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Workshop: Embodme Erae 2 Controller im Praxiseinsatz

Kontrolle nach Maß

6. Mai 2026
Workshop Embodme Erae 2 Praxiseinsatz

Workshop: Embodme Erae 2 Controller im Praxiseinsatz

Embodme Erae 2 gehört sicherlich zu den interessantesten MIDI-Controllern am Markt. Der Einstieg ist nicht ganz leicht. Deshalb möchten wir dir mit diesem Workshop zeigen, wie du den Embodme Erae 2 Controller mit anderem Equipment einsetzen kannst.

Kurz & knapp

Worum geht es? Workshop zum Embodme Erae 2 Controller mit Fokus auf Praxisbeispiele und kreative Einsatzmöglichkeiten

  • Embodme Erae 2: Vielseitiger MIDI-Controller mit frei gestaltbarer Oberfläche und hoher Spielbarkeit.
  • Workshop: Schritt-für-Schritt-Einblicke in Einrichtung, Editor und praktische Nutzung.
  • Praxisbeispiele: Konkrete Anwendungen mit Moog, Astrolab, Synclavier und Software-Synthesizern.
  • Flexibilität: Individuelle Controller-Layouts für Studio und Live-Performance umsetzbar.
  • Fazit: Leistungsstarkes Tool mit hohem Spaßfaktor und großem kreativen Potenzial.

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Workshop: Embodme Erae 2 Controller

Einleitung

Der Embodme Erae 2 Controller hat die würdige Nachfolge des Erae 1 Controllers angetreten. Mit seinem neuen Skin, der sehr feinfühliges Spielen ermöglicht, einem kleinen Farb-Display samt Encoder sowie zusätzlichen Buttons, der neu hinzugekommenen Looper-Funktionalität sowie CV- und Gate-Anschlüssen wurde der Erae 2 in vielen Bereichen verbessert und erweitert. Wir haben Embodme Erae 2 bereits für euch getestet:

Test: Embodme Erae 2, MIDI-CV-Controller und Looper

Bekannt sind die Embodme Controller nicht zuletzt auch dadurch, dass Jean-Michel Jarre sie gleich mehrfach in sein Live-Setup integriert hat. Die den Skin hinterleuchtenden LEDs bieten dank möglichen optischen Feedbacks definitiv einen Show-Effekt, auch wenn sie leider nicht beidseitig in Erscheinung treten können wie seinerzeit beim Yamaha Tenori-On.

Die Bedienoberfläche des Embodme Erae lässt sich mit dem über die Homepage ladbaren Editor frei anpassen. Zu beachten ist, dass für Erae 1 und Erae 2 jeweils eigene Editoren verfügbar sind, die nur mit diesen Modellen funktionieren.

Auf der Homepage von Embodme findet man auch bereits einige Presets für Pigments, Serum, Massive X und andere, die die Möglichkeiten des Erae 2 gut aufzeigen.

Anhand von vier Beispielen möchte ich in diesem Workshop die Möglichkeiten anreißen. Zunächst folgt jedoch eine kurze Beschreibung der Ausgangsbasis.

Embodme Erae 2 Editor

Bausteine und Möglichkeiten

Das Erae Lab für den Erae 2 Controller ist sehr übersichtlich aufgebaut. Mittig sitzt zentral die Eins-zu-eins-Abbildung der Oberfläche des Controllers, darüber befinden sich Schalter für die acht Patches. Die Bausteine sind im Compose-Bereich links der Control-Oberfläche angeordnet. Rechts befinden sich zwei Reiter, über die die jeweils angewählten Bedienelemente eingestellt werden können. Das betrifft sowohl die gesendeten Daten als auch die optische Erscheinung und das optische Feedback über die LEDs der Hardware.

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Als Bausteine bietet der Erae 2 Eingabeelemente für Notenereignisse in Form von Einzeltastern, Gruppen von Tastern, Keyboards und Drumpads sowie Knöpfe, Fader, zweidimensionale Fader und Dateneingabefelder in Form von Live-Pads zum Senden von Daten in Form von MIDI-CC-Messages.

Ein spezielles Tool ist die sogenannte API-Zone, die Bereiche reserviert, die über Skripte frei programmiert werden können. Hier sind die Möglichkeiten quasi unbegrenzt. Im Netz findet sich zum Beispiel ein Skript, über das sich das Live-Signal einer Webcam über den Erae 2 ausgeben lässt – sehr verpixelt, aber doch eindeutig erkennbar. Nutzbar ist das Ganze allerdings nur für Anwender mit entsprechend tiefgehenden Programmierkenntnissen.

Embodme Erae 2 kontrolliert Moog Voyager

Nachdem mein Moog Voyager von einer Reparatur des Motherboards durch Rudi Linhard zurückgekommen war, dachte ich mir, als erstes Einstiegsprojekt sei es sinnvoll, die Syntheseparameter des Moog über den Embodme anzusteuern.

Da der Editor keine Drehregler als Eingabeelement abbildet, habe ich einfache 1D-Fader verwendet und die entsprechenden festen Controller-Werte eingetragen. In der ersten Variante habe ich die drei Filterparameter und die zwei Hüllkurven auf den Erae 2 gemappt.

Das erste Template für den Moog Voyager mit bereits ergänztem Note-Grid

Da noch freier Platz auf der Bedienoberfläche war, habe ich ein Notengrid darunter gelegt. Das ist zum Testen der Fader praktisch, da man direkt über den Erae 2 Noten anspielen kann. Anschließend wurde das Ganze an den Erae 2 übertragen und getestet. Der sofortige Erfolg hat sehr motiviert. Die Parameter ließen sich über die virtuellen Fader sehr fein steuern und problemlos in Cubase aufzeichnen. Derart motiviert habe ich noch eine Ausbaustufe mit Steuerung der Oszillatorschwingungsformen und des Audiomixers samt Mute-Buttons umgesetzt.

Das erweiterte Template für den Voyager im Editor …

… und die auf den Erae 2 überspielte Version

Im Zuge der Erstellung des ersten Projekts habe ich für mich folgendes Fazit gezogen:

Ein Pixel- beziehungsweise LED-Abstand horizontal zwischen den Fadern ist sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig. Werden Fader übereinander angeordnet, ist das jedoch ein Muss. Andernfalls kann man unbeabsichtigt den unteren Fader auf Maximum stellen, wenn man den darüberliegenden Fader auf null zieht.

Die wichtigste Erkenntnis: Man kann bis zu vier virtuelle Fader problemlos mit einer Hand gleichzeitig steuern. Das ist etwas, das mit Drehreglern unmöglich ist und bei Hardware-Fadern in dieser Genauigkeit nur bei entsprechender Bauweise funktioniert. Verwendet man stattdessen 2D-Fader, kann man dank Pressure die Anzahl theoretisch sogar noch erhöhen.

Zusammenfassung: Das erste Projekt ist rundum gelungen und zufriedenstellend.

Arturia Astrolab mit Embodme Erae 2 erweitern

So sehr ich das Arturia Astrolab schätze, habe ich nicht verstanden, warum Arturia die neun Fader des KeyLab beim Astrolab nicht verbaut hat. Ein Blick in die MIDI-Implementation des Astrolab zeigt jedoch, dass sich sowohl die acht Drehregler der Hardware als auch die neun nicht verbauten Fader über MIDI-CC ansteuern lassen.

Im Arturia Astrolab wurden die Fader der Arturia Keylab Controller leider nicht verbaut

Die Astrolab Implementation lt. Arturia Homepage

Das Vorhaben, die volle Steuerbarkeit eines KeyLab auf dem Astrolab zu erreichen, ist mittels Erae-2-Editor in etwa einer halben Stunde umgesetzt.

Das überspielte Astrolab Patch, 8 virtuelle Fader zur Ansteuerung der Drehregler der Hardware und 9 virtuelle Fader als Ersatz für die im Astrolab nicht verbauten Hardware-Fader

An diesem Punkt wurde mir klar, warum Embodme keine virtuellen Drehregler im Editor anbietet. Erstens lassen sie sich aufgrund der geringen Auflösung der Spieloberfläche nicht sinnvoll darstellen. Zweitens wären sie in der Performance unterlegen. Das ergibt also keinen Sinn.

Performance- und soundtechnisch bringt die Ansteuerung des Astrolab über den Embodme einiges. Die Dynamik der Sounds lässt sich direkt beeinflussen. Das ist mit den Drehreglern der Hardware allein nicht möglich. Ein weiteres Plus.

Vielfach wurde kritisiert, dass sich die Drehregler des Astrolab rechts über der Tastatur befinden. Für Rechtshänder bedeutet das ein Übergreifen bei gleichzeitigem Spielen und Editieren. Den Erae 2 kann man hingegen frei positionieren. Das sorgt für mehr Flexibilität beim Performen.

Embodme Erae 2 kontrolliert Synclavier Regen

Die Bedienphilosophie der Synclavier-Regen-Hardware folgt dem Prinzip des Originals: Parameterwahl per Knopfdruck, Einstellung über einen Regler.

Beim Regen wird dieser Regler durch einen sogenannten Swiper ersetzt, einen vertikalen Strip, der eine sehr feine Editierung ermöglicht. Wer das originale Synclavier-Erlebnis vertiefen möchte, kann den Drehknopf des Originals als USB-Controller kostenpflichtig dazukaufen.

Die in der Modulationsmatrix den Modulatoren zugewiesenen Midi CCs

Besser ist es jedoch, den Erae 2 einzusetzen. In der Modulationsmatrix lassen sich den Syntheseparametern MIDI-CC-Messages zuordnen. Ein passendes Controller-Layout ist im Erae-Editor schnell erstellt und sorgt bei der Performance für deutlich mehr Komfort.

Die Ansteuerung des Regen im Erae Editor

Einziger Wermutstropfen: Die Belegungen sind nicht global, da sie in der Modulationsmatrix verankert sind. Das bedeutet, dass sie für jedes Patch einzeln zugewiesen werden müssen.

Embodme Erae 2 mit Arturia Pigments

Auf der Embodme-Homepage befinden sich bereits zwei Patches zur Ansteuerung von Pigments. Ich habe mir dennoch eine individuelle Steuerung erstellt. Die entsprechenden MIDI-CC-Messages sind im Plug-in hinterlegt.

In Pigments werden die zugewiesenen Midi CCs ausgewiesen

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Man erstellt ein neutrales Set an Reglern mit aufsteigenden CC-Nummern, die man über die Learn-Funktion von Pigments dem Plug-in zuordnet. Dieses Template kann man grundsätzlich für alle MIDI-Learn-fähigen Plug-ins verwenden. Für ein allgemeines Layout empfiehlt es sich, die Elemente möglichst gleichförmig anzuordnen, ähnlich wie bei einem Hardware-MIDI-Controller.
  • Alternativ überträgt man die im Plug-in gesetzten CC-Werte direkt auf die Elemente im Erae-Editor. Das Controller-Patch ist dann exakt auf das Plug-in zugeschnitten. Je nach persönlichem Geschmack kann man die Positionierung an das Layout des Plug-ins anpassen.

… und die selbst erstellte Zuweisung für den Erae 2

Zusammenfassung

Der Embodme Erae 2 ist ein sehr leistungsfähiger und vielseitiger Controller.

Die angenehm spielbare Oberfläche lässt dank Tasten, Tastengruppen, Keyboards, X/Y-Pads und Drumpads kaum Wünsche offen. Tonarten und Skalen lassen sich einstellen. Ein Arpeggiator und ein Looper sind ebenfalls integriert.

Auf der Controller-Ebene lassen sich mit Fadern, druckempfindlichen Fadern und Live-Pads viele Funktionen umsetzen. Elemente wie Drehregler oder physikalisch simulierte Objekte, wie sie etwa beim JazzMutant Lemur möglich waren, fehlen im Editor derzeit. Zudem ist die Übersichtlichkeit aufgrund der LED-Matrix eingeschränkt. Bedienelemente können nicht beschriftet werden. Man muss sich die Belegung merken.

Hilfreich ist es, mit Farbcodierungen zu arbeiten, etwa Filterparameter in Rot und die Amp-Sektion in Blau. Leider lassen sich im Editor keine Namen vergeben. Auch am Gerät selbst wird nur die zugewiesene CC-Nummer angezeigt. Eine Beschriftung wäre technisch möglich und wäre eine sinnvolle Ergänzung.

Der Embodme kann für die Parametersteuerung grundsätzlich alle MIDI-Controller ersetzen, die auf Fadern und Buttons basieren. Wenn man jedoch haptische Drehregler benötigt, muss man auf andere Produkte ausweichen, etwa den Melbourne Instruments Roto-Control.

Da sich Noten- und Controller-Elemente frei skalieren und positionieren lassen, können mit dem Embodme Erae 2 individuelle Controller für nahezu jeden Anwendungsfall erstellt werden. In Kombination mit der feinfühligen Oberfläche ergibt sich ein vielseitiges Werkzeug für Studio und Bühne.

Gute Aussichten

Zum Abschluss noch ein kleiner Ausblick: Im Zuge der Erstellung des Workshops stand ich im Austausch mit dem Entwickler. Der erste Software-Synthesizer von Embodme ist bereits weit fortgeschritten und wird speziell auf den Erae 2 zugeschnitten sein.

Auch der Editor wird weiter ausgebaut und erhält neue Funktionen. Mein größter Kritikpunkt, die fehlende Möglichkeit zur Beschriftung von Elementen, steht bereits auf der To-do-Liste und soll in einem der kommenden Updates umgesetzt werden.

Ein Vorab-Screenshot des in Entwicklung befindlichen Updates des Erae Lab für den Erae 2, links unten erkennbar neue Elemente

Insgesamt ist also noch einiges in Entwicklung. Die Aussichten für Erae-2-Nutzer sind vielversprechend.

Die Entwicklung des Erae Sound ist weit fortgeschritten, der Synthesizer ist natürlich für den Erae 2 maßgeschneidert

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Fazit

Eigene Controller-Oberflächen mit dem Erae 2 Controller über die EraeLab-Control-Software zu erstellen, ist eine einfache und schnelle Angelegenheit. Hardware und Software MPE-fähig über eine Oberfläche feinfühlig spielen zu können und gleichzeitig Parameter zu steuern, ist im Studio wie live damit möglich. Der Spaßfaktor ist entsprechend hoch.

Preis

  • 888,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

toneup RED

Ich mache Musik seit gut 35 Jahren, mein erster Synth war der Roland D-50, seit damals sind viele Instrumente durch meine Hände gegangen. Neben analogen Synthesizern begeistern mich seit jeher Controller abseits von herkömmlichen Tastaturen und die Möglichkeiten, diese kreativ einzusetzen. Aktuell Produktion von Jingles und Instrumentalmusik für "Funk und Fernsehen"

Forum
  1. Profilbild
    Tai AHU

    Dass eine Cutoff-Steuerung möglich ist, erwarte ich von jedem Controller. Auch von einem für 100€. Ok, er erledigt das. Was mich immer etwas stört ist die mMn. grobe Auflösung der einzelnen Bedienelemente. Irgendwie habe ich den Eindruck, da müsste sich deutlich mehr einfügen lassen, wenn ich schon so viel Fläche einsetze. Ich vergleiche das mit meinem Roli Lightpad. Davon könnte ich zu dem Preis vier nebeneinander einsetzen und hätte auch keine schlechtere Ausggangsposition. Es kann natürlich sein, dass ich das falsch einschätze, aber wenn ich dein erstes Bild ansehe, da kommt trotz der großen Fläche relativ wenig zum Bedienen raus.

    • Profilbild
      elblaut

      @Tai Das Stichwort ist „Kontrolle nach Maß“ Das Layout ist von der Größe her frei anpassbar, bis zu 256 Elemente per Layout. Ich habe das Erae 2 jetzt seit Februar 2025 (erste Produktion aus der Kickstarter Kampagne) im Einsatz und noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Für mich eines der besten Investitionen in Hardware die ich je getätigt hatte.

  2. Mehr anzeigen
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