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Workshop: Guitar Skills: Volume-Swells

26. Februar 2018

Das klingt ja wie 'ne Geige!?

Volume Swells

In unserem heutigen Amazona-Workshop möchten wir euch mit einem weiteren Stilmittel vertraut machen: dem Umgang mit dem Volumepoti der E-Gitarre und welche coolen Effekte man damit erzielen kann. Denn durch das Herausnehmen des Saitenanschlages, in der Fachsprache auch „Attack“ genannt, bekommt der Ton einen vollkommen anderen Charakter, der eher an den Klang einer Violine oder einer Orgel als an den einer Gitarre erinnert.

Warum die Hand und nicht den Fuß?

Nun werden einige sicher denken, dass dieser Job aber doch auch problemlos von einem Volume-Pedal übernommen werden kann. Klar, für langsame Volume-Swells, wie etwa einem Fade-In oder -Out, mag das sicher zutreffen. Spätestens aber beim Spielen einer präzisen Linie jenseits der 100 bpm ist es so gut wie unmöglich, die Töne mittels Pedal auch rhythmisch sauber freizugeben. Und natürlich auch wieder zum Verstummen zu bringen, denn der nächste Ton in der Reihe wartet ja bereits.

Was brauche ich?

Die Klampfe

Zunächst einmal natürlich eine elektrische Gitarre, deren Volumepoti einigermaßen weich auf seiner Achse läuft und im besten Falle einen möglichst griffigen Potiknopf bietet. Bei Instrumenten der gehobenen Preisklasse sind solche Speed-Knobs mittlerweile Standard, den man sich aber mit wenig finanziellem und arbeitsintensivem Aufwand auch in seiner China-Strat gönnen kann. Denn ein solch „befreites“ Poti kann die Interaktion zwischen der Gitarre, ihrem Spieler und dem Verstärker insgesamt deutlich verbessern. Und das nicht nur bei den Gimmicks, die wir in diesem Workshop vorhaben.

Der Verstärker

Am Verstärker sollte ein leichter Overdrivesound eingestellt sein. Auf Modulationseffekte wie Flanger, Chorus oder Phaser sollte besser verzichtet werden, dafür kann ein Delay/Echo gute Dienste leisten und den gespielten Licks eine würdige Klangkulisse verleihen. Für die Soundbeispiele dieses Workshops wurde ein Delay in den Effektweg des Verstärkers eingeschleift, mal mit mehr und mal mit weniger Einfluss auf das Originalsignal. Übrigens kann das Ausprobieren unterschiedlicher rhythmischer Muster des verwendeten Echos mit den Tabulaturen dieses Workshops durchaus zu kreativen Momenten führen!

Zur benutzten Technik

Da die Schlaghand für das Öffnen und Schließen des Volumepotis und weiterhin zur allgemeinen Dämpfung benutzt wird, obliegt die Entstehung des Tons also der Greifhand. Hier kommt die Hammer-on Technik zum Einsatz, bei der kurz nach dem Auftreffen des Fingers im Bund das Volumepoti geöffnet und wieder geschlossen wird. Dabei ist es in aller Regel gar nicht nötig, das Poti über seinen kompletten Regelweg zu öffnen –  das würde unweigerlich auch den physikalischen Aufwand in die Höhe und damit die erreichbare Geschwindigkeit (Stichwort „BPM“) in die Knie zwingen.

Welche(n) Finger man zum Benutzen des Volumepotis nun benutzt, sei jedem selbst überlassen. Manche Spieler sind so geschickt und geübt, dass dafür der kleine Finger ausreicht. Denkbar ist aber auch, Daumen, Zeige- und Mittelfinger zu nutzen und sich dabei eine bequeme Position auf dem Steg zu suchen. Immer mit dem Hintergedanken, mit dem Handballen die früher oder später auftretenden, unvermeidbaren Nebengeräusche in Zaum zu halten. Fangen wir also an.

Ran an die Drähte!

Volume-Swells in E Moll

Beispiel 1 

Beginnen wir zum Einstieg mit einer einfachen Figur. In Beispiel 1 spielen/faden wir ganz einfach die E Moll Tonleiter aufwärts über eine Oktave, beginnend mit dem 7. Bund auf der A-Saite, dem Grundton E. Die Tonfolge ist also E-F#-G-A-H-C#-D#-E. Diese Natürlich-Moll-Tonleiter befindet sich auf der sechsten Stufe der Tonart G-Dur, was natürlich auch bedeutet, dass diese Skala (und die Figuren daraus) über sämtliche Akkorde der Tonart G-Dur wunderbar funktionieren kann.

 

E Moll Scale

— Beispiel 1 – E Moll Tonleiter —

Klangbeispiele
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