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Vintage-Effektgerät: Kurzweil Rumour und Kurzweil Mangler (2003)

Geheimtipp unter Vintage Effekt-Units

19. Juli 2025
Kurzweil Rumour und Mangler

Kurzweil Rumour und Mangler Effektgeräte

Die Firma Kurzweil stellte im Jahr 2003 zwei 19″-Effektgeräte vor. Die Effekte basieren auf dem KDFX-Board der bekannten Kurzweil-Synthesizer K2500 und K2600, das auch im High-End-Effektgerät KSP-8 zum Einsatz kam. Schon Jahre zuvor fragte man sich, wann die leistungsfähigen KDFX-Algorithmen endlich als eigenständige Effektgeräte erhältlich sein würden.

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Kurzweil Rumour

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Mit dem KSP-8 und der Remote-Control RSP-8 erlangte Kurzweil zwar Achtung in professionellen Studios, doch die Marktführerschaft von Lexicon & Co. blieb unangetastet. Entsprechend fielen die Verkaufszahlen eher gering aus.

Im Oktober 2002 wurden Rumour und Mangler auf der AES in Los Angeles erstmals vorgestellt, die Markteinführung erfolgte 2003. Heute gelten sie als begehrte Sammlergeräte – Vintage mit High-End-Innenleben.

Rumour und Mangler enthalten die volle Power des KDFX-Boards, aufgeteilt auf zwei preislich attraktive Geräte (ursprünglich rund 500 € Straßenpreis). Die etwas saloppen Produktnamen weisen bewusst auf eine jüngere Zielgruppe hin. Die Namensgebung sties damals eher auf gemischte Ressonanz und förderte letztendlich auch nicht die Erwartungen auf einen hochwertigen Studiosound. Ein Beispiel dafür, wernn sich Marketing selbst ins Knie schießt, denn die beiden Units haben klanglich in der Oberliga mitgespielt.

Vorbild für die „kleinen“ Geschwister: Das Kurzweil KSP8

Kurzweil Rumour

Der Kurzweil Rumour ist spezialisiert auf hochwertige Reverb-Effekte und verfügt über 192 Presets sowie 64 User-Speicherplätze. Er bietet:

klassische Reverbs: Room, Hall, Plate
spezielle Hallformen: Gated, Reverse, Compressed
kombinierte Algorithmen: Reverb + Chorus/Flanger/Delay
das charakteristische LaserVerb – ein spaciger, unkonventioneller Raumklang
Die Algorithmen sind klanglich eigenständig – der Reverb klingt dicht, kühl und synthetisch, mit gewollten Resonanzen. Gerade diese Eigenheiten machen den Charakter des Rumour aus.

Der Klang erinnert an Eventide, liegt qualitativ unter Lexicon PCM oder TC M3000, aber deutlich über einem TC M-One. Gegenüber nativen Plug-ins behauptet er sich auch heute noch sehr gut.

Die Bedienung ist bewusst schlank gehalten, mit direktem Zugriff über Tap-Taster, MIDI-Sync und globalem EQ. Einfache Umschaltung zwischen „Normal“- und „Expert“-Modus ermöglicht angepasstes Editieren. Manche tiefergehenden Parameter fehlen allerdings.

Ein Nutzer auf ModWiggler beschreibt ihn so:

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„Rumour is amazing sounding… clear and very LONG (like minutes of reverb tails)… really transparent!“

Kurzweil Mangler

Kurzweil Mangler

Der Mangler konzentriert sich auf Modulation, Verzerrung und Effektkombinationen. Er bietet ebenfalls 192 Presets und 64 User-Plätze. Enthalten sind:

Modulation: Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo, Rotary, Panner
Klangformung: Filter, Distortion, Compression
Tonhöhen- & Synth-Effekte: Pitcher, Ringmodulator, Synth-Trigger
Zeitbasierte Effekte: Delay, LaserVerb, kombinierte Multi-FX
Besonders das LaserVerb überzeugt mit ungewöhnlichen, räumlichen Modulationen.

Die Klangqualität ist sehr hoch – viele Nutzer empfinden sie als vergleichbar mit Eventide, wenn auch mit reduzierten Routing-Optionen.

Ein Kommentar auf Gearspace brachte es auf den Punkt:

„They are bright and wet out of the box. You have to tweak every preset, but the tone is fantastic.“

Kritik gibt es vor allem am etwas simplen Phaser und am fehlenden mehrstimmigen Chorus. Trotzdem liefert der Mangler jede Menge Inspiration und Soundpotenzial.

Kurzweil Mangler Display

Praxis & Einsatz

Ich setzte beide Kurzweil-Geräte damals regelmäßig in Produktionen ein über SP/DIF. Der Rumour kommt in direktem Vergleich mit einem Lexicon PCM-91 erstaunlich gut weg. Besonders kreative Hallräume und unkonventionelle Effekte gefallen mir beim Rumour sogar besser.

Die Bedienung ist intuitiv, die Geräte reagieren schnell und direkt auf Parameteränderungen. Wenn es jedoch um subtile Ambients oder große cineastische Räume geht, hatte Lexicon seinerzeit die Nase vorn.

Interessant noch: Ein Freund schrieb mir damals:

„Die A/D-Wandler in den Kurzweils sind alarmierend gut – viel besser als der Preis vermuten lässt.“

Kurzweil Rumor on YouTube

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Klangbeispiele
Fazit

Kurzweil Rumour und Kurzweil Mangler sind auch heute noch beliebte Geheimtipps – nicht nur wegen ihrer Herkunft aus dem KSP-8, sondern wegen ihres eigenständigen Sounds. Wer einen dichten, elektronisch gefärbten Reverb oder ungewöhnliche Modulations-/Zerreffekte sucht, findet hier eine günstige, professionelle Lösung mit Charakter.

Die Geräte sind nach wie vor auf dem Gebrauchtmarkt zu finden – aber eben selten. Die Suche lohnt sich aber.

Plus

  • sehr hohe Klangqualität
  • viele Algorithmen
  • sehr übersichtliche Bedienung
  • günstiger Preis
  • S/PDIF

Minus

  • Phaser nicht mehrpolig
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Über den Autor
Profilbild

Peter Grandl AHU

Just a few words: Ich habe AMAZONA.de im Jahr 1999 gegründet und war bis August 2025 Chefredakteur des Magazins. Seitdem widmet ich mich dem Schreiben von Romanen und Drehbüchern. Meinen aktuellen Roman RESET-Die Wahrheit stirbt zuerst, erschien 2025 im dtv-Verlag. Meine letzte Drehbucharbeit war die Streaming-Serie TURMSCHATTEN. Ich arbeite außerdem aktuell an einem Live-Programm mit dem ich ab Mitte 2027 auftreten werde.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Dimension D

    Also ich mag ja die Effekte in meinem PC3x wirklich, vor allen die Halleffekte find ich beeindruckend.
    Aber die Editierung auf dem Display vom PC3x ist schon ein bischen die Hölle, wenn ich mir das jetzt vorstelle ich müsste das auf dem Minidiplay von den erwähnten Kurzweileffektgeräten hier machen.
    No Way. 🤢

  2. Profilbild
    masterBlasterFX AHU

    Hallo Tyrell

    sollte mir eines der Geräte mal günstig über den Weg laufen, schnapp ich es mir.
    S/PDIF sieht man leider einfach zu wenig oft bei Geräten, die ja eh intern Digital arbeiten.

    Gruß masterBlasterFX

  3. Mehr anzeigen
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