Praxis und Sound
Nachdem der Warwick Adam Clayton 4 GM AS 2011 äußerlich nun ausführlich unter die Lupe genommen wurde, wird sich nun zeigen, wie sich der Bass im täglichen Gebrauch schlägt und vor allem, wie dieser dabei klingt.
Wie schon beim Thema Transport und Lagerung macht sich die charakteristische Korpusform ebenfalls beim Gebrauch bemerkbar. Schnallt man sich den Adam Clayton 4 mit einem Gurt um die Schulter und spielt diesen im Stehen, so zeigt sich dieser harmonisch austariert ohne einen Hang zur Kopflastigkeit. Bassisten der zupfenden Zunft müssen sich jedoch etwas umorientieren, da der Unterarm der Zupfhand nicht wie gewohnt auf dem Korpus abgelegt werden kann. Plektrumspieler haben diesbezüglich weniger Probleme.
Im Sitzen wird es allerdings noch etwas schwieriger. Es ist äußerst mühsam, den ausgefallenen Korpus so auf dem Oberschenkel so zu platzieren, dass dieser seinen festen Sitz findet. Schnell tendiert man zum Verkrampfen, sobald der Korpus nur etwas nach unten rutscht, da man reflexartig versucht, das Instrument mit dem Zupfarm einzuklemmen. Dies ist äußerst kontraproduktiv, da so keine lockere Spielhaltung zustande kommt. Es bedarf schon einige Zeit, um sich mit diesem Manko zu arrangieren und für seine persönlichen Bedürfnisse eine einigermaßen entspannte Haltung zu finden.
Darüber hinaus gibt es allerdings nur noch Positives über den Warwick Adam Clayton 4 GM AS 2011 zu berichten. Bereits von Werk aus sind die Einstellungen hinsichtlich der Halskrümmung und Saitenlage für den durchschnittlichen Bassisten durchaus brauchbar. Persönliche Vorlieben können aber natürlich schnell und unkompliziert mithilfe der mitgelieferten Gebrauchsanleitung und dem Tool-Set umgesetzt werden.
Dank dieser überdurchschnittlich guten Grundeinstellungen des Basses kommt man auf dem Griffbrett mit der Greifhand schnell zurecht. Der Hals liegt dabei angenehm in der Hand und man bewältigt mit spielerischer Leichtigkeit die Wege von den tiefsten bis hin zu den höchsten Bünden.
Lediglich über einen Saitenwechsel könnte man sich Gedanken machen. Schließlich stellen die hier eingesetzten Warwick Red Label Strings die kostengünstigsten Basssaiten aus dem Warwick Sortiment dar, was sich einerseits hinsichtlich des Spielgefühls und letzten Endes beim Klang bemerkbar macht. Die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, qualitativ hochwertigere Saiten bei einem Instrument dieser Preisklasse einzusetzen, muss sich ein jeder selbst beantworten. In jedem Falle wäre es eine kleine Investition mit großer Wirkung.
Bereits trocken und unverstärkt angespielt macht sich das positive Klangverhalten dieses E-Basses bemerkbar, was nicht zuletzt an der durchdachten Holzauswahl liegt, die den Bass ordentlich zum Schwingen bringt. Aber erst an einem Verstärker betrieben wird die wahre Power des Warwick Adam Clayton 4 GM AS 2011 so richtig deutlich!
Neben dem typischen mittigen, knackigen und drahtigen Warwick Sound, mischen sich die klanglichen Eigenschaften der MEC P-Pickups zum gesamten Klangcharakter hinzu. Diese bescheren, wie für P-Style-Pickups typisch, einen mächtigen, druckvollen Klang. Die Kombination aus den verwendeten Hölzern und der aktiven Zweiband-Elektronik sorgt letztendlich für eine große klangliche Variabilität, sodass man bei diesem Instrument in keinster Weise nur auf traditionelle P-Bass-Klänge zurückgreifen muss.




























