Pimp your (Bass-) Amp!
Aus jedem Bassverstärker lassen sich mit ein paar einfachen Überlegungen und Hacks neue Sounds herausholen, ohne dass man gleich einen neuen Amp kaufen muss.
Inhaltsverzeichnis
Dabei ist es egal, ob man einen günstigen Transistorverstärker oder ein teureres Modell spielt. Wichtig ist, dass man sich mit seinem Bass-Amp beschäftigt, um hier ein paar neue Sounds herauszukitzeln, denn ein neuer Sound kann ungemein inspirierend sein oder zumindest eine klangliche Abwechslung bieten. In diesem Artikel möchte ich ein paar Ideen liefern, die als Anregung dienen können.
Grundlegende Verstärker-Optimierung ohne Zusatzkosten
Gain- und Volume-Potis des Bassverstärkers
Fangen wir erst einmal ganz simpel an und schauen uns die Gain-Struktur des Verstärkers an. Um die beiden Potis für das Gain und das Volume richtig zu nutzen, sollte man deren Funktion verstehen. Beide regeln im Grunde die Verstärkung und damit die Lautstärke. Da sie das an unterschiedlichen Stellen tun, beeinflussen sie den Gesamtklang aber ganz unterschiedlich.
Mein erster Verstärker hatte je einen Regler für Volume, Gain und Master. Das war ziemlich verwirrend und ich habe als Newbie an allen so lange rumgedreht, bis ein ganz passabler Sound herauskam. Dann habe ich diese drei Potis eigentlich so gut wie nicht mehr angerührt.

Die Potis eines Amps sollten nicht nur einmal eingestellte Staubfänger sein. Der einfachste Hack, um seinen Bassverstärker-Sound zu verändern, findet sich hier.
Klar ist natürlich, dass über den Volume-Regler die Ausgangslautstärke eingestellt werden kann. Der Gesamt-Sound wird also im Grunde nur lauter oder leiser, je nachdem in welche Richtung man den Regler dreht. Natürlich weiß jeder aus Erfahrung, dass ein lauter Verstärker anders klingt als ein leiserer, weil der Lautsprecher an seine Leistungsgrenze kommt.
Das Gain-Poti regelt die Lautstärke am Eingang. Das Signal kann je nach Einstellung des Gain-Reglers verzerren, da es durch verschiedene Bauteile – in den meisten Fällen sind das Dioden – begrenzt wird. Jetzt ist es aber so, dass nicht jeder Bassist einen voll verzerrten Bass-Sound haben möchte, aber insbesondere mit dezenten Einstellungen des Gain-Potis kann man den Sound wunderbar verändern.
Ist das Gain-Poti ganz runtergeregelt, ist der Klang des Verstärkers meist komplett clean und unverzerrt. Dreht man das Gain etwas weiter auf, kommt man an einen Punkt, an dem das Signal nur bei lauten Tönen leicht anzerrt oder sogar nur ein bisschen komprimiert. Dadurch werden harmonische Obertöne erzeugt und der Tone ist etwas knackiger. Auch der nachfolgende Equalizer wird etwas heißer angefahren und klingt etwas anders.
Also kann man bereits mit dem Gain-Poti seinen Sound etwas verändern, ohne dass man das Signal komplett verzerren muss.
EQ-Einstellungen: Verborgene Klangwelten entdecken
Wenn wir schon beim Equalizer sind, dann bleiben wir auch gleich da. Wer von seinem Amp-Sound gelangweilt ist und überlegt, sich einen neuen Verstärker zuzulegen, sollte zunächst einmal einen ganz genauen Blick auf den EQ werfen. Dieser besteht meist aus Potis für Bass, Treble und Mids. Einige EQs bieten sogar die Möglichkeit, die Frequenz der Mitten auszuwählen. Mit diesen drei bis vier Potis kann man den Sound schon ordentlich verbiegen. Und erlaubt ist hier, was gefällt. Wer bisher einen dunklen Sound bevorzugt hat und damit jetzt nicht mehr zufrieden ist, kann hier einfach mal die oberen Mitten und Höhen anheben, um einen knackigeren Sound zu bekommen.
All denjenigen, denen ihr Verstärker zu direkt anspricht, sei empfohlen, einfach mal das Gegenteil zu versuchen und einen dumpferen Sound einzustellen. Also wenn man den EQ bisher noch nicht genutzt hat, sollte man es unbedingt mal versuchen. Man muss nicht unbedingt einen neuen Verstärker kaufen, denn viele Sounds verstecken sich im Equalizer.
Natürlich gibt es auch Verstärker, die keinen umfangreichen Equalizer haben. Dann kann man alternativ mal ein günstiges EQ-Pedal ausprobieren. Der Vorteil dieser Lösung wäre, dass hier sogar zwei Sounds per Fußschalter abrufbar wären.
Sound-Erweiterung durch Effektgeräte
Der Effekt-Loop und Effektpedale
Es gibt mittlerweile schon einige Amps, die einen Effekt-Loop haben. Dieser besteht aus einem Ausgang und einem Eingang in Form von Klinkenbuchsen. Über diesen Loop lassen sich Effektgeräte in den Signalweg einschleifen. Im Gegensatz zu Effektgeräten vor dem Verstärker werden diese Effekte im Effekt-Loop hinter der Eingangs-Gain-Stufe eingefügt.
Wenn man mit dem Grundklang seines Verstärkers unzufrieden ist, kann man an den Return des Effekt-Loops ein Amp-Emulations-Pedal anschließen. Damit wird die Eingangsstufe des Verstärkers umgangen und man nutzt den Amp-Emulator für den Grund-Sound. Auf diese Weise wird nur die Endstufe des Verstärkers genutzt, um das Signal zu verstärken.
Als Amp-Emulationen gibt es dann verschiedene Möglichkeiten. Tech21 bietet beispielsweise einige analoge Geräte wie den Bass Driver.
Aber auch der Classic Analog Bass Preamp von Ampeg wäre hier zu nennen und Phil Jones bietet eine sehr umfangreiche Variante mit dem PE-5.
Allen preisbewussten Bassisten könnten der R-30 Tidal Wave Bass-Preamp von Joyo oder der 360 AIAB Bass-Preamp von One Control gefallen.

Preamp-Hack für den Bassverstärker: Für ganz kleines Geld kann man mit dem Joyo R-30 Tidal Wave eine Klangveränderung erzielen
Ich schwöre tatsächlich auf eine alte digitale Amp-Emulationen in Form des Line6 Bass Pod. Den gibt es auch als neuere Version in Form des Pod Express Bass. Die Line6 Pods sind sehr flexibel und bieten zahlreiche unterschiedliche Amp-Nachbildungen.

Der Line6 Bass Pod – alt, aber immer noch ein tolles Tool, um den Sound des Bassverstärkers zu verändern
Eine günstige Möglichkeit, um aus seinem Transistor-Amp einen flexiblen Modeling-Amp zu machen, ist beispielsweise der Boss Katana Go. Mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten und Effekten, die im Bass-Modus auf Bass-Sounds abgestimmt sind, hat man hier eine endlose Klangpalette zur Verfügung.
Hardware-Modifikationen für maximale Klangvielfalt
Lautsprecherwechsel: Neue Speaker, neuer Sound
Wer bereit ist, etwas zu basteln, kann auch überlegen, ob er den Lautsprecher des Verstärkers austauscht. Ein Verstärker mit einem anderen Lautsprecher kann bisweilen einen ganz anderen Klangcharakter bekommen. Der Austausch eines Lautsprechers gehört in meinen Augen zu den Modifikationen, die den Sound am meisten formen können. Schon ein Lautsprecher einer anderen Marke kann ganz anders klingen als der zuvor verbaute Speaker. Und wem das nicht reicht, der kann mit unterschiedlichen Lautsprechergrößen und Kombinationen experimentieren. Vielleicht wählt man mal einen 15“-Speaker und kombiniert ihn mit einem 10“-Lautsprecher. Ich habe das große Glück, einen Gitarristen im Hause zu haben und habe dann auch einfach mal eine alte Gitarren-Box an meinen Bass-Amp angeschlossen.
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Die Lautsprechergröße ändert nicht nur die betonten Frequenzen, sondern ändert auch das Ansprechverhalten. Große Lautsprecher sind träger und kleine klingen spritziger. Eine Kombination bietet das Beste aus beiden Welten. Wichtig ist hierbei natürlich, dass die entsprechende Gesamtlast, also die Ohm-Werte der Lautsprecher mit den erforderlichen Werten des Verstärkers übereinstimmen. Entsprechende Schaltpläne für serielle oder parallele Verkabelungen um unterschiedliche Lautsprecher miteinander zu verbinden, findet man im Internet. Gerne kannst du aber auch bei DelayDude nachfragen. Wir helfen dir immer gerne weiter.

Liv-Hack für Bassisten: Eine Bass-Box wie die Harley Benton SolidBass 115 T kann den Sound eines etwas angestaubten Verstärkers schon ordentlich pimpen
Box-Setups und Positionierung optimieren
Ein interessanter Aspekt des Lautsprechers ist auch der Abstrahlwinkel. Manchmal ist nur der direkte Klang des Lautsprechers nicht so, wie man ihn gerne hätte und dann lohnt es sich, mit der Positionierung des Verstärkers zu experimentieren. Auch im Proberaum muss der Verstärker nicht immer hinter dem Bassisten stehen und die schmucken Waden beschallen.
Durch eine Drehung, eine höhere Positionierung oder das Stellen an die gegenüberliegende Wand kann man bisweilen ein ganz anders Klangerlebnis erzeugen. Auch die Materialien des Fußbodens und der Wände haben natürlich einen Einfluss auf den Sound. Hier lohnt es sich, etwas zu experimentieren und mal einen Teppich in den Raum zu legen oder ihn wegzunehmen. Bücherregale sind übrigens perfekt geeignet, um die Akustik eines Raums zu verändern. Und wer seine Instrumente liebt, probt ohnehin nicht mehr im nassen Keller, in dem alles gleich zu schimmeln beginnt.
Entscheidet man sich für eine externe Zusatz-Box, muss man nicht einmal schrauben und löten. Die Auswahl an günstigen 10“– und 15“-Boxen ist groß.
Die richtige Pflege des Bassverstärkers
Zum Schluss noch ein paar Worte zur Pflege des Verstärkers. Nichts stört einen guten Sound mehr, als krachende Potis, ein brummender Verstärker und Input-Buchsen mit Aussetzern. Ab und zu sollte man also die Buchsen mal reinigen und gegebenenfalls Potis austauschen lassen. Auch ein Brummen kann oft schnell beseitigt werden.
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Generell wird man mit einem gut gepflegten Verstärker mehr Freude haben.
































