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Workshop: Aufbau eines Projektstudios Teil 1: Einführung


Aller Anfang ist schwer

Wer sich heute mit dem Aufbau eines Projektstudios beschäftigt, kann sich im uferlosen Angebot der Musikinstrumentenindustrie oft schwerlich zurechtfinden. Monat für Monat erscheinen die neuesten Synthesizer, geben sich Monitorboxen und Mischpulte ihren Einstand und die unermessliche Zahl der am Markt befindlichen Audiointerfaces kann einem schon vor der ersten selbst geschriebenen Note den Appetit aufs eigene Studio vermiesen. Daher möchten wir in diesem Workshop die wichtigsten Fakten und Informationen zusammentragen und einige Tipps geben, was und wie am Anfang wirklich benötigt wird. Viel Spaß beim Workshop Projektstudio.

Tatort unseres Projekts

Das eigene Wohn- oder Schlafzimmer, ein Eckchen im (trockenen und beheizbaren) Keller, unter dem Dach oder einfach im Bad – wegen der „total krassen Akustik“ – Letzteres sollte aber dann doch vor dem Duschen abgebaut werden. Ein kuscheliges Plätzchen findet sich also sicher, denn viel ist nicht nötig, um CD-reife Aufnahmen machen zu können.

So weit muss man ja nicht gehen

Bedarfsermittlung

Wir wollen Songs aufnehmen. Klingt banal und ist es auch, wenn wir ein paar Dinge beachten. Erste Erfahrungen mit einem Sequencer wie Logic Pro, Cubase oder Ableton Live sind vorhanden und wir arbeiten auf einem Laptop, den wir im Folgenden als DAW bezeichnen. Wir gehen davon aus, dass wir die Songs nicht nur im Computer mit den integrierten Klangerzeugern und Loops zusammenbasteln, sondern die kreativen Ergüsse mit ein, zwei genialen – und natürlich – selbst gespielten Keyboardakkorden, Basslicks oder Gitarrenbrettern pimpen möchten.

Dafür brauchen wir die Anbindung zur externen Audiowelt und damit ein Audiointerface, das die Analogsignale in Bits und Bytes übersetzt. Diesen Weg nehmen auch die Gesangssignale, die wir auf die fertigen Playbacks singen. Für unser Wunschmikrofon brauchen wir im Falle eines Kondensatormikrofons prinzipbedingt einen zusätzlichen Mikrofonvorverstärker, der das Mikrofon mit 48 Volt Phantomspeisung versorgt und XLR-Stecker aufnehmen kann. Wir kommen also um das Thema Mikrofone, Mikrofonvorverstärker, Audiointerface etc. nicht herum.

Zusätzlich wäre es praktisch, wenn wir die DAW nicht nur mit der Maus steuern müssten, sondern über die Tasten und Fader eines DAW-Controllers. Einen guten Hall und andere hochwertige Effekte brauchen wir ebenfalls. Hier greifen wir auf die internen Effekte unserer DAW bzw. Plug-ins zurück. Externe Effektgeräte sind sicherlich nicht zu unterschätzen, denn auch heute noch schwören viele Top-Produzenten auf deren Haptik und Soundqualität. Für unser Projektstudio reichen die Software-Versionen doch zunächst vollkommen aus.

Was bringt uns der Spaß ohne ordentliche Boxen, die unsere potentiellen Hits frequenztechnisch korrekt und knackig in die Gehörgänge pusten? Hier werden wir uns ein paar schöne „Hingucker“ holen (das Auge hört ja schließlich mit), die wir im richtigen Winkel, der richtigen Höhe und in der richtigen Entfernung vor uns positionieren. Alles und nichts hängt natürlich von den räumlichen Gegebenheiten und einer vernünftigen Raumakustik ab. Da wir nicht in einer professionellen Regie Platz nehmen, werden wir uns Nahfeldmonitore holen, die uns das optimale Direktsignal garantieren.

Mal abgesehen vom Aufnahmeraum und den hochwertigen Preamps entspricht das Setup einem typischen Projektstudio

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  1. Profilbild
    Chick Sangria ••••

    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Projektstudio und einem Homestudio? Ist letzteres aus der Mode gekommen (so in etwa wie das Wort „Hobby“)?

  2. Profilbild
    Coin AHU

    Moin Chick, und hey, ja da kann man drüber stolpern.
    Alle Tonstudios, ob groß oder klein, sind doch „Projektstudios“,
    da dort Projekte realisiert werden.
    Auch bei Homestudios.
    Das „Home“ steht für zuhause. (is klar nech ^^)
    Das kann für Hobby stehen, muss aber nicht.
    Es gibt auch professionelle Musiker, die ein Studio zuhause haben.
    Das Bild hat sich in der Neuzeit gewandelt,
    da alles kompakter geworden ist.
    Heute reicht doch schon ein Rechner und Du hast ein „Studio“ ;)
    Ich würd das aber nicht so ernst sehen.
    Grüße

    • Profilbild
      A.Vogel AHU

      Du stolperst beim Begriff „Projekt“ über einen landläufigen Irrtum, der sehr häufig gemacht wird.
      Ein wesentliches Merkmal eines Projekts ist, dass es durch einen (mehr oder weniger) fest umrissenen Zeitraum begrenzt wird, sprich: Es gibt ein Enddatum. Selbst bei einem Projekt wie dem Bau eines Flughafens bei Berlin, auch wenn eine in Teilen unprofessionelle Planung und Durchführung dieses Enddatum immer weiter rausschiebt. Aber es gibt ein definiertes Ende….
      Projektstudio heißt also, dass es für einen vordefinierten Zeitraum aufgebaut/eingerichtet wird, entweder für eine Produktion, eine örtlich bedingte Zusammenarbeit o.ä..
      Das ist der Hauptunterschied zum „normalen“ Studio, das ohne Bezug zu einem _bestimmten_ Projekt aufgebaut und betrieben wird.

      • Profilbild
        Chick Sangria ••••

        Das ist schon klar. Aber wird das Wort Projektstudio auch wirklich so verwendet? Also ist es nicht einfach eine schickere Bezeichnung für Homestudio? Schließlich hat auch ein Home mal ein Ende, sobald man eben umzieht ;)

  3. Profilbild
    Coin AHU

    Hallo A. Vogel, das stimmt, daran hab ich jetzt nicht gedacht.
    Sondern eher an meine eigenen Projekte,
    die kein Enddatum haben.
    Aber gut, ich hab auch nur ein „Homestudio“
    …oha, sorry

  4. Profilbild
    Franz Walsch AHU

    Das wichtigste ist immer noch der Raum. Ein guter ruhiger Raum kann viel Geld sparen. Auch Hardrock braucht einen ;)). Schallisolation lässt sich sehr einfach mit dicken Decken bewältigen. Die Schallreflektoren für Mikrofone sind eigentlich eine Fehlkonstruktion, denn sie beschneiden gerade die sowieso geringen Rückreflexionen der Niere! Ihr Platz wäre besser um den Hinterkopf herum. Habe ich ausprobiert, aber ich finde die Lösung mit Decken viel preiswerter und flexibler. Zum Anfang reichen Freeware Daws/PlugIns die oft eine sehr gute Qualität aufweisen. Ein gutes Mikrofon (Shure SM 57/58) Interface (Steinberg) fängt um die 100 Euro an.
    Es ist wie beim Film: Ein gutes Script/Song ist wichtiger als die Technik!
    Die Diskussion wie der Raum heisst bringt nichts.
    Es ist letztlich ein Aufnahmeraum.

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    Coin AHU

    Hehehe, ihr spinnt doch alle :D
    Btw. hab mal gelesen, das es Leute gibt,
    die sich vor einer Recording-Session den Bart abrasieren ^^

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