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Workshop: Harmonielehre Teil 3 Akkorde


Harmonielehre Teil 3

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Beim letzten AMAZONA.de-Workshopteil haben wir uns mit Intervallen beschäftigt, also mit zwei Tönen, die gleichzeitig oder nacheinander erklingen. Wenn man nun weitere Töne gleichzeitig erklingen lässt, so bildet man Akkorde. Akkorde sind nämlich nichts anderes als übereinander geschichtete Terzen. Wir wollen uns zunächst einmal die Dreiklänge, also zwei Terzen übereinander anschauen. Es gibt vier Arten von Terzdreiklängen.

Dur:

Ein Dur Dreiklang entsteht, wenn man über den Grundton zunächst eine große Terz und dann eine kleine Terz schichtet.

Moll:

Genau der umgekehrte Fall: zunächst eine kleine und dann eine große Terz.

Vermindert:

Zwei kleine Terzen übereinander.

Übermäßigt:

Zwei große Terzen.

Siehe Hörbeispiel: Terzdreiklänge

Bei den ersten beiden beträgt der Abstand vom tiefsten zum höchsten Ton eine reine Quinte. Beim dritten Fall ist es eine verminderte und beim letzten Fall eine übermäßigte Quinte. Der Clou besteht nun darin, dass man, aufbauend auf einer Tonleiter (z.B. C-Dur), Akkorde nur aus den Tönen bildet, die auch in der besagten Tonart vorkommen. Da diese Akkorde folglich alle aus dem gleichen Tonmaterial bestehen, wird es sehr einfach sein, diese miteinander zu verwenden, um Akkordfolgen für Songs zu basteln. Zunächst einmal alle möglichen Akkorde basieren auf der C-Dur-Tonleiter (C-D-E-F-G-A-H-C):

Dreiklänge über der C-Dur Tonleiter

Dreiklänge über der C-Dur Tonleiter

(Siehe auch Hörbeispiel 2)

Beim Grundton „C“ ist als Terz nur die große Terz „C-E“ vorhanden. Von „E“ aus gibt es nur die kleine Terz „E-G“. Folglich ist unser erster Akkord ein Dur Akkord, nämlich C-Dur.
Wenn wir das ganze von „D“ aus beginnen, erhalten wir einen Moll-Akkord. Denn von D aus gibt es nur die kleine Terz „D-F“ und danach die große Terz „F-A“. Es folgen: E-Moll (E-G-H), F-Dur (F-A-C), G-Dur ( G-H-D), A-Moll (A-C-E), H vermindert (H-D-F).
Das gleiche kann man nun mit jeder beliebigen anderen Tonleiter auch tun und erhält dadurch die zur Tonart passenden Akkorde.

Umkehrungen:

Schreibt man die Töne eines Akkords in einer anderen Reihenfolge als der hier gezeigten auf, so spricht man von einer Umkehrung. Also wenn man z.B. die Töne E-G-C aufschreibt oder gleichzeitig erklingen lässt, handelt es sich noch immer um einen C-Durakkord, nur eben in der ersten Umkehrung. Da es von „E“ bis „C“ eine Sexte ist, spricht man von einem Sextakkord. Wohlgemerkt ist es der gleiche Akkord, nur eben mit einer anderen Reihenfolge der Töne.

Eine weitere Umkehrung von C-Dur wäre dann noch die Folge G-C-E (2te Umkehrung). Da wir es hier mit den Intervalllen Quart (G-C) und Sexte (G-E) zu tun haben, nennt man dieses Gebilde einen Quartsextakkord.

Akkordymbole:

Um nun bei der Notation von Akkorden nicht jedes Mal sämtliche Töne ausnotieren zu müssen, hat man sich auf eine Akkordsymbolschrift geeinigt. Mithilfe dieser Schreibweise kann man sehr schnell und einfach Abläufe von Songs skizzieren (Leadsheets). Für Dur-Akkorde schreibt man danach lediglich den entsprechenden Großbuchstaben. Also steht beispielsweise „C“ für einen C-Dur Akkord. Mollakkorde werden mit einem kleinem zusätzlichen m versehen: „Cm“
Verminderte Akkorde erhalten eine kleine 0: „C°“
Und übermäßigte Akkorde schließlich kennzeichnet man mit einem + : „C+“

Vierklänge:

Wem das alles noch nicht genug ist, der kann auf die gebildeten Dreiklänge nochmals eine Terz draufsetzen und erhält Vierklänge. Besser bekannt als „7er Akkorde“. Achtung: ab jetzt kann es schon verdächtig nach Jazz klingen! Die vierte Stufe ergibt nämlich eine Septime zum Grundton und zwar wahlweise eine kleine oder große. Große Septimen kennzeichnet man mit dem Zusatz „maj7“, kleine lediglich mit einer „7“. Auch hier dürfen wieder nach belieben Umkehrungen gebildet werden.

Vierklänge über der C-Dur Tonleiter

Vierklänge über der C-Dur Tonleiter



Dreiklänge und ihre Funktion:

In der klassischen Harmonielehre spricht man von drei Hauptdreiklängen, die sich auf der ersten (I), vierten (IV) und fünften (IV) Stufe der Tonleiter befinden. Im Beispiel C-Dur wären das also die Akkorde C, F und G. Man nennt diese Stufen Tonika (I), Subdominante (IV) und Dominante (V). Diesen kann man nun wiederum einen so genannten Parallel-Dreiklang zuordnen. Die Tonikaparallele wäre Am (VI), Subdominantparalle Dm und die Domiantparallele Em. Die besagten Akkorde werden deshalb einander zugeordnet, weil sie jeweils zwei Töne gemeinsam haben. So besteht C-Dur bekanntlich aus den Tönen (C-E-G) und Am aus (A-C-E). Der letzte noch fehlende Akkord wäre der verminderte Akkord H° (VII) auf der 7ten Stufe. Was es mit diesen Funktionen auf sich hat und wie man sich dieses Wissen beim Songwriting zunutze machen kann, steht in der nächsten Folge.

Klangbeispiele

  1. Avatar
    Matthias

    Hallo! Ich freue mich über diese Reihe, die meines Erachtens eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Artikelrubriken darstellt. Eine Kleinigkeit nur: der verminderte Dreiklang, wie er oben notiert ist (Abb. 1 Akkord 3), ist keine Schichtung aus zwei kleinen Terzen, sondern aus einer kleinen Terz und einer übermäßigen Sekunde. Korrekter wäre die Verwendung eines Gb statt F#. Dass beide Varianten bei gleichschwebender Stimmung gleich klingen, mag sein, aber harmonietheoretisch sind das zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Gruß,
    Matthias

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    Daniel

    Mathias hat’s genau getroffen, in der Harmonielehre sind diese „Kleinigkeiten“ sehr wichtig (z. B. wegen Stimmführung, Auflösung der Akkorde etc.) In diesem Sinne müsste der ü-Akkord als c,e,gis (nicht as) geschrieben sein, damit es zwei grosse Terzen sind. (im Notenbeispiel ist es ein grosse Terz und eine verminderte Quart, klingt in gleichschwebender Stimmung zwar gleich, ist aber was anderes)
    Gruss
    Dani

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  5. Avatar
    fabian

    Absolut begeistert hier soviel gut recherchiertes zu finden!
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  6. Avatar
    Lotti!

    Man oh Mann… was sind denn das für spißer…"meines erachtens…"
    …"wundervolle Artikelreihe!"

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