Mehr Energie im Mix: Pattern Player clever einsetzen
Pattern Player – mit dem leicht zu übersehenden Feature innerhalb von Native Instruments Traktor Pro 4 können schnell zusätzliche Grooves in den Mix eingefügt werden. Das kleine Feature kann schnell eine große Wirkung erzielen, sofern man es richtig einsetzt. Deswegen möchten wir uns diese Funktion etwas genauer anschauen und vorstellen, wie man den Pattern Player am besten nutzt.
Worum geht es? Workshop zum Pattern Player in Native Instruments Traktor Pro 4 und dessen kreativen Einsatz im DJ-Set
- Feature: Integrierte Drum-Machine-Alternative für zusätzliche Grooves direkt im Mix
- Einsatz: Ideal für Breaks, Übergänge und mehr Dynamik in elektronischer Musik
- Bedienung: Step-Sequencer, Pattern-Auswahl sowie Pitch- und Decay-Anpassung
- Praxis: Synchron zum Master-Tempo, flexibel einsetzbar ohne externes Equipment
Inhaltsverzeichnis
Der Pattern Player im Überlbick
Als DJ aufzulegen ist mittlerweile auf unterschiedlichste Weisen möglich. Bereits seit Längerem verschwimmen die ehemaligen Grenzen zwischen einem klassischen DJ-Set und den vielfältigen Möglichkeiten eines Livesets.
Eine Mischung dieser beiden Darstellungsarten ist ein Hybrid-Set. Dabei ergänzen wir klassisches Auflegen mit zwei Track-Decks um externes Equipment, wie live eingespielte Synthesizer oder synchron laufende Drum-Machines. Wer mehr zum Thema Hybrid-Sets erfahren möchte, findet hier unseren ausführlichen Artikel dazu.
Das besagte externe Equipment hat natürlich auch seinen Preis. Wer nicht direkt in eine Drum-Machine investieren möchte, dem können wir mit dem Pattern Player einen passenden Vorgeschmack präsentieren. Und das, ohne direkt Geld ausgeben zu müssen.
Den Pattern Player findet man leicht versteckt innerhalb von Native Instruments Traktor Pro 4 und in Traktor Pro Play als Alternative zu einem der Effekt-Slots.
Durch einen einfachen Klick auf die Nummer des Effekt-Slots öffnet sich ein Dropdown-Menü. Dort können wir neben Effekten in der Single- oder Group-Ansicht auch den Pattern Player als eine etwas abgespeckte Drum-Machine auswählen.
Das Feature ist optisch ähnlich aufgebaut wie das Effekt-Rack. Über ein Dropdown-Menü habt ihr die Auswahl zwischen verschiedenen Kits mit unterschiedlichem Klangcharakter. Traktor-Play-Nutzern stehen hier lediglich die Sounds der Roland 808 zur Verfügung. Für Nutzer von Traktor Pro 4 ist die Auswahl größer. Es gibt eigene Kits von Künstlern, wie beispielsweise Nicole Moudaber, Len Faki oder Florian Meindl. Die Auswahl der Sounds beschränkt sich dabei meist auf einen Mix aus Kicks, Snares, Claps, HiHats, Rimshots und Toms.
Im Vergleich zu einer regulären Drum-Machine können wir bei diesem Feature immer nur jeweils einen Sound gleichzeitig abspielen.
Mit den Software-internen Buttons können wir die einzelnen Sounds innerhalb eines Kits durchwechseln. Daneben liegt der „Duck“-Button, zu dem wir im Abschnitt Routing kommen.
Statt des Dry/Wet-Reglers, den wir sonst in der Effektsektion finden, können wir hier die Lautstärke des Patterns einstellen. Statt verschiedener Effekte oder einzelner Effektparameter haben wir die Möglichkeit, zwischen verschiedenen, gespeicherten Patterns auszuwählen sowie Pitch und Decay anzupassen.
Pro Sound sind acht verschiedene Patterns hinterlegt, die wir über den darunterliegenden Step-Sequencer auch beliebig anpassen können. Die Patterns steigern sich von recht rudimentären Abläufen, bei denen beispielsweise die Kick-Drum nur auf der 1 und 9 liegt, bis hin zu komplexeren Sequenzen.
- von simplen
- bis komplexen Pattern ist alles möglich
Mit einem kleinen Play-Button links neben dem Lautstärke-Poti kann das Pattern gestartet werden. Der größte Vorteil ist, dass der Pattern Player stets synchron zum laufenden Master-Track in Traktor Pro 4 läuft. Auch wenn ihr das Tempo erhöht oder verringert, zieht der Pattern Player sofort nach.
Unterhalb der Kit-Auswahl sehen wir einen Step-Sequencer mit 16 Schritten, aufgeteilt in zwei Reihen mit je acht Feldern. Hier können wir manuell eigene Drum-Hits programmieren oder bestehende Patterns anpassen. Traktor Pro 4 merkt sich diese Änderungen innerhalb einer Session. Wahlweise über einen Refresh-Button neben dem Play-Button oder beim erneuten Starten der Software werden die Werks-Patterns wieder geladen.
Audio-Routing erklärt
In Native Instruments Traktor Pro 4 können wir auswählen, auf welchem Kanal der Pattern Player ausgegeben wird. Das Routing erfolgt genau wie beim Zuweisen der Effekt-Decks. In der Mixer-Sektion muss lediglich die Nummer des Effekt-Slots aktiviert werden, in dem der Pattern Player aktiv ist.
Das Signal des Pattern Players kann anschließend mit dem 3-Band-Equalizer oder den Mixer-Effekten wie Filter, Dual Delay oder Flanger weiterbearbeitet werden.

In der Mixer-Sektion könnt ihr auswählen, auf welchem Kanal der Pattern Player wiedergegeben werden soll
Zusätzlich gibt es mit dem Duck-Button die Möglichkeit, das Signal eines Spur-Decks, auf das der Pattern-Player geleitet wird, per Sidechain abzusenken. Das bedeutet, dass die Lautstärke des laufenden Songs im Track-Deck abgesenkt wird, sobald es einen Pegelausschlag beim Pattern Player gibt. Wie stark dieser Effekt greift, hängt von der Lautstärke des Pattern Players und dem Decay des jeweiligen Sounds ab.
Gerade bei der Verwendung von Kick-Patterns ist der Duck-Button ein hilfreiches Feature.
Wann ist die Verwendung des Pattern Players sinnvoll?
Natürlich habt ihr mit diesem Feature sämtliche kreative Freiheit. Wir können aber bestätigen, dass die Funktion besonders bei elektronischer Musik sehr gut zur Geltung kommt. Da hier die Laufzeiten der Titel oft länger sind, lassen sich Elemente langsam in den Mix einführen, bearbeiten und wieder ausblenden.
Teilweise kann ein bekannter Pop-Song, der nur drei Minuten lang ist, mit einem Snare-Pattern überladen wirken. Andererseits kann ein alternatives Kick-Drum-Pattern bekannten Songs eine ganz neue Wirkung verleihen. Wir möchten euch daher dazu ermutigen zu experimentieren.
Wann passt welches Drum-Element?
Bleiben wir bei unserem Beispiel mit dem 808-Kit, das auch Nutzern der „Light“-Version von Traktor Pro zur Verfügung steht. Die einzelnen Drum-Sounds sind ikonisch und lassen sich in einer Vielzahl von Songs wiederfinden. Gerade bei beatbetonter Musik wie Hip-Hop, Techno oder House fügen sie sich sehr gut ein. Selbstverständlich könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Wir möchten euch aber ein paar Ideen mit an die Hand geben.
Spielt ihr beispielsweise Songs mit einem längeren Break, kann die Stimmung auf dem Dancefloor kippen. Um dies zu verhindern, eignet sich der Pattern Player sehr gut. Mit einem Snare-Pattern, das zum Drop hin komplexer wird, während ihr Pitch oder Decay anpasst, könnt ihr eine effektive Spannungskurve aufbauen.
Bei ruhigeren Titeln, denen ihr mehr Energie verleihen möchtet, kann ein simples Ride-Pattern auf dem Offbeat das Tempo gefühlt anziehen. Wenn ihr dabei den Decay-Regler langsam erhöht, lässt sich der Sound subtil in den Mix integrieren. Mit Claps und HiHats wiederum lässt sich schnell mehr Bewegung in statische Tracks bringen. Das funktioniert in fast allen Phrasen eines Songs.
Natürlich könnt ihr auch damit experimentieren, wie lange ihr ein Element im Mix lasst. Ihr seid nicht an die Lauflänge eines einzelnen Titels gebunden. Zusätzliche Patterns können als Bindeglied zwischen mehreren Tracks dienen. Damit dies nicht eintönig wirkt, könnt ihr an bestimmten Stellen, etwa zu Beginn eines Breaks oder passend zum Drop, das Pattern wechseln. So entsteht dezente Abwechslung.
Generell gilt: Beim Einsatz des Pattern Players ist weniger oft mehr, ähnlich wie bei Effekten. Ein durchgehendes Drum-Intermezzo sollte man sich hierbei sparen.
Ein Nachteil der aktuellen Variante des Pattern Players in Native Instruments Traktor Pro 4 ist aus unserer Sicht, dass nur ein Drum-Sound gleichzeitig abgespielt werden kann. Das Zusammenspiel mehrerer Sounds würde komplexere und interessantere Patterns ermöglichen.
Wir verstehen jedoch den Ansatz der DJ-Software. Der Fokus liegt weiterhin auf dem Auflegen. Je nach verwendetem Controller ist eine Steuerung mehrerer Sounds zudem nicht immer praktikabel.

Mit dem Native Instruments Traktor MX2 kann der Pattern Player direkt über die Performance Pads programmiert werden
Wer das Feature weiter ausreizen möchte, kann jedoch auch die weiteren Effekt-Racks in einen Pattern Player umwandeln. So lassen sich beispielsweise zwei Pattern Player gleichzeitig nutzen und bearbeiten. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten. Beispielsweise kann man schnell einen einfachen Breakbeat aus Kick- und Snare-Drums programmieren.
Bei der Verwendung von Kick-Drums oder Toms sollte man auf das Gesamtklangbild achten. Andernfalls kann der Mix schnell matschig wirken, da sich zu viele Elemente im Tieftonbereich überlagern. Mit Equalizer, Filter oder dem Duck-Button lässt sich jedoch Platz schaffen. Alternativ könnt ihr mit Stems arbeiten und den Drum-Part eines laufenden Songs stummschalten, um ihn durch euer eigenes Pattern zu ersetzen.
Ein Wunsch für zukünftige Versionen wäre ein Swing-Regler, um einfachen Patterns mehr Groove zu verleihen.
Wir hoffen, dass euch dieser Workshop das Konzept und die Nutzung des Pattern Players in Native Instruments Traktor Pro 4 nähergebracht hat und ihr das Feature selbst ausprobiert.
































danke für den Artikel. Ich arbeite zwar schon seit ca 5 Jahren nicht mehr mit Traktor aber immer wieder interessant was anderes dazu zu lernen.