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Vintage Digital: Korg MS-2000 Synthesizer (2000)

Korgs Hommage an MS-20 und DW-8000

29. November 2025
Korg MS-2000 Synthesizer

Korg MS-2000 Synthesizer

Der Korg MS-2000 ist ein virtuell-analoger Synthesizer mit vier Stimmen, zwei Oszillatoren pro Stimme und einer klar strukturierten mit klassisch angelegter Bedienoberfläche. Look & Feel war inspiriert durch Vintage-Synthesizer von Korg wie MS-20 oder MonoPoly . Ergänzend erschien die Rack- bzw. Desktop-Version MS-2000R, technisch identisch, aber ohne Tastatur. Beide Modelle kombinieren subtraktive Synthese mit den digitalen DWGS-Schwingungsformen des Korg DW-8000 und bieten einen leistungsfähigen Vocoder, einen vielseitigen Sequencer sowie einen praxisorientierten Arpeggiator. Der Fokus lag auf direkter, sofort nachvollziehbarer Klanggestaltung.

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2000 eine Vintage-Hommage, heute selbst Vintage

Im Jahr 2000 waren viele Musiker auf der Suche nach Instrumenten, die den Charakter klassischer Analogsynthesizer wieder aufgriffen. Digitale Designs dominierten den Markt, doch einige Hersteller orientierten sich bewusst an früheren Konzepten und klar strukturierten Bedienoberflächen.
Der Roland JP-8000 war ein früher Vertreter dieser Rückbesinnung und erinnerte deutlich an die Jupiter-Serie. Auch der Access Virus und der Waldorf Q standen für eine Entwicklung hin zu direkterer Kontrolle und klassisch geprägtem Layout.
Als ich den Korg MS-2000 damals zum ersten Mal auf der Messe SIEL in Paris sah (parallel zur NAMM Show in Kalifornien), hielt ich ihn im ersten Moment für ein Korg-Modell aus den späten 70ern. Die Anmutung entsprach klar der Optik früherer MS-Geräte. Erst die kleine Subline „Analog Modeling Synthesizer“ zeigte, dass es sich um ein neues Instrument handelte.
Heute, fünfundzwanzig Jahre später, ist der MS-2000 gut gealtert. Er liefert weiterhin einen überzeugenden virtuell-analogen Klang und besitzt eine Benutzeroberfläche, deren Klarheit auch im Jahr 2025 bemerkenswert ist.

Korgs verbessertes Analog Modeling

Mit dem monophonen Korg Prophecy stellte Korg 1995 einen Synthesizer vor, der mehrere Syntheseformen kombinierte. Neben Physical Modeling gehörte dazu auch eine frühe Form des Analog Modelings, also die digitale Nachbildung klassischer subtraktiver Synthese. Die spätere polyphone Weiterentwicklung Korg Z1 führte diese Ansätze fort und integrierte eine größere Auswahl an Modellen.
Der MS-2000 setzt an einem anderen Punkt an. Er verzichtet vollständig auf Physical Modeling und konzentriert sich konsequent auf eine weiterentwickelte virtuell-analoge Synthese. Ergänzend nutzt er die DWGS-Technologie (Digital Waveform Generator System), die auf den digitalen Schwingungsformen früherer Korg-Instrumente basiert und das Klangspektrum deutlich erweitert.
Das Design orientiert sich klar an der historischen MS-Serie und bietet eine unmittelbare, leicht verständliche Bedienoberfläche, die bis heute ein zentraler Vorteil des Gerätes ist. Der MS-2000 stellt eine solide virtuell-analoge Architektur bereit, ergänzt durch DWGS-Schwingungsformen, einen leistungsfähigen Vocoder, einen speicherbaren Modulationssequencer („Mod Sequence“) und einen vielseitigen Arpeggiator.

Korg MS-2000 Synthesizer Aufsicht

Gehäuse und Haptik

Das Gehäuse besteht aus einem Aluminium-Chassis mit Holzseitenteilen und wirkt stabil. Die zahlreichen Potikappen aus Kunststoff sind funktional und griffig, aber nicht auf harte Live-Bedingungen ausgelegt. Die Beschriftung der Signalwege direkt auf dem Panel erleichtert die Bedienung spürbar. Das Display ist hintergrundbeleuchtet und gut ablesbar.
Der einzige klare Nachteil des Gehäuses ist das externe Netzteil, das speziell im Live-Betrieb weniger geschätzt wird.
Rückseitig bietet das Gerät zwei Audioausgänge (Stereo oder zwei Mono), zwei Audioeingänge, zwei Pedalanschlüsse und das übliche MIDI-Trio. Der Kopfhörerausgang liegt sinnvollerweise auf der Vorderseite. Die Tastatur umfasst 3½ Oktaven, ist gut spielbar, liefert aber keinen Aftertouch. Das Gesamtgewicht ist niedrig.

Die Klangerzeugung

Der MS-2000 ist grundsätzlich vierstimmig polyphon. Im Single-Modus stehen zwei Oszillatoren plus Rauschgenerator zur Verfügung. Im Split-Modus lassen sich zwei Klänge über die Tastatur verteilen, jeweils mit zwei Stimmen. Im Double-Modus werden zwei Klänge übereinandergeschichtet, wodurch die Polyphonie auf zwei Stimmen sinkt, aber pro Stimme vier Oszillatoren verfügbar sind. Der Unisono- und der Mono-Modus reduzieren die Stimmenzahl ebenfalls, bündeln aber die Oszillatoren.
Im Vergleich zu anderen virtuell-analogen Synthesizern seiner Zeit fällt die Polyphonie gering aus.
Die Klangarchitektur folgt dem klassischen subtraktiven Aufbau. Die Oszillatoren liefern eine Auswahl an Grundschwingungsformen, deren Parameter sich umfangreich modifizieren lassen. Synchronisation und Ringmodulation sind möglich. Nach dem Mixer folgt das Filter mit eigener Hüllkurve, anschließend der Verstärker.
Vor dem Ausgang stehen drei Effektmodule bereit: Modulation FX, Delay und ein zweibandiger Equalizer. Eine Modulationsmatrix ermöglicht flexible Zuweisungen zwischen Controllern und Parametern.
Oszillator 1 bietet Sägezahn, Puls, Dreieck und Sinus. Jede dieser Schwingungsformen lässt sich über zwei Controller weiter formen. Zusätzlich gibt es Vox-Wave, Noise und die DWGS-Sektion. Die 64 DWGS-Schwingungsformen erweitern das Klangspektrum deutlich und wirken im MS-2000 dynamischer als bei früheren Geräten.
Oszillator 2 stellt Sägezahn, Puls und Dreieck bereit, allerdings ohne die erweiterten Variationsmöglichkeiten des ersten Oszillators. Dafür ermöglicht er Sync und Ringmodulation.

Korg MS-2000 Synthesizer seitlich

Das Filter des Korg MS-2000

Die Filtersektion des MS-2000 besteht aus einem digitalen Multimode-Filter mit zwei Grundcharakteristiken:

12 dB/Oktave (2-Pol)

  • Lowpass
  • Bandpass
  • Highpass

24 dB/Oktave (4-Pol)

  • Lowpass

Das Filter verfügt über eine regelbare Resonanz, die bis zur Eigenschwingung reicht, wenn der Eingangspegel hoch genug ist. Der Cutoff-Wert lässt sich von Hüllkurven, LFOs und dem Mod-Sequencer modulieren, wodurch sowohl klassische als auch bewegte, rhythmische Filterverläufe möglich sind. Die 12-dB-Varianten sind offener und eignen sich gut für perkussive, bewegte oder digitalere Sounds, während der 24-dB-Lowpass auf stärkere Dämpfung ausgelegt ist und damit den typischen Charakter eines „vierpoligen“ Synth-Filters nachbildet.
Die Filter greifen deutlich zu, besitzen jedoch einen klaren digitalen Charakter, vor allem wenn die Resonanz ins Spiel kommt. Bei hoher Resonanz nimmt der Grundklang an Lautstärke ab. Trotzdem bietet die Filtersektion eine solide Grundlage für moderne wie klassische Klänge.

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Der Sequencer des Korg MS-2000

Der MS-2000 besitzt einen 16-stufigen Modulationssequencer mit drei unabhängigen Sequencer-Spuren pro Timbre. Jeder der 16 Steps kann einen festen Wert erhalten, der dann einem frei wählbaren Parameter zugeordnet wird. Dadurch lassen sich rhythmische oder verlaufende Modulationsbewegungen präzise programmieren. Die Eingabe erfolgt über die 16 beleuchteten Step-Taster, was eine unmittelbare und schnelle Arbeitsweise ermöglicht.
Zusätzlich verfügt der MS-2000 über einen Arpeggiator mit sechs Arpeggio-Typen. Gate-Time, Auflösung, Laufrichtung und Tastaturbereich lassen sich direkt einstellen. Damit eignet sich das Gerät sowohl für einfache rhythmische Muster als auch für komplexere Sequenzstrukturen, solange man die Begrenzung der vierstimmigen Polyphonie im Hinterkopf behält.
Der Mod-Sequencer ist eines der funktional stärksten Werkzeuge des MS-2000. Er erweitert die ansonsten klassische virtuell-analoge Architektur um Bewegungsabläufe, die mit reiner Hüllkurven- oder LFO-Modulation nicht erreichbar wären. In Verbindung mit DWGS-Schwingungsformen lassen sich damit sehr charakteristische, lebendige Texturen erzeugen. Der Arpeggiator ist dagegen eher pragmatisch ausgelegt: zuverlässig, schnell eingerichtet, ohne tiefe Edit-Strukturen. Zusammen bilden beide Funktionen eine sinnvolle praktische Einheit, die das Klangspektrum deutlich erweitert.

Der Vocoder des Korg MS-2000

Der MS-2000 verfügt über einen integrierten 16-Band-Vocoder. Für das Trägersignal kann entweder das interne Synthesizersignal genutzt werden oder ein externes Signal über den ersten Audioeingang. Der zweite Eingang dient zur Einspeisung des Modulators, z. B. eines Mikrofons oder einer anderen Klangquelle. Im Vocoder-Modus wird die Bedienoberfläche klar umgeschaltet: Die relevanten Parameter und Regler sind eindeutig zugeordnet und lassen sich ohne tiefe Menüs steuern. Der 16-Band-Vocoder war zur Zeit der Veröffentlichung ein starkes Feature und liefert auch heute noch solide Ergebnisse. Er ist damit keineswegs nur eine Zusatzfunktion, sondern ein eigenständiges Modul, das dem MS-2000 eine klangliche Dimension verleiht, da der Vocoder ohne komplexes Routing auskommt und schnell einsatzbereit ist. Für Studio-Produktionen gibt es da sicher bessere Lösungen, doch im Live-Einsatz ist der MS-2000-Vocoder nach wie vor ein starkes Feature.

Die Effekte im Korg MS-2000

Der interne Effektbereich besteht aus Modulationseffekten, Delay und einem zweibandigen EQ. Ein Hall ist nicht vorhanden. Die Qualität der Effekte ist solide und auf das Einsatzgebiet des Geräts abgestimmt. Der Verzerrer im Verstärkermodul verleiht dem Klang zusätzliche Präsenz, besitzt aber keinen klassischen Gitarreneffekt-Charakter – da sollte man bei Bedarf auf ein externes Pedal zugreifen.

Persönliche Einschätzung des Sounds

Der Korg MS-2000 ersetzt selbstverständlich keinen Korg MS-20. Dazu fehlt ihm der Schmutz im Sound und auch das Filter erzeugt nicht diesen harschen Klang des Originals. Was mich aber damals schon fasziniert hat, ist die Oberfläche in Verbindung mit den DWGS-Schwingungsformen. Ich möchte fast behaupten, der MS-2000 war und ist eher eine moderne Variante des Korg DW-8000 und DW-6000.

Sieht man es so, wird man mit dem MS-2000 hybride klingende Sounds erzeugen, die ein MS-20 niemals produzieren könnte. Ich mochte das Gerät damals wie heute, weil es einen ganz eigenen Klangcharakter besitzt – und mal ehrlich: Die meisten von uns haben inzwischen genug analoge Kisten im Setup. Da ist ein DWGS-Synthesizer wie der MS-2000 eine sinnvolle und klanglich interessante Ergänzung.

Besonders geeignet ist er für Hybridklänge, Flächen, Sequencer-Sounds, digitale Pads, Leads und perkussive Synthesizer-Klänge. Im Mix setzt sich der MS-2000 zuverlässig durch, gerade bei Klangfarben, die an PPG Wave oder Prophet VS erinnern.

Die Desktop-Variante Korg MS-2000R

Korg MS-2000R Synthesizer

Gibt es auch in Rack-Form: Korg MS-2000R

Die MS-2000R ist die Rack- bzw. Desktop-Variante des MS-2000.
Technisch ist sie vollständig identisch mit der Keyboard-Version: gleiche Synthese-Engine, gleiche Stimmenzahl, gleicher Vocoder, gleiche Modulations- und Effektsektion sowie derselbe Modulationssequencer.
Bauform: 4 HE Rack-Gerät mit horizontaler Frontplatte. Der Korg MS-2000R ist für den Tischbetrieb geeignet, kann aber auch in ein 19″ Rack geschraubt werden.

Die Korg MS-2000B Version

Der Korg MS-2000B war eine „refreshed Edition des MS-2000 / MS-2000R“, die Korg 2002 auf den markt brachte. Technisch ist er weitgehend identisch, bis auf folgende Punkte:

1. Optische Überarbeitung

Neues, dunkles Gehäuse (schwarz/grau statt grün/türkis)
Modernisierte Beschriftung
Die R-Version (MS-2000BR) bekam das gleiche Dark-Design

2. Zusätzliche Presets/Vocoder-Fokus

Neue Preset-Bänke, stärker auf Vocoder-Anwendungen ausgelegt
Teilweise überarbeitete Werksklänge
Gleiche Synthese-Engine, gleiche Architektur, keine klanglichen Neuerungen

3. Schwanenhals-Mikrofon

Die Keyboard-Version MS-2000B wurde standardmäßig mit einem Schwanenhalsmikrofon ausgeliefert
Die Rack-Version MS-2000BR ebenfalls
Hintergrund: stärkere Vermarktung des Vocoders als Kernfeature

Der Korg MS-2000 auf YouTube

Dieses Video zeit wirklich wunderbar die Stärken dieses tollen Synths:

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Mehr Informationen

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Fazit

Auch nach 25 Jahren überzeugt der MS-2000 durch eigenständigen Klang, klare Bedienstruktur und konsequent umgesetztes Konzept. Er ist technisch überschaubar, aber musikalisch vielseitig und bleibt damit ein Instrument, das auch heute noch eine klare Berechtigung auf dem Gebrauchtmarkt hat. Spannende Alternativen aus dem aktuellen Korg Programm sind übrigens der Korg Wavestate, Korg multi/poly und Korg Modwave.

Preis

  • Ladenpreis 2000:
  • MS2000 Keyboard ca. DM 2.300,-
  • MS2000 Rack ca. DM 1.800,-
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Forum
  1. Profilbild
    Numitron AHU

    kann mich noch erinnern damals!
    spannende Zeit.
    meine erste Keys war noch echt fett (November 1998)😃

    den ms2000 leider nie probiert.
    2004 den Yamaha an1x gekauft.
    steht noch immer hier und liebe ihn noch immer.

    2007 hab ich den microkorg Reverse gekauft (invertierte tasten)
    sehr gute Presets und toller vocoder!
    deutlich besser als der im Microfreak (den ich auch verkauf hab)

    warum kein Wort zum Microkorg?😎
    immerhin der meistverkaufte synth und noch immer erhältlich.
    Liam howlett (prodigy) und andere verwenden den noch immer live.

      • Profilbild
        zeitlos

        @Ashatur Ich hatte mir seinerzeit die Rack-Version MS2000R gebraucht gekauft, war aber enttäuscht, da sie nicht an die Power meiner Microkorg rankam. Meines Wissens ist in beiden zwar eine ähnliche Engine eingebaut aber nicht die gleiche. Die 2000er-Engine arbeitet im Vergleich zu der Microkorg „zivilisierter“, was mir nicht gefiel, so dass ich sie wieder verkauft habe. Den Microkorg besitze ich dagegen immer noch . . .

        • Profilbild
          Ashatur AHU

          @zeitlos Da hast du Recht der Micro klingt aggressiver aber es wurde damals so beworben das der Micro die gleiche Engine hätte… Genauso wie bei der Mini und Ultranova die stinken gegen die Nova ab obwohl es hieß gleiche Engine.

  2. Profilbild
    Flowwater AHU

    Einer der Synthesizer, der mich vermutlich nie verlassen wird. Ich habe die Rack-Version »MS2000R«.

    Die nur vierstimmige Polyphonie hat mich nie gestört. Ob der nun klangtechnisch mit seinem »Analog Modeling« von Hardware mit einem echten analogen mithalten kann … ist mir völlig wumpe. Mehr als nur ein wenig spannend ist nämlich dieser »Modulations-Sequencer«, damals in diesem Gerät auch nur mit drei Spuren, die aber eben auf alle möglichen Parameter geroutet werden können. Damit macht das Ding einen los, das ist der Hammer. Dazu muss man natürlich auf Sequenzen stehen. Wenn man das dagegen nicht nutzt, dann ist der MS2000 vielleicht eher nicht so spannend.

    Das Konzept wurde später beim »Evolver« von Sequential aufgegriffen, bei meinen geliebten »Pro2« (mit maximal 32 Spuren, wenn man nur 16 Steps nutzt) und natürlich von Elektron mit deren »Parameter Locks« (die pro Step einen anderen Parameter beeinflussen).

    • Profilbild
      Ashatur AHU

      @Flowwater Ich besitze den Micro und die 4 Stimmen sind schon wenig gerade im Doublemodus, denn der eröffnet erst die intressanten Sounds.

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        @Ashatur MS2000(R): Sequencing, sequencing, sequencing … da braucht man nicht viele Stimmen. Wer den für etwas anderes einsetzt (ich schrieb das oben), der braucht ihn nicht kaufen. Oder das Pad bleibt den ganzen Track lang auf einem Akkord (das passiert bei mir durchaus mal).

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          Viertelnote AHU

          @Flowwater nur so…beim Ambient gehts ja kaum anderes, da liegt die Fläche bei mir
          auch gefühlt eine halbe Ewigkeit lang.

          Monofon ist eine andere Sache, das behandele ich aber eher stiefmütterlich.

          Oder anderes: Meinen „sündhaft teuren“ Teppich daheim rolle ich auch nicht
          ständig ein und aus, der bleibt auch liegen nur darf da keiner mit Schmutzquadratlatschen drauf🙂in der Musik darfs aber ein wenig Schmutz sein.

          PS: den MS 2000 kenne ich nun überhaupt nicht, wie ist sein
          Charakter so? eher kühl oder elektronisch?

          Referenz der ersten Stunde wäre hier bei mir die Nova

          netter lieber Gruß😀

          • Profilbild
            SynthNerd AHU

            @Viertelnote Für meinen Geschmack klingen sowohl die Nova, als auch der an1x (den ich im EX7 habe) besser. Mit verbaler Charakterisierung tue ich mich schwer und kann auch nicht mehr direkt vergleichen, weil ich mich vor Jahren vom MS2000 getrennt habe. Weniger warm und weniger fett trifft es vielleicht.

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            Flowwater AHU

            @Viertelnote Ich würde ihn auch eher als »kühl« beschreiben. Was zum einen natürlich extrem subjetiv ist und zum anderen kann man in der DAW mit EQs da bestimmt noch Wärme heraus kitzeln. Wir sind ja Elektronik-Musiker, wo’s egal ist, wenn man mit einem EQ auch mal kräftig was rein dreht. Ich habe da schon mit den Bordmitteln von Reaper (»ReaEQ«) Wunderbares zustande gebracht.

            Es gibt ein wundervolles Viodeo auf YouTube mit dem »MS2000« (»Korg MS2000B Ambient Synth Pads« von jemandem namens JediSid), da würde ich die Sounds nun nicht gerade als sonderlich kühl beschrieben. Das Video zeigt aber auf jeden Fall – gerade auch für uns Ambienter -, was der MS2000 so drauf hat.

            Da sind wir natürlich auch gleich bei der Polyphonie: Mit ein klein wenig Geduld und einer DAW kann man das prima umgehen. Ständige Harmoniewechsel wären mir mit der Methode zwar auch zu nervig, aber für Ambient-Sachen … warum nicht?

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                  SynthNerd AHU

                  @Flowwater Dass du win11 meidest, kann ich gut nachvollziehen.
                  Ich glaube Reaper gibt’s auch für Linux. Hast Du damit Erfahrungen?

                  • Profilbild
                    Flowwater AHU

                    @SynthNerd Nope. Ich traue mich noch nicht, Linux produktiv als DAW einzusetzen. Das hat weniger mit Linux zu tun (eigentlich gar nix, ich LIEBE Linux), als mehr mit den Treibern für Soundkarten und vor allem die PlugIns. @Kazimoto hat damit allerdings wohl hervorragende Erfahrungen gesammelt. Wie gesagt: Ich traue mich noch nicht.

                    Allerdings traue ich mich gerade auch nicht Windows 11 zu installieren. Seit einem Jahr fährt Microsoft einen so fürchterlichen Kurs, dass man um die Stabilität des eigenen Systems massiv fürchten muss.

                    • Profilbild
                      SynthNerd AHU

                      @Flowwater „traue mich noch nicht“ trifft auch meine Gemütslage ziemlich gut.
                      w11 nutze ich fast jeden Tag im Job und weiß, dass es mir nicht auf die private Kiste kommt.
                      Linux ist mir sympathisch und erfüllt für den Alltag mit web, email und Standardsoftware alles schlank und flott auf uralter Hardware.
                      Nächstes Jahr will ich in neue Hardware investieren, aber hadere noch mit der Idee, in die Welt des angebissenen Apfels zu wechseln. Die Entscheidung kann ich nicht delegieren, die muss ich schon irgendwann selbst treffen. 🙂

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              Aljen AHU

              @Flowwater Jo, wenn wir kurz darüber nachdenken, was für Symphonien ein Isao Tomita mit ausschließlich monophonen Synths und analogen Tapes orchestriert hatte … Walter aka Wendy war das Eine mit dem eingeschalteten Johann Sebastian, der eher von Arpeggien denn Akkorden lebt — Isao hat aber solchen symphonischen Poeten wie Sibelius oder Honegger würdig gehuldigt, das ist eine noch ne ganz andere Hausnummer …

              • Profilbild
                Flowwater AHU

                @Aljen Genau so sieht’s aus.

                Ich persönlich sehe auch zum Beispiel die monophonen Synthesizer – bei mir »Taiga«, »Pulse (1)« und »Pro2« (gut, der wäre noch 4stimmig paraphon) – durchaus als Kreativ-Geräte, mit denen man halt mal ein wenig experimentieren muss. Und genau durch dieses Experimentieren gibt’s dann mal was Interessantes zu hören. Und zur Not kann man ja einen Sound samplen und dann im Sampler einen Akkord formen … oder auch einfach in der DAW. Wir haben heute so irre viele Möglichkeiten, dass ich eine bewusste Einschränkung tatsächlich fast als zwingend für kreative Erkundungen erachte (das ist ja sowieso »mein« Konzept). 🙂

          • Profilbild
            Flowwater AHU

            @Viertelnote Dazu vielleicht noch ein Hinweis (deswegen bin ich oben so auf den Modulations-Sequenzer abgefahren): Mit dem kann man Flächen natürlich auch wunderbar modulieren. Du musst Dir den Sequencer dann eher wie einen programmierbaren LFO vorstellen (16 Schritte); der wiederum andere Parameter des Klangs moduliert. Und das muss ja nicht brachial sein, sondern kann auch ganz dezent Parameter verändern. Als ich das mal verinnerlicht hatte … da sind in meinem Kopf die Möglichkeiten explodiert. Also, ich sage mal: Langweilige Pads dürfte es mit dem MS2000 nicht geben … es sei denn, sie sollen ganz bewusst nicht hervor stechen.

            Ja, doch, ich finde das Ding ultrageil! 😁

          • Profilbild
            Flowwater AHU

            @Viertelnote Ohne Dich zuspammen zu wollen (das ist dann zu dem Thema auch mein letztes Posting): Aber ich habe gerade eben auf YouTube ein Video vorgeschlagen bekommen – echt, eben gerade, vor einer Minute -, das in dem ersten Beispiel zum Thema »warm« noch mal was zeigt:

            tritonrecordings
            Synth Stuff Ep. 30 – Korg MS2000B

            Wenn das kein warmer Sound ist … dann weiß ich’s auch nicht. 😀

            • Profilbild
              Viertelnote AHU

              @Flowwater du spammst mich nicht zu … ganz im Gegenteil😁
              Ich bin für jede Anregung und Tips dankbar, und davon kann man
              ja nicht genug bekommen. Und ausserdem lebt ja das Forum davon.
              🙂

        • Profilbild
          Numitron AHU

          @Flowwater ich Spiel meistens nur simple 3 klänge.
          deshalb reicht mir auch die 4 stimmige Polyphonie beim minilogue. der chordmode ist wirklich geil! der Tester hier hat den eh mit dem micromzverglichen deswegen unter anderem.

          • Profilbild
            Viertelnote AHU

            @Numitron bei 3 Stimmen rangiert man da leider nur in der engen Lage
            und im mittleren Tonumfang 😭
            Gespreizte Oktavierung geht aber.

                • Profilbild
                  Aljen AHU

                  @Viertelnote Wie Du schon selber sagst: das Forum lebt davon, dass auch solche Ratschläge und Bemerkungen drin stehen.

                  Bin selbst auch kein Musiktheoretiker — gerade deswegen sind mir solche im besten Sinne Wissensschnipsel viel wert — erst recht, wenn so kurzweilig und kapierbar vorgetragen wie bei Dir.

                  Was aber die drei Töne/Tritone angeht, haben sie nicht etwa eine spannende Geschichte in unserem Kulturkreis? So wegen Musica diablo und so… oder verwechsle ich da was? Viele Grüße

        • Profilbild
          Ashatur AHU

          @Flowwater Mein Problem ist derzeit das es mein einziger Poly ist und das geht mir etwas an die Substanz…
          Und der gute Micro bröckelt langsam auch auseinander 😀

          Ich hoffe so auf den Protein das wäre genau der Lückenfüller den ich noch brauche.

          Fürs Sequencing hab ich mein Modular aber ich will auch schöne Flächen 😀

          • Profilbild
            Flowwater AHU

            @Ashatur OK, da wäre mir das auch ein wenig zu nervig mit nur 4 Stimmen. Das kann ich sehr sehr gut verstehen.

            • Profilbild
              Ashatur AHU

              @Flowwater Ich hatte früher eine Novation Nova.
              Die hätte gerne wieder…. Das war ein wunderschön klingender VA Synth.

              • Profilbild
                Flowwater AHU

                @Ashatur Ich würde heute durchaus auf modernen Geräte schielen (wobei es gegen die »Nova« absolut nix zu sagen gibt). Ich weiß ja nicht, in welchem Preisrahmen Du Dich bewegst … aber so als Universal-Maschinen mit »alles drin« so etwas wie Korg »Nautilus« oder Yamaha »MODX M6« oder so … die können schon echt einiges. Wenn ich akuten Bedarf an polyphone Synthesizern hätte, dann würde es bei mir wohl der Korg »Multi/Poly« werden.

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                Numitron AHU

                @Ashatur was ist mit der mininova?
                der etwas bessere microkorg quasi 😄
                ich hätte gerne die Special Edition „morodernova“ mit giorgios Kopf auf dem gehäuse. 😃

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                  Ashatur AHU

                  @Numitron An die habe ich schon oft gedacht aber als ich eine mal in den Fingern hatte dachte lieber nicht 😀
                  Ich hatte die Urnova und da kommt die mini nicht ran auch wenn es heißt das es die gleiche Engine sein sollte.

                  • Profilbild
                    Viertelnote AHU

                    @Ashatur Hm, naja, da habe ich meine Empfindung gegenüber den VAs der ersten Stunde, mal wieder:
                    UrNova: hab ich da … klingt nebulös – um im Astrojargon zu bleiben-Spiralnebel- oder wie eine etwas ältere Samtdecke.

                    MiniNova(neu): Nebel viel durchsichtiger aber das geheimnisvolle ist weg. Samtdecke ist da, aber Oberflächenstruktur nicht mehr
                    weich. Was will ich sagen?: Technisch nüscht😀 evtl ist die neue
                    Generation polierterer oder etwas strammer.
                    MiniNova habe ich aber nur YT beurteilt.

                    :wink:

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                      Ashatur AHU

                      @Viertelnote Da gebe ich dir Recht.
                      Ich besaß auch die Urnova und es war mein Lieblingssynth.
                      Liquid Sounds.

                      Ich hatte danach einiges an Novation VA Synths in der Hand und die konnten mich nicht überzeugen.

                      Aber langsam hätte ich schon gern mehr polyphonie.
                      Na mal schauen eventuell der Protein oder doch ein Knobula Cinematic für schöne schwebende Flächen.

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            Aljen AHU

            @Ashatur Kannst du meinen CS1x im Tausch gegen Deinen MS-2000 bekommen :-) das bringt frischen Wind in die Bude…

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              Ashatur AHU

              @Aljen 😂 Der war gut 👍

              Nur besitze ich keinen MS 2000 nur einen dahin alternder Micro Korg.
              Der für mich aber besonders ist da er mir von Joe Zawinul signiert wurde.

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    Organist007 AHU

    Ich hatte den auch mal als Rack. Schließlich waren mir aber die 4 Stimmen zu wenig. Wenn, dann schon lieber mono poly, der gefällt mir vom sound her besser.

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    meilstone

    Das war ist ist immer noch mein erster Synth. Hab ihn jetzt 20 Jahre (MS2000BR) und erst kürzlich kam ein MS2000 mit Keyboard dazu, somit quasi 8-stimmig im Zusammenklang. Er ist schon sehr flexibel, und hat auch fette/“analoge“ Sweet Spots. Den Rauschgenerator sollte man nicht unterschätzen, der kann – wohl dosiert – den Klang unheimlich bereichern. Super für Ambient, Dub Techno, IDM uvm.

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