Workshop: Apple Logic Nodes

24. November 2006

Logic Nodes

Erstaunlich, wie  Sie durch ein Ethernet-Netzwerk und zwei oder mehr Apple-Computer, die Performance Ihrer Rechner bündeln und dadurch deutlich steigern können. AMAZONA.de Autor Moritz Maier verrät Ihnen wie:

 

Instrumenten Spur in Logic mit Node Schalter

Instrumenten Spur in Logic mit Node Schalter

Es ist eine alte Computerweisheit, sobald man sich einen schnelleren Rechner kauft, rüsten die Softwareentwickler ihre Plugins auf und reizen mit neuen Algorithmen die Möglichkeiten des „Neuen“ schon wieder aus. Man wird sich also auch als Musiker ständig fragen, wie man sein System am besten ausnutzt. Warum schicken sie beispielsweise ihren „Alten“ schon vorzeitig in Ruhestand. Wir hätten da einen interessanten Nebenjob für Ihn.

Mit Version 7 führte Apple in Logic Pro das so genannte „Distributed Audio Processing“ ein. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass Sie zum Berechnen von Plugins nun beliebig viel Macs benutzen können und nicht mehr auf die CPU Ihres Hauptrechners beschränkt sind. In anderen Branchen, etwa bei der Computeranimation, ist dies ein alter Hut. Man nimmt eine Handvoll Computer, lässt jeden davon einzelne Bilder oder Szenen berechnen und setzt diese später zu einem fertigen Film zusammen. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass man bei einer Musikproduktion natürlich darauf angewiesen ist, dass das Ganze in Echtzeit und synchron passiert.

Hardware:
Logic braucht für „Distributed Audio Processing“ stets einen Host-Rechner (Ihren Arbeitsrechner, auf dem Sie die Projekte anlegen und bearbeiten) sowie einen oder mehrere so genannte „Nodes“. Um Logic-Projekte auf die CPUs mehrerer Rechner verteilen zu können, müssen diese mittels Ethernet-Netzwerk verbunden sein. Apple empfiehlt dazu eine Gigabit-Ethernet-Verbindung, um einen schnellen Datenfluss zu gewährleisten. Natürlich ist ein Gigabit-Netzwerk sinnvoll, funktionieren tut es aber auch mit einem 100 MB Netzwerk. Außerdem sollte man das Netzwerk nur für diese Zwecke benutzen und nicht noch für andere Dinge (Internet, Datentransfers). Solche zusätzlichen Anwendungen würden die Bandbreite und Leistungsfähigkeit des Systems nur unnötig ausbremsen. Außer einem Netzwerkkabel und eventuell einem Switch (wenn Sie mehr als einen zusätzlichen Rechner verwenden möchten) brauchen Sie keine weiteren Geräte.

Software:
Auch auf der Softwareseite hält sich der Aufwand erfreulicherweise in Grenzen. Um einen Mac zu einem „Node“ zu machen, müssen Sie lediglich das kleine Programm „Logic Node“, das sich im Lieferumfang von LogicPro befindet, auf diesem Rechner installieren. Sie finden Logic Node auf der Installations-DVD von Logic. Ganz wichtig ist es dafür zu sorgen, dass LogicPro und Logic Node stets dieselbe Versionsnummer haben. Wurde Logic also per Softwareaktualisierung upgedatet (z.B. von 7.2 auf 7.2.1), so muss auch Logic Node upgedatet werden. Die neueste Version finden Sie nach einem Update stets im Ordner Dienstprogramme. Macht man dies nicht, so weist einen Logic beim Programmstart dezent darauf hin und der entsprechende Node steht nicht mehr zur Verfügung. Auf dem Node-Rechner muss man übrigens nichts konfigurieren. Logic Node besitzt keinerlei Einstellmöglichkeit. Am besten packt man das Programm in die Startobjekte, dann muss man sich um diesen Rechner praktisch gar nicht mehr kümmern. Lediglich die Firewall in den Systemeinstellungen muss man deaktivieren. Und fertig.

Host:
Auch auf dem Hauptrechner hält sich der Aufwand für Distributed Audio Processing in Grenzen. In Logic gibt es unter "Einstellungen" – "Audio" einen Reiter mit der Beschriftung Node. Hier wählt man, ob man Logic Nodes benutzen möchte. Außerdem taucht eine Liste aller verfügbaren Nodes auf, die man dann per „Häkchen“ aktivieren kann.

Die Liste der verfügbaren Nodes

Die Liste der verfügbaren Nodes



Praxis:

Als letzte Maßnahme muss man noch den Button „Node-Schalter“ im Arrangefenster sichtbar machen (über "Ansicht" im Arrangefenster). Mit diesem Button bestimmt man, bei welchen Spuren die Berechnung der Effekte und Instrumente auf Nodes ausgelagert wird. Man hat allerdings keinen Einfluss darauf, welcher Effekt auf welchem Node berechnet wird. Das entscheidet Logic selbstständig und das ist auch gut so, schließlich will man Musik machen und sich nicht auch noch damit herumärgern müssen. Einige Punkte muss man allerdings doch noch beachten:
– Bei der Berechnung von Plugins über das Netzwerk entsteht eine Latenz. Diese wird beim Abspielen aber automatisch kompensiert. Trotzdem sollte man daher nur bereits fertige Spuren auf einen Node auslagern. Will man diese doch noch einmal bearbeiten, so deaktiviert man einfach den Node Button.
– Es lassen sich lediglich Inserteffekte und Instrumente auslagern. Man kann also leider nicht den Spacedesigner mit dem großen Haupthall, der auf einem Bus liegt, auslagern. Schade!
– Weiterhin lassen sich keine EXS-Instrumente auslagern. Durch die großen Mengen an Samples, die hierbei bewegt werden müssten, würde einfach unnötig das Netzwerk belastet. Das macht Sinn, zumal der EXS24 ja sehr schonend im Umgang mit Ressourcen ist.
– Dass sich keine Plugins von Drittanbietern auslagern lassen, ist schon ärgerlicher. Gerade hier würde wohl der meiste Bedarf bestehen!

Fazit:
Das Arbeiten mit Nodes gestaltet sich völlig problemlos. Einfach im entsprechenden Kanal den Button und schon lagert Logic die Berechnung des Plugins auf einen Node aus. Man muss sich um nichts weiter kümmern. In der Anzeige über die Systemlast gibt es dann einen weiteren Balken, der die Auslastung des Node anzeigt. Wie viele Effekte man auslagern kann, hängt natürlich von der verwendeten Netzwerkgeschwindigkeit und den angeschlossenen Macs ab.

Alternativen:
Eins ist klar: Rechenpower wird es nie genug geben, kaum hat man einen Rechner der neuesten Generation, so ziehen die Softwareanbieter mit neuen Plugins nach. Ein ewiger Kreislauf.

Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, haben wir oben gesehen. Allerdings gibt es dabei auch einige Einschränkungen. Nicht zuletzt braucht man dazu mindestens einen weiteren Rechner. Eine weitere relativ simple Möglichkeit ist das Freezen von Spuren. Ebenfalls direkt in Logic integriert und noch einfacher zu bedienen. Hier spielt es außerdem keine Rolle, um was für Plugins es sich handelt. Eine weitere Möglichkeit verbirgt sich hinter den beiden Audio Units „AUNetSend“ und „AUNetReceive“, die beide in Mac OS X bereits enthalten sind. Was es damit genau auf sich hat, werden wir in der nächsten Folge behandeln.

Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Es ist vielleicht noch interessant zu erwähnen, das es diese Möglichkeiten für Windows schon lange gibt, mittels der Software FX-Teleport

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Wenn ich mir demnächst einen neuen Mac mit Intel 2 Core Duo kaufe /kaufen muß, und dann alles neu installieren muß )Logic, NI, Spectrasonics,…kann ich dann meinen „alten Dual G5 PowerMac als Note nutzen?

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Bei der Konfiguration IntelMac mit G5 ist zu beachten das noch nicht alle Drittanbieter Plugs auf Intel laufen (von wegen UB). Will man also nicht auf das ein oder andere liebgewonnene Plug verzichten empfielt es sich den IntelMac als Node laufen zu lassen. Was bei mir tadelos funktioniert.

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    -> Dieter

    Ja, du kannst Deinen G5 als Noderechner nutzen

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