Workshop: Guitar Skills: Groove Guitar, Teil 1

18. Februar 2018

Get into the Groove!

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Willkommen zum Amazona Workshop Groove Guitar!

Auch wenn das Gitarrensolo in manchen Stilistiken sicherlich noch ein wichtiges Element ist und es ja auch Spaß macht, ein Solo auszuarbeiten und/oder zu improvisieren, verbringt der gemeine E-Gitarrist im Schnitt wahrscheinlich ca. 70% seiner Übungseinheit mit Verfeinern dieser Fähigkeit. Wenn man jetzt mal betrachtet, wann diese Fähigkeiten zum Einsatz kommen, dann würde ich sagen, dass in der Regel ein üblicher Pop/Rocksong zu 90% aus Rhythmusarbeit besteht. Und hier bin ich schon sehr großzügig, was 10% Soloanteile betrifft.

Wie auch immer man das interpretieren mag, die Idee hinter dieser Amazona Workshop Serie ist, Rhythmus und daraus entstehende Gitarrengrooves etwas mehr in das verdiente Rampenlicht zu setzen. Es wird sich dabei um kurze Einheiten handeln, die man schnell umsetzen kann.

Viele denken, der Drummer, evtl. noch der Bassist, sei für den Rhythmus verantwortlich. Das ist auch bedingt richtig, denn man kann sich wunderbar von dem Groove der Beiden mitziehen lassen. Letztendlich sollte sich aber jeder Musiker ohne Ausnahme ein solides Timing aneignen.

Sobald man mit mehreren Leuten zusammenspielt, wird das „Playing in the Pocket“ oder „tight“ spielen immer wichtiger. Aber selbst wenn man alleine spielt, ist eine starke Rhythmusarbeit oder der Groove essenziell. Selbst Nicht-Musikern fällt so was meist auf. Auch wenn sie oft nicht genau benennen können, was ihnen nicht gefällt. Da hört man meistens Dinge wie, „Die spielen ja ganz gut, aber irgendwie bewegt es mich nicht,  … klingt nicht rund, oder … es groovt nicht.“

Wie bekomme ich den „Groove“?!

Ich würde sagen, eine nicht zu vermeidende Komponente ist, wie so oft, Zeit und Erfahrung. Also machen(!). Spiele Gitarre oder was auch immer, jeden Tag. Treffe dich mit anderen, spielt zusammen, jammt, arbeitet aus, covert, seid kreativ, probiert aus und das über mehrere Jahre mit einer gewissen Konstanz. Für einige wird das wahrscheinlich schon genügen und diejenigen können sich diesen Workshop evtl. auch sparen. Für die anderen, die vielleicht Lust auf mehr haben, kommt etwas Theorie mit ins Spiel. Hier geht es um Know-how, andere Wege suchen oder über den Tellerrand zu schauen. Aber auch die Theorie so schnell wie möglich wieder in die Praxis fließen zu lassen.

Ein sehr wichtiges, aber leider auch sehr unbeliebtes Werkzeug ist das Metronom. Einer der Hauptgründe wird wohl sein, dass Anfänger oder Leute, die sich das erste Mal damit beschäftigen, oft kein gutes Timing haben. Klingt hart, ist aber leider oft so. Somit versucht man was dazu zu spielen, aber das Teil läuft einem davon oder man findet einfach nicht zusammen. Die Konsequenz ist oft, genervt sein und sein lassen.

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Die Wenigsten kommen mit einem super Timing auf die Welt. Wir haben zwar einen inneren Rhythmus, aber der schwankt mit Leistungs- oder Ruhepuls. Die Lösung ist ganz einfach: Training, Wiederholung, mit Gleichmäßigkeit die Motorik „programmieren“. Das macht man am besten langsam und einfach, dann Geschwindigkeit und Schwierigkeit steigern. Klingt ganz simpel und logisch, hat man auch schon tausendmal gehört. Aber wenn man ehrlich ist, will man doch immer zu schnell, höher und weiter. Das Problem ist, Geschwindigkeit kann man nicht forcieren. Und sie durch unsauberes Spiel zu kompensieren, geht oft nach hinten los … außer man möchte dies als künstlerisches Stilmittel verwenden. Aber das sollte nicht die Basis sein.

Wie auch immer, fange langsam und mit einfachen Übungen an, so kannst du dich gut auf den Click konzentrieren und eingrooven. Wenn das doch zu langweilig ist, man kann heutzutage ganz einfach auf Drumgrooves und Backing Tracks zugreifen. Einfach mal in die Suchmaschine eingeben.

Workshop Groove Guitar!

Kommen wir zum Thema. Ich setzte voraus, dass etwas musikalische Grundbildung vorhanden ist. Also man hat schon mal gehört, was ein 4/4 Takt ist und was Viertelnoten sind. Die nächste Unterteilung ist die Achtelnote. Die Viertelnote ist der Puls und wird mit 1-2-3-4 gezählt. Achtelnoten unterteilen den Takt in acht anstatt vier Teile, somit verdoppelt sich Anzahl und die Geschwindigkeit bei gleichbleibendem Puls (z.B. 80 BPM > beats per minute). Achtelnoten werden mit 1 und 2 und 3 und 4 und gezählt, das „und“ wird meist durch ein „+“ ersetzt, also: 1 + 2 + 3 + 4 +.

Grundlage Achtel Akzente

Achtel artikuliert man auf der Gitarre meistens nur ab oder auch im Wechselschlag (Abschlag und Aufschlag). Selten bis gar nicht nur Aufschlag. Somit begrenze ich die Anschlagsvariation bei diesem Workshop auf Abschlag bzw. Wechselschlag. Beim Wechselschlag macht es am meisten Sinn, die volle Zählzeit, also 1-2-3-4 – abwärts zu schlagen und die Offbeats, die „+“ Akzente  aufwärts. Somit ergibt sich ein klares, wiederholendes Muster. Die Idee bei „Akzente setzen“ ist konstruiert, um ein Anschlagsmuster zu schaffen. Bei den drei Beispielen kann man sehen, wie das funktioniert. Zuerst auf einem Akkord, hier im Audiobeispiel ein A-Dur Barreakkord (5. Lage). Dann in der Anwendung mit dem Akkordwechsel: A, C#m, F#m, und G7.

Du solltest erst mal versuchen, die Beispiele nachzuspielen. Das Ziel oder die Weiterführung sollte, ich nenne es mal „kreatives Konstruieren“ sein. Also eigene Akzente setzten und beliebige Akkorde und/oder Akkordwechsel wählen.

Das alles kann auch beim Songwriting hilfreich sein.

Viel Spaß damit!

Groove Guitar Teil 1

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