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Vintage-Sound heute: Kaufberatung Hammond-Klone

Wer die Wahl hat, hat die Qual

30. Mai 2026
Wer die Wahl hat, hat die Qual

Hammond-Klone

Der Sound der guten alten Hammond-Orgel ist von den 1950er-Jahren bis heute präsent. Nicht nur in den verschiedensten Aufnahmen von Jimmy Smith bis zu Michael Kiwanuka, sondern auch in so gut wie allen Workstations und Keyboards. Waren es in den 1990ern nur Samples, die hier das Klangfutter lieferten, sind es heutzutage fast ausnahmslos nur mehr Physical-Modeling-Lösungen, die den Sound einer Hammond mit all ihren Facetten nachbilden. Dieser Artikel soll euch eine kleine Übersicht über einige Hammond-Klone und ein paar Tipps zum Kaufentscheid geben. 

Kaufberatung Hammond-Klone

Ein Klon beim Jazzfestival?!?

Ich werde nie vergessen, wie ich reagiert hatte, als ich den Saal in Burghausen betreten hatte, um mir beim gleichnamigen Jazzfestival ein Konzert von Joey de Francesco (R.I.P) anzuhören. Denn ich konnte es nicht fassen, bei einem der größten Hammond-Heroes der Welt auf der Bühne keine echte Hammond, sondern einen Hammond-Klon, eine KeyB Duo, zu sehen. Am liebsten wollte ich  vor lauter Enttäuschung gleich wieder gehen. Zu meinen Freunden sagte ich noch: „Was ist denn das für eine Kasperlorgel.“

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Kaufberatung Hammond-Klone

KeyB-Organ zweimanualig, nicht mehr erhältlich

Doch als das Konzert begann, wurde ich eines Besseren belehrt. Zuerst einmal, dass es egal ist, mit welcher Orgel Meister Joey de Francesco spielt – er wird immer gleich klingen, weil er es nun einmal in den Fingern hat, und zum anderen, dass die KeyB einen verdammt guten Sound hat. De Francesco hat sogar ohne Leslie gespielt und nur die interne Simulation verwendet. Dazu muss gesagt werden, dass er auf der Bühne zwei große Monitore hatte, um den Leslie-Effekt bzw. die Simulation in Stereo genießen zu können. 

Ich habe schon viele Hammond-Klone gespielt und musste feststellen, dass der Sound in Mono über eine Monitorbox oft eine Zumutung ist. Vielleicht hat man sich auch nur früher mehr darum gekümmert, ob ein Sound auch in Mono gut klingt – meiner Erfahrung nach macht man es heute nicht mehr.

Tastenkontakte – braucht man die?

Erst seit einigen Jahren beginnen die Hersteller auch damit, die Tastenkontakte nachzubilden. Was ursprünglich sogar als Schwäche gesehen wurde, wird nun aufwendig simuliert. Für alle Nicht-Hammond-Kenner: Bei einer echten Hammond setzten alle gezogenen Zugriegel erst nach der Reihe ein, wenn man die Taste ganz langsam drückt. Das macht man zwar eigentlich nicht – aber so kann man es am besten erklären.

Sobald man perkussiv spielt und die Tasten nicht ganz durchdrückt werden, erklingen auch nicht alle Zugriegel.

Wer braucht das? Natürlich jemand, der wirklich einen Ersatz für seine echte Hammond sucht bzw. eine Hammond als zentrales Instrument verwendet. Alle anderen eher nicht. 

Braucht es ein echtes Leslie?

Jein! Wer Musik macht, in der die Hammond eine zentrale Rolle spielt, wird auch beim besten Klon noch ein echtes Leslie auf die Bühne stellen. Der Sound eines 122er- oder 147er-Leslie vermittelt dem Spieler einfach ein wahnsinnig gutes Feeling! Der 15-Zoll-Lautsprecher für den Bass erzeugt Druck und der Hochtontreiber mit dem rotierendem Horn erzeugt Gänsehaut-Feeling. 

Ich würde sogar soweit gehen zu sagen: Bei einem echten Leslie klingt jeder Klon ausgezeichnet. Für den Zuhörer wurde bei einfach gehaltenen Akkorden beispielsweise ein Yamaha DX7 als Hammond durchgehen.

Viscount Legend

Der italienische Hersteller Viscount übernahm 2016 die vorher erwähnte KeyB Orgel. Der amerikanische Organist Joey de Francesco war bis zu seinem Tod das Aushängeschild und auch der Namensgeber für eine Variante der Viscount Orgeln. Viscount stellt unter anderem auch Orgeln für den sakralen Bereich her. 

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Viscount bietet Hammond-Klone in verschiedenen Größen und Ausstattungen an. Bei der großen Palette kann man wirklich leicht die Übersicht verlieren. Für reine Hammond-Sound-Anwendungen eignen sich die Modelle Viscount Legend, Viscount Legend Live und Viscount Legend Soul. Das Soul-Modell ist die aktuelle Variante und simuliert die neun Tastenkontakte einer echten Hammond. Sie kommt von allen Viscount-Modellen optisch einer B-3 am nächsten und ist auch die teuerste im Fuhrpark. Als Klangerzeugung verwenden alle die Tonewheel-Modeling-Technology (TMT).

Kaufberatung Hammond-Klone

Viscount Legend Soul 261 Orgel

Wer es einfach möchte, greift zur Legend bzw. zur Legend Live. Die Live-Variante verzichtet auf die farblich invertierten Tasten, die als Presets fungieren und ist deshalb etwas schmaler, kleiner und preiswerter. Es gibt sie auch als einmanualige Ausgabe (Viscount Legend Solo). Ein Joey de Francesco Signature-Modell in Schwarz gibt es auch. 

Die Viscount Hammond-Klone haben alles, was eine Hammond braucht – unter anderem auch zwei Zugriegel-Sets für jedes Manual und natürlich einen 11-Pol-Anschluss für ein echtes Leslie. 

Aktuell sehe ich Simon Osleder oft eine Viscount spielen. Sie klingt bei ihm ausgezeichnet. 

Von Viscount gibt es auch Ständer, Bank und Pedale für die Orgel. Die Pedale sind im Vergleich zu manch anderem Hersteller ein richtiges Schnäppchen. Die vollen zwei Oktaven braucht man beim Spielen einer Hammond eigentlich nicht. Viscount bietet hier ein 18 Tasten-Pedal mit Schweller für ca. 1.250,- Euro an. Will man einen anderen Schweller verwenden, muss man allerdings handwerklich tätig werden. Preislich ist das Pedal jedenfalls konkurrenzlos und von der Qualität her 1a. 

Hammond XK-5 und Hammond XK-7

Der japanische Hersteller Hammond-Suzuki orientiert sich mit diesen beiden Modellen auf jeden Fall optisch an den alten Hammond Varianten wie B-3, C-3 oder A-100. Sie alle sind in Holzoptik gehalten. Die XK-7 ist die aktuelle Variante, die XK-5 gibt es schon etwas länger. Beide haben auch spezielle Tastaturen, die die Tastenkontakte einer echten Hammond nachbilden. Die XK-5 hat drei und die XK-7 sechs Kontakte. Beide gibt es als ein- und zweimanualige Varianten, sie lassen sich durch Zukauf von Sitzbank, Ständer, Notenpult und Leslie zu einer vollständigen B-3 erweitern. Preislich sind wir dann allerdings bei ca. 15.000,- Euro (Hammond XK-7). Sie ist somit die teuerste Variante der hier vorgestellten Orgeln. 

Kaufberatung Hammond-Klone

Ein Luxus Hammond-Klon, die Hammond XK-7

Vom Sound her spielen beide in der Oberliga. Es gibt zig Möglichkeiten, um den Sound an die persönlichen Vorlieben anzupassen. Leider gibt es die beiden XK nur in der großen Variante mit 73 Tasten (unterste Oktave invertiert). Die XK-7 besitzt auch ein großes OLED-Farbdisplay. 

Als Klangerzeugung gibt Hammond Suzuki eine neue VEM-Sound-Engine an, die Tonräder sowohl elektrisch als auch mechanisch originalgetreu reproduzieren soll.

Wer es ganz klein und günstig möchte, sollte sich unbedingt das Modell Hammond M-Solo anschauen. Es hat nur vier Oktaven und ein Zugriegel-Set, allerdings auch kein Gewicht und keine Größe und klingt nach Hammond. Wer nur eine Orgel als zweites Keyboard sucht, dem reichen womöglich vier Oktaven vollkommen aus. 

Uhl Instruments X5-1 CAM und X5-2 CAM

Wolfgang Uhl verwendet für seine in Deutschland gebauten Orgeln die von Carsten Mayer entwickelte HX-3 Plattform. Die Orgel gibt es als ein- und als zweimanualige Variante. Preislich ist sie im oberen Mittelfeld angesiedelt. Auch sie bietet alles, was eine Hammond braucht, jedoch nur einen Zugriegelsatz pro Manual und keine speziellen Hammond-Tastenkontakte. 

Als Erweiterung für die Uhl Hammond-Klone gibt es auch ein kleines Basspedal. 

Die Uhl X-5 Cam, Made in Germany

Clavia Nord Organ 3

Der schwedische Hersteller Clavia bringt mit der Nord Organ 3 die nun vierte Generation eines Hammond-Klons auf den Markt. Zum ersten Mal gibt auch bei Clavia Tastenkontakte (drei). Wie alle Clavia Produkte ist auch die Orgel in Rot gehalten. Für jedes Manual gibt es zwei Zugriegelsätze. Als Besonderheit haben die Zugriegel auch LEDs, damit man sehen kann, wie die Registrierung aussieht, die man aufgerufen hat. 

Die Orgel ist leicht und kompakt, hat einen 11-Pol-Anschluss und lässt sich mit einem Ständer und einem Basspedal erweitern. Dieses Basspedal ist eine Eigenkreation von Clavia und entspricht irgendwie einer Mischung aus Stummel- und Vollpedal. Preislich hat Clavia mit der Nord Organ 3 die 3.500 Euro,- Marke überschritten.

Clavia Nord Electro, Yamaha YC-61, Hammond SK 

Sehr oft braucht man in seinem Setup ja einfach nur einen vernünftigen Hammond-Sound, möchte aber keine eigene Orgel bzw. kein eigenes Keyboard dafür einsetzen. Ich spiele immer mit einem Clavia Nord Stage 3 Compact und bin mit dem Orgelsound einigermaßen zufrieden. Zugriegel hat das Teil auch. Leider klingt die Orgel in Mono nach meinem Geschmack miserabel. 

Für die kleinere Geldtasche gibt es von Clavia den Nord Electro, mittlerweile als Nord Electro 7. Dieser bietet auch eine Waterfall-Tastatur mit Hammond-Feeling (ohne Tastenkontakte) und Zugriegel. Von Yamaha gib es das YC-61 Stage-Keyboard mit Waterfall-Tastatur und Zugriegel mit LEDs.

Von Hammond selbst gibt es die SK-Serie, die bei knapp 2.200,- Euro beginnt und mit verschiedenen Tastaturen erhältlich ist (61, 73 und 2-manualig).

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Hammond SK Pro

Allen hier zum Schluss genannten Geräten gemeinsam ist, dass sie außer Hammond-Sounds auch noch über viele andere Sounds verfügen.

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Fazit

Ich werde mich davor hüten, eine Wertung der beschriebenen Orgeln abzugeben. Gerade bei einer Hammond spielen persönliche Vorlieben des Spielers eine größere Rolle als etwa bei einer Workstation. Bis auf die Viscount, die ich nur von Konzerten oder Videos kenne, habe ich alle persönlich gespielt bzw. auch besessen.

Alle hier beschriebenen Hammond-Klone klingen sehr gut. Wer ein echtes Leslie einsetzt, wird sehen: Der Unterschied wird immer kleiner bzw. ist oft fast schon bedeutungslos.

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Über den Autor
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Franz Kreimer Keys RED

Absoluter Keyboard und Synth-Nerd. 17 Jahre Keyboarder der EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung). Mehr als 3000 Auftritte im deutschsprachigen Raum. Abgeschlossenes Musikstudium (Saxofon).

Forum
  1. Profilbild
    maga

    ….. da es ja ein „Überblick“ sein soll, vermisse ich die Crumars und die Legend One….

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      chardt AHU

      @maga Zitat: „Bis auf die Viscount, die ich nur von Konzerten oder Videos kenne, habe ich alle persönlich gespielt bzw. auch besessen. Alle hier beschriebenen Hammond-Klone klingen sehr gut.“

      Ich vermute, dass der Umkehrschluss gilt.

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        Markus Galla RED

        @chardt Die Viscount Legend One haben wir schon getestet. Soe besitzt die gleiche Klangerzeugung wie die anderen Legend Modelle. Und da hat Franz geschrieben, dass sie ausgezeichnet klingen.

        • Profilbild
          chardt AHU

          @Franz Kreimer Keys Sorry wenn das zu geschwollen war. Wenn Du schreibst „Die hier beschriebenen Orgeln sind gut“, dann lautet der platteste Umkehrschluss: „Die nicht hier beschriebenen Orgeln sind nicht unbedingt gut“, oder auch: „Es hat schon seinen Grund, warum ich nur diese Orgeln ausgewählt habe“.

          • Profilbild
            Aljen AHU 1

            @chardt Falsch, ganz falsch. Logisch ergibt sich aus dem Satz von Franz keineswegs die vermeintliche Schlussfolgerung von chardt. Semantisch sowieso nicht.

  2. Profilbild
    JoyceSantana

    Ich erinnere mich gerne an eine Unterrichtsstunde, die ich bei einem New Yorker Jazzorganisten hatte. Zu den Clones sagte er nur: „They’re all good.“ Natürlich ist das ein Thema, wo ewig und breit diskutiert wird, welches Modell jetzt den besseren Chorus hat, wo die Lesliesimulation plastischer klingt, etc. Aber ein guter Hammondsound ist einfach zum großen Teil Spieltechnik. Mein Tipp: Such dir einen Clone aus, und danach lieber 100 Stunden üben als 100 Stunden auf Clonewheelforen Kommentare lesen 😉

  3. Profilbild
    Flowwater AHU

    Nicht dass ich auch nur ansatzweise das Potential einer Hammond-Orgel oder eines Klons nutzen könnte … aber ich lese solche Artikel immer gerne. Der Hammond-Sound ist für mich ganz privat und persönlich untrennbar mit dem Song »Hip Hug-Her« von Booker T. Jones verbunden. Das wiederum deswegen, weil der Song das Titellied in einem meiner Lieblingsfilme ist, nämlich »Barfly« mit Mickey Rourke und Faye Dunaway nach einem Drehbuch von (tataaa) Charles Bukowski. Dementsprechend geht es in dem Film auch um einen Trinker, der sich recht gut, mit viel Bukowski-Humor und einigen Lebensweisheiten durch’s Leben schlägt (Zitat: »Nicht-Trinker kann doch jeder sein! Es gehört Ausdauer dazu, ein Trinker zu sein! Ausdauer ist wichtiger als Wahrheit!«, hach, wie wahr). Wie auch immer: Wenn ich eine Hammond-Orgel höre, bin ich fast automatisch in diesem Film … und will ganz schnell einen Whisky haben. Geiler Sound! 😁👍

  4. Profilbild
    ukm

    Ich war immer ein wenig enttäuscht, wenn bei Konzerten (z. B. Joe Cocker; Uriah Heep) keine echte Hammond mehr dabei war. Nach meiner Erinnerung waren die Konzerte mit Originalinstrumenten überzeugender. Genauso geht es mir, wenn mit Workstations versucht wird, Synths und andere Instrumente abzubilden. Das ist meist auch nur ein mehr oder weniger gelungener Kompromiss.
    Das Gehirn trennt nicht zwischen optischer und akustischer Wahrnehmung. Daher kann es auch sein, dass eine gewisse Voreingenommenheit entsteht, wenn man nicht das sieht, was man hört.

    • Profilbild
      maga

      @ukm „Das Gehirn trennt nicht zwischen optischer und akustischer Wahrnehmung. Daher kann es auch sein, dass eine gewisse Voreingenommenheit entsteht, wenn man nicht das sieht, was man hört.“

      Da reicht eine selbstgezimmerte Holzkiste mit Hammondaufkleber drauf und drinnen liegt was Rotes, Grünes oder lilablassblaues….
      „Wow, geiler Hammondsound!“
      Ohne Holzkiste, gleiche Innereien:
      „Mäh, mit ner Hammond täts halt gut klingen…“
      😜

      • Profilbild
        ukm

        @maga Deshalb baut man auch Digital-Pianos in Konzert-Flügel-Gehäuse ein. Schöne Holzkiste mit abgerundeten Ecken.

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          SynthNerd AHU

          @ukm deshalb hat Korg bei Monologue und Minilogue an deren Rückseite ein dünnes Holzbrett angeschraubt: sie klingen dadurch noch wärmer, natürlicher, analoger 😎

          • Profilbild
            Numitron AHU

            @SynthNerd haha.
            ich liebe den seit 10 Jahren. der silberne og hat sogar den If Designpreis gewonnen.
            in einem anderen Forum hat jemand gemeint der ist gekauft.
            finde den aber trotzdem schön 🙂

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @ukm
      >[…] Das Gehirn trennt nicht zwischen optischer und akustischer Wahrnehmung. […]

      Das stimmt. Beim Essen gilt deswegen ja auch der Satz: »Das Auge isst mit!«. Als Musiker sollte man deswegen so weit trainiert sein, dem eigentlichem Sound, also seinen Ohren, zu vertrauen und nicht zu sehr auf die Logos hinten an den Geräten zu achten. Deswegen schaue ich immer ein wenig skeptisch, wenn jemand mit einer Aussage um die Ecke kommt wie: »Es geht nix über den Sound eines echten MiniMoog.« 🤔🙄

  5. Profilbild
    radfan_holgi

    Schöner Artikel-danke!
    Ich stimme auch zu, daß die meisten Clone gut klingen. Trotzdem gibt es (für mich) Unterschiede, was die „Inspiration“ angeht. Ich habe zu Hause einen NS3 compact, der sicher gut klingt. Trotzdem hat mich beim Ausprobieren eine Hammond XK-4 mehr angemacht, was wohl vor allem an der Tastatur lag. Der NS muss halt mehr als nur Orgel mit einer Tastatur abbilden, das geht nicht ohne Kompromiss.
    Das ist wohl auch der größte Vorteil der Klone: die müssen diesen Kompromiss nicht machen…

  6. Profilbild
    gogolmax

    fehlt meine heissgeliebte Crumar Mojo.
    Mit Frank Montis als Werbeträger, ganz tolles Instrument!

    • Profilbild
      Franz Kreimer Keys RED

      @gogolmax Ich habe mehrfach mit Montis hin und hergeschrieben weil ich wissen wollte, welchen tollen Bass er auf seinen Aufnahmen verwendet. Der pumpt mehr als ein reiner Hammond-Bass. Er antwortete mir, dass er immer mit einer Hammond XK-5 spielt die eben auch verschiedene Bass Sounds hat. Von Crumar hat er leider nichts erzählt.

      • Profilbild
        PULSAR

        @Franz Kreimer Keys Zu diesem hier beschriebenen Sachverhalt kann ich nicht spezielles beitragen, aaaber: ich hatte ein Gespräch mit Barbara Dennerlein nach ihrem Konzert, wie sie das so mit dem tiefen grummenlden Bass hinbekommt. Amwort: sie spielt den Bass von einem AKAI-Sampler > immer den passenden, der gerade für dieses oder jenes Musikstück gebraucht wird. — So nebenbei: ihr von vorderer Reihe zuzuschauen war ansich schon eine Ohren- und Augenweide.

    • Profilbild
      maga

      @gogolmax Frank war mal Crumar Endorser, war, ist ne Weile her.

      Er spielt live ne XK5 mit 3300er Leslie und hat zuhause in seinem Studio für Online Unterricht ne Legend Soul 261. Ich meine mittlerweile auch noch ne Legend One 61.

    • Profilbild
      Aljen AHU 1

      @gogolmax Klar, wahrscheinlich hast Du eine Osvaldo-Cavandoli-Edition :-)

      Wenn es eine solche nicht gibt, sollte Crumar schleunigst nachholen. Im La Linea-Soundtrack klingt jedenfalls immer wieder eine Vintage-Orgel.

  7. Profilbild
    mdesign AHU

    für gelegenheits-orgler wie mich tut es die yamaha reface YC, finde ich sound- und designmäßig sehr gelungen. sollte man halt über eine fullsize-tastatur spielen.

  8. Profilbild
    Markus Galla RED

    Es gibt ja auch nicht DIE Hammond und DEN Hammond Sound, genauso wenig wie es DAS Klavier gibt.

    Hammond hatte Tonewheel-Modelle, Transistormodelle, digitale Modelle. Schon die Tonewheel-Modelle waren alle unterschiedlich und klingen auch verschieden. Und auch die Modelle innerhalb einer Reihe klingen nicht alle gleich, heute durch Wartung schon gar nicht.

    Auf dem Tastenfestival in Herdecke war ein Hammond Club, die haben restaurierte Tonewheels gezeigt. Man muss so eine Orgel mal aufgeschraubt sehen, um zu wissen, dass sie dem Innenleben eines Yamaha CS80 in nichts nachsteht. Viele Orgeln wurden auch schon zu ihren Lebzeiten modifiziert.

    Zurück zum Festival. Im gleichen Raum hat ein Klon-Hersteller ausgestellt, ich meine es war Uhl. Die Orgel von ihm klang bei der Vorführung so viel besser als die alten restaurierten Kisten. Das lag aber sicher auch am Spielvermögen des Vorführers.

  9. Profilbild
    Markus Galla RED

    Ich würde mal die These wagen, dass es bei Hammond so ähnlich ist wie beim berühmten Moog Ladder Filter. Es werden geradezu mystische Fähigkeiten zugeschrieben. Dabei kommt das Bauteil, das den Hammond-Sound mehr bestimmt als alles andere gar nicht von Hammond. Hammond hat den Leslie-Lautsprecher sogar abgelehnt, wollte er doch eine analoge Kirchenorgel bauen, daher auch das Vollpedal und die Benennung der Register. Hört man sich die Hammond-Orgeln pur an, stellt man fest, dass sie weniger eindrucksvoll klingt und so gar nicht wie das, was die Musiker lieben. Erst durch den Leslie-Lautsprecher lebt sie auf.

    In den 80ern gingen viele Bands, die in den 70ern noch Hammond B3 gespielt haben, mit zwei DX7 auf die Bühne, dessen Operatoren parallel geschaltet als Zugriegelersatz dienten. Oder man nutzte Samples der Registrierungen. Der Sound durch ein Leslie gespielt wirkt sehr authentisch (Beispiel Springsteen Tunnel of Love Tour).

    Wichtiger als den Hammond-Grund-Sound finde ich neben einem Leslie die Tastatur und deren Repetitionsverhalten. Ich habe vor einigen Jahren mal an einer uralten C3 gesessen und im Vergleich zu meiner Nord C2 war der Tastenhub dermaßen gering, dass man rasend schnell spielen konnte und typische Spielweisen mühelos umsetzbar waren. Darauf würde ich beim Kauf achten. Klingen tun sie alle und selbst der alte Korg-Klon von Franz klingt durch ein Leslie gespielt sehr gut.

    • Profilbild
      maga

      @Markus Galla So begann meine „Clone-Reise“ im letzten Jahrtausend…..
      DX7 in einen HK Crunchmaster und dann in ein Dynacord CLS22.
      Würde heute sicher auch noch durchgehen…
      😅

      Und in der Tat macht das Leslie (insbesondere Röhrenleslie) DEN Sound massgeblich aus..
      Gerade die „Leslie Sinulation“ ist auch bei den meisten aktuellen Clones der Knackpunkt.
      Den TW-Grundsound kriegen alle irgendwie hin.
      Von daher wird mein Vent 2 noch ne Weile im Einsatz bleiben!
      😉

    • Profilbild
      Taste2003

      @Markus Galla Die Tastatur ist auch für mich mittlerweile das Hauptkriterium. Meine A-100 ist gigmässig in Rente. Nach wie vor ist hier für mich noch ein doch recht grosser Unterschied bei den Tastaturen im Vergleich zu den Klonen. Derzeit spiele ich die X5 und eine Xk3c im Wechsel. Hier ist durch die Simulation der Tastenkontakte die X5 im Vorteil. Beide Tastaturen sind ok, mehr aber auch nicht. Die Tastaturen von Nord und Viscount gehen für mich gar nicht. Viel zu hart. Ansonsten ist es schon toll, welche Entwicklung bei den Clones stattgefunden hat. Vielleicht kommt ja mal ein Klon mit ner geilen Tastatur um die Ecke.

  10. Profilbild
    PULSAR

    Ich stimme dem evtl nur so dahingeworfenen Satzteil zu 100% zu: „….er wird immer gleich klingen, weil er es nun einmal in den Fingern hat, ….“ Darauf kommt es m.M.n besonders beim Orgelspielen — aber auch auf Keyboard/Synths — an > die Virtuosität der eigenen Gliedmaßen. Besonders beim Orgelspielen ist davon jede Menge nötig, weil 2 Hände mit 10 Fingern und beiden Füßen nötig sind — wenn man es denn schon gescheit haben will. Die ganz Ausgebufften wissen’s dann sogar noch zu toppen: sie gebrauchten entweder ein oder beide Kniee. Der Kniehebel wurde früher gerne bei den E-Orgeln für Wah-Wah-Effekte eingesetzt. — Leider war an meiner Wurlitzer mit Orbit-III-Synth so etwas nicht montiert; aber dafür ein phänomenales Spectraton. Und das sorgte schon ganz beträchtliche Aufwertung, des schönden Frequenzteiler-Sounds. Dann schloss ich noch eine Selbst-Bau-Leslie-Box mit 30 cm Visaton samt Mittelhochtöner an. Das hörte sich schon damals vor 50 Jahren ziemlich gut an. Das einzigste was mir zu wenig war, war: BASS. Als ich dann zum ersten Mal den Moog Taurus hörte, war meine Wurlitzer ’ne lahme Ente. — Ach so: danke für den Artikel, auch wenn er nicht erschöpfend ist. Es tat gut über dieses Thema wieder lesen zu können.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @PULSAR Leider ist das Orgelspielen (außer bei Kirchenorganisten) eine verloren gegangene Kunstform. Ich habe bis in die 90er hinein immer sehr gerne Orgel gespielt und mochte meine vielen Jahre Orgelunterricht, bis schließlich die Instrumente vom Markt verschwunden sind (außer Wersi & Böhm, die das Geld, das man dafür bezahlt, nicht wert sind). Die alten Instrumente sind gebraucht sehr günstig zu bekommen, aber auch extrem wartungsintensiv, die kaufen sich nur Liebhaber mit dicker Geldbörse oder technischem Talent.

      Was aber viel schlimmer ist, ist, dass durch diese nicht mehr präsenten Instrumente kein Nachwuchs kommt und es auch keinen Unterricht mehr gibt. Leider schläft selbst der Keyboard-Unterricht, der dann ab Mitte der 90er der Ersatz für den Orgelunterricht an Heimorgeln war, immer mehr ein. Und ein Pianist ist halt kein Organist. Sorry.

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