Workshop: Replicant A – Synthesizerkonstruktion mit NI Reaktor, Teil 1

1. Mai 2011

NI Reaktor Workshop, Teil 1

Die stetig wachsende Zahl der Reaktor-Instrumente zeigt, dass viele Klangtüftler die Möglichkeit schätzen, selbst Synthesizer entwerfen zu können.

Do it yourself: Reaktor machts möglich

Do it yourself: Reaktor machts möglich

Wenn aus einer Idee ein Instrument werden soll, reicht es jedoch nicht, einfach ein paar Oszis und Filter zusammenzustöpseln. Dazu kommen MIDI-Aufbereitung, Modulationsquellen, -mischer und -matrix, ein paar hilfreiche Anzeigen usw.

Und auf dem Weg zum einsetzbaren Studiowerkzeug mit allen notwendigen Funktionen liegen einige Stolpersteine. Teils mathematischer Natur, wie die lineare und logarithmische Steuerung von Tonhöhe und Lautstärke, teils programmtechnischer Art, wie schlecht dokumentierte Eigenheiten der Reaktor-Module oder gar Bugs. Wie jedes Programm mit vergleichbarem Funktionsumfang ist Reaktor nicht perfekt, aber man kann viele Fehler ausbügeln.

In diesem vierteiligen Workshop geht es um Folgendes:

  • Erstens mit NI Reaktor einen virtuell-analogen Software-Synthesizer zu erstellen, der sich am Amazona-Projekt Tyrell orientiert, aber teilweise darüber hinausgeht. Insbesondere werden auch andere Synthesearten als VA implementiert werden. Passend zur Blade Runner-Nomenklatur der Amazona-Projekte (Uhe Tyrell Nexus 6 ist der dritte im Bunde) heißt er Replicant A. Natürlich gibt es ihn fix und fertig zum Downloaden.
  • Zweitens werden grundlegende Fragen der Synthesizerkonstruktion behandelt, und viele der Macros sind für andere Instrumente verwertbar. Andersherum kann man auch eine andere Audio-Engine einbauen. Ich habe mich bemüht, alles nachvollziehbar und einheitlich zu strukturieren.
  • Drittens gibt es Tipps, wie man bestimmte Funktionen elegant, prozessorschonend und effektiv implementieren kann, ein paar einfache aber nützliche Grafikspielereien und diverse „Bugfixes“

Die Voraussetzungen: Native Instruments Reaktor in der aktuellen Version 5.5.1 und ein eingeschalteter Haupt-Prozessor mit ein bisschen Erfahrung in Sachen Reaktortechnik. Ein schneller Rechner ist auch anzuraten. Der Core-Level wird nur am Rand gestreift, wir werden auf dem Primary Level arbeiten. Die gegebenen Module reichen meistens völlig aus, um alle gewünschten Funktionen zu implementieren. Und wir werden wir das Maximum an Sound aus den Primary-Modulen herausholen, die ich auch meist den Core-Konstruktionen vorziehe, da sie ausgereifter sind und/oder besser klingen.

Der Download-Link für den Replicant A findet sich im Forum (sichtbar nur für eingeloggte Mitglieder), dort sollten auch Fragen, Anregungen, Verbesserungsvorschläge etc. gepostet werden, damit sie zusammengefasst sichtbar sind und nicht über die vier Teile des Workshops verstreut sind.

Nichts ist perfekt, ein oder zwei Probleme sind noch ungelöst. Auch ein versierter Modulstöpsler kennt nicht alle Tricks. Es finden sich sicherlich auch noch ein paar Bugs, die bitte ebenfalls im Forum posten.

Für Fans des Films: Der Blade Runner Font kommt von Phil Steinschneider (www.steinschneider.com) und ist Freeware.

Das Inhaltsverzeichnis:

Teil 1
1. VCO
2. VCF
3. VCA

Teil 2
4. Mixer
5. Ringmodulator
6. Noise
7. Oszilloskop
8. Grundlagenkapitel Modulation

Teil 3
9. Modulationsmischer
10. MIDI-Interface

Teil 4
11. LFO
12. ADSR
13. Wavetable Oszillator
14. Phase Distortion Oszillator
15. VCR (Resonator)

Überblick

Der Replicant A hat 2 Oszis, 1 Filter, 4 ADSRs, 2 LFOs und einen dritten Mono-LFO im MIDI-Interface, dazu einen Resonator und eine kleine Effektabteilung.

Der Workshop-Synth: Replicant A

Der Workshop-Synth: Replicant A

Die Module stecken wir selbstverständlich in Macros und legen Buttons auf die Titelzeilen, mit denen sie de/aktiviert werden können, um Prozessorleistung zu sparen. Die Buttons sind via Master/Slave-Funktion jeweils mit mehreren Schaltern im Macro gekoppelt und liegen außerhalb, damit sie im Vordergrund bleiben und nicht von der Titelzeile des Macros verdeckt werden.

Die Instrument Structure

Die Instrument Structure

Die Modulationsmischer für die Parameter (jeweils unten in einem Modul) sind mit der grünen Schalterreihe darüber einzeln einblendbar und besitzen jeweils einen Hauptschalter (mit + für Addierer und x für Multiplizierer), der mit dem neben dem Parameter-Regler gekoppelt ist. Näheres dazu folgt in den Kapiteln über Modulationen.

Wir beginnen mit den Audiomodulen, damit es am Anfang nicht so trocken wird, die Kapitel über MIDI und Modulationen stellen eher den Pflichtteil dar. Sie dürften aber vor allem für jene interessant sein, die ein etwas ausgefeilteres Interface als üblich bevorzugen.

Ich konnte nicht alle Kapitel umfassend mit Bildern versehen, in einen Amazona-Artikel passen nur 30. Es dürfte zum Textverständnis beitragen, ggf. die Structure in Reaktor zu öffnen und dort einen Blick in die Macros zu werfen.

Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      SoerGl

      Tag,

      leider ist der download nicht mehr verfügbar. kann man den synth noch irgendwo anders herunterladen. wäre sehr nice. merci!

      • Profilbild
        h.gerdes  AHU

        Der Link am Ende des Artikels funktioniert. Hat ein wenig Durcheinander gegeben beim Amazona-Redesign, sorry…

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