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Workshop Phrasierung: Das Geheimnis des guten Grooves

Was braucht es, damit ein Stück groovt?

22. Juni 2024

Phrasierung ist eine essentielle Ausdrucksform der Musik – und wird aber häufig ignoriert. Was genau ist Phrasierung und kann man sie lernen? Ein Workshop für alle, die gerne wissen würden, weshalb das genau gleiche Stück bei einigen Musikern groovt und bei anderen nicht. 

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Womit hängt es eigentlich zusammen, dass ein Stück groovt oder nicht?

Eine kleine Anekdote aus meinem Musiker- und Künstlerleben: Vor Jahren hatte ich die Ehre, für ein klassisches Konzert eine Videoinstallation zu konzipieren. Und als nach mehreren Monaten der intensiven Vorbereitung die ersten Orchesterproben anstanden, sprach ich mit dem Dirigenten über das ideale Tempo eines Stückes. Als ich ihm zwei Takte vorsang, lachte er und rief: „Du bist ein Jazzer!“
Womit er natürlich Recht hatte, die Frage ist bloß: Woran hatte er mich erkannt? Wenn wir davon ausgehen, dass es auch klassische Musiker gibt, die ebenso schlecht singen wie ich, bleibt nur eine Antwort möglich: Meine Phrasierung hatte mich entlarvt.

Phrasierung: Was soll das sein?

Gut möglich, dass sich viele Musiker noch nie Gedanken darüber gemacht haben, da sie ganz intuitiv phrasieren. Doch letzten Endes ist die Phrasierung ein entscheidendes Element, damit Musik ihre Wirkung entfalten kann. Ob ein Beat groovt oder nicht, hängt zu großen Teilen von der Phrasierung ab. Ebenso, ob ein Lied überzeugend wirkt. Phrasierungen haben auch viel mit gelebten Traditionen zu tun. Wenn jemand behauptet, dass man in einer bestimmten Musikkultur aufgewachsen sein müsse, um authentisch Soul, Salsa, Reggae, Flamenco oder Klezmer zu singen oder zu spielen, dann hängt dies auch mit der Phrasierung zusammen. Vergleichbar mit der Sprachmelodie und regionalen Akzenten. Auch wenn Amerikaner, Engländer und Neuseeländer dieselbe Sprache sprechen, ist es doch meistens ein Leichtes, sie an ihrem Klang und ihrer Betonung zu unterscheiden. Ganz ähnlich ist es in der Musik. Dem oben zitierten Dirigenten reichten ein paar Töne, um sofort zu erkennen: „So, wie der das betont, muss er aus dem Jazz kommen!“

Was genau versteht man unter Phrasierung? In erster Linie ist damit die Betonung einzelner Noten gemeint, z. B. der helle, präsente Klang der Snare auf den Zählzeiten 2 und 4, was unweigerlich zu Konflikten führt, wenn ein TV-Publikum auf 1 und 3 mitklatscht und damit dem Groove seine Kraft nimmt. Oder die etwas komplexeren Off-Beat-Betonungen im Jazz und Funk auf dem zweiten Achtel (also auf den „Und“ Zählzeiten).
Doch Phrasierung ist noch etwas komplexer und spielt sich auch auf einer Micro-Timing-Ebene ab. Einzelne Töne werden etwas früher oder später gespielt, im Bereich von Bruchteilen von Notenwerten oder Sekunden: minimal und trotzdem wahrnehmbar.

Gute Perkussionisten phrasieren je nach Stil anders

Die Geheimnisse der Swing-Phrasierung

Letzten Endes hat jeder Stil seine eigene Phrasierung. Salsa wird anders gespielt als Hiphop, Thrash Metal anders Reggae. Vieles davon ist eine Frage „des Gefühls“, aber einiges lässt sich auch systematisch und analytisch beschreiben. Von allen möglichen Phrasierungen möchte ich hier exemplarisch die Swing-Phrasierung herauspicken, unter anderem deshalb, da sie auch im Reggae, Dub und Hiphop präsent ist.

Beginnen wir mit einer einfachen Reggae-Begleitung. Auf beiden Aufnahmen spiele ich das gleiche Pattern (zugegeben im zweiten Beispiel mit etwas mehr Variationen), sie unterscheiden sich ansonsten nur durch die Phrasierung.

Man spricht auch von „Swing“ oder einem „ternären Feeling”. Der letzte Begriff zeigt schon die Richtung vor: Jazz-Phrasierung basiert auf rhythmischen Dreier-Strukturen: Ein Schlag wird nicht in zwei gleiche, kurze Schläge geteilt, sondern nach einem 2/3 zu 1/3 Verhältnis, was man auch gut nach Gefühl lernen kann. In Notenschrift dargestellt passiert folgendes:

Zwei Achtel  werden wie eine Triole gespielt   und zwar so konsequent, dass der Einfachheit halber normale Achtel geschrieben werden und die ohnehin seltenen Ausnahmen dieser Tradition speziell vermerkt werden. Die Swing-Phrasierung ändert also die Länge der Achtel: Achtel, die auf den Schlag gespielt werden, sind länger als die Achtel auf den Off-Beats, obwohl sie gleich geschrieben werden.

Doch ist dies nur die halbe Wahrheit. Mindestens so wichtig ist die Betonung der Off-Beat-Zählzeiten. Sprich: Man betont nicht auf dem Schlag, sondern stets auf dem zweiten Achtel, der ja, wie wir soeben gesehen haben, später gespielt wird, als dass es sein Notenwert eigentlich erwarten ließe. Und dies ist die größte Schwierigkeit, wenn man lernen möchte zu swingen. In unserer westeuropäischen Tradition sind wir es uns einfach nicht gewohnt, die Off-Beats zu betonen, geschweige denn, wenn diese zeitlich verzögert sind.

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Als einfaches Beispiel hier der Anfang eines bekannten Bach-Präludiums: Die erste Aufnahme ist gleichmäßig phrasiert, die zweite geswingt.

Interessant ist, dass sich die Jazz-Phrasierung über die Jahrzehnte etwas gewandelt hat. Wenn man genau nachmessen würde, wären die Achtel bei den meisten aktuellen Jazzmusikern nicht triolisch nach einem 2/3-zu-1/3-Verhältnis aufgeteilt, sondern eher in Richtung 3 zu 5 oder 5 zu 4. So genau weiß das niemand. Die Phrasierung nähert sich einem binären Feeling, wobei natürlich weiterhin die Offbeats betont werden. In den 30er- und 40er-Jahren wurden die Achtel stärker geswingt, d. h. der erste Achtel war entschieden länger als der zweite.

Eine gute Bigband zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass alle Musiker exakt gleich phrasieren

Laid Back: Die rhythmische Coolness

Rhythmisch kommt noch ein Element hinzu, das man Laid-Back nennt, was bedeutet, dass der Solist einzelne Töne (auch solche auf dem Schlag) minimal später spielt als erwartet. Das Tempo bleibt konstant, aber einzelne Töne kommen ein bisschen zu spät. Dies findet in einem derart feinen Bereich statt, dass eine musikalische Notation nur theoretisch möglich wäre. Wenn die begleitenden Musiker das Tempo halten, entsteht eine leichte Verschiebung zwischen Solist und Band. Sozusagen kommt dieselbe Zählzeit zweimal vor: zuerst die Eins von der Band und einen Hauch später die Eins des Solisten. Vergleichbar ist dies mit zwei Oszillatoren, die sofern minimal verstimmt, einen besonderen Sound entwickeln, der mit einem VCO alleine nicht möglich wäre. Verstimmt man die VCOs zu stark, klingt es falsch. Laid-Back ist das rhythmische Pendant dieses Phänomens und mindestens so subtil wie die musikalisch angenehme Stimmung zweier Instrumente. Zu viel Laid-Back klingt falsch, aber richtig dosiert kann die Musik dadurch eine besondere Coolness gewinnen, wie im folgenden Beispiel der Hamburger Band Randy Pie: Im Vergleich zu Schlagzeug und Bass sind Bläser, Rhodes und ab 1:20 der Sänger ein bisschen zu spät.

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Phrasierung: Gefühl, Übung oder Kopfsache?

Ich denke, dass die meisten Musiker die Phrasierung übers Gehör lernen in egal welchen Stilen. Mir persönlich ging es auch so, wobei ich es als hilfreich empfand, als mir mein Saxophonlehrer erklärte, was wir da genau spielen. Gute Musiker erkennt man auch an ihrer individuellen aber konstanten Phrasierung und dies oft schon nach wenigen Tönen. David Gilmore entwickelte nicht nur einen eigenen Gitarrensound, sondern auch eine Phrasierung. Und Tina Turner, Michael Jackson oder Erykah Badu grooven mit jeder einzelnen Silbe.

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Phrasierung in der elektronischen Musik

Die elektronische Musik nimmt unter anderem deshalb eine Sonderstellung innerhalb der zahlreichen Musikstile ein, da sie normalerweise absolut einheitlich phrasiert wird. Ein Step-Sequencer läuft haargenau gleichmäßig, was einen ganz eigenen Reiz entwickelt. Ich höre innerlich schon die Kritiker rufen: „Aber da gibt es doch den Swing-Parameter auf der Eit-ou-Eit!“ Stimmt schon, aber der steuert ja lediglich die Dauer der Töne, aber nicht deren Betonung. Der Accent wiederum ist in seiner Wirkung zu stark, um ein „natürliches“ Spielgefühl zu imitieren. Und bevor mir jemand in den Kommentaren fehlendes Verständnis für die Geheimnisse der elektronischen Musik unterstellen möchte: Ich betrachte  das wertfrei und bin selbst ein großer Fan elektronischer Musik. Ich bin aber auch zum Schluss gekommen, dass die Unterscheidung in elektronische und „handgemachte“ Musik vor allem mit der Phrasierung zusammenhängt. Maschinen grooven anders als Menschen.

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Fazit

Phrasierung ist ein wesentlicher Faktor der Musik und so etwas wie die menschliche Seite dieser Kunst. Wenn die Rede davon ist, dass eine Sängerin die richtige Attitude oder das passende Feeling habe, ist meistens die Phrasierung gemeint. Dabei geht es um Betonungen und zeitliche Verschiebungen im Microtiming-Bereich. Vieles davon lässt sich kaum in Noten oder anderen Formen wie z. B. Key-Roll darstellen. Es ist eine Frage des Gefühls. Gute Musiker zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Phrasierung konsequent spielen können. Auch in der elektronischen Musik ist es sinnvoll, sich darüber Gedanken zu machen, mit welchem Feeling ein Groove gespielt werden soll. Moderne Drumcomputer und Software bieten Presets unterschiedlicher Phrasierungen, so dass neue Kombinationen von Rhyhtmen und Spielgefühlen möglich werden: z. B. ein laid-back Salsa Groove, etwas, das für einen kubanischen Conga-Spieler eher ungewohnt wäre. Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Der Groove ist zu großen Teilen eine Frage der Phrasierung und weniger des Stückes selbst. Gute Musiker kriegen auch „Alle meine Entchen“ zum grooven.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    […] Damit Musik seine Wirkung entfalten kann […]

    Genau so ist es! Den Satz oder so ähnlich habe ich hier schon zwei,-dreimal zum besten gegeben und traf auf Unverständnis und Ratlosigkeit. Anscheinend muss Musik von Synthesizern nicht wirken, so jedenfalls der Eindruck. Viele denken: Der Sound macht die Wirkung, aber das ist tatsächlich der geringste Teil des Ganzen. Inzwischen gibt es Drummsoftware, die bei eingegebenen Midis nach Wunsch ein Microtuning und/oder Microverzögerungen einbauen damit es natürlicher klingt. Guter Bericht, wenn auch hier etwas die Zielgruppe fehlt. Anders formuliert: Sie wäre vorhanden wenn jeder Interesse hätte folgendes zu hinterfragen: „Was kann ich tun damit meine Musik wirkt und warum tut sie es nicht?“ 😁

    • Profilbild
      Martin Andersson RED

      @Filterpad Hallo Filterpad
      Danke für Deinen Kommentar.
      „Viele denken: Der Sound macht die Wirkung, aber das ist tatsächlich der geringste Teil des Ganzen.“
      Das kann ich zu 100% unterschreiben. Und nichts dagegen, wenn jemand 10 Synthesizer, E-Gitarren oder Schlagzeug-Sets besitzt, aber man sollte nie vergessen, dass die Musik nur bedingt besser wird, wenn man viele Instrumente zur Verfügung hat.

      Ob hier die Zielgruppe fehlt? Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Meiner Erfahrung nach ist Phrasierung in den meisten Stilen und (entsprechenden Musikerschichten) zu selten ein Thema, was sich spätestens dann manifestiert, wenn Musiker versuchen, einen anderen als den gewohnten Stil zu spielen. (z.B. wenn Jazzpianisten Mozart spielen oder kubanische Salsa Musiker Pop. Habe ich alles schon gehört, es klang nie überzeugend, obwohl es technisch sauber gespielt war.)

  2. Profilbild
    SlapBummPop

    Moin zusammen.

    Ja, was braucht es, damit es groovt?
    Oder lt. „Trio“:der Rhythmus, wo jeder mit muss.“

    Manche Menschen haben scheinbar eine Gabe/ein Gespür, für den „Groove“.

    Vielleicht sind das auch eher Leute,
    die mehr als ein Instrument spielen,
    und/oder mit anderen, gerne “jammen“.
    (beim“jammen“, lernt man u.a. auch den anderen zu zuhören.)
    Dabei passiert dann manchmal was „magisches“, es „groovt“.

    Das Instrument, jener Akkord, die Note oder einfach die Pause/der Break, sind für mich u.a. auch „das Salz in der Suppe’.

    Die Hörer überraschen, wenn z. B. ein bestimmtes, sich zuvor wiederholendes, Element erwartet wird. (was für ein Spaß!)

    „Prince“ sagte angeblich zu „Morris Day“ (Bass):“Keep it simple.“

    Für mich auch eines der Geheimnisse, eines richtig guten „Grooves“.

    Auch nicht zu unterschätzen, die „Lyrics“.
    (sofern vorhanden.)

    Sind diese authentisch und zum Beat passend, umso besser.

    Ein Beispiel:
    https://m.youtube.com/watch?v=pVmwIDtnSqc

    Gruß
    SlapBummPop

  3. Profilbild
    CDRowell AHU

    Danke für deinen interessanten und leider für mich zu kurz gehaltenen Beitrag zur Phrasierung. 😍

    Als der Roland R8 heraus kam, wurde ich mit Anfragen von Musikmachenden geradezu überrannt, weil mir damals das Programming inkl. „human feel“ als Hobbyist überzeugend genug gelang.
    (nur die lebendigen Schlagwerker beäugten mich misstrauisch😱).

    Kannst du aus diesem Bereich Literatur empfehlen, die sich explizit auf einzelne Musikrichtungen bezieht?

    Das Thema finde ich doch zu spannend, als dass ich auf den zweiten Workshop auf AMAZONA warten mag! 🤩

    • Profilbild
      Martin Andersson RED

      @CDRowell Hallo CDRowell
      Literatur-Empfehlungen? Da muss ich Dich leider enttäuschen. Alles, was ich über die verschiedenen Phrasierungen weiss, lernte ich direkt von Musikern (Lehrer, Mitmusiker, Konzerte, Aufnahmen). Ob es einen zweiten Workshop zu dem Thema geben wird, ist noch nicht klar.

  4. Profilbild
    janschneider

    Interessantes Thema, da hätte ich auch gerne noch einen zweiten und ausführlichen Teil :)
    Was gerne übersehen wird: es kommt meiner Meinung nach nicht nur darauf an, wo man genau den Beginn des Tons hinsetzt, sondern auch, wann man ihn enden lässt.

    • Profilbild
      Martin Andersson RED

      @janschneider Danke für Deinen Kommentar.
      Da sprichst Du etwas Essentielles an: die Dauer von Tönen. Ich denke, man sollte Pausen ebenso bewusst spielen wie Töne. Pausen sind nicht einfach „Lücken“ zwischen den Tönen, sondern eigene musikalische Ereignisse.
      Ob es einen zweiten Teil geben wird, wissen wir noch nicht.

  5. Profilbild
    SlapBummPop

    Hallo zusammen.

    Bitte nicht den/die Hörer/Zielgruppe vergessen!

    Den letztendlich ist es, so mein Eindruck zumindest, dem Publikum häufig völlig egal,
    wieviel Raffinesse/Mühen in einem Stück/Song stecken.

    Die eigenen Songs anderen mal vorführen, ruhig mal nachfragen, was gefällt, was eher weniger. (Besser sicher nicht nur Freunden und Bekannten.).
    Wer regelmäßig in Clubs geht, könnte auch mal die dortigen Deejays fragen, ob sie denn den eigenen Song, bei passender Gelegenheit, mal spielen wollen.
    (kann man dann auch auch noch die Reaktion des Publikums beobachten,
    ungefilterter gehts vermutlich nicht.)

    AC/DC wird gelegentlich von anderen Musikern für ihre etwas simplen/“einfacheren“ Songs/Riffs usw. nicht selten etwas gering geschätzt.
    Wie auch immer, sie füllen noch immer Stadien.

    Gruß
    SlapBummPop

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      @SlapBummPop Musik kann sehr einfach sein damit diese wirkt. Ich würde sogar behaupten es ist überwiegend so. Vieles ist direkt spürbar und funktioniert, ein guter Groove dagegen findet seine Wirkung eher im Unterbewusstsein des Hörers statt. Wie Martin (also nicht ich, sondern der Verfasser des Artikels 😆) schon andeutete: Wenn ein guter Rockdrummer einen Jazz spielt, dann kann der technisch perfekt sein. Aber es fehlt das feeling damit es quasi jazzig groovt. Dieses „etwas“ hat man eben oder hat es nicht. Ich denke man kann es nicht wirklich lernen. 🤷‍♂️ Ich sage das übrigens nicht weil ich persönlich das perfekte musikalische NowHow habe – schön wär’s! 😣

      • Profilbild
        Martin Andersson RED

        @Filterpad Zitat: „Dieses „etwas“ hat man eben oder hat es nicht. Ich denke man kann es nicht wirklich lernen.“

        Doch kann man sehr wohl, aber es braucht Zeit, Geduld, die passenden Vorbilder und Inspiration. Meinen Schülern konnte ich bisher auch schon die Jazz- und Bossa-Phrasierung beibringen, ich sehe keinen Grund, weshalb dies nicht auch mit anderen Stilen möglich wäre.

        Es ist ein hartnäckiges Cliché in der Musik: „Wenn Du damit nicht aufgewachsen bist, kannst Du niemals Hip Hop, Salsa, Jazz, Fado, Klezmer, Hard Rock [gewünschten Stil bitte hier eintragen] lernen.“
        Vergleichbar ist dies mit der Aussage, dass guter Whiskey nur aus Schottland stammen könne oder gutes Design nur aus Italien. Beides wurde schon unzählige Male widerlegt, zu Recht.

        Deshalb: Lasst Euch von niemandem einreden, dass man einen Stil und eine Phrasierung nicht lernen könne.

        • Profilbild
          Yazz 2

          @Martin Andersson Kann ich nur bestätigen: klar lernt man z.B. als Kind etwas schneller.
          Aber später geht das auch.
          Am Ende ist es ein „hinein wachsen“ in einen bestimmten Stil, es ist eine Entwicklung die gemacht werden muss (nichts, dass sich einfach kopieren lässt).
          So etwas dauert, aber es ist auf jeden Fall ein Ding der Möglichkeit .

  6. Profilbild
    Yazz 2

    Martin, du Jazzer! ;)
    Das habe ich auch schon oft gehört, an der Stelle hattest du meine volle Aufmerksamkeit – und es war super, nochmal so ganz essenziell die Basics darüber zu lesen, da man’s ja quasi „automatisch drin hat“. Sehr schön und informativ. Gerne mehr davon!
    Liebe Grüße

    • Profilbild
      Martin Andersson RED

      @Yazz Hi Yazz
      ja, für mich war dies ein einschneidendes Erlebnis, als meine musikalische Herkunft schon nach einem Takt durchschimmerte. Letzten Endes ist alles eine Frage der Übung und der Zeit, die ich einem Stil widme.
      Da hier schon mehrfach der Wunsch nach einer Fortsetzung geäussert wurde, mache ich mir gerne Gedanken dazu. Mal schauen, was daraus wird :-)
      Liebe Grüße
      Martin

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