-80

Handhabung & Transport: Der CS-60 ist kompakter und von einer Person zu bewegen.
Geringere Komplexität: Weniger Elektronikbaugruppen bedeuten höhere Alltagstauglichkeit: Der CS-60 gilt in der Praxis oft als stabiler und berechenbarer als der CS-80, ohne dessen Kerncharakter aufzugeben. Klanglich ist er den Yamaha CS-80 ebenbürtig, wobei der CS-80 auch Layersounds erlaubt und durch seine Tastatur mit polyphonen Aftertouch mehr Ausdrucksmöglichkeit ermöglicht.

Yamaha CS-80 seitlich

Yamaha CS-80 seitlich

Technischer Aufbau & Klangerzeugung

Der CS-60 ist achtstimmig aufgebaut. Jede Stimme verfügt über einen spannungsgesteuerten Oszillator (VCO), der die klassischen Schwingungsformen Sägezahn, Rechteck und Pulsbreitenmodulation (PWM) erzeugt. Dazu kommt Rauschen, je nach Revision ergänzt um eine Sub-Option zur Klangverdickung. Dahinter arbeitet ein serieller Filterzug, bestehend aus Hochpass und Tiefpass, beide mit Resonanz, wodurch auch bandpassartige Klangfarben entstehen können. Der resultierende Klang wird anschließend per VCA geformt, dessen Dynamik über zwei Envelopes gesteuert wird – mit ADSR-ähnlichem Verhalten, jeweils separat für Filter und Lautstärke.
Als zusätzliche Klangquelle dient der LFO, der mit verschiedenen Schwingungsformen bestückt ist und Tonhöhe, Pulsbreite oder Filter modulieren kann. Dank einer „Intro/Delay“-Funktion setzt die Modulation nicht sofort ein, sondern kann zeitverzögert eingeblendet werden. Damit lassen sich Klänge sehr organisch entwickeln: Ein Pad startet neutral und beginnt erst nach einigen Sekunden zu schweben oder zu vibrieren – ein wesentliches Element der lebendigen CS-Texturen.

Yamaha CS-60 Fader

Bedienfeld des CS-80

Die serielle Filterführung (HPF→LPF) trägt entscheidend zum charakteristischen CS-Sound bei. Sie erlaubt weiche, atmende Sweeps, die von nasaler Bandpass-Anmutung bis zu warmen, seidigen Flächen reichen. Resonanzbetonungen lassen sich dabei fein abstufen – subtil für Streicher oder expressiv und bissig für Synth-Brass.
Ein weiteres Markenzeichen ist der Ringmodulator. Beim CS-60 lässt er sich stufenlos zum Direktsignal hinzumischen und besitzt sogar eine eigene Hüllkurve für die Modulationstiefe. Das eröffnet ein breites Spektrum von subtil metallischen Schimmern bis zu brachialen, vokaloiden Klangfarben – einer jener Bausteine, die den Yamahas der CS-Serie ihren legendären, „sprechenden“ Charakter verleihen.

Yamaha CS-60 Filter und VCA

Bedienfeld des CS-60

Tastatur und Performance

Die 5-Oktaven-Tastatur ist anschlagdynamisch (Velocity) ausgelegt und steuert – je nach Panel-Zuweisung – Filter-Cutoff, VCA-Level, LFO-Einfluss u. a. Das macht den CS-60 extrem ausdrucksstark.

Dem CS-60 fehlt aber leider der polyphone Aftertouch des großen Bruders. Er verfügt nur über Velocity und so müssen Fader und Ribbon-Control intensiv genutzt werden, um diesen „lebendigen“ Sound zu erzeugen, der mit dem CS-80 möglich war. Der direkte und intuitive Zugriff ist aber enorm. Zwar ist der Aufbau der Klangerzeugung ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich ist der Yamaha CS-60 ein geniales Instrument mit einer sehr innovativen Oberfläche und ausdrucksstarken Performance-Möglichkeiten. Schauen wir uns das mal genauer an:

Zentral ist der große, mit Samt überzogene Ribbon Controller. Er ersetzt den klassischen Pitchbend-Hebel und bietet einen außergewöhnlich weiten Bereich: nach oben bis zu einer Oktave, nach unten sogar bis in den Sub-Audio-Bereich. Damit lassen sich dramatische Glissandi, sirenenartige Anstiege oder abfallende Effekte erzeugen, die weit über das hinausgehen, was Pitch-Wheels anderer Hersteller erlaubten.

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Über Pedal- und Fußschalteranschlüsse lässt sich der CS-60 ebenfalls erweitern. Sustain- und Expression-Pedale ermöglichen es, wichtige Parameter in Echtzeit zu steuern und damit das Live-Spiel noch nuancierter zu gestalten.

Yamaha CS-60 Controller

Yamaha CS-60 Controller

Speicher, Presets & Bedienung

Der CS-60 bietet zwölf unveränderbare Presets sowie einen frei programmierbaren Speicherplatz. Die Presets werden über einzelne Tasten abgerufen, die da lauten:

  • Brass 1
  • Brass 2
  • Strings 1
  • Strings 2
  • Horn 1
  • Horn 2
  • Funky 1
  • Funky 2
  • Oboe
  • Flute
  • Clarinet
  • Organ

Klanglich sind sie eine gute Ausgangsbasis für eigene Kreationen und haben mit ihren akustischen Vorbildern nur wenig gemeinsam. Tatsächlich hat Vangelis an seinem Yamaha CS-80 umfassenden Gebrauch von den Presets gemacht und diese nur leicht variiert. Allerdings lassen sich am CS-80 aber auch zwei Presets gleichzeitig als Stack spielen – was dem Klang mehr Fülle und Vielfalt gibt.

Yamaha CS-60 Presetspeicher

Yamaha CS-60 Presetspeicher

Der einzige programmierbare Speicherplatz ist im Grunde kein digitaler Speicher im heutigen Sinn, sondern ein Miniaturpanel mit winzigen Schiebereglern. Auf diesem Panel lassen sich die wichtigsten Parameter manuell einstellen und so dauerhaft ablegen. Ruft man den Speicherplatz auf, wird der Klang also exakt durch die physischen Positionen dieser Minifader bestimmt. Das bedeutet: Um einen neuen Sound „abzuspeichern“, muss man schlicht das Miniaturpanel umstellen. Es ist damit eine elegante, wenn auch etwas eigenwillige Lösung, die den Spieler zwingt, haptisch und visuell mit den Parametern umzugehen.

Im Vergleich dazu besitzt der größere CS-80 gleich zwei solcher Miniaturpanels, was dort einerseits mehr Flexibilität bietet, andererseits auch den typischen „Luxus“ des Flaggschiffs unterstreicht: Man konnte im Live-Betrieb rascher zwischen eigenen Setups wechseln. Der CS-60 muss sich hier mit einem einzigen Panel begnügen, was die Performance etwas einschränkt, den Synthesizer aber auch schlanker und unkomplizierter macht.

Yamaha CS-60 User-Speicher

Yamaha CS-80 User-Speicher

Klangcharakter der CS-Synthesizer

Am berühmtesten sind wohl die Horn-Sounds der Yamaha CS-Familie. Dazu die charakteristischen Streicher und Flächen: breite, atmende Pads, die sich mit Velocity und dem Intro-LFO organisch entfalten. Auch Leads und „Voice-like“-Timbres gehören zu seinen Stärken – insbesondere wenn der Ringmodulator zum Direktsignal hinzugemischt wird und so vokalartige Klangfarben und expressive Soli entstehen.
Für Experimente eröffnet der CS eine ganze Palette: dramatische Ribbon-„Abstürze“ in Sub-Lagen, langsam einsetzende Modulationen oder pseudo-bandpassige Sweeps.

Legendär sind außerdem die gezupft klingenden Sequencer-Sounds, wie man sie in Vangelis’ Stücken The Unknown Man oder I Hear You Now hören kann. Solche Klangbilder habe ich mit keinem anderen Synthesizer je so überzeugend erzeugen können – und auch die heutigen CS-80-Plug-ins schaffen es nicht, diese speziellen Sequencer-Sounds wirklich 1:1 nachzubilden.

Achtet mal auf die Lead-Sequence zu Beginn:

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Mehr Informationen

Dem klassischen CS-Sound muss man allerdings ein wenig auf die Sprünge helfen. Einzelne Klänge wirken ohne Effekte zunächst eher dünn und unspektakulär – da haben andere Synthesizer mehr „Wumms“ direkt aus dem Mischpult. Wer also zum ersten Mal an einem CS Platz nimmt, könnte anfangs enttäuscht sein. Der eigentliche Aha-Effekt stellt sich erst mit der Zeit ein, wenn man die Ausdrucksmöglichkeiten entdeckt und die subtilen Nuancen zum Leben erweckt. Dann entfaltet sich die Faszination des Instruments – und das umso gewaltiger.

Berühmte Nutzer & Einschätzungen

Der CS-60 taucht in Setups namhafter Produzenten und Bands auf – oft als „kleiner“ CS-Ersatz oder bewusstes Gegenstück zum CS-80:
Air integrierten CS-Klangfarben (u. a. CS-60) in ihre warmen, retrofuturistischen Arrangements.
Jean-Michel Jarre nutzte neben großen Polys auch kompaktere Yamahas; der CS-60 ist in seinem Geräteumfeld dokumentiert und passte gut zu seinen expressiven Live-Gesten.
James Murphy (LCD Soundsystem) führt den CS-60 in Studio-Listen; das Instrument gilt dort als „charaktervoll, aber eigenwillig“.
Mathew Jonson schätzt die Performance-Seite und spricht dem CS-60 hohen „Spielwert“ zu – trotz fehlender Komfortfunktionen moderner Kisten.
Quer durch die Statements zieht sich ein roter Faden: Ausdruck. Musiker beschreiben den CS-60 als charaktervoll, lebendig, inspirierend, zugleich aber als divenhaft – man arbeitet mit ihm, nicht an ihm.

MIDI-Nachrüstung

Ein bekanntes und bewährtes Kit stammt von Kenton Electronics, dem britischen Spezialisten für Retro-MIDI-Lösungen. Kenton bietet ein CS/MIDI-Kit an, das speziell für die CS-Serie (CS-50, CS-60, CS-80) konzipiert ist. Es ergänzt Notensteuerung, Program Change und Clock Sync und kann – je nach Umbau – auch bestimmte Steuerleitungen (z. B. Gate, Filtersteuerung) bedienen.
Ein weiteres Angebot kommt gelegentlich von spezialisierten Vintage-Synthesizerwerkstätten und Elektronikmoddern, die individuelle CS-60-Umbauten auf Bestellung realisieren. Diese Umbauten nutzen oft das Kenton-Kit als Basis, passen aber die Schaltung an den Einzelfall (Alter, vorhandene Boards, Toleranzen) an.
Die Kosten für solche Nachrüstungen betragen typischerweise rund 400,- bis 600,- Euro (Material + Arbeitszeit), mit Variationen je nach Aufwand und Zustand des Instruments. Da der CS-60 innere Verbindungen dicht gepackt und empfindlich ist, ist der Einbau technisch anspruchsvoll. Ein unerfahrener Versuch kann Platinen beschädigen oder Funktionsstörungen auslösen. Deshalb sollte der Umbau ausschließlich von einem erfahrenen Fachmann durchgeführt werden, der sich mit alten Yamaha-Synthesizern und MIDI-Schaltungen auskennt.

Service & Ersatzteile

Wie alle großen Analogen braucht der Yamaha CS-60 regelmäßige Wartung und Kalibrierung der Voice-Boards (Tonhöhe/Lagen, Filter-Offsets). Das Trio aus CS-50, CS-60 und CS-80 ist darüber hinaus nicht nur sehr wartungsintensiv, sondern auch ein tickendes Risiko. Bei meinem CS-50 war seinerzeit ein Filterbaustein defekt. Ein Ersatz für den fehlenden Baustein ergab zwar nach einem Jahr einen Treffer, aber nach dem Austausch war das Filter zwar wieder spielbar, klang aber immer noch deutlich anders als die restlichen vier Stimmen.

CS-80/CS60 Software & Hardware Klone

Wer heute den Klang der großen Yamaha CS-Synthesizer erleben möchte, ohne sich seltenes und kostspieliges Original anschaffen zu wollen, kann auf mehrere Software-Emulationen zurückgreifen. Am bekanntesten ist der Arturia CS-80 V, der seit vielen Jahren gepflegt wird und als einer der ersten ernstzunehmenden Versuche gilt, den komplexen Aufbau des Originals nachzubilden. Eine weitere vielgelobte Variante ist das ME80 von Memorymoon, die in Version 2.4 einen eigenständigen Ansatz verfolgt und den expressiven Charakter des CS-80 besonders gut einfängt. Ich persönlich habe den ME80 stets sehr gemocht, weil es trotz einfacher Bedienung erstaunlich nah an das Spielgefühl und die Klangfarbe des Originals herankommt.

Ein sehr guter Software-Klon des CS-80, der ME80 von Memorymoon

Auch auf Hardware-Seite gibt es Alternativen: Besonders bekannt ist der Deckard’s Dream von Black Corporation, ein moderner, „inspired by“-Nachbau des CS-80, der die Architektur des Klassikers weitgehend übernimmt, aber in einem schlanken Rack-Format und mit zeitgemäßen Features wie MIDI, MPE und Patch-Speicherung daherkommt.

Deckard’s Dream inspired by CS-80

Er gilt in der Szene als die derzeit überzeugendste Alternative zum Original. Vielleicht auch deshalb, weil er sich als „inspired by“ bezeichnet und nicht den Anspruch erhebt, ein Klon zu sein.

Für Gesprächsstoff sorgt zudem seit Jahren ein Projekt von Behringer: 2019 wurde der DS-80 als vollwertiger CS-80 Klon angekündigt, 2021 noch einmal bestätigt, seither ist es jedoch still geworden.

Behringer Studie DS-80

Ob und wann dieses Projekt tatsächlich den Markt erreicht, ist offen. Bis dahin bleibt der DS-80 eine spannende, aber ungewisse Option.

Der Yamaha CS-60 auf YouTube

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Fazit

Der Yamaha CS-60 ist für Vintage-Sammler eine echte Alternative zum Yamaha CS-80 Sound: acht Stimmen, HPF+LPF in Serie, Ringmod mit eigener Hüllkurve, Velocity-Routings, Ribbon – alles, was den großen CS-Sound definiert, in einem kleineren Format. Er verlangt Pflege, Fingerspitzengefühl und Zeit, belohnt aber mit einem ausdrucksstarken, organischen Klang, den Emulationen zwar nähern, aber selten vollständig ersetzen. Wer Spielen als Teil des Sounddesigns versteht, wird hier glücklich sein, wenn er das seltene Teil finden und bezahlen kann.

Für alle anderen gibt es längst bezahlbare Alternativen in Form von Plug-ins oder auch der Hardware Deckard’s Dream, die inzwischen als komplette Stimme auch schon fürs Eurorack verfügbar ist.

Die Klangbeispiele wurden von Theo Bloderer erstellt.

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Black Corporation Deckard´s Dream MKII
Black Corporation Deckard´s Dream MKII
Kundenbewertung:
(3)
Arturia CS-80 V Download
Arturia CS-80 V Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Tai AHU

    „Quer durch die Statements zieht sich ein roter Faden: Ausdruck. Musiker beschreiben den CS-60 als charaktervoll, lebendig, inspirierend“

    Hätten die Mitbewerber in den 70ern an so was einfaches wie Velocity gedacht, wäre das bestimmt nicht zum Alleinstellungsmerkmal geworden.

    In dem Musikhaus, in dem ich regelmässig meine Kohle hinbrachte, stand ein CS-50 neben einem CS-10. Da ich nicht so viel ausgeben wollte, es wäre sogar gegangen, wurde es ein CS-5. Aber die Polyphonen von Yamaha waren für‘s Prahlen eh ungeeignet. Jeder dachte, das ist ne Heimorgel.

  2. Profilbild
    MadMac AHU

    Sehr schöne Story zum Wochenende. Leider bin ich damals nie auch nur in die Nähe eines dieser Polymonster gekommen. Am nächsten dran war ich noch bei Konzerten von Saga, als Jim Gilmore noch einen CS80 im Setup hatte. Wenn ich mir oben die Designstudie so anschaue, dann wäre Behringer mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie den DS80 nicht irgendwann doch noch herausbringen. Dann aber bitte mit einem amtlichen Sound.👍

    • Profilbild
      mort76 AHU

      @MadMac Letzten Endes ging es da ja auch noch um die Spielhilfen…und wenn man nur den Sound ansich nimmt, beeindruckt der mich auch immer erst, wenn man tüchtig Effekte drauf legt.
      Und wenn ich DAS als Ansatz nehme, denke ich mir eher: Da bleibe ich lieber bei meiner Space Organ, die man für zweistelloige Beträge kriegt.

      • Profilbild
        Numitron AHU

        @mort76 ich beim cs01 mk2 mit breath Controller, an1x und einer rx7 mit seltenen Koffer aus Japan. 😄🎉

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        MadMac AHU

        @mort76 Ob und welche Effekte man auf einen Synthi legt ist meiner Meinung nach vom Kontext abhängig. Vangelis konnte sich beim Soundtrack zu Bladerunner mit dem CS80 und dem Lexicon so richtig austoben. Ich komme von der Rockmusik und habe mich früher in Bands mit den Effekten immer zurückgehalten. Sonst ging man mit zuviel Reverb im Gesamtsound gnadenlos unter. Wenn ich jetzt vor meinen Synthies sitze, gebe ich mir dagegen sehr gerne mal ein 20sek Reverb vom BigSky und wandele auf den Spuren von Vangelis. Aber generell sollte ein Synthi erstmal auch ohne Effekte gut klingen.

  3. Profilbild
    Filterpad AHU

    Bis vor kurzem gab es über mehrere Monate einen CS-60 auf ebay. Ich persönlich vermute das dieser nicht verkauft worden ist, sonder nur das Angebot beendet wurde und er wieder neu eingestellt wird. Der Preis war nämlich kein Schnäppchen, sondern richtete sich nach heutigen Gebrauchtmaßstäben. Ich persönlich warte allerdings sehnsüchtig auf den Behringer CS-80 Klon. Dies könnte tatsächlich mein nächster Hardwaresynthesizer werden. Allerdings nur, wenn Behringer diesen inklusive Ribbon-Controller baut. Übrigens wunderte ich mich lange Zeit, wie Vangelis bei dem BladeRunner Soundtrack diese schönen Glides erzeugte. Antwort: Vermutlich Ribbon-Controller! Apropos: Das Synthesizermuseum Berlin von Schneidersladen besitzt einen funktionstüchtigen CS-80. Haben Sie auch einen CS-60 im Repertoire? Ich weiß es nicht. Wäre doch noch eine Anschaffung wert.

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      Numitron AHU

      @Filterpad muss Mal hin.
      vielleicht nächstes Jahr!
      meine Schwester lebt in Berlin.
      das Recorden der synths finde ich sehr interessant!
      im Klagenfurt gibt’s zwar mehr, aber man kann nimmer die Geräte testen wie in der alten Location.

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    Flowwater AHU

    Ich kann mich vage daran erinnern, dass ich in Hamburg im Musikhaus meiner Wahl (Übersetzung: wo ich als 15jähriger freundlicherweise mehr als 10 Minuten geduldet wurde) mal an einem CS-80 herum getastet habe (ich glaube, der Laden hieß »AmpTown« und war noch ein einem Bunker unter einer U-Bahn-Brücke verortet). Viel mehr als ein paar uninteressante Orgelklänge habe ich da aber nicht heraus geholt. Und ich kann mich auch daran erinnern, dass der damals schon so irre teuer war (ich meine mich an ein Preisschild mit DM 8.000 erinnern zu können, wohlgemerkt 1980/81). Und ich habe mich gewundert, warum der so teuer ist, obwohl der nun nicht so besonders klang. Tja, heute, weiß ich es. Gewisse Geräte wollen auch erst einmal entdeckt werden.

    Im Falle von Vangelis war es ja die Kombination mit einem Lexicon »224«, die das Gerät dann so richtig zum Leben erweckt hat. Ich weiß schon, warum das »LX-24« von Arturia im Moment mein Lieblings-Hall ist.

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      Filterpad AHU

      @Flowwater Spannende Tatsache. Daher schaute ich nach dem Preis des Halls als Software. Für 99€ sicherlich eine Sünde wert.

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        mort76 AHU

        @Filterpad Vangelis sagte ja auch irgendwas in die Richtung, daß 50% des Sounds der frühen Alben am Delay lagen…

        • Profilbild
          Kazimoto AHU

          @mort76 Probiert mal den Klanghelm TENS jr., ist eine AKG Spring Reverb Emu, klingt aber richtig gut und ist umsonst. Überlege echt die Vollversion zu holen, weil ich bis jetzt nichts besseres zu dem Thema gehört habe. Braucht auch nicht viel CPU.

          • Profilbild
            mort76 AHU

            @Kazimoto Danke…für diesen Sound habe ich ein festes, bewährtes Setup.

            Inzwichen nehme ich eigentlich IMMER eins der Valhalla-Hall-PlugIns, und dazu das OhmForce-Delay kombiniert mit einem Tape-Delay von Valhalla, und dazu subtil das Arturia Phaser BI-TRON.

            Zusammen klingt damit dann schon ein schlichter Orgel-Sound ziemlich verspult…der Phaser muß dabei zwichen den Delays sitzen, und das Delay ist immer das 3/4-Preset des OhmForce- das ergibt dann zusammen mit dem Tape Delay sowas wie den Trademark-Effekt von The Edge, wenns nur um das Delay geht.

            Ich stelle die Effekte so ein, daß man sie bewußt nicht direkt hört.

            Auch für meine HiHats nehme ich diese Kombination, nur ohne Hall, dafür mit etwas Chorus für „mehr Raum“…und die Lautstärke pegel ich dann so aus, daß der Phaser die HiHat immer wieder bis fast unter die Hörschwelle zieht.

    • Profilbild
      TobyB RED

      @Flowwater , ich werf mal John Foxx und Underpass in den Raum. Als er mit drei Yamaha CS 1980, bei TOTP „performte“. Halte ich für mindestens genauso wichtig wie Vangelis oder ABBA ;-) Oder für für mich persönlich Peter Howell spielt nur mit dem CS-80 und dem Arp Oddy das Doctor Who Theme für den Achtziger Jahre Doctor Who.

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        Flowwater AHU

        @TobyB Für mich persönlich ist es ja Klaus Schulze, der ebenfalls einen CS-80 besaß (sogar Live 1980 in Hamburg miterlebt, das war seine »Trancefer«-Tour, bis heute eines meiner Lieblings-Alben).

        Mir ging es auch eher um die Kombination Yamaha CS-80 plus Lexicon 224, der den Sound so richtig zum Leben erweckte. Und meinem damaligen Unvermögen als Teenager (der noch so gut wie keine Ahnung von Synthesizern hatte), aus dem echten vor mir stehenden CS-80 irgend etwas Spannendes heraus zu holen.

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          TobyB RED

          @Flowwater , da jeder so eine Favoriten. Bladerunner OST von Vangelis, kann man wohl als CS-80 Showcase anmoderieren. Für mich wird das nur noch getoppt von Chariots of Fire. Wobei man im Video nur einen ARP 2500, Klavier mit Kaffeetasse, Aschenbecher und brennender Kippe zu sehen ist. Vangelis schaut auf die Leinwand und haut den Eröffnungsakkord und raucht sich entspannt einen. Für mich sind die Details der CS Serie die den Unterschied machen. Ich hätte damals so Anfang der 1980er noch nicht mal gewusst, was ein Synthi ist.

          • Profilbild
            Flowwater AHU

            @TobyB Ja, der »CS-50/60/80«, das sind schon besondere Synthesizer. Aber ganz ehrlich: Ich würde heute keinen haben wollen. Abgesehen von der Platzfrage wäre mir das zu gefährlich (sprich: teuer), wenn der mal kaputt ginge. Der gute Franz Kreimer hat auch einen »CS-60«, den er in einigen Videos gezeigt und gespielt hat. Spannend ist das Teil ohne Frage. Aber ich konzentriere mich im Moment lieber auf eine Emulation (in meinem Fall Arturia »CS-80 V«).

            Nach wie vor frage ich mich, warum Yamaha den nicht noch mal neu auflegt. Der Hype um den Synthesizer hält ja nun ungebrochen an. Und wenn Korg einen »PS-3300« wieder zum Leben erweckt und die Black Corporation einen Nachbau des »CS-80« in Form des »Deckard’s Dream« anbietet, dann müsste das für Yamaha doch auch irgendwie möglich sein (ohne die technischen Details zu kennen).

            • Profilbild
              TobyB RED

              @Flowwater , alleine die Kabelbäume im CS-80 sind schon ein komplexes Ding. Ich meine es sind 219 VCA verbaut. Und diverse andere Gemeinheiten die man heute so nicht mehr macht. Wenn Yamaha sowas nachbauen könnte hätten die das schon gemacht. Aber ähnlich Roland, hat sich Yamaha seit Jahrzehnten von analoger Schaltungstechnik verabschiedet. Insofern, haben Fans schlechte Karten.

              • Profilbild
                Flowwater AHU

                @TobyB Ich kontere mal schüchtern: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Der könnte zum Beispiel darin bestehen, eine Kooperation mit Black Corporation einzugehen. Nur mal so aus der Hüfte geschossen. Die schaffen das auch ohne Kabelbaum-Satisfaction.

                Auch Onkel Uli (Behringer) will ja einen »CS-80« nachbauen (bisher allerdings nur als Idee und das sechs (?) Jahre nach Vorstellung dieser). Wenn der jemals kommen sollte, dann wird das garantiert ein maximal hochgradig integriertes Gerät werden (wegen der Kostensenkung). [Ich persönlich glaube aber, den wird es nicht geben. Behringer hat mit dem »UB-Xa« wohl gesehen, wie komplex das Design eines polyphone Synthesizers werden kann.]

                Aber zum Original: Vermutlich die Hälfte des Synthesizers wäre heute Digitaltechnik (Auslesen der Reglerstellungen, Display, LEDs, Tastaturabfrage, Speicherbarkeit, MIDI, etcpp.). Das große Problem wäre vermutlich eher – wie Du schon schreibst – die Nachbildung der damaligen analogen Schaltkreise um damit den Sound des CS-80 zu replizieren.

                Aber ich will das nicht platt treten, zumal ich nun wirklich kein Designer von Synthesizern bin. Deswegen wirst Du Recht haben: Es wird ein Wunschtraum bleiben.

      • Profilbild
        Numitron AHU

        @TobyB liebe das Dr WHO Thema!
        geremixt von klf und orbital (rennt eh Grad halcyon auf einer „909 Classics“ Playlist) 😄

    • Profilbild
      Tyrell RED

      @RhodesChroma Sorry, da ist mir beim Einfügen der Bilderstrecke ein Fehler unterlaufen. Habs geändert.

  5. Profilbild
    Filterpad AHU

    Wie erwartet ist der CS-60 wieder in eBay, weil er nicht verkauft wurde. Preis: 19980€ – Kein Schreibfehler von mir! 😂 Hier muss man sich schon entscheiden zwischen einem ordentlichen Auto oder dem CS-60 Synthesizer – Beides macht durchaus Spaß!

    • Profilbild
      Kazimoto AHU

      @Filterpad Selbst wenn so ein Preis gerechtfertigt wäre, DEN Käufer zu finden ist schwierig, dazu einen Service-Techniker der sich wirklich damit auskennt, davon gibt es vielleicht 1-3 Einhörner Weltweit, noch schwieriger. Am Ende wird es mit der gesamten Vintage-Riege so gehen, Preise runter oder Müll.

      • Profilbild
        Filterpad AHU

        @Kazimoto Ja, so sehe ich das auch! Bestes Beispiel an unseren Orgeln. Die Hammond-Orgel war tot. Dank eines absoluten Nerd in Sachen Hammond (eigenes Patent für das Öl neben Hammond) schnurrt Sie wieder und füllt den Raum dank Leslie magisch auf. Ein Maschinchen sondergleichen. So ein 20k Vintage-Synthesizer würde ich mir definitiv nicht zulegen. Liegt natürlich auch daran das jeder Vintagesound heutzutage preiswert zu bekommen ist. Hard,- wie Software.

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