Workshop: Guitar know-how: Fender Bässe – Jazz vs. Precision

19. Dezember 2010

Fender Bässe - Jazz vs. Precision!

Im Jahre 1951 sollte die Musikwelt ein weiteres Mal durch Leo Fender revolutioniert werden. Nachdem die Telecaster zum Archetypus der modernen E-Gitarre geworden war, setzte Fender seinen unaufhaltsamen Siegeszug auf 4-saitigem Terrain fort und definierte einmal mehr den Standard für elektrifizierte Instrumente.

-- „I wonder if i could make an electric bass“- Leo Fender --

— „I wonder if i could make an electric bass“- Leo Fender —

Das Erstaunliche an den Innovationen Leo Fenders ist die Tatsache, dass seine Entwürfe in ihrer rudimentären und doch perfekt ausgereiften Bauweise bis heute nahezu unverändert Bestand haben. Bereits die ersten beiden elektrischen Bässe aus dem Hause Fender sind bis heute die markantesten und einflussreichsten Tieftöner, deren Klang die Geschichte der populären Musik entscheidend geprägt hat. Sie bilden das essentielle Standardbesteck für einen jeden modernen Bassisten, mit dem sich genreübergreifend nahezu jeder charakteristische Sound der letzten 60 Jahre verwirklichen lässt.

Zunächst erblickte der Precision Bass das Licht der Welt, dessen Zutaten deutliche Parallelen zur Simplizität der Telecaster aufweisen: Erlekorpus, aufgeschraubter Ahornhals, ein Singlecoil-Abnehmer und die typische Winkelblech-Brücke bilden die Basiskonstrukion des P-Bass. Seine Vorzüge gegenüber dem sperrigen Akustik-Pendant waren zur damaligen Zeit absolut bahnbrechend und machten den Bass als Instrument einer viel größeren Musikerzahl zugänglich.

-- Fender Precision Bass --

— Fender Precision Bass —

We needed to free the bassplayer from the old doghouse, the acoustic bassLeo Fender

Der Kontrabass war nicht nur unhandlich und schwer zu spielen, sondern stieß im Bandkontext angesichts der verstärkten Stromgitarren auch in Punkto Lautstärke an seine Grenzen. Mit seinem kompakten Ausmaß löste der P-Bass nicht nur das Transportproblem, sondern öffnete mit Hilfe des Tonabnehmers auch den Bassisten die Tür zur Welt der elektrischen Verstärkung. Ein weiteres Schlüsselelement zur vereinfachten Bespielbarkeit stellt die deutlich verkürzte Mensur dar, die mit 34 Zoll ein gesundes Mittelmaß zwischen Telecaster (25,5“) und Kontrabass (40“) bildet und nicht durch höhere Physik ermittelt wurde, sondern die Leo Fender schlicht als gerade noch bequem zu greifen empfand. Seinen Namen verdankt der Precision Bass dem Vorzug, den seine Bundierung mit sich brachte und das „präzise“ Intonieren eines Tones zur Selbstverständlichkeit werden ließ.

Verglichen zum Kontrabass war der „Preci“ kein fundamental verschiedenes Instrument mehr, sondern glich sich in Sachen Spieltechnik und Handling ziemlich den Gitarristen an.

-- Steve Harris Precision Bass --

— Steve Harris Precision Bass —

Forum
  1. Profilbild
    TZTH  

    Martin Mendez von Opeth spielt einen Fender Jazzbass, das hat mich anfangs sehr erstaunt – aber zeigt wie vielseitig der Bass ist und keineswegs wie der Name sagt auf Genres wieJazz o.ä beschrankt ist. Du hast ja auch zwei Bassisten aus dem Rock bereich genannt. Ich teste gerade den Squier Jazzbass Fretless und es ist schon was dran am „legendären Sound“. Mittlerweile verstehe ich viele Bassisten besser, die auf Fender schwören. Bill Lasswell spiel übrigens auch einen fretless Precision mit J und P pickup.

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