Workshop: Fretboard Harmony for Bass Guitar IV

1. Januar 2012

Scales

Part IV - Pentatonic & Major/Minor Scale

Part IV – Pentatonic & Major/Minor Scale

Wer dieser Workshop-Reihe aufmerksam gefolgt ist, verfügt bereits über ein ausgeprägtes Wissen über Akkorde bzw. Arpeggios und wird sich möglicherweise bereits fragen, warum bisher keinerlei Tonleitern auf dem Stundenplan standen. Oftmals gehören gerade diese, insbesondere die Moll-Pentatonik oder Dur-Tonleiter, zu den ersten shapes, die man überhaupt lernt. Das hat natürlich einen Grund. Ich bin der Meinung, dass man Tonleitern viel tiefgreifender versteht und musikalischer einsetzt, wenn man sie als „ergänzte Arpeggios“ betrachtet oder anders formuliert in der Tonleiter stets die enthaltenen Akkordtöne visualisieren kann. Nun stürzen wir uns auf die Moll-Pentatonik, die besonders im Blues und Rock den essentiellen Teil des Tonmaterials ausmacht und trotz oder gerade wegen ihrer Simplizität unheimlich viel Spaß macht.

Lesson 13: Minor Pentatonic

Die Pentatonik ist eine Tonleiter, die (nach griechischen „penta“ abgeleitet) fünf Töne enthält und keinerlei Halbtonschritte enthält. Daher klingt sie weniger melodiös und klingt sehr klar und offen. Durch ihre geringe Spannung liegt man mit mir gerade bei Improvisationen schnell „richtig“, was auch in ihrer Nähe zum minor seventh arpeggio begründet ist. Die minor pentatonic sollte daher nicht als völlig neues shape betrachtet werden, sondern stellt vielmehr einen Moll-Septakkord dar, den man um eine Quarte bzw. perfect fourth erweitert hat. Es kommt also nur ein neuer Ton zu den altvertrauten Griffbildern hinzu. Die Mutter aller shapes in der Rockmusik stellt das erste basis pattern der Moll-Pentatonik dar und sicherlich vielen von euch längst vertraut ist.

Die Quintessenz der Minor Pentatonic Shapes

Die Quintessenz der Minor Pentatonic Shapes

In der oben stehenden Grafik verschieben wir es zum nächsten A hin in den zwölften Bund der A-Saite. Dabei fallen zwei Töne vom „Griffbrett herunter“, während zwei Lücken auf der E-Saite entstehen die wir durch die nächst gelegenen Töne der Moll-Pentatonik wieder „auffüllen“.

Enge Verwandte: Pattern 1 und 4

Enge Verwandte: Pattern 1 und 4

Nun haben wir neben dem basic shape sogleich „pattern 4“ kennengelernt. Diese beiden pattern bilden exzellente Fixpunkte zur Orientierung, doch bevor wir uns auf die drei verbleibenen shapes stürzen, hier noch die Struktur der minor pentatonic in Intervallen: root, minor third, perfect fourth, perfect fifth, minor seventh. Besonders übersichtlich erkennt man den Aufbau, wenn man die fünf Töne der Moll-Pentatonik wie folgt auf der E-Saite darstellt.

Minor Pentatonic auf der E-Saite

Minor Pentatonic auf der E-Saite

Hier ist die A minor pentatonic auf dem Griffbrettdiagramm über den kompletten Hals dargestellt.

Minor Pentatonic über den kompletten Hals

Minor Pentatonic über den kompletten Hals

Wie auch bei den seventh arpeggios macht es Sinn, das Griffbrett in fünf Pattern einzuteilen und die einzelnen shapes vielmehr als verknüpfbare Elemente zu betrachten. Die Moll-Septime und Quarte sind dabei grau gekennzeichnet, damit man die minor triad shapes innerhalb der Pentatonik besser visualisieren kann.

Die fünf Pattern der Moll-Pentatonik

Die fünf Pattern der Moll-Pentatonik

Beim Üben ist es hilfreich, auch mit Saitenpaaren zu arbeiten, damit man nicht in der rein vertikalen Sichtweise der fünf pattern stagniert und die „Grenzen“ der einzelnen Shapes nicht als starr betrachtet.

Horizontale Denkweise

Horizontale Denkweise

Lesson 14: Major Pentatonic

Wie auch bei der Moll-Pentatonik, besteht die Dur-Variante aus einem Dreiklang, der um zwei weitere Intervalle ergänzt wurde, bei denen es sich um die major second und sixth handelt. Die Intervallformel lautet demnach root, major second, major third, perfect fifth, major sixth. Die Griffbilder sind identisch mit denen der Moll-Pentatonik, allerdings stellt das major basic shape, das zweite pattern der minor pentatonic dar. Es beginnt demnach auf der minor third, was aus dem Verwandtschaftsverhältnis der beiden Skalen resultiert und schon bald näher erläutert werden wird. Doch obgleich die shapes äußerlich identisch sind, erfordern die anders angeordneten Grundtöne bzw. unterschiedlichen Intervallfunktionen ein gewisses Maß an Übung. Die major pentatonic wird übrigens besonders häufig in Country und Jazz verwendet. Auch hier sind die Dreiklänge farblich abgehoben und major second und sixth grau markiert.

Die fünf Pattern der Dur-Pentatonik

Die fünf Pattern der Dur-Pentatonik

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