11 Patch-Beispiele für den BDS-3
Der Behringer BDS-3 ist ein analoger Drum-Synthesizer nach dem Vorbild der Simmons SDS-3 aus dem Jahre 1978. Ausgestattet mit vier identischen Kanälen und einer Master-Sektion mit Modulatoren, lassen sich schnell und einfach klassisch Electro-Drums erzeugen. Wer mit dem Behringer BDS-3 bisher noch nicht vertraut ist, dem empfehle ich vorab unseren Testbericht.
Worum geht es? Workshop mit Klangbeispielen zum Behringer BDS-3, analoger Drum-Synthesizer und dessen kreativen Einsatzmöglichkeiten im Studio.
- Grundkonzept: Vier identische Kanäle plus Modulator-Sektion ermöglichen klassische Electro-Drums und experimentelle Sounds.
- Sounddesign: Von weich und rund bis hart und verzerrt zeigt der Workshop praxisnahe Eingriffe in Decay, Pitch, Impact Click und Modulation.
- Externe Tools: Durch Filter, VCA, Eurorack-Module, Effekte und MIDI-Ansteuerung lässt sich der BDS-3 flexibel erweitern.
- Rhythmik & Experimente: Euklidische Patterns, ungewöhnliche Trigger-Signale und hohe Clock-Rates führen zu Drone- und Spezial-Sounds.
- Fazit: Trotz reduzierter Ausstattung überzeugt der BDS-3 mit solidem Grundklang und hoher Integrationsfähigkeit in verschiedene Setups.
Inhaltsverzeichnis
Da der Behringer BDS-3 recht spärlich ausgestattet ist, habe ich für diesen Workshop einiges externes Equipment verwendet, das sich jedoch durch diverse Soft- und Hardware-Geräte ersetzen lassen sollte. Der Vorteil: Es gibt (zumindest für Einsteiger) ein paar nützliche Tipps, die auch über die Nutzung des BDS-3 hinausgehen.
Hinweis: Für den Workshop hatte ich ein Testgerät zur Verfügung, das noch die ursprüngliche Bezeichnung „Behringer SDS-3“ trug.
Beispiel 1 – Soft AF
Ein sanftes Beispiel für den Einstieg. Mein Ziel war es, den Behringer BDS-3 so weich wie möglich klingen zu lassen, da er klanglich dafür eine wirklich gute Figur macht.
Kanal 1 liefert die Bass-Drum, Kanal 2 die HiHat, Kanal 3 die Claves (oder wie auch immer man es definieren möchte) und Kanal 4 die Toms. Die Tonhöhenänderungen von den Kanälen 3 und 4 werden durch den Run-Modulator generiert.
Das Decay-Kill habe ich per Pedal gesteuert und die Tonhöhe per Schieberegler am Master-Kanal. Das Decay der Bass-Drum habe ich im Verlauf etwas erhöht.
Über einen externen VCA habe ich noch eine leichte Sättigung hinzugefügt, im Prinzip hört man aber nur den rohen Sound des BDS-3.
Beispiel 2 – Hard AF
Nun ist Vorsicht geboten, denn für das zweite Beispiel habe ich den Spieß umgedreht und versucht, den BDS-3 so hart wie möglich klingen zu lassen. Dabei wollte ich allerdings keine extremen Verzerrer verwenden, um den Klang gleichzeitig nicht zu sehr zu verfremden.
Hierbei ging es mir auch lediglich um die Bass-Drum. Diese habe ich durch eine Kette von Modulen (Xaoc Devices Tallin, Ritual Electronics Altar und nochmal durch Tallin) geschickt, die in der Lage sind, das Signal ordentlich anzuheben. Das Modul Tallin besitzt pro Kanal einen Kippschalter, um bei der Art der Verzerrung zwischen linear, symmetrisch und asymmetrisch zu wechseln. Im Klangbeispiel ist zu hören, wie ich die Einstellungen zu Beginn immer wieder ändere. Gegen Ende steht der Schalter für das Signal vor dem Filter auf symmetrisch und nach dem Filter auf asymmetrisch.
Beispiel 3 – Odd Numbers & Reverb
Die vier Kanäle des Behringer BDS-3 erhalten unterschiedliche Gate-Signale von dem Modul „Pamela’s New Workout“ von ALM Busy Circuits. Das globale Tempo beträgt 130 bpm. Kanal 1 ist hier für die Bass-Drum zuständig und geht durch ein externes Filter mit Vorverstärkung. Das eingehende Gate-Signal hat einen Teilungsfaktor von 1,5.
Kanal 2 ist für die kleine Melodie verantwortlich, bekam etwas Reverb und erhielt von der externen Clock einen Multiplikationsfaktor von 2,6. Die Melodie wird wieder durch die internen Modulatoren des BDS-3 generiert. Die Kanäle 3 und 4 spielen eine HiHat, wobei letzterer eher an einen Shaker erinnert, da ich hier anstelle eines Gate-Signals eine Triangel ausgewählt habe. Der Clock-Ausgang zu Kanal 3 hat einen Teilungsfaktor von 1,5 und zu Kanal 4 blieb er unverändert. Zusätzlich habe ich noch ein weiteres Gate-Signal, mit einer Taktteilung um den Faktor 4, zu dem Eingang Pitch-Pedal geschickt. Die Intensität des Gate-Signals habe ich allerdings auf einen Wert von 10 % abgesenkt.
Tipp: Der Noise/Tone-Regler kann helfen, das Rauschen etwas auszudünnen, wenn der Regler nicht komplett links positioniert ist.
Beispiel 4 –Trigger Variations
Das Audio für das nächste Beispiel war nicht einfach zu kontrollieren und hat daher etwas Überlänge. Ich habe hierfür lediglich einen Kanal für eine HiHat benutzt.
Nach 4 Takten (16 Schlägen) habe ich immer wieder die Schwingungsform des Trigger-Signals (wieder ausgehend von Pamela’s New Workout) geändert. Zu Beginn ist es eine Rechteckschwingung, danach Triangel, Sinus, Hüllkurve, Zufall, abgeschwächter Zufall und am Ende CV. Beim eingehenden CV-Signal habe ich eine ADSR-Hüllkurve benutzt, womit sich, je nach Parametereinstellung, sogar Ratchets verwirklichen lassen. Während der Aufnahme habe ich vor allem mit dem Release-Parameter experimentiert.
Beispiel 5 – Toms
Dieses Beispiel sollte anhand des Fotos einfach nachzustellen sein. Kanal 1 sorgt für die HiHat, Kanal 2 für die Toms, Kanal 3 für eine Snare und Kanal 4 für eine Kick.
Dazu kommen noch ein Bass vom Moog DFAM und eine weitere Snare von Plaits mit einem Federhall. Die Akkorde stammen aus einer kleinen Sequenz des Korg minilogue xd.
Beispiel 6 – MIDI 1 (DAW)
Wer keine CV-Quellen oder ein Schlagzeug und vier Mikrofone zur Verfügung hat, der kann den Behringer BDS-3 natürlich auch mit MIDI ansteuern. Mit den MIDI-Noten C1, D1, E1 und F1 lassen sich die Kanäle 1–4 triggern und die MIDI-Befehle 20 bis 23 lassen sich zum Steuern der Tonhöhe eines jeden Kanals nutzen.
Kanal 1 spielt eine HiHat, Kanal 2 einen interessanten Scratch-Effekt, Kanal 3 eine Snare und Kanal 4 eine Bass-Drum.
Beispiel 7 – NY Is Killing Me
Beim Experimentieren mit dem Behringer BDS-3 ist eine Bass-Drum entstanden, die mich sehr an das Stück „NY Is Killing Me“ von Gil Scott-Heron und Jamie XX erinnerte. So habe ich das Tempo angepasst und fix eine Snare-Drum und HiHats dazugesteuert. Für den Charakter der Bass-Drum (Kanal 1) ist vor allem die Bend-up-Funktion verantwortlich. Die Snare kommt von Kanal 2, die HiHat von Kanal 3 und Kanal 4 hat, durch eine Triangelschwingung als Trigger-Signal, wieder eher den Charakter eines Shakers.
Die Tonhöhe entspricht zwar nicht dem Original, darum sollte es jedoch auch nicht gehen. Um das Pattern zu erstellen, habe ich die euklidische Rhythmus-Funktion von Pamela’s New Workout benutzt. Dafür reicht eine Länge von vier Schritten mit verschiedenen Trigger- und Rotationswerten aus. Ich denke, das ist ein gutes und einfaches Beispiel, um sich mit einem euklidischen Sequencer vertraut zu machen.
Die Einstellungen in Pamela’s New Workout sind wie folgt:
- Kanal 1: Mod x1, EStep 04, ETrigger 03, Rotation 03
- Kanal 2: Mod x1, EStep 04, ETrigger 01, ERotaton 02
- Kanal 3: Mod x2, EStep 04, ETrigger 02, Rotation 00
- Kanal 4 läuft einfach im 4/4tel Takt (Clock Mod x1, kein euklidisches Pattern)
Beispiel 8 – How Low Can You Go?
Bereits während der Testphase habe ich oftmals alle vier Stimmen über den Pitch-Pedal-Regler tief nach unten transponiert. So kam mir die Idee, nur Bass-Drums zu programmieren, um zu sehen, wie tief man gehen kann.
Zu Beginn hat jeder Kanal nur wenig Decay und der Impact-Click ist überall auf Minimalwert. Danach habe ich ganz vorsichtig den Impact-Click bei Kanal 2, 3 und 4 erhöht.
Beispiel 9 – Melody To Drone
Auch Melodien lassen sich potentiell mit dem Behringer BDS-3 generieren. Hierfür habe ich zuerst jede Stimme unterschiedlich gestimmt (E, G, B und D) und jeden Kanal mit verschiedenen Gate-Signalen angesteuert.
Die Summe ging in einen Mixer mit A/B-Regler für zwei Send-Effekte. Zuerst habe ich das Delay benutzt, dann verlängerte ich die Hüllkurven aller Module auf das Maximum. Danach wechselt der Send-Effekt vom Delay zum Reverb. Zeitgleich bringe ich über den Overall-Pitch-Regler alle vier Stimmen nach unten, bis es nur noch ein verwaschener Drone-Sound ist.
Nach der Aufnahme musste ich das Signal noch recht stark mit einem Equalizer bearbeiten, um einige Frequenzbereiche abzudämpfen. Wenn man die Melodie zu Beginn deutlich tiefer stimmt, sollte das Ergebnis für den Drone-Sound wahrscheinlich besser gelingen.
Beispiel 10 – Drone
Auch mit einem externen Oszillator oder einem sehr schnellen Taktgenerator lässt sich der Behringer BDS-3 im Handumdrehen zu einem nützlichen Drone-Synthesizer verwandeln. In diesem Beispiel habe ich den Trigger-Ausgang des Moog DFAM gewählt, der mit einer Geschwindigkeit von schätzungsweise 7.000 bpm lief (das Maximum beträgt laut Handbuch 10.000 bpm). Über ein Multiplier-Modul konnte ich jeden Eingang des BDS-3 ansteuern.
Der LFO befindet sich im Fast-Modus und ein Pedal zum Ansteuern der Tonhöhe kam zum Einsatz. Das Signal habe ich zusätzlich durch das Modul Clouds von Mutable Instruments bearbeitet.
Beispiel 11 – MIDI 2 (VCV Rack)
Zuletzt noch ein weiteres MIDI-Beispiel, um nochmals sehr typische Sounds des Behringer BDS-3 aufzuzeigen. Mit erhöhtem Impact-Click und Pitchbend gelingen allerlei verschiedene Tom- und Zap-Sounds. Kanal 2, 3 und 4 sind für jene Sounds und lediglich Kanal 1 spielt eine Bass-Drum.
Für Nutzer von VCV Rack möchte ich noch anmerken, dass die MIDI-Noten eine Oktave über den eigentlichen Notenwerten liegen. Weshalb, konnte ich ehrlich gesagt gar nicht nachvollziehen. Die MIDI-CC-Befehle waren identisch. Jedoch konnte ich das Decay-Kill (laut Handbuch MIDI CC 80) weder in VCV Rack, noch in Bitwig ansteuern.













































Schöne Beispiele dabei, ist doch vielseitiger die Kiste als man so auf den ersten Blick denkt.
@ollo hab ich zum test so bei mir gehabt.
Behringer vs. Simmons SDS-8 okay da verliert Behringer leider.🙁aber in rahmen.
decay: leider ist der regelwert nur bis 12h dann hört man kein verändern mehr.—>SDS 8 gesamt.
click sds-3 B. leider kein punch in attacc—> SDS 8 mehr knallt.
SDS-3 B. trigger sens sehr gut —> SDS 8 fingerspitzen im gefühl ist sensibler. SDS-8 besser im den mix.durchsetzen. SDS-3 dagegen schwimmt-nicht klar deviniert.
Der Preis ist aber sehr gut für das SDS-3 B. aber SDS-3 nutzten nur ca.50% regelwert etwas. okay akai tom cat ist schlimmer.
Gute combination: Simmons claptrap +trixxer+SDS-3 B. dann so hat man sehr gute basis für 80s das knallt schön🙂 vorteil trixxxer: bringt sehr guten reverb mit. gate reverb 80s pur.
lg🙂
@ollo Kann mich deinem Kommentar anschließen.
Die Klangesthetik des SDS3 gefällt mir nicht. DER Simmons Sound kam (mMn) halt erst mit dem SDS5 und später 7 und 8. Dieser Satte TomSound, der die charts der 80er mitbestimmte. Obwohl das SDS9 dann innovativer sein wollte, war der Hype schon kurz vor dem Ende. Aber das 3er ist mir zu dünn.
Wenn Uli da mal was bringt, könnt ich schwach werden.
denn kurioserweise find ich die meisten Simmons samples unpassen unspektakulär.