Workshop: Open Tuning für Gitarre

23. September 2018

Und? Wie ist die Stimmung?

Open Tuning intro

Das Gitarren-Tuning an sich ist ja schon eine Nummer für sich. Bei vielen Hobbybands oder dem einen oder anderen Guns ‚N Roses Konzert wäre der Zuhörer schon glücklich, wenn das Standard-Tuning einigermaßen getroffen worden wäre, aber ein Open Tuning? Was ist der Sinn einer veränderten Stimmung bzw. erweist sich ein Open Tuning für die eine oder andere Situation als der Problemlöser schlechthin? Dieser Workshop soll ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Open Tuning Tuner

— Dein bester Freund – der Tuner —

Warum denn immer nur reine Quarten?

Um es direkt im Vorfeld klarzustellen, heute nix mit tief, tiefer, böse, Metal usw., darüber gibt es bei uns bereits einen ausführlichen Workshop – die Downtunig-Fibel!

Wir beleuchten hier und heute das Umstimmen der Gitarre fernab der Quarten-Dogmen. Dogmen? Warum eigentlich? Wer hat das manifestiert? Wer war so unverblümt?

Wie fast immer in der Musikgeschichte hat sich auch die Quartenstimmung für Gitarre und Bass ganz einfach aus der Praxis heraus entwickelt. Im Prinzip kann jeder seine Saiten stimmen wie er will, ob krumm und schief, in abenteuerlichen Intervallen oder alle Saiten gleich, völlig egal. Schwierig wird das Ganze erst, wenn man wohlklingende Laute auf dem Instrument erzeugen möchte – oder aber noch weiter gedacht, innerhalb eines musikalischen Kontextes eine Funktion übernehmen möchte. Hier erscheinen nun erstmals mehr oder minder festgelegte Regeln, die es zu beachten gilt.

Zum einen haben wir da die pure Mechanik in Form von Saitenspannung. Solange der überwiegende Teil von Saiteninstrumenten weiterhin aus Holz gebaut wird, benötigt der Hals eine möglichst ausgewogene Saitenspannung, der er mittels des Trussrods entgegenwirken kann. Von daher ergibt ein ausgewogener Satz Saiten von dick nach dünn, respektive tief nach hoch nicht nur vom Spielgefühl, sondern auch vom Saitenzug her durchaus Sinn.

Nun bietet die Gitarre neben dem Klavier als eines der wenigen voll polyphonen Instrumente die wunderbare Möglichkeit, sowohl Akkorde als auch Melodien zu spielen, weshalb man sich in Kombination mit den ergonomischen Begrenzungen der Greifhand zu einer Quartenstimmung durchgerungen hat. Wie auch in anderen Teilen des Lebens ist diese Stimmung der beste Kompromiss zwischen Akkord und Solospiel.

Open Tuning Bottleneck aus Glas

— Bottleneck aus Glas —

Ja, aber …

OK, es gibt natürlich noch weitere Punkte, die bei einem Open Tuning berücksichtigt werden müssen. Da wäre z. B. die …

1.) Mensur

Wer einmal eine Geige in die Hand genommen hat, kann sich sehr schnell erklären, warum eine Geige z. B. in Quinten gestimmt ist. Man kann innerhalb des gleichen Griffradius der menschlichen Hand deutlich mehr Töne greifen, eine Quartenstimmung wäre hier vergeudeter Platz auf dem Griffbrett. Ähnliches gilt auch für Ukulelen, Mandolinen oder andere „Kleinsaiter“.

2.) die H-Saite (B-String)

Von wegen Quarten, was ist mit der großen Terz von der G- zur H-Saite? Nun, diese hat sich als bequemer im Akkordspiel herausgebildet. Würde das Quartendiktat konsequent durchgezogen, hätte wir eine C-Saite (im E-Bassbau sehr beliebt) und eine F-Saite. Vorbei die Zeit der großen Barré-Akkorde und vieles mehr. Für ein reines Solospiel hingegen würde die durchgehende Quartenstimmung durchaus Vorteile bieten

Open Tuning Bottleneck aus Messing

— Bottleneck aus Messing —

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