Workshop: Fretboard Harmony for Bass Guitar I

26. November 2011

Bass-Workshop Teil 1

Bass

Mein erster Kontakt zu Musiktheorie reicht in die siebte Klasse eines katholischen Gymnasiums zurück, wo der Musiklehrer uns schon bald beibrachte, dass von Deep Purple’s ‚Live in Japan‘ „negative Schwingungen“ ausgehen. Ein Blick ins Lehrbuch bestätigte ihn, denn die letzte Seite warnte eindringlich vor Heavy Metal, Okkult-Rock und den bösen Buben von Black Sabbath. Als rebellierender Jungspund hatte ich diese Teufelsmusik allerdings schon längst kennen und lieben gelernt – sehr zum Missfallen des Lehrers, der fortan keine Gelegenheit ausließ, mir aufgrund meines fehlenden theoretischen Wissens Unmusikalität zu attestieren. Nachdem sich dann auch noch mein erster Basslehrer – ein Jazzer an der kleinstädtischen Musikschule – in der ersten Stunde weigerte, die Musik meiner Helden zu spielen, da Heavy Metal keine ernstzunehmende Musik sei, war mein Weg als Autodidakt zunächst vorgezeichnet.

Ich sollte jedoch schnell an meine Grenzen kommen, beispielsweise wenn mir Bandkollegen eine Akkordfolge nannten, ich mal die „Quinte“ spielen sollte oder mich Artikel in Musikzeitschriften mit unbekannten Begrifflichkeiten irritierten. Ich erkannte die Notwendigkeit, mich der Theorie zu stellen, nahm Gitarrenstunden, verstand plötzlich immer mehr von dem, was auf dem Griffbrett passierte und landete schließlich in der Musiktheorie-Vorlesung an der Universität. Auch wenn ich mittlerweile in der Lage war, Notenschrift einigermaßen zu dechiffrieren, merkte ich schnell, dass die Lehre von klassischen Chorsätzen und Stimmführungsregeln kaum Bezug zur hartrockenden Realität hat. Als der Professor uns aufforderte sich vorzustellen, wir seien Chorknaben im 14. Jahrhundert, brach ich das klassische Studium ab, um meinen eigenen Weg zu gehen …

-- Musiktheorie - Dogma oder Handwerkszeug? --

— Musiktheorie – Dogma oder Handwerkszeug? —

Rock’n’Roll und graue Theorie??

Meine musikalischen Idole heißen nun mal nicht Bach oder Mozart, sondern Guns N’ Roses, Alice in Chains und Rage Against The Machine. Die erschreckende Wahrheit vorneweg: Auch diese Herrschaften unterliegen musikalischen Gesetzmäßigkeiten. Die traditionell verstaubt-akademische Herangehensweise an Musiktheorie führt dazu, dass Harmonielehre viel zu oft mit starren Gesetzmäßigkeiten, Notenblättern und anderen Quälereien assoziiert wird. Viele Rocker behaupten, sie hätten keine Ahnung von der Theorie, verfügen aber dennoch über ein ausgeprägtes Verständnis von Griffbrett, Fingersätzen und Akkorden. Oftmals wird sogar befürchtet, dass der Zuwachs von theoretischem Wissen dazu führt, dass die Kreativität mit einem Regelwerk eingeschränkt wird. Doch die Angst, plötzlich verschult zu klingen, ist völlig unbegründet, denn unabhängig davon, ob man in der Lage ist, angewandte musikalische Formen zu verstehen oder nicht, basiert auch Rock- und Popmusik unweigerlich auf festen Strukturen. Die Harmonik der Dur-Tonleiter ist in unserem westlichen Gehör von klein auf so fest verankert, dass man sich ihr ohnehin nicht entziehen kann. Aber nicht nur im erlernten Musikempfinden, sondern auch in der Beschaffenheit unserer Instrumente selbst und jedem erlernten Griff bzw. Fingersatz spiegelt sich die Harmonielehre wider. Hinzu kommt, dass man keine Regeln brechen kann, die man nicht kennt.

Forum
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    unltd.ch

    Hallo Matthias, da hat sich noch ein Fehlerchen eingeschlichen im letzten Bild – E-Saite: wäre F, F#/Gb nicht F#Ab. Gruss

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